Zweistromtal: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Zweistromtal_Landschaft.png|thumb|right|400px|Das fruchtbare Land zwischen Argas und Gerras]] | |||
Das '''Zweistromtal''' bildet den westlichen Teil des [[Mittelreich|Mittelreichs]]. Seinen Namen verdankt es den beiden großen Flüssen [[Argas]] und [[Gerras]], die gemeinsam als der '''Zweistrom''' bezeichnet werden. Zwischen ihnen erstreckt sich eine etwa hundert Meilen breite, außerordentlich fruchtbare Ebene. Kornfelder, Obstgärten, Weinberge und Weiden prägen das dicht besiedelte Kulturland, während im Süden ausgedehnte Sümpfe, Schluchten und ein schwer zugängliches Flussdelta beginnen. | |||
Das Tal ist eine der wichtigsten Kornkammern des Kaiserreichs und zugleich eine Grenzregion. Zehn alte Lehen sichern den Argas und die südlichen Übergänge. Festungen, Flusswachtürme und die Akademie der Kriegskunst zur See sollen Schmuggler, Plünderer und Eindringlinge abhalten, doch Wasser, Morast und Pflanzenwuchs erweisen sich häufig als hartnäckigere Gegner als feindliche Heere. | |||
== Landschaft und Klima == | |||
=== Das Land zwischen den Strömen === | |||
Der Argas begrenzt das eigentliche Tal im Westen, der Gerras im Osten. Westlich des Argas schließen weite Sümpfe an; östlich des Gerras geht das Flachland in die Ebenen des Reiches über. Niedrige Gebirgszüge rahmen die Ebene in größerer Entfernung ein. | |||
Im Norden und in der Mitte beherrschen riesige Felder die Landschaft. Dazwischen liegen Dörfer, kleine Städte und die Burgen der Lehnsherren. Hecken, kleine Mischwälder und Obsthaine gliedern das Ackerland. Je weiter man nach Süden gelangt, desto häufiger werden die Felder von Mooren und sumpfigen Waldstücken unterbrochen. | |||
Im äußersten Süden steigen die Ufer an, bis sich Argas und Gerras durch mehrere Dutzend Schritt hohe Felsenschluchten zwängen. Jenseits davon münden sie in eine morastige Ebene und schließlich in ein gemeinsames, weit verzweigtes Delta am Meer. Inseln, Nebenarme und ständig wechselnde Sandbänke erschweren dort jede dauerhafte Überwachung durch das Mittelreich oder die benachbarten [[Fürstentümer]]. | |||
=== Klima === | |||
Feuchtwarme Südwinde vom Meer sorgen für ein milderes Klima als in vielen anderen Teilen des Mittelreichs. Die Sommer sind heiß, doch regelmäßige Niederschläge sichern selbst in den warmsten Monaten den Ertrag der Felder. Nach starken Regenfällen treten die Ströme über ihre Ufer und lagern fruchtbaren Schlamm ab. Im Süden vergrößern dieselben Hochwasser jedoch die Sümpfe und verändern mitunter den Verlauf kleinerer Flussarme. | |||
=== Pflanzen- und Tierwelt === | |||
In den kultivierten Gebieten leben Rotwild, kleinere Pelztiere sowie zahlreiche Feld- und Waldvögel. Biber und Otter sind an beiden Strömen verbreitet; die Flüsse selbst sind reich an Fischen, Krebsen und Muscheln. | |||
Gefährlicher sind die sumpfigen Wälder des Südens und das Land westlich des Argas. Dort kommen Schlangen, große Insekten, Krokodile, Echsenwesen, Sumpfspinnen, [[Sumpftroll|Sumpftrolle]] und sogar Hydren vor. Der breite Argas hält viele dieser Wesen von den dichter besiedelten Gebieten fern. | |||
In manchen Jahren breiten sich Binsen und Schilf ungewöhnlich stark aus. Sie behindern die Schifffahrt und bieten zahllosen Insekten Brutplätze. Die daraus entstehenden Plagen bedrohen Vieh, Ernten und mitunter ganze Dörfer. | |||
== Herrschaft und Gesellschaft == | |||
