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Zweistromtal: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geographie==
[[Kategorie:Ganthor]]
===Landschaft===
[[Kategorie:Mittelreich]]
Das Zweistromtal ist geprägt von den beiden namensgebenden großen Flüssen, die zusammen als der Zweistrom bekannt sind. Zwischen dem westlichen Strom Argas und dem östlichen, Gerras geheißen, erstreckt sich ein ebenes Land, wobei das westliche Ufer des Argas von Sümpfen beherrscht wird; am östlichen Ufer des Gerras setzt sich das Flachland weiter fort und schließt an die Ebenen des Reiches an. Weiter im Westen und Osten begrenzen Mittelgebirge die Ebene, das Tal ist somit ca. 100 Meilen breit.
[[Kategorie:Zweistromtal]]
Die Landschaft wird von den riesigen Feldern beherrscht, die im fruchtbaren Land zwischen den Strömen angelegt wurden. Kleine Städte, Dörfer und Burgen liegen wie dunkle Flecken zwischen den grünen, gelben und braunen Flächen. Weiter südlich werden die Äcker immer öfter von großen Sumpfgebieten durchbrochen, die Richtung Meer immer häufiger vorkommen und schließlich die Felder fast ganz ablösen. Im südlichsten Abschnitt werden die Flussufer immer höher, bis der Zweistrom sich durch dutzende Schritt hohe Felsenschluchten gräbt. Auf der Hochebene über den Flussläufen sind die Sumpfgebiete am weitesten ausgeprägt. Der Fluss teilt sich kurz vor der Mündung in mehrere Arme, was es sowohl den [[Fürstentümer]]n als auch den [[:Kategorie:Mittelreich|Mittellanden]] schwer macht, den gesamten Zweistrom zu überwachen.
 
[[Datei:Zweistromtal_Landschaft.png|thumb|right|400px|Das fruchtbare Land zwischen Argas und Gerras]]
 
Das '''Zweistromtal''' bildet den westlichen Teil des [[Mittelreich|Mittelreichs]]. Seinen Namen verdankt es den beiden großen Flüssen [[Argas]] und [[Gerras]], die gemeinsam als der '''Zweistrom''' bezeichnet werden. Zwischen ihnen erstreckt sich eine etwa hundert Meilen breite, außerordentlich fruchtbare Ebene. Kornfelder, Obstgärten, Weinberge und Weiden prägen das dicht besiedelte Kulturland, während im Süden ausgedehnte Sümpfe, Schluchten und ein schwer zugängliches Flussdelta beginnen.
 
Das Tal ist eine der wichtigsten Kornkammern des Kaiserreichs und zugleich eine Grenzregion. Zehn alte Lehen sichern den Argas und die südlichen Übergänge. Festungen, Flusswachtürme und die Akademie der Kriegskunst zur See sollen Schmuggler, Plünderer und Eindringlinge abhalten, doch Wasser, Morast und Pflanzenwuchs erweisen sich häufig als hartnäckigere Gegner als feindliche Heere.
 
== Landschaft und Klima ==
 
=== Das Land zwischen den Strömen ===
 
Der Argas begrenzt das eigentliche Tal im Westen, der Gerras im Osten. Westlich des Argas schließen weite Sümpfe an; östlich des Gerras geht das Flachland in die Ebenen des Reiches über. Niedrige Gebirgszüge rahmen die Ebene in größerer Entfernung ein.
 
Im Norden und in der Mitte beherrschen riesige Felder die Landschaft. Dazwischen liegen Dörfer, kleine Städte und die Burgen der Lehnsherren. Hecken, kleine Mischwälder und Obsthaine gliedern das Ackerland. Je weiter man nach Süden gelangt, desto häufiger werden die Felder von Mooren und sumpfigen Waldstücken unterbrochen.
 
Im äußersten Süden steigen die Ufer an, bis sich Argas und Gerras durch mehrere Dutzend Schritt hohe Felsenschluchten zwängen. Jenseits davon münden sie in eine morastige Ebene und schließlich in ein gemeinsames, weit verzweigtes Delta am Meer. Inseln, Nebenarme und ständig wechselnde Sandbänke erschweren dort jede dauerhafte Überwachung durch das Mittelreich oder die benachbarten [[Fürstentümer]].
 
=== Klima ===
 
Feuchtwarme Südwinde vom Meer sorgen für ein milderes Klima als in vielen anderen Teilen des Mittelreichs. Die Sommer sind heiß, doch regelmäßige Niederschläge sichern selbst in den warmsten Monaten den Ertrag der Felder. Nach starken Regenfällen treten die Ströme über ihre Ufer und lagern fruchtbaren Schlamm ab. Im Süden vergrößern dieselben Hochwasser jedoch die Sümpfe und verändern mitunter den Verlauf kleinerer Flussarme.
 
=== Pflanzen- und Tierwelt ===
 
In den kultivierten Gebieten leben Rotwild, kleinere Pelztiere sowie zahlreiche Feld- und Waldvögel. Biber und Otter sind an beiden Strömen verbreitet; die Flüsse selbst sind reich an Fischen, Krebsen und Muscheln.
 
