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Leeres Land: Unterschied zwischen den Versionen

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==Entstehung des Namens==
Östlich des Flusses Gerwol, der in der Nähe des [[Halblingreich]]es entspringt, beginnt das Leere Land. Eigentlich noch Gebiet des [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreiches]], erstreckt sich dieses Land südlich des [[:Kategorie:Elfenreich|Elfenreiches]] bis an den Halblingkrater. Das Land wird gegen Norden immer unwirtlicher, gleichzeitig drohen am Horizont im Norden der elfische Geisterwald und im Osten die verdorrten [[Drachenlande]]. Im Süden des Landes leben immer noch zahlreiche [[Hügelriesen]] und [[Oger]], auf deren Speiseplan nicht selten unglückliche Siedler landen. Der Kaiser ist aufgrund dieser ungünstigen Faktoren nicht an einer Erschließung des Gebietes interessiert und unterstützt die wenigen mutigen Siedler in keiner Weise. Somit ist dieses Gebiet in der Hauptsache Rückzugsgebiet für allerlei Gesindel – ob Räuber, Diebe oder gar [[Orks]] aus dem letzten Orkkrieg der Jahre 576-577, hier sind alle anzutreffen, die den wachsamen Augen der Staatsgewalt entgehen wollen. Viele Siedlungen im Leeren Land sind ausschließlich von Kriminellen, Ausgestoßenen und zwielichtigen Gestalten bevölkert.


==Landschaft und Klima==
[[Datei:Leeres_Land_Landschaft.png|mini|hochkant=1.8|Die kalten Steppen und bewaldeten Hügel des Leeren Landes unter einem aufziehenden Sturm]]
Das Leere Land ist kälter und rauer als die [[Cor|Mittellande]], die Böden sind trockener und weniger fruchtbar. Anstatt der großen Wälder erstrecken sich weite Steppen, die zahlreichen Hügelketten sind mit Nadelwäldern bedeckt. Die Vegetation der Steppen besteht aus Gräsern, Sträuchern und einzelnen Bäumen. Das Klima ist bei weitem nicht so rau wie in den [[:Kategorie:Borrograd|Nordlanden]], die Winter sind jedoch ungleich härter als im restlichen [[:Kategorie:Mittelreich|Kaiserreich]]. Im Frühjahr und Herbst sorgen Winde vom Meer und vom [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rücken]] für starke Stürme, die nicht selten in Form von Wirbelstürmen auftreten. Allein dieses Wetterphänomen hat schon unzählige Siedlungen zerstört, genau wie Überschwemmungen und Schneestürme.


==Demographie==
Das '''Leere Land''' ist ein weitläufiger, nur dem Anspruch nach zum [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreich]] gehörender Grenzraum zwischen dem [[Halblingreich]], dem [[Elfenreich]] und den [[Drachenlande]]n. Östlich des Gerwol beginnen kalte Steppen, bewaldete Hügelketten und sturmgefährdete Flusstäler. Der Kaiser erhebt Anspruch auf das Gebiet, verzichtet jedoch weitgehend auf Erschließung, Schutz und Verwaltung.
Das Leere Land beherbergt die größte [[Orks|Ork]]-Population östlich des [[Zweistromtal|Zweistroms]], was seine Ursache in einem strategischen Fehler der mittelländischen Heerführung hat: Vor einigen Jahrzehnten wurde ein Orkheer, das in [[Cor]] eingefallen war, erfolgreich zurückgedrängt. Statt den Orks nachzusetzen und sie zu vernichten, ließen die angeschlagenen kaiserlichen Truppen jedoch bald von der Verfolgung ab. Hätten die Kommandeure gewusst, dass die Orks den Zug nicht nur mit ihrem Heer, sondern mit ihren gesamten Sippen unternommen hatten, wäre die Verfolgung sicherlich gründlicher ausgefallen. Auf diese Weise jedoch ließen sich die Orks im Leeren Land nieder und gründeten eine Siedlung, die noch unter dem Namen [[#Uluk'a'torl|Uluk'a'torl]] bekannt ist. Die Orks wachen eifersüchtig über ihr Jagdterritorium, das sich über die Hügel und weiten Steppen ausbreitet, die die Stadt umgeben. In Zeiten des Mangels oder der Überbevölkerung spalten sich immer wieder einzelne Gruppen aus Uluk'a'torl ab und ziehen meist plündernd durch das Leere Land, bis sie aufgehalten werden. Bisher hat es noch keine dieser Gruppen geschafft, weit in die Mittellande vorzustoßen, allerdings wird gemunkelt, dass einzelne Gruppen neue Dörfer gegründet haben, die noch nicht von den Spähern des Kaisers entdeckt wurden.