=== Die zehn Lehen === | |||
Das Zweistromtal ist in [[Die zehn Lehen des Zweistromtals|zehn Lehen]] gegliedert. Deren Herren unterstehen unmittelbar dem Kaiser. Sie verstehen sich vornehmlich als Ritter und Grenzschützer und unterhalten weder die prunkvollen Residenzen noch die großen Hofstaaten, die bei vielen Adligen Cors üblich sind. Ihre Burgen sind in erster Linie Wehrbauten. | |||
Steuern und Abgaben sind hoch. Ein erheblicher Teil wird für die Festungen am Argas, die südlichen Wachtürme sowie Sold und Ausrüstung ihrer Besatzungen verwendet. Dadurch genießen die Lehnsherren den Ruf strenger, aber pflichtbewusster Beschützer. Ob sämtliche Abgaben tatsächlich diesem Zweck dienen, lässt sich von Hof zu Hof allerdings nur schwer überprüfen. | |||
An der Südgrenze versuchen die Lehnsherren, Waren- und Personenverkehr aus den [[Südlande|Südlanden]] zu kontrollieren. Das unübersichtliche Delta macht eine lückenlose Bewachung unmöglich. Schmuggler, Räuber und kleinere Plünderer finden immer wieder Wege durch die Sümpfe. | |||
=== Bevölkerung und Siedlungen === | |||
Das Zweistromtal besitzt viele Einwohner, doch die meisten leben in Dörfern, auf Einzelhöfen oder in kleinen Marktorten. Bauern stellen die größte Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Müller, Küfer, Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Fischer und weitere Handwerker, deren Arbeit unmittelbar mit Landwirtschaft und Flusshandel verbunden ist. | |||
Die größte Stadt ist [[Diesheim]] an der Mündung des [[Isorn]] in den Gerras. Ihre Speicher, Kontore und Flößereien machen sie zum wichtigsten Umschlagplatz der Region. [[Wasserburg]] im Nordwesten ist für seine Wasserfestung und seine Musikanten bekannt. In den südlichen Weinbaugebieten liegen [[Harond]] und die Region Elebin. | |||
== Wirtschaft und Handel == | |||
[[Datei:Zweistromtal_Wachturm.png|thumb|left|350px|Einer der alten Wachtürme im südlichen Sumpfland]] | |||
Die fruchtbaren Böden bringen weit mehr Nahrung hervor, als die Bewohner des Tales selbst verbrauchen. Angebaut werden vor allem Korn, Gemüse, Obst und Wein. Große Flächen dienen zudem als Weiden für Rinder und Schafe. Überschüsse werden getrocknet, geräuchert, eingekocht oder anderweitig haltbar gemacht und in die übrigen Teile des Mittelreichs verkauft. | |||
Ein Teil der Erzeugnisse gelangt in die Nord- und Südlande oder in die Fürstentümer. Im Gegenzug erhält das Tal Salz, Gewürze, exotische Früchte, Zuchttiere, Holz und Erz. Fisch, Flusskrebse und Muscheln ergänzen die Ernährung und werden bis in die Ebenen Cors gehandelt. | |||
Das Zentrum dieses Handels ist Diesheim. Dort werden Waren auf Flöße verladen und stromauf- oder stromabwärts transportiert. Ochsen ziehen die schweren Flöße flussaufwärts bis in die Nähe des [[Tafelberg|Tafelbergs]], wo ein kurzer Überlandweg zu weiteren Handelszentren beginnt. | |||
Nach Ernte und Steuereinzug bereisen sogenannte '''Einkäufer''' im Auftrag der Diesheimer Handelshäuser die Dörfer. Sie erwerben die Überschüsse der Bauern und bezahlen mit Geld, Werkzeugen oder Luxuswaren. Dieses System verschafft vielen Höfen einen bescheidenen Wohlstand, macht sie jedoch zugleich von den Preisen und Krediten der großen Händler abhängig. | |||
Auf den nutzbaren Hügeln des südlichen Tales wächst besonders geschätzter Wein. Die Winzer Elebins und Haronds sind für aromatische Weine und Weinbrände bekannt; einige Familien haben durch diesen Handel beträchtlichen Reichtum erworben. | |||