Gefährlicher sind die sumpfigen Wälder des Südens und das Land westlich des Argas. Dort kommen Schlangen, große Insekten, Krokodile, Echsenwesen, Sumpfspinnen, [[Sumpftroll|Sumpftrolle]] und sogar Hydren vor. Der breite Argas hält viele dieser Wesen von den dichter besiedelten Gebieten fern.
 
In manchen Jahren breiten sich Binsen und Schilf ungewöhnlich stark aus. Sie behindern die Schifffahrt und bieten zahllosen Insekten Brutplätze. Die daraus entstehenden Plagen bedrohen Vieh, Ernten und mitunter ganze Dörfer.
 
== Herrschaft und Gesellschaft ==
 
=== Die zehn Lehen ===
 
Das Zweistromtal ist in [[Die zehn Lehen des Zweistromtals|zehn Lehen]] gegliedert. Deren Herren unterstehen unmittelbar dem Kaiser. Sie verstehen sich vornehmlich als Ritter und Grenzschützer und unterhalten weder die prunkvollen Residenzen noch die großen Hofstaaten, die bei vielen Adligen Cors üblich sind. Ihre Burgen sind in erster Linie Wehrbauten.
 
Steuern und Abgaben sind hoch. Ein erheblicher Teil wird für die Festungen am Argas, die südlichen Wachtürme sowie Sold und Ausrüstung ihrer Besatzungen verwendet. Dadurch genießen die Lehnsherren den Ruf strenger, aber pflichtbewusster Beschützer. Ob sämtliche Abgaben tatsächlich diesem Zweck dienen, lässt sich von Hof zu Hof allerdings nur schwer überprüfen.
 
An der Südgrenze versuchen die Lehnsherren, Waren- und Personenverkehr aus den [[Südlande|Südlanden]] zu kontrollieren. Das unübersichtliche Delta macht eine lückenlose Bewachung unmöglich. Schmuggler, Räuber und kleinere Plünderer finden immer wieder Wege durch die Sümpfe.
 
=== Bevölkerung und Siedlungen ===
 
Das Zweistromtal besitzt viele Einwohner, doch die meisten leben in Dörfern, auf Einzelhöfen oder in kleinen Marktorten. Bauern stellen die größte Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Müller, Küfer, Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Fischer und weitere Handwerker, deren Arbeit unmittelbar mit Landwirtschaft und Flusshandel verbunden ist.
 
Die größte Stadt ist [[Diesheim]] an der Mündung des [[Isorn]] in den Gerras. Ihre Speicher, Kontore und Flößereien machen sie zum wichtigsten Umschlagplatz der Region. [[Wasserburg]] im Nordwesten ist für seine Wasserfestung und seine Musikanten bekannt. In den südlichen Weinbaugebieten liegen [[Harond]] und die Region Elebin.
 
== Wirtschaft und Handel ==
 
[[Datei:Zweistromtal_Wachturm.png|thumb|left|350px|Einer der alten Wachtürme im südlichen Sumpfland]]
 
Die fruchtbaren Böden bringen weit mehr Nahrung hervor, als die Bewohner des Tales selbst verbrauchen. Angebaut werden vor allem Korn, Gemüse, Obst und Wein. Große Flächen dienen zudem als Weiden für Rinder und Schafe. Überschüsse werden getrocknet, geräuchert, eingekocht oder anderweitig haltbar gemacht und in die übrigen Teile des Mittelreichs verkauft.
 
Ein Teil der Erzeugnisse gelangt in die Nord- und Südlande oder in die Fürstentümer. Im Gegenzug erhält das Tal Salz, Gewürze, exotische Früchte, Zuchttiere, Holz und Erz. Fisch, Flusskrebse und Muscheln ergänzen die Ernährung und werden bis in die Ebenen Cors gehandelt.
 
Das Zentrum dieses Handels ist Diesheim. Dort werden Waren auf Flöße verladen und stromauf- oder stromabwärts transportiert. Ochsen ziehen die schweren Flöße flussaufwärts bis in die Nähe des [[Tafelberg|Tafelbergs]], wo ein kurzer Überlandweg zu weiteren Handelszentren beginnt.
 
Nach Ernte und Steuereinzug bereisen sogenannte '''Einkäufer''' im Auftrag der Diesheimer Handelshäuser die Dörfer. Sie erwerben die Überschüsse der Bauern und bezahlen mit Geld, Werkzeugen oder Luxuswaren. Dieses System verschafft vielen Höfen einen bescheidenen Wohlstand, macht sie jedoch zugleich von den Preisen und Krediten der großen Händler abhängig.
 
Auf den nutzbaren Hügeln des südlichen Tales wächst besonders geschätzter Wein. Die Winzer Elebins und Haronds sind für aromatische Weine und Weinbrände bekannt; einige Familien haben durch diesen Handel beträchtlichen Reichtum erworben.
 
== Magie im Zweistromtal ==
 
Im [[Zweistromtal]] gibt es weder eine eigene Magierakademie noch eine bedeutende einheimische Schule der Magie. Dennoch sind Magier in der Region keineswegs unbekannt. Die wohlhabenden Handelshäuser [[Diesheim]]s, einige Lehnsherren und die reichsten Weingüter [[Elebin]]s beschäftigen ausgebildete Magier als Berater und Fachleute. Viele von ihnen stammen aus [[Cor]] oder wurden an einer der Akademien von [[Kalesch]] ausgebildet.
 