Die größte Bevölkerungsgruppe besteht aus Menschen, in der Mehrheit [[Mittelländer]]n; gelegentlich trifft man auch [[Nordländer]] an, die im Allgemeinen Verstoßene sind. Der Großteil der hier ansässigen Mittelländer besteht aus einfachen Leuten: Die meisten können die hohen Steuern des [[:Kategorie:Mittelreich|Kaiserreichs]] nicht mehr bezahlen und ziehen es vor, unabhängig zu leben, anstatt ihr Dasein als Tagelöhner zu fristen. Andere wiederum suchen ihr Glück oder einen Neuanfang und wollen dem Bauerndasein entrinnen.
Der Name täuscht: Das Land ist dünn besiedelt, aber keineswegs leer. Menschen, [[:Kategorie:Mischvölker|Mischvölker]], [[Orks]] und andere Bewohner haben hier Städte, Dörfer, Bergwerke und Jagdgebiete geschaffen. Viele suchen Freiheit, einen Neuanfang oder Schutz vor Verfolgung; andere entziehen sich bewusst dem Gesetz. Zwischen ihnen liegen weite Räume, in denen weder eine zentrale Herrschaft noch verlässliche Straßen bestehen.


[[:Kategorie:Mischvölker|Mischvölker]] sind im Leeren Land sehr zahlreich, was vor allem den Grund hat, dass sie in dieser Region keine Benachteiligung oder gar Verfolgung zu fürchten haben. In einem Land, in dem es alleine auf die Fähigkeit zu überleben ankommt, ist die Kraft eines [[Halboger]]s oder das Geschick eines [[Halbgoblins]] von unschätzbarem Wert und wird dementsprechend respektiert.
== Lage und Grenzen ==


Unabhängig von Volk und Kultur sind viele Bewohner des Landes vor dem Gesetz oder der Rache eines Kultes geflüchtet und im rechtsfreien Leeren Land untergetaucht.
Das Leere Land beginnt östlich des Gerwol, der nahe dem Halblingreich entspringt. Es erstreckt sich südlich des Elfenreichs bis an die Ausläufer des Halblingkraters. Im Norden liegt der elfische Geisterwald, im Osten zeichnen sich die verdorrten Drachenlande ab.


==Ballungsräume==
Das Gebiet wird den Mittellanden zugerechnet, doch diese Einordnung besitzt vor Ort kaum Bedeutung. Es gibt keine flächendeckende kaiserliche Verwaltung, keine Lehensordnung und kein einheitliches Recht. Die wenigen dauerhaften Städte üben nur in ihrem unmittelbaren Umfeld Macht aus.
Es gibt nur wenige Siedlungen im Leeren Land, die über längere Zeit Bestand hatten. Ebenso schnell wie neue Siedlungen gegründet werden, verschwinden diese meist auch wieder von der Landkarte. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Ob plündernde [[Orks]] oder Räuber, Missernten, wilde Tiere oder Monster – die Gefahren des Leeren Landes sind vielfältig und machen das Siedeln zur tödlichen Gefahr. Dennoch werden Jahr für Jahr neue Siedlungen gegründet, was an der großen Zahl von Siedlern liegt, die ihr Glück im Leeren Land versuchen oder einfach gezwungen sind, ihre sicheren Dörfer in den [[Cor|Mittellanden]] zu verlassen.


Im Leeren Land gibt es fünf Siedlungen, die schon seit einigen Jahrhunderten existieren. Dies sind die einzigen Siedlungen, die älter als zehn Jahre sind und deren Lage auf Karten verzeichnet ist. Heute sind die fünf Städte Zentren der politischen Macht, obwohl kein mittelländischer Adeliger sie so nennen würde. Trotz allem haben es die Städte geschafft, halbwegs funktionierende Systeme aufzubauen, und sie konkurrieren bisweilen um Macht und Einfluss. Dies spiegelt sich vor allem in den Protektoraten der Städte wieder: Pro Jahr schaffen es ungefähr ein bis zwei der neu gegründeten Siedlungen, den ersten Winter zu überstehen. Im darauf folgenden Frühjahr bieten die angrenzenden Städte ihren Schutz gegen Tribut in Form von Waren und Nahrung an. Häufig versuchen Repräsentanten der Städte sich gegenseitig auszubooten, wobei in der Regel alle Mittel erlaubt sind und auch angewendet werden. Der rechtsfreie Raum des Leeren Landes kennt keine diplomatischen Regeln oder Gesetze, was sich in den rauen Sitten des Landes perfekt wiederspiegelt.
== Landschaft und Klima ==