== Magie im Zweistromtal == | |||
Im [[Zweistromtal]] gibt es weder eine eigene Magierakademie noch eine bedeutende einheimische Schule der Magie. Dennoch sind Magier in der Region keineswegs unbekannt. Die wohlhabenden Handelshäuser [[Diesheim]]s, einige Lehnsherren und die reichsten Weingüter [[Elebin]]s beschäftigen ausgebildete Magier als Berater und Fachleute. Viele von ihnen stammen aus [[Cor]] oder wurden an einer der Akademien von [[Kalesch]] ausgebildet. | |||
Magische Dienste sind kostspielig und bleiben daher vor allem den Wohlhabenden vorbehalten. Haus- und Hofmagier untersuchen ungewöhnliche Krankheiten, Pflanzenplagen und verdächtige Waren, schützen Schatzkammern oder begleiten besonders wertvolle Transporte. Im Dienste eines Lehnsherrn können sie außerdem bei der Untersuchung übernatürlicher Vorfälle und bei der Jagd auf gefährliche Wesen eingesetzt werden. | |||
Auf dem Land wirken nur wenige dauerhaft ansässige Magier. Manche ziehen von Dorf zu Dorf und werden von mehreren Gemeinden gemeinsam bezahlt. Ihre Hilfe wird vor allem bei unerklärlichen Missernten, erkranktem Vieh, magisch veränderten Pflanzen oder ungewöhnlichen Erscheinungen an den Flüssen gesucht. Gegen Hochwasser und andere Naturgewalten vermögen jedoch auch sie nur wenig auszurichten. | |||
Neben der gelehrten Magie haben sich zahlreiche volkstümliche Bräuche erhalten. Schutzzeichen finden sich an Scheunen, Booten und Weinkellern; zur Aussaat, Weinlese und vor längeren Flussfahrten werden alte Segenssprüche gesprochen. Ob diese tatsächlich wirken oder lediglich überlieferter Aberglaube sind, lässt sich selten eindeutig feststellen. | |||
== Glaube und Kultur == | |||
Das Leben der meisten Bewohner folgt dem Rhythmus von Aussaat, Ernte, Viehzucht und Hochwasser. In Cor gilt diese ländliche Lebensweise häufig als rückständig. Spielleute, Gaukler und Akrobaten sind im Tal beliebter als höfische Dichtung oder große Theateraufführungen. Die Versetzung eines hochrangigen adeligen Offiziers ins Zweistromtal wird am kaiserlichen Hof daher mitunter als Zurücksetzung verstanden. | |||
Dennoch besitzt die Region eigenständige kulturelle Traditionen. Besonders berühmt sind die Musikanten aus Wasserburg. Sie ziehen in kleinen Gruppen durch Ganthor und verbinden bekannte Volksweisen mit eigenen Stücken. Einer Legende zufolge geht ihre außergewöhnliche Begabung auf den Segen eines Priesters der [[Alinata]] zurück. | |||
Die | Die Bevölkerung ist überwiegend fromm. Als Göttin des fruchtbaren Landes genießt [[Chindanna]] besondere Verehrung. Daneben sind die Kulte [[Bantiala|Bantialas]] und [[Mernat|Mernats]] verbreitet. Der ritterliche Adel verehrt vor allem [[Beorn]]; nahezu jede Burg besitzt wenigstens einen Schrein des Gottes von Kampf und Ehre. | ||
== | Der [[Kult des Ignatus|Ignatus-Kult]] übt wie im übrigen Kaiserreich großen Einfluss aus, verfügt im Zweistromtal jedoch kaum über eigenen Landbesitz. Die alten Adelsgeschlechter halten ihre Lehen fest in der Hand. Die Macht des Kultes beruht daher vor allem auf seinem Einfluss auf Lehnsherren und Händler sowie auf Abgaben in Geld und Naturalien. | ||
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=== | == Militär und Grenzsicherung == | ||
Weit | |||
[[ | === Burgen und Wachtürme === | ||