Magische Dienste sind kostspielig und bleiben daher vor allem den Wohlhabenden vorbehalten. Haus- und Hofmagier untersuchen ungewöhnliche Krankheiten, Pflanzenplagen und verdächtige Waren, schützen Schatzkammern oder begleiten besonders wertvolle Transporte. Im Dienste eines Lehnsherrn können sie außerdem bei der Untersuchung übernatürlicher Vorfälle und bei der Jagd auf gefährliche Wesen eingesetzt werden.
 
Auf dem Land wirken nur wenige dauerhaft ansässige Magier. Manche ziehen von Dorf zu Dorf und werden von mehreren Gemeinden gemeinsam bezahlt. Ihre Hilfe wird vor allem bei unerklärlichen Missernten, erkranktem Vieh, magisch veränderten Pflanzen oder ungewöhnlichen Erscheinungen an den Flüssen gesucht. Gegen Hochwasser und andere Naturgewalten vermögen jedoch auch sie nur wenig auszurichten.
 
Neben der gelehrten Magie haben sich zahlreiche volkstümliche Bräuche erhalten. Schutzzeichen finden sich an Scheunen, Booten und Weinkellern; zur Aussaat, Weinlese und vor längeren Flussfahrten werden alte Segenssprüche gesprochen. Ob diese tatsächlich wirken oder lediglich überlieferter Aberglaube sind, lässt sich selten eindeutig feststellen.
 
 
== Glaube und Kultur ==
 
Das Leben der meisten Bewohner folgt dem Rhythmus von Aussaat, Ernte, Viehzucht und Hochwasser. In Cor gilt diese ländliche Lebensweise häufig als rückständig. Spielleute, Gaukler und Akrobaten sind im Tal beliebter als höfische Dichtung oder große Theateraufführungen. Die Versetzung eines hochrangigen adeligen Offiziers ins Zweistromtal wird am kaiserlichen Hof daher mitunter als Zurücksetzung verstanden.
 
Dennoch besitzt die Region eigenständige kulturelle Traditionen. Besonders berühmt sind die Musikanten aus Wasserburg. Sie ziehen in kleinen Gruppen durch Ganthor und verbinden bekannte Volksweisen mit eigenen Stücken. Einer Legende zufolge geht ihre außergewöhnliche Begabung auf den Segen eines Priesters der [[Alinata]] zurück.
 
Die Bevölkerung ist überwiegend fromm. Als Göttin des fruchtbaren Landes genießt [[Chindanna]] besondere Verehrung. Daneben sind die Kulte [[Bantiala|Bantialas]] und [[Mernat|Mernats]] verbreitet. Der ritterliche Adel verehrt vor allem [[Beorn]]; nahezu jede Burg besitzt wenigstens einen Schrein des Gottes von Kampf und Ehre.
 
Der [[Kult des Ignatus|Ignatus-Kult]] übt wie im übrigen Kaiserreich großen Einfluss aus, verfügt im Zweistromtal jedoch kaum über eigenen Landbesitz. Die alten Adelsgeschlechter halten ihre Lehen fest in der Hand. Die Macht des Kultes beruht daher vor allem auf seinem Einfluss auf Lehnsherren und Händler sowie auf Abgaben in Geld und Naturalien.
 
== Militär und Grenzsicherung ==
 
=== Burgen und Wachtürme ===
 
Burgen am Argas sichern die westliche Reichsgrenze. Auf Inseln beider Ströme wurden außerdem sieben nummerierte [[Wachtürme_des_Zweistromtals|Wachtürme]] errichtet. Ihre Besatzungen bestehen aus angeworbenen Landsknechten sowie eingezogenen Soldaten aus [[Cor]] und anderen Teilen des Reiches. Sie kontrollieren die Schifffahrt und sollen Übergriffe von Orks, Echsenmenschen und Räuberbanden verhindern.
 
Seit Jahrzehnten leiden die Türme stärker unter Hochwasser und Pflanzenwuchs als unter feindlichen Angriffen. Zwei Bauwerke sanken nach der Unterspülung ihrer Fundamente in den Morast; ein weiteres wurde von gewaltigen Kletterpflanzen gesprengt. Der [[I. Wachturm]] liegt in Reichweite der Ritter von [[Sigwart]], der [[VII. Wachturm]] an den Felsklippen des Tafelbergs.
 
* [[I. Wachturm]]
* [[II. Wachturm]] – zur Hälfte versunken und von Sandbänken umgeben
* [[III. Wachturm]] – mit einem Teil seines Fundaments abgerutscht
* [[IV. - VI. Wachturm|IV. bis VI. Wachturm]]
* [[VII. Wachturm]] – von baumstammdicken Kletterpflanzen überwachsen


===Klima===
=== Akademie der Kriegskunst zur See ===
Das Klima des Zweistromtals ist noch milder als im übrigen [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreich]]. Dies liegt an den feuchtwarmen Südwinden, die vom Meer her das ganze Jahr über beständig wehen. Der Sommer ist sehr heiß, jedoch regnet es häufig genug, um erfolgreich Ackerbau betreiben zu können.


