Zum Inhalt springen

Nordküste

Aus Meister der Magie Wiki
Version vom 9. September 2026, 19:59 Uhr von Maddin (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Tundra, geschützte Buchten und die fernen Frostzacken prägen die Nordküste.

Die Nordküste ist der am dichtesten besiedelte Teil der Nordlande oder Borrograds. Sie umfasst den Küstenstreifen am Nordmeer, in dem der Einfluss der vier großen Städte Boluk, Brokheim, Frajashafen und Stunhall sowie der mit ihnen verbundenen Dörfer spürbar ist. Im Landesinneren geht die offene Küstenlandschaft nach höchstens etwa fünfzig Meilen in bewaldete Hügel und die Ausläufer der Frostzacken über. Südlich von Stunhall setzt sich die Küste außerhalb Borrograds als Steilküste fort.

Das Nordmeer ernährt die meisten Bewohner und verbindet Siedlungen, die auf dem Landweg nur schwer zu erreichen sind. Zugleich bedrohen Stürme, treibendes Eis, Riffe und gefährliche Kreaturen die Küstenorte. Die Nordländer bauen ihre Dörfer deshalb bevorzugt an geschützten Buchten, Flussmündungen und natürlichen Häfen.

Landschaft und Klima

Flache, karge Tundren bestimmen weite Teile der Nordküste. Zum Meer hin wechseln felsige Ufer, Sandstrände, Buchten und Fjorde einander ab. Im Landesinneren liegen zahlreiche große Findlinge, die vor langer Zeit von den Gletschern der Frostzacken in die Ebene getragen wurden. Bäume sind in den offenen Küstengebieten selten. Neben dem rauen Klima hat dazu der große Bedarf an Bau- und Schiffsholz beigetragen.

Herbst und Winter sind lang und schneereich, Frühjahr und Sommer dagegen kurz und kühl. Kalte Winde vom Meer und plötzlich aufziehende Schneestürme können einzelne Orte tagelang von ihrer Umgebung abschneiden. Der karge Boden erlaubt nur den Anbau besonders widerstandsfähiger Pflanzen.

Eine weithin bekannte Ausnahme bildet das Geschenk der Lesecha. Für zwei oder drei Wochen im Sommer dreht der Wind und bringt warme Luft aus dem Osten. Dann erblüht die Tundra innerhalb kurzer Zeit zu einem farbigen Blumenmeer. Viele Pflanzen können nur während dieser wenigen Tage blühen und Früchte bilden. Wenn der Ostwind endet, folgt schon bald der Herbst.

Pflanzen- und Tierwelt

In der Tundra wachsen vor allem Gräser, niedrige Sträucher und dichte Hecken. Während des Geschenks der Lesecha breiten sich zwischen ihnen zahlreiche Blütenpflanzen aus. Geschlossene Wälder beginnen erst weiter im Landesinneren an den Hängen der Frostzacken.

Rentiere, wilde Tarnoks und Wollnashörner ziehen durch die Ebenen. An felsigen Stränden sammeln sich Robben und Seelöwen. Im kalten, tiefen Nordmeer leben große Schwärme von Barsch, Dorsch und Hering sowie mächtige Wale. Die Tiere bilden eine wichtige Lebensgrundlage, können aber auch zur Gefahr werden: Besonders große Landtiere, Raubtiere an den Herden und verletzte Wale sind nicht ungefährlich.

Besiedlung und Lebensgrundlagen

Außerhalb der vier Städte leben die meisten Menschen in kleinen, weitgehend selbstständigen Küstendörfern. Palisaden oder niedrige Steinwälle schützen die Siedlungen vor Raubtieren, Plünderern und den schlimmsten Winterstürmen. Die niedrigen, lang gestreckten Häuser bestehen aus Holz und Feldstein und besitzen steile Dächer. Häufig schließen Ställe unmittelbar an die Wohnräume an, damit die Wärme der Tiere im Winter genutzt werden kann.

Fischfang und Viehzucht sichern den größten Teil der Ernährung. Robben, Seelöwen und Wale liefern zusätzlich Fleisch, Fett, Leder und Knochen. Aus Walfett wird der wertvolle Tran gewonnen; Knochen dienen unter anderem zur Herstellung von Werkzeugen und Harpunen. Der Anbau von Getreide bleibt mühsam. Zu den wenigen verbreiteten Feldfrüchten gehört die widerstandsfähige Rübe Tarnk, die als Nahrung für Menschen und Vieh verwendet wird. Eine Ausnahme bildet das vulkanisch erwärmte und fruchtbarere Umland Stunhalls.

Boote sind für die Küstenbewohner ebenso wichtig wie Straßen in südlicheren Ländern. Mit ihnen erreichen sie Fischgründe, Nachbardörfer und die Märkte der großen Städte. Viele kleinere Orte besitzen deshalb zumindest einen einfachen Anleger oder ziehen ihre Boote an einem geschützten Strand an Land. Ausführlichere Informationen zu Handel, Schiffbau und der politischen Bedeutung der Städte finden sich im Artikel Nordlande.

Bedeutende Orte

Das Heiligtum der Lesecha liegt im Meer vor Boluk. Sein Ring aus schwarzem Basalt wird bei Flut überspült und ist der bedeutendste heilige Ort der Seeschlange Lesecha.

Der Walfriedhof soll sich in einer gewaltigen Höhle unter einem Gletscher befinden. Alten Erzählungen zufolge suchen verwundete und sterbende Wale diesen verborgenen Ort auf. Nur wenige Menschen wollen ihn je gesehen haben.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Nach dem letzten Geschenk der Lesecha blieben in einem breiten Streifen der Tundra sämtliche Blüten geschlossen. Die Bewohner eines nahen Dorfes fürchten, die Titanin habe ihnen ihre Gunst entzogen, und suchen nach jemandem, der den Grund dafür herausfindet.
  • Walfänger berichten von einem schwer verletzten Tier, das entgegen jeder bekannten Wanderroute auf einen abgelegenen Gletscher zuhält. Einige halten es für einen Wegweiser zum Walfriedhof, andere fürchten, dass es etwas aus der Tiefe an die Küste lockt.
  • In stürmischen Neumondnächten sollen zerstörte Schiffe auf dem Nordmeer erscheinen. Obwohl ihre Rümpfe kaum noch seetüchtig wirken, fahren sie gegen Wind und Wellen und greifen lebende Besatzungen an. Zuletzt wurde eines ungewöhnlich nahe an einer bewohnten Bucht gesichtet.