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Burgen am Argas sichern die westliche Reichsgrenze. Auf Inseln beider Ströme wurden außerdem sieben nummerierte [[Wachtürme_des_Zweistromtals|Wachtürme]] errichtet. Ihre Besatzungen bestehen aus angeworbenen Landsknechten sowie eingezogenen Soldaten aus [[Cor]] und anderen Teilen des Reiches. Sie kontrollieren die Schifffahrt und sollen Übergriffe von Orks, Echsenmenschen und Räuberbanden verhindern. | |||
Seit Jahrzehnten leiden die Türme stärker unter Hochwasser und Pflanzenwuchs als unter feindlichen Angriffen. Zwei Bauwerke sanken nach der Unterspülung ihrer Fundamente in den Morast; ein weiteres wurde von gewaltigen Kletterpflanzen gesprengt. Der [[I. Wachturm]] liegt in Reichweite der Ritter von [[Sigwart]], der [[VII. Wachturm]] an den Felsklippen des Tafelbergs. | |||
* [[I. Wachturm]] | |||
* [[II. Wachturm]] – zur Hälfte versunken und von Sandbänken umgeben | |||
* [[III. Wachturm]] – mit einem Teil seines Fundaments abgerutscht | |||
* [[IV. - VI. Wachturm|IV. bis VI. Wachturm]] | |||
* [[VII. Wachturm]] – von baumstammdicken Kletterpflanzen überwachsen | |||
=== Akademie der Kriegskunst zur See === | |||
Weit im Süden bildet die noch junge '''Akademie der Kriegskunst zur See''' Seeleute für die Bewachung des Zweistroms und für Fahrten bis zu den Waldinseln aus. Gegenüber der langen Seefahrtstradition der Südlande besitzt das Mittelreich jedoch einen kaum aufzuholenden Erfahrungsrückstand. | |||
== Bedeutende Orte == | |||
* [[Diesheim]] – größte Stadt und wichtigster Handelsplatz des Tales | |||
* [[Wasserburg]] – Wasserfestung und Heimat berühmter Musikanten | |||
* [[Harond]] – wohlhabender Weinbauort im Süden | |||
* [[Wachtürme_des_Zweistromtals|Die Wachtürme des Zweistroms]] – Befestigungen auf den Flussinseln | |||
* '''Akademie der Kriegskunst zur See''' – Ausbildungsstätte für Fluss- und Seesoldaten | |||
== Gerüchte und Abenteuerideen == | |||
* Mehrere Felder bringen ungewöhnlich große Ernten hervor, während die benachbarten Äcker zunehmend verdorren. | |||
* Ein Lehnsherr erhebt eine zusätzliche Abgabe, um einen Hofmagier zu beschäftigen. Unter seinen Untertanen wächst der Verdacht, dass der Magier ganz anderen Zwecken dient. | |||
* Nach einem Hochwasser werden an einem veränderten Flussarm alte magische Zeichen sichtbar. | |||
Aktuelle Version vom 27. Juli 2026, 21:05 Uhr

Das Zweistromtal bildet den westlichen Teil des Mittelreichs. Seinen Namen verdankt es den beiden großen Flüssen Argas und Gerras, die gemeinsam als der Zweistrom bezeichnet werden. Zwischen ihnen erstreckt sich eine etwa hundert Meilen breite, außerordentlich fruchtbare Ebene. Kornfelder, Obstgärten, Weinberge und Weiden prägen das dicht besiedelte Kulturland, während im Süden ausgedehnte Sümpfe, Schluchten und ein schwer zugängliches Flussdelta beginnen.
Das Tal ist eine der wichtigsten Kornkammern des Kaiserreichs und zugleich eine Grenzregion. Zehn alte Lehen sichern den Argas und die südlichen Übergänge. Festungen, Flusswachtürme und die Akademie der Kriegskunst zur See sollen Schmuggler, Plünderer und Eindringlinge abhalten, doch Wasser, Morast und Pflanzenwuchs erweisen sich häufig als hartnäckigere Gegner als feindliche Heere.
Landschaft und Klima
Das Land zwischen den Strömen
Der Argas begrenzt das eigentliche Tal im Westen, der Gerras im Osten. Westlich des Argas schließen weite Sümpfe an; östlich des Gerras geht das Flachland in die Ebenen des Reiches über. Niedrige Gebirgszüge rahmen die Ebene in größerer Entfernung ein.