===Flora und Fauna===
Weit im Süden bildet die noch junge '''Akademie der Kriegskunst zur See''' Seeleute für die Bewachung des Zweistroms und für Fahrten bis zu den Waldinseln aus. Gegenüber der langen Seefahrtstradition der Südlande besitzt das Mittelreich jedoch einen kaum aufzuholenden Erfahrungsrückstand.
Das Pflanzenvorkommen des Zweistromtals ist äußerst vielfältig: In den kultivierten Gebieten sind Mischwälder, Hecken und Feldgewächse vorherrschend. Rotwild und kleinere Pelztiere kommen in den Wäldern sehr häufig vor, auch Biber und Otter sind entlang der Flussläufe zu finden. Die Flüsse besitzen einen großen Artenreichtum von Fischen und Wassergewächsen. Flora und Fauna in den sumpfigen Wäldern sind hingegen oft weit weniger harmlos: Schlangen, Insekten, Krokodile, Echsenwesen, Sumpfspinnen, [[Sumpftroll|Sumpftrolle]] und sogar Hydren leben im südlichen Zweistromtal. Zum Glück kommen nur selten wirklich gefährliche Wesen vom sumpfigen Westufer über den breiten Strom bis zu den besiedelten Gebieten. Von Zeit zu Zeit wird das Zweistromtal von einer hartnäckigen Vermehrung der Binsen und Schilfgewächse der gegenüberliegenden Moore getroffen. Das Schilf verhindert die reibungslose Schiffart und dient [[:Kategorie:Insekten|Insekten]] als Brutstätte, was zu Insektenplagen führt, die über das Land herfallen und Mensch und Tier zu schaffen machen.


==Land und Leute==
== Bedeutende Orte ==
===Herrschaftsformen===
Regiert wird das Zweistromtal von zehn Feudalherren, die unmittelbar dem Kaiser unterstehen. Im Gegensatz zu den Herrschern anderer Gebiete des Reiches verzichten diese Herren auf pompöse Schlösser oder einen Hofstaat und verstehen sich wirklich als Ritter und Beschützer des Volkes. Die hohen Steuern und Abgaben, die sie erheben, fließen direkt in den Bau und Erhalt der zahlreichen Festungen, die den Agras als westliche Reichsgrenze  säumen, und in die Ausrüstung und Besoldung der Besatzungen. Auch an den Reichsgrenzen im Süden versuchen die Fürsten mit Festungen und Wachtürmen den Übergang der [[Südländer]] zu kontrollieren. Dies ist aufgrund der geographischen Bedingungen jedoch nur selten erfolgreich, so dass es Schmugglern und manchmal auch Räubern und Plünderern oft gelingt, unbemerkt in das Zweistromtal einzudringen.


===Besiedlung===
* [[Diesheim]] – größte Stadt und wichtigster Handelsplatz des Tales
Das Zweistromtal hat viele Einwohner, allerdings verteilen sich diese auf viele kleinere Ortschaften. Die größte Siedlung ist [[Diesheim]], eine der wenigen Städte im Tal. In diesen Städten leben meist die Händler, die sich auf den Export von Nahrung spezialisiert haben, und Handwerker wie Waffenschmiede, die vom Metallimport der Kaufleute abhängig sind, außerdem auch Zimmerleute und Maurer. Die größte Bevölkerungsgruppe in den Dörfern sind die Bauern, kleinere Handwerker sind dort ebenfalls zu finden.
* [[Wasserburg]] – Wasserfestung und Heimat berühmter Musikanten
Ein Großbauer aus dem Zweistromtal berichtet von seiner Reise nach Diesheim:
* [[Harond]] – wohlhabender Weinbauort im Süden
<blockquote style="font-style:italic;">Zur Vorbereitung der Hochzeit meiner Tochter fuhr ich nach Diesheim, das zwei Tagesreisen von unserem Landflecken entfernt liegt. Ich wollte dort einige Besonderheiten für die Feier kaufen, wertvolles Salz und Gewürze aus dem Süden, die mich zwar einiges an Geld kosten würden, aber ein unvergessliches Geschenk für meine Tochter wären.
* [[Wachtürme_des_Zweistromtals|Die Wachtürme des Zweistroms]] – Befestigungen auf den Flussinseln
Schon die Stadttore waren für mich eine Besonderheit, Türme aus Stein und Holz, auf denen Wachen, die blank polierte Brustpanzer und Helme trugen, Ausschau nach Gefahr hielten. Meine Besorgungen machte ich bei einigen Händlern, von denen einer sogar ein echter Südländer war: Er hatte eine dunkle Hautfarbe und trug seltsame, aber schöne Gewänder. Auf meine Bemerkung über die Schönheit und Größe der Stadt erwiderte er nur, dass diese kleine Stadt nichts im Vergleich zu den Städten der Südlande sei, was ich ihm nicht so recht glauben wollte. Ich hatte noch nie eine größere Stadt gesehen und konnte mir schwerlich vorstellen, dass noch mehr Menschen auf einem Flecken leben konnten.
* '''Akademie der Kriegskunst zur See''' – Ausbildungsstätte für Fluss- und Seesoldaten
An diesem Tage erlebte ich sogar eine Verfolgungsjagd der Stadtwache, die direkt vor meinen Augen endete: Ein Taschendieb wurde von den Wachen eingeholt, und noch vor Ort wurde ihm die rechte Hand abgeschlagen. Eine harte, aber gerechte Strafe, wie ich finde. Von einem Barden in einer Schänke, der mir übrigens zwei Krüge Bier abschwatzte, hörte ich, dass in anderen Teilen des Landes längst nicht so strenge Strafen üblich seien und das Volk sich an Dingen wie Theatern und Konzerten erfreuen könne. Fast wäre ich der Verlockung erlegen und hätte ihm die ganze Nacht zugehört, doch die Erinnerung an meine Tochter belehrte mich eines besseren, und ich kehrte in mein Gemach zurück, um am nächsten Morgen zeitig aufbrechen zu können.
</blockquote>