===Die Stadt Borlov===
Das Leere Land ist kälter, trockener und weniger fruchtbar als die südlicheren Mittellande. Weite Grassteppen werden von niedrigen Sträuchern und einzelnen, vom Wind geformten Bäumen durchzogen. Auf den zahlreichen Hügelketten wachsen vor allem Nadelwälder.
Borlov ist eine der ältesten Siedlungen des Leeren Landes und gleichzeitig die größte. In den [[Cor|Mittellanden]] ist die Stadt als "Höllenschlund" oder die "Stadt des Lasters" verschrieen, wobei sich viele Legenden um die Stadt ranken. Dies hat vor allem den Grund, dass Borlov keine festgeschriebene Gesetzgebung hat – die Stadt befindet sich sozusagen in einem Zustand ständiger Anarchie. Als "Fels in der Brandung" dient der so genannte Stadtfürst, der zusammen mit einigen Beratern über die wichtigsten Streitfälle der Stadt entscheidet. Als Grundlage verwendet er jedoch keine Präzedenzfälle oder Gesetzestexte, sondern er entscheidet nach eigenem Ermessen. Der Stadtfürst ist in der Regel der Anführer einer der vier großen Clans der Stadt: Die Clans werden die "Drachen", die "Schlangen", die "Äxte" und die "Schwerter" genannt und blicken auf eine Jahrhunderte alte Tradition und Feindschaft zurück: Ursprünglich waren die Clans kriminelle Banden, die mit der Zeit die Übermacht gewannen und die Kontrolle übernahmen. So kam es, dass Gesetze aufgrund der omnipräsenten Banden ihre Wirkung verloren und langsam das Recht des Stärkeren in der Stadt einzog. Heute kontrollieren die Clans sämtliche Bürger und Stadtteile; durch die ständigen Kämpfe und Streitigkeiten wechseln die Territorien des Öfteren ihre Herren. Da ein solcher Herrschaftswechsel für die Bevölkerung keine Auswirkungen hat, wird das ständige Hin und Her von der Bevölkerung relativ gleichmütig aufgenommen. Die einzige Auswirkung, nämlich die Tributpflicht oder Kopfsteuer (in diesem Fall ist dies wörtlich zu nehmen, denn wer die Steuer nicht zahlt, verliert selbigen), bleibt in jedem Fall gleich.


Der derzeitige Stadtfürst Jerlek Venos ist der Anführer der "Drachen" und dafür bekannt, seinen Vorgänger nicht diskret durch ein Attentat abgelöst zu haben, sondern durch einen handfesten Bandenkrieg, der die Clans sehr geschwächt hat. Venos hat sich als harter Herrscher erwiesen, der drakonische Strafen verhängt und bedingungslose Loyalität verlangt. Durch seinen Führungsstil konnte sich die Stadt vom großen Bandenkrieg wieder erholen und etwas außenpolitische Macht erlangen, indem Venos eine kleine, aber schlagkräftige Truppe aus altgedienten "Drachen"-Kämpfern und Söldnern in Dienst stellte. Zurzeit ist Jerlek Venos dabei, sein Machtfundament weiter auszubauen, was von den übrigen Clans mit wachsendem Unwillen beobachtet wird.
Die Winter sind härter als im übrigen Mittelreich, erreichen aber nicht die Strenge der [[:Kategorie:Nordlande|Nordlande]]. Im Frühjahr und Herbst treffen Winde vom Meer und vom Großen Rücken aufeinander. Schwere Stürme und Wirbelwinde können Dächer abdecken, Palisaden einreißen und ganze junge Siedlungen vernichten. Überschwemmungen und Schneestürme bilden weitere wiederkehrende Gefahren.


Das Stadtbild von Borlov wird von niedrigen Häusern aus Holz geprägt: Hier leben Handwerker, Händler und Tagelöhner. In den äußeren Bezirken leben vor allem Bauern, die die Felder außerhalb von Borlov bewirtschaften. Der Boden um die Stadt ist ertragreich und wird vom Fluss Brawe bewässert, der sich vom [[Das Halblingreich|Halblingkrater]] aus durch das Leere Land windet und ins Nordmeer fließt.  
Im Süden leben [[Hügelriesen]] und [[Oger]]. Wilde Tiere, Monster und die großen Entfernungen zwischen sicheren Orten erschweren Reisen und Besiedlung zusätzlich.