Im Norden und in der Mitte beherrschen riesige Felder die Landschaft. Dazwischen liegen Dörfer, kleine Städte und die Burgen der Lehnsherren. Hecken, kleine Mischwälder und Obsthaine gliedern das Ackerland. Je weiter man nach Süden gelangt, desto häufiger werden die Felder von Mooren und sumpfigen Waldstücken unterbrochen.
Im äußersten Süden steigen die Ufer an, bis sich Argas und Gerras durch mehrere Dutzend Schritt hohe Felsenschluchten zwängen. Jenseits davon münden sie in eine morastige Ebene und schließlich in ein gemeinsames, weit verzweigtes Delta am Meer. Inseln, Nebenarme und ständig wechselnde Sandbänke erschweren dort jede dauerhafte Überwachung durch das Mittelreich oder die benachbarten Fürstentümer.
Klima
Feuchtwarme Südwinde vom Meer sorgen für ein milderes Klima als in vielen anderen Teilen des Mittelreichs. Die Sommer sind heiß, doch regelmäßige Niederschläge sichern selbst in den warmsten Monaten den Ertrag der Felder. Nach starken Regenfällen treten die Ströme über ihre Ufer und lagern fruchtbaren Schlamm ab. Im Süden vergrößern dieselben Hochwasser jedoch die Sümpfe und verändern mitunter den Verlauf kleinerer Flussarme.
Pflanzen- und Tierwelt
In den kultivierten Gebieten leben Rotwild, kleinere Pelztiere sowie zahlreiche Feld- und Waldvögel. Biber und Otter sind an beiden Strömen verbreitet; die Flüsse selbst sind reich an Fischen, Krebsen und Muscheln.
Gefährlicher sind die sumpfigen Wälder des Südens und das Land westlich des Argas. Dort kommen Schlangen, große Insekten, Krokodile, Echsenwesen, Sumpfspinnen, Sumpftrolle und sogar Hydren vor. Der breite Argas hält viele dieser Wesen von den dichter besiedelten Gebieten fern.
In manchen Jahren breiten sich Binsen und Schilf ungewöhnlich stark aus. Sie behindern die Schifffahrt und bieten zahllosen Insekten Brutplätze. Die daraus entstehenden Plagen bedrohen Vieh, Ernten und mitunter ganze Dörfer.
Herrschaft und Gesellschaft
Die zehn Lehen
Das Zweistromtal ist in zehn Lehen gegliedert. Deren Herren unterstehen unmittelbar dem Kaiser. Sie verstehen sich vornehmlich als Ritter und Grenzschützer und unterhalten weder die prunkvollen Residenzen noch die großen Hofstaaten, die bei vielen Adligen Cors üblich sind. Ihre Burgen sind in erster Linie Wehrbauten.
Steuern und Abgaben sind hoch. Ein erheblicher Teil wird für die Festungen am Argas, die südlichen Wachtürme sowie Sold und Ausrüstung ihrer Besatzungen verwendet. Dadurch genießen die Lehnsherren den Ruf strenger, aber pflichtbewusster Beschützer. Ob sämtliche Abgaben tatsächlich diesem Zweck dienen, lässt sich von Hof zu Hof allerdings nur schwer überprüfen.
An der Südgrenze versuchen die Lehnsherren, Waren- und Personenverkehr aus den Südlanden zu kontrollieren. Das unübersichtliche Delta macht eine lückenlose Bewachung unmöglich. Schmuggler, Räuber und kleinere Plünderer finden immer wieder Wege durch die Sümpfe.
Bevölkerung und Siedlungen
Das Zweistromtal besitzt viele Einwohner, doch die meisten leben in Dörfern, auf Einzelhöfen oder in kleinen Marktorten. Bauern stellen die größte Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Müller, Küfer, Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Fischer und weitere Handwerker, deren Arbeit unmittelbar mit Landwirtschaft und Flusshandel verbunden ist.