===Wirtschaft===
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
Im Zweistromtal wachsen vor allem Korn, Obst und Wein, ein großer Teil des Landes dient als Weidefläche für Kühe und Schafe. Durch den fruchtbaren Boden, begünstigt durch die großen Ströme, und die Anbautechniken der Bauern werden weit mehr Korn, Gemüse und Obst erzeugt als die Bewohner des Zweistromtals essen könnten. Somit wird die überschüssige Nahrung haltbar gemacht und ins restliche Mittelreich verkauft, oder im Tausch gegen Salz, exotische Früchte und Zuchttiere in die Süd- und Nordlande exportiert. Ein Teil der überschüssigen Nahrung wird auch in den Fürstentümern feilgeboten und gegen bestes Holz und Erz gehandelt.
 
Vor allem in Diesheim leben die Händler, die diesen Warenaustausch durchführen. Die am Gerras gelegene Stadt ist ein idealer Punkt, um die Waren auf Flöße zu laden und stromauf- oder -abwärts zu transportieren. Stromaufwärts ziehen Ochsen die großen Flöße bis an die Ausläufer des Tafelberges, um dort einen möglichst kurzen Überlandweg zu den großen Handelszentren zu haben. Die Flussufer von Diesheim sind mit großen Lagerhallen und den Kontoren der Händler sowie der Flößereien verbaut, die genau wie die Kaufleute vom Geschäft gehörig profitieren. 
* Mehrere Felder bringen ungewöhnlich große Ernten hervor, während die benachbarten Äcker zunehmend verdorren.
Nach der Erntezeit und dem Eintreiben der Steuern fahren die so genannten "Einkäufer", die meist Angestellte der Diesheimer Händler sind, durch das Land und kaufen die Überschüsse der Bauern auf, um diese haltbar und fertig für den Verkauf machen zu lassen. Oft tauschen die Einkäufer die Lebensmittel gegen Werkzeuge, Luxusartikel oder schlicht Geld ein, was den Bauern zu bescheidenem Wohlstand verhilft.  
* Ein Lehnsherr erhebt eine zusätzliche Abgabe, um einen Hofmagier zu beschäftigen. Unter seinen Untertanen wächst der Verdacht, dass der Magier ganz anderen Zwecken dient.
Dort, wo die Hügel des südlichen Zweistromtals nutzbar gemacht sind, wächst der beste Wein Ganthors. Die Winzer der Regionen Elebin und Harond sind für ihre exquisiten und aromatischen Weine und Weinbrände berühmt und leben dank des Handels mit diesen exklusiven Waren in Prunk und Luxus.
* Nach einem Hochwasser werden an einem veränderten Flussarm alte magische Zeichen sichtbar.
Der gewaltige Zweistrom ist außerdem reich an Fischen und Krustentieren. Die gefangenen Fische, Flusskrebse und Muscheln werden zum größten Teil selbst gegessen, ein Teil davon wird jedoch auch vor allem in die Ebenen des Reiches verkauft.
==Kulte und Kultur==
Die Menschen des Zweistromtals sind mit großer Mehrheit einfache Bauern, es gibt nur wenige Städte, und der Adel besteht vornehmlich aus Kriegern. Dies sind schlechte Voraussetzungen für die schönen Künste – Volk und Adel ziehen einfache Darbietungen der Spielleute, Gaukler und Akrobaten den Werken von Dichtern, Malern und Komponisten vor. Aus diesem Grund ist das Zweistromtal in "kultivierteren" Gegenden des Kaiserreiches als unzivilisiert und rückständig verschrieen. Die Versetzung eines hohen, adeligen Offiziers in das Zweistromtal gilt heutzutage gar als Strafmaßnahme, trotz des relativ ruhigen und friedlichen Landes.
Der bekannteste Beitrag des Zweistromtals zur mittelländischen Kultur sind die Musikanten aus Wasserburg, welches im Nordwesten des Tales liegt. Die kleine Stadt mit ihrer prachtvollen Wasserfestung inmitten eines Sees, der vom Argas gespeist wird, bringt seit Jahren hervorragende Musikanten hervor. Dies soll angeblich seit der Segnung eines Alinatha-Priesters der Fall sein. Die Musikanten ziehen für gewöhnlich in kleinen Gruppen durch die Lande und spielen Volksweisen aus der ganzen bekannten Welt, neben selbst komponierten Stücken. Die Weisen sind meist einfach und bekannt, werden von den Musikanten jedoch so schön und einfühlsam gespielt, dass kaum einem Zuhörer die Augen trocken bleiben.
Die Bauern des Zweistromtals sind sehr fromm und achten genau darauf, dass die Grundlage ihres Glücks, nämlich das fruchtbare Land, stets das Wohlwollen der Götter genießt. Dass [[Kulte des Mittelreichs#Chindanna|Chindanna]] die wichtigste Göttin im Zweistromtal ist, verwundert somit nicht. Weiterhin werden vor allem die Götter [[Kulte des Mittelreichs#Bantiala|Bantiala]] und [[Kulte des Mittelreichs#Mernat|Mernat]] verehrt, der ritterlich orientierte Adel verehrt besonders [[Kulte des Mittelreichs#Beorn|Beorn]]. In jeder Burg existiert mindestens ein Schrein, meist jedoch ein kleiner Tempel, der dem Gott des Kampfes und der Ehre geweiht ist. Der Ignatus-Kult hat, wie in allen Teilen des Reiches, großen Einfluss, im Zweistromtal verfügt der Tempel jedoch über keinerlei größeren Landbesitz, da die Lehen fest in der Hand alter Adelsgeschlechter sind. Die Macht des Tempels beschränkt sich somit nur auf den Einfluss auf die Fürsten und Händler, sowie auf die Steuern, die dem Tempel in Form von Naturalien und Geld zufließen.
==Militärisches==
Auf den zahlreichen Inseln zwischen den beiden großen Flüssen wurden im Laufe der Jahrhunderte stattliche Wachtürme errichtet, die mit angeheuerten Landsknechten und eingezogenen Soldaten aus Cor und anderen Teilen des Reiches besetzt sind. Einerseits will man Südländer davon abhalten, unkontrolliert den Flussarm hinaufzufahren, andererseits befürchtet man immer Übergriffe der Orks oder der seltenen Echsenmenschen, die weit entfernt auf der anderen Seite des Flusses siedeln. Die Gefahr durch Orks ist jedoch sehr gering, da ein breiter Sumpf beide Seiten voneinander trennt und den Orks – im Gegensatz zu den Echsenmenschen – gehörige Schwierigkeiten bereitet.
===Die Akademie der Kriegskunst zur See===
Weit südlich am Zweistrom gelegen, versucht diese Akademie tapfere Seeleute auszubilden, die sowohl den Strom bewachen als auch gewagte Reisen bis zu den Waldinseln unternehmen sollen. Die Akademie existiert erst seit einigen Jahrzehnten – ein Nachteil gegenüber den Südlanden, der kaum noch aufzuholen ist.
[[Kategorie:Mittelreich]]

Aktuelle Version vom 27. Juli 2026, 21:05 Uhr


Das fruchtbare Land zwischen Argas und Gerras

Das Zweistromtal bildet den westlichen Teil des Mittelreichs. Seinen Namen verdankt es den beiden großen Flüssen Argas und Gerras, die gemeinsam als der Zweistrom bezeichnet werden. Zwischen ihnen erstreckt sich eine etwa hundert Meilen breite, außerordentlich fruchtbare Ebene. Kornfelder, Obstgärten, Weinberge und Weiden prägen das dicht besiedelte Kulturland, während im Süden ausgedehnte Sümpfe, Schluchten und ein schwer zugängliches Flussdelta beginnen.

Das Tal ist eine der wichtigsten Kornkammern des Kaiserreichs und zugleich eine Grenzregion. Zehn alte Lehen sichern den Argas und die südlichen Übergänge. Festungen, Flusswachtürme und die Akademie der Kriegskunst zur See sollen Schmuggler, Plünderer und Eindringlinge abhalten, doch Wasser, Morast und Pflanzenwuchs erweisen sich häufig als hartnäckigere Gegner als feindliche Heere.

Landschaft und Klima

Das Land zwischen den Strömen

Der Argas begrenzt das eigentliche Tal im Westen, der Gerras im Osten. Westlich des Argas schließen weite Sümpfe an; östlich des Gerras geht das Flachland in die Ebenen des Reiches über. Niedrige Gebirgszüge rahmen die Ebene in größerer Entfernung ein.

Im Norden und in der Mitte beherrschen riesige Felder die Landschaft. Dazwischen liegen Dörfer, kleine Städte und die Burgen der Lehnsherren. Hecken, kleine Mischwälder und Obsthaine gliedern das Ackerland. Je weiter man nach Süden gelangt, desto häufiger werden die Felder von Mooren und sumpfigen Waldstücken unterbrochen.

Im äußersten Süden steigen die Ufer an, bis sich Argas und Gerras durch mehrere Dutzend Schritt hohe Felsenschluchten zwängen. Jenseits davon münden sie in eine morastige Ebene und schließlich in ein gemeinsames, weit verzweigtes Delta am Meer. Inseln, Nebenarme und ständig wechselnde Sandbänke erschweren dort jede dauerhafte Überwachung durch das Mittelreich oder die benachbarten Fürstentümer.

Klima

Feuchtwarme Südwinde vom Meer sorgen für ein milderes Klima als in vielen anderen Teilen des Mittelreichs. Die Sommer sind heiß, doch regelmäßige Niederschläge sichern selbst in den warmsten Monaten den Ertrag der Felder. Nach starken Regenfällen treten die Ströme über ihre Ufer und lagern fruchtbaren Schlamm ab. Im Süden vergrößern dieselben Hochwasser jedoch die Sümpfe und verändern mitunter den Verlauf kleinerer Flussarme.