Die größte Stadt ist Diesheim an der Mündung des Isorn in den Gerras. Ihre Speicher, Kontore und Flößereien machen sie zum wichtigsten Umschlagplatz der Region. Wasserburg im Nordwesten ist für seine Wasserfestung und seine Musikanten bekannt. In den südlichen Weinbaugebieten liegen Harond und die Region Elebin.
Wirtschaft und Handel

Die fruchtbaren Böden bringen weit mehr Nahrung hervor, als die Bewohner des Tales selbst verbrauchen. Angebaut werden vor allem Korn, Gemüse, Obst und Wein. Große Flächen dienen zudem als Weiden für Rinder und Schafe. Überschüsse werden getrocknet, geräuchert, eingekocht oder anderweitig haltbar gemacht und in die übrigen Teile des Mittelreichs verkauft.
Ein Teil der Erzeugnisse gelangt in die Nord- und Südlande oder in die Fürstentümer. Im Gegenzug erhält das Tal Salz, Gewürze, exotische Früchte, Zuchttiere, Holz und Erz. Fisch, Flusskrebse und Muscheln ergänzen die Ernährung und werden bis in die Ebenen Cors gehandelt.
Das Zentrum dieses Handels ist Diesheim. Dort werden Waren auf Flöße verladen und stromauf- oder stromabwärts transportiert. Ochsen ziehen die schweren Flöße flussaufwärts bis in die Nähe des Tafelbergs, wo ein kurzer Überlandweg zu weiteren Handelszentren beginnt.
Nach Ernte und Steuereinzug bereisen sogenannte Einkäufer im Auftrag der Diesheimer Handelshäuser die Dörfer. Sie erwerben die Überschüsse der Bauern und bezahlen mit Geld, Werkzeugen oder Luxuswaren. Dieses System verschafft vielen Höfen einen bescheidenen Wohlstand, macht sie jedoch zugleich von den Preisen und Krediten der großen Händler abhängig.
Auf den nutzbaren Hügeln des südlichen Tales wächst besonders geschätzter Wein. Die Winzer Elebins und Haronds sind für aromatische Weine und Weinbrände bekannt; einige Familien haben durch diesen Handel beträchtlichen Reichtum erworben.
Magie im Zweistromtal
Im Zweistromtal gibt es weder eine eigene Magierakademie noch eine bedeutende einheimische Schule der Magie. Dennoch sind Magier in der Region keineswegs unbekannt. Die wohlhabenden Handelshäuser Diesheims, einige Lehnsherren und die reichsten Weingüter Elebins beschäftigen ausgebildete Magier als Berater und Fachleute. Viele von ihnen stammen aus Cor oder wurden an einer der Akademien von Kalesch ausgebildet.
Magische Dienste sind kostspielig und bleiben daher vor allem den Wohlhabenden vorbehalten. Haus- und Hofmagier untersuchen ungewöhnliche Krankheiten, Pflanzenplagen und verdächtige Waren, schützen Schatzkammern oder begleiten besonders wertvolle Transporte. Im Dienste eines Lehnsherrn können sie außerdem bei der Untersuchung übernatürlicher Vorfälle und bei der Jagd auf gefährliche Wesen eingesetzt werden.
Auf dem Land wirken nur wenige dauerhaft ansässige Magier. Manche ziehen von Dorf zu Dorf und werden von mehreren Gemeinden gemeinsam bezahlt. Ihre Hilfe wird vor allem bei unerklärlichen Missernten, erkranktem Vieh, magisch veränderten Pflanzen oder ungewöhnlichen Erscheinungen an den Flüssen gesucht. Gegen Hochwasser und andere Naturgewalten vermögen jedoch auch sie nur wenig auszurichten.
Neben der gelehrten Magie haben sich zahlreiche volkstümliche Bräuche erhalten. Schutzzeichen finden sich an Scheunen, Booten und Weinkellern; zur Aussaat, Weinlese und vor längeren Flussfahrten werden alte Segenssprüche gesprochen. Ob diese tatsächlich wirken oder lediglich überlieferter Aberglaube sind, lässt sich selten eindeutig feststellen.