Pflanzen- und Tierwelt

In den kultivierten Gebieten leben Rotwild, kleinere Pelztiere sowie zahlreiche Feld- und Waldvögel. Biber und Otter sind an beiden Strömen verbreitet; die Flüsse selbst sind reich an Fischen, Krebsen und Muscheln.

Gefährlicher sind die sumpfigen Wälder des Südens und das Land westlich des Argas. Dort kommen Schlangen, große Insekten, Krokodile, Echsenwesen, Sumpfspinnen, Sumpftrolle und sogar Hydren vor. Der breite Argas hält viele dieser Wesen von den dichter besiedelten Gebieten fern.

In manchen Jahren breiten sich Binsen und Schilf ungewöhnlich stark aus. Sie behindern die Schifffahrt und bieten zahllosen Insekten Brutplätze. Die daraus entstehenden Plagen bedrohen Vieh, Ernten und mitunter ganze Dörfer.

Herrschaft und Gesellschaft

Die zehn Lehen

Das Zweistromtal ist in zehn Lehen gegliedert. Deren Herren unterstehen unmittelbar dem Kaiser. Sie verstehen sich vornehmlich als Ritter und Grenzschützer und unterhalten weder die prunkvollen Residenzen noch die großen Hofstaaten, die bei vielen Adligen Cors üblich sind. Ihre Burgen sind in erster Linie Wehrbauten.

Steuern und Abgaben sind hoch. Ein erheblicher Teil wird für die Festungen am Argas, die südlichen Wachtürme sowie Sold und Ausrüstung ihrer Besatzungen verwendet. Dadurch genießen die Lehnsherren den Ruf strenger, aber pflichtbewusster Beschützer. Ob sämtliche Abgaben tatsächlich diesem Zweck dienen, lässt sich von Hof zu Hof allerdings nur schwer überprüfen.

An der Südgrenze versuchen die Lehnsherren, Waren- und Personenverkehr aus den Südlanden zu kontrollieren. Das unübersichtliche Delta macht eine lückenlose Bewachung unmöglich. Schmuggler, Räuber und kleinere Plünderer finden immer wieder Wege durch die Sümpfe.

Bevölkerung und Siedlungen

Das Zweistromtal besitzt viele Einwohner, doch die meisten leben in Dörfern, auf Einzelhöfen oder in kleinen Marktorten. Bauern stellen die größte Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Müller, Küfer, Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Fischer und weitere Handwerker, deren Arbeit unmittelbar mit Landwirtschaft und Flusshandel verbunden ist.

Die größte Stadt ist Diesheim an der Mündung des Isorn in den Gerras. Ihre Speicher, Kontore und Flößereien machen sie zum wichtigsten Umschlagplatz der Region. Wasserburg im Nordwesten ist für seine Wasserfestung und seine Musikanten bekannt. In den südlichen Weinbaugebieten liegen Harond und die Region Elebin.

Wirtschaft und Handel

Einer der alten Wachtürme im südlichen Sumpfland

Die fruchtbaren Böden bringen weit mehr Nahrung hervor, als die Bewohner des Tales selbst verbrauchen. Angebaut werden vor allem Korn, Gemüse, Obst und Wein. Große Flächen dienen zudem als Weiden für Rinder und Schafe. Überschüsse werden getrocknet, geräuchert, eingekocht oder anderweitig haltbar gemacht und in die übrigen Teile des Mittelreichs verkauft.

Ein Teil der Erzeugnisse gelangt in die Nord- und Südlande oder in die Fürstentümer. Im Gegenzug erhält das Tal Salz, Gewürze, exotische Früchte, Zuchttiere, Holz und Erz. Fisch, Flusskrebse und Muscheln ergänzen die Ernährung und werden bis in die Ebenen Cors gehandelt.

Das Zentrum dieses Handels ist Diesheim. Dort werden Waren auf Flöße verladen und stromauf- oder stromabwärts transportiert. Ochsen ziehen die schweren Flöße flussaufwärts bis in die Nähe des Tafelbergs, wo ein kurzer Überlandweg zu weiteren Handelszentren beginnt.

Nach Ernte und Steuereinzug bereisen sogenannte Einkäufer im Auftrag der Diesheimer Handelshäuser die Dörfer. Sie erwerben die Überschüsse der Bauern und bezahlen mit Geld, Werkzeugen oder Luxuswaren. Dieses System verschafft vielen Höfen einen bescheidenen Wohlstand, macht sie jedoch zugleich von den Preisen und Krediten der großen Händler abhängig.

Auf den nutzbaren Hügeln des südlichen Tales wächst besonders geschätzter Wein. Die Winzer Elebins und Haronds sind für aromatische Weine und Weinbrände bekannt; einige Familien haben durch diesen Handel beträchtlichen Reichtum erworben.

Magie im Zweistromtal

Im Zweistromtal gibt es weder eine eigene Magierakademie noch eine bedeutende einheimische Schule der Magie. Dennoch sind Magier in der Region keineswegs unbekannt. Die wohlhabenden Handelshäuser Diesheims, einige Lehnsherren und die reichsten Weingüter Elebins beschäftigen ausgebildete Magier als Berater und Fachleute. Viele von ihnen stammen aus Cor oder wurden an einer der Akademien von Kalesch ausgebildet.

Magische Dienste sind kostspielig und bleiben daher vor allem den Wohlhabenden vorbehalten. Haus- und Hofmagier untersuchen ungewöhnliche Krankheiten, Pflanzenplagen und verdächtige Waren, schützen Schatzkammern oder begleiten besonders wertvolle Transporte. Im Dienste eines Lehnsherrn können sie außerdem bei der Untersuchung übernatürlicher Vorfälle und bei der Jagd auf gefährliche Wesen eingesetzt werden.

Auf dem Land wirken nur wenige dauerhaft ansässige Magier. Manche ziehen von Dorf zu Dorf und werden von mehreren Gemeinden gemeinsam bezahlt. Ihre Hilfe wird vor allem bei unerklärlichen Missernten, erkranktem Vieh, magisch veränderten Pflanzen oder ungewöhnlichen Erscheinungen an den Flüssen gesucht. Gegen Hochwasser und andere Naturgewalten vermögen jedoch auch sie nur wenig auszurichten.

Neben der gelehrten Magie haben sich zahlreiche volkstümliche Bräuche erhalten. Schutzzeichen finden sich an Scheunen, Booten und Weinkellern; zur Aussaat, Weinlese und vor längeren Flussfahrten werden alte Segenssprüche gesprochen. Ob diese tatsächlich wirken oder lediglich überlieferter Aberglaube sind, lässt sich selten eindeutig feststellen.


Glaube und Kultur

Das Leben der meisten Bewohner folgt dem Rhythmus von Aussaat, Ernte, Viehzucht und Hochwasser. In Cor gilt diese ländliche Lebensweise häufig als rückständig. Spielleute, Gaukler und Akrobaten sind im Tal beliebter als höfische Dichtung oder große Theateraufführungen. Die Versetzung eines hochrangigen adeligen Offiziers ins Zweistromtal wird am kaiserlichen Hof daher mitunter als Zurücksetzung verstanden.

Dennoch besitzt die Region eigenständige kulturelle Traditionen. Besonders berühmt sind die Musikanten aus Wasserburg. Sie ziehen in kleinen Gruppen durch Ganthor und verbinden bekannte Volksweisen mit eigenen Stücken. Einer Legende zufolge geht ihre außergewöhnliche Begabung auf den Segen eines Priesters der Alinata zurück.

Die Bevölkerung ist überwiegend fromm. Als Göttin des fruchtbaren Landes genießt Chindanna besondere Verehrung. Daneben sind die Kulte Bantialas und Mernats verbreitet. Der ritterliche Adel verehrt vor allem Beorn; nahezu jede Burg besitzt wenigstens einen Schrein des Gottes von Kampf und Ehre.

Der Ignatus-Kult übt wie im übrigen Kaiserreich großen Einfluss aus, verfügt im Zweistromtal jedoch kaum über eigenen Landbesitz. Die alten Adelsgeschlechter halten ihre Lehen fest in der Hand. Die Macht des Kultes beruht daher vor allem auf seinem Einfluss auf Lehnsherren und Händler sowie auf Abgaben in Geld und Naturalien.

Militär und Grenzsicherung

Burgen und Wachtürme

Burgen am Argas sichern die westliche Reichsgrenze. Auf Inseln beider Ströme wurden außerdem sieben nummerierte Wachtürme errichtet. Ihre Besatzungen bestehen aus angeworbenen Landsknechten sowie eingezogenen Soldaten aus Cor und anderen Teilen des Reiches. Sie kontrollieren die Schifffahrt und sollen Übergriffe von Orks, Echsenmenschen und Räuberbanden verhindern.

Seit Jahrzehnten leiden die Türme stärker unter Hochwasser und Pflanzenwuchs als unter feindlichen Angriffen. Zwei Bauwerke sanken nach der Unterspülung ihrer Fundamente in den Morast; ein weiteres wurde von gewaltigen Kletterpflanzen gesprengt. Der I. Wachturm liegt in Reichweite der Ritter von Sigwart, der VII. Wachturm an den Felsklippen des Tafelbergs.

Akademie der Kriegskunst zur See

Weit im Süden bildet die noch junge Akademie der Kriegskunst zur See Seeleute für die Bewachung des Zweistroms und für Fahrten bis zu den Waldinseln aus. Gegenüber der langen Seefahrtstradition der Südlande besitzt das Mittelreich jedoch einen kaum aufzuholenden Erfahrungsrückstand.

Bedeutende Orte

  • Diesheim – größte Stadt und wichtigster Handelsplatz des Tales
  • Wasserburg – Wasserfestung und Heimat berühmter Musikanten
  • Harond – wohlhabender Weinbauort im Süden
  • Die Wachtürme des Zweistroms – Befestigungen auf den Flussinseln
  • Akademie der Kriegskunst zur See – Ausbildungsstätte für Fluss- und Seesoldaten

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Mehrere Felder bringen ungewöhnlich große Ernten hervor, während die benachbarten Äcker zunehmend verdorren.
  • Ein Lehnsherr erhebt eine zusätzliche Abgabe, um einen Hofmagier zu beschäftigen. Unter seinen Untertanen wächst der Verdacht, dass der Magier ganz anderen Zwecken dient.
  • Nach einem Hochwasser werden an einem veränderten Flussarm alte magische Zeichen sichtbar.