Glaube und Kultur
Das Leben der meisten Bewohner folgt dem Rhythmus von Aussaat, Ernte, Viehzucht und Hochwasser. In Cor gilt diese ländliche Lebensweise häufig als rückständig. Spielleute, Gaukler und Akrobaten sind im Tal beliebter als höfische Dichtung oder große Theateraufführungen. Die Versetzung eines hochrangigen adeligen Offiziers ins Zweistromtal wird am kaiserlichen Hof daher mitunter als Zurücksetzung verstanden.
Dennoch besitzt die Region eigenständige kulturelle Traditionen. Besonders berühmt sind die Musikanten aus Wasserburg. Sie ziehen in kleinen Gruppen durch Ganthor und verbinden bekannte Volksweisen mit eigenen Stücken. Einer Legende zufolge geht ihre außergewöhnliche Begabung auf den Segen eines Priesters der Alinata zurück.
Die Bevölkerung ist überwiegend fromm. Als Göttin des fruchtbaren Landes genießt Chindanna besondere Verehrung. Daneben sind die Kulte Bantialas und Mernats verbreitet. Der ritterliche Adel verehrt vor allem Beorn; nahezu jede Burg besitzt wenigstens einen Schrein des Gottes von Kampf und Ehre.
Der Ignatus-Kult übt wie im übrigen Kaiserreich großen Einfluss aus, verfügt im Zweistromtal jedoch kaum über eigenen Landbesitz. Die alten Adelsgeschlechter halten ihre Lehen fest in der Hand. Die Macht des Kultes beruht daher vor allem auf seinem Einfluss auf Lehnsherren und Händler sowie auf Abgaben in Geld und Naturalien.
Militär und Grenzsicherung
Burgen und Wachtürme
Burgen am Argas sichern die westliche Reichsgrenze. Auf Inseln beider Ströme wurden außerdem sieben nummerierte Wachtürme errichtet. Ihre Besatzungen bestehen aus angeworbenen Landsknechten sowie eingezogenen Soldaten aus Cor und anderen Teilen des Reiches. Sie kontrollieren die Schifffahrt und sollen Übergriffe von Orks, Echsenmenschen und Räuberbanden verhindern.
Seit Jahrzehnten leiden die Türme stärker unter Hochwasser und Pflanzenwuchs als unter feindlichen Angriffen. Zwei Bauwerke sanken nach der Unterspülung ihrer Fundamente in den Morast; ein weiteres wurde von gewaltigen Kletterpflanzen gesprengt. Der I. Wachturm liegt in Reichweite der Ritter von Sigwart, der VII. Wachturm an den Felsklippen des Tafelbergs.
- I. Wachturm
- II. Wachturm – zur Hälfte versunken und von Sandbänken umgeben
- III. Wachturm – mit einem Teil seines Fundaments abgerutscht
- IV. bis VI. Wachturm
- VII. Wachturm – von baumstammdicken Kletterpflanzen überwachsen
Akademie der Kriegskunst zur See
Weit im Süden bildet die noch junge Akademie der Kriegskunst zur See Seeleute für die Bewachung des Zweistroms und für Fahrten bis zu den Waldinseln aus. Gegenüber der langen Seefahrtstradition der Südlande besitzt das Mittelreich jedoch einen kaum aufzuholenden Erfahrungsrückstand.
Bedeutende Orte
- Diesheim – größte Stadt und wichtigster Handelsplatz des Tales
- Wasserburg – Wasserfestung und Heimat berühmter Musikanten
- Harond – wohlhabender Weinbauort im Süden
- Die Wachtürme des Zweistroms – Befestigungen auf den Flussinseln
- Akademie der Kriegskunst zur See – Ausbildungsstätte für Fluss- und Seesoldaten
Gerüchte und Abenteuerideen
- Mehrere Felder bringen ungewöhnlich große Ernten hervor, während die benachbarten Äcker zunehmend verdorren.
- Ein Lehnsherr erhebt eine zusätzliche Abgabe, um einen Hofmagier zu beschäftigen. Unter seinen Untertanen wächst der Verdacht, dass der Magier ganz anderen Zwecken dient.
- Nach einem Hochwasser werden an einem veränderten Flussarm alte magische Zeichen sichtbar.