Um die Stadt führt ein drei Schritt hoher Holzwall, der mit zwei Toren und Wachtürmen versehen ist. Der Wachdienst wird von den "Wächtern" übernommen, die keinem Clan angehören und sich zur Neutralität verpflichtet haben. Das Amt der Wächter wurde in Übereinstimmung aller Clans einberufen, als zum Wachdienst einberufene Clanmitglieder sich gegenseitig umgebracht hatten und infolgedessen ein Rudel [[Werwölfe]] die Stadt überfiel und schrecklich dort wütete.
== Bevölkerung und Lebensweise ==


===Die Stadt Lex===
=== Siedler und Ausgestoßene ===
Die Stadt Lex war lange Zeit der Stadt Borlov nicht unähnlich: Gesetze waren wirkungslos oder nicht existent, und die Herrschaft von Tyrannen wechselte oft. Zu dieser Zeit trug die Stadt den Namen Fortol. Eines Tages kam ein [[Jedek]]-Priester namens Amis Donnerfaust nach Fortol und wollte dort einen Tempel gründen. Dies gelang ihm auch, allerdings erst, nachdem er sich vieler Angriffe dunkler Gestalten erwehrt und den Tyrannen Orbos im Zweikampf besiegt hatte. Amis gewann schnell zahlreiche Anhänger, da er, wo er auch auftauchte, mit seiner Weisheit, aber auch mit seiner Kampfeskraft Gerechtigkeit durchsetzen konnte. So war ihm die Unterstützung des Volkes gewiss, das die Zeit der Unterdrückung und Anarchie leid war. Die treuesten seiner Anhänger bildete Amis Donnerfaust zu Templern aus und errichtete mit ihnen den Jedek-Tempel, der heute noch das Zentrum der Stadt prägt. Noch im selben Jahr war der Einfluss des Tempels so groß geworden, dass Amis Donnerfaust sich zum Verwalter der Stadt von Jedeks Gnaden ausrufen lassen konnte. In seiner Amtszeit führt er eine an die Leeren Lande angepasste Gesetzessammlung ein, die heute "Lex Donnerfaust" genannt wird. Der Name der Stadt wurde am ersten Jahrestag der Herrschaft Donnerfausts geändert. Durch die wirkungsvollen Gesetze und die organisierten Gesetzeshüter hielt nach und nach Ordnung Einzug in der Stadt. Donnerfaust regierte bis zu seinem Tod 40 Jahre später mit harter und gerechter Hand. Seit diesem Tag vor ca. 200 Jahren regiert der Orden des Jedek über die Stadt. Die ursprünglich von Donnerfaust eingeführten Gesetze sind fast unverändert gültig. Die Bevölkerung ist zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen, es existieren sogar Handelsbeziehungen zu einigen Siedlungen im Leeren Land.


Eine weitere herausragende Eigenschaft der Stadt Lex ist ihre außergewöhnliche Befestigung: Da die Stadt aufgrund ihres Wohlstands viele Neider hat, kam es mit großer Regelmäßigkeit zu Überfällen von feindlichen Gruppen, jedoch auch von Ungeheuern und gefährlichen Tieren. Oft reichten die einfachen Holzpalisaden nicht aus, und die Stadt musste große Verluste hinnehmen. Aufgrund dessen wurde die Stadt schwer befestigt, so dass Lex heute die einzige Stadt des Leeren Landes mit einer steinernen Stadtmauer ist.
Die größte Bevölkerungsgruppe bilden Menschen, überwiegend Mittelländer. Viele verließen das Kaiserreich, weil sie Steuern und Abgaben nicht mehr tragen konnten, der Abhängigkeit als Tagelöhner entkommen wollten oder einen Neuanfang suchten. Hinzu kommen einzelne Nordländer und Menschen, die vor dem Gesetz, persönlicher Rache oder der Verfolgung durch einen Kult geflohen sind.


Viele Neuankömmlinge im Leeren Land meiden die Stadt Lex, da sie nur allzu oft den Zwängen des Staates oder Gesetzes entfliehen wollen. Sich in einer Stadt mit strengen Gesetzen und einer organisierten Staatsgewalt niederzulassen, erscheint den meisten als abwegig und wenig attraktiv.
Im Mittelreich gilt das Leere Land daher oft pauschal als Zuflucht von Räubern und Verbrechern. Tatsächlich leben hier ebenso Bauern, Hirten, Handwerker, Händler und Jäger, die außerhalb der kaiserlichen Ordnung ein selbstbestimmtes Leben suchen. Herkunft und Vergangenheit zählen vielerorts weniger als die Fähigkeit, zum Überleben einer Gemeinschaft beizutragen.


===Die Stadt Broga===
=== Mischvölker ===
Broga ist die kleinste der dauerhaften Siedlungen des Leeren Landes, aber gleichzeitig eine der umtriebigsten. Die Stadt liegt im Nordosten des Leeren Landes und erscheint bis heute nicht auf offiziellen Karten des [[:Kategorie:Mittelreich|Kaiserreichs]]. Einige ertragreiche Erzadern und Kohleflöze verlaufen durch die Hügel des Umlandes und unter der Stadt. Infolge dessen ist das Stadtbild geprägt von den hölzernen Fördertürmen der Minenschächte und den Schornsteinen der Gießereien und Schmieden. Die meisten Häuser sind sehr stabil aus Holz und Stein gebaut, zum Schutz der Stadt existieren jedoch nur Palisaden aus Holz. Die Wälder in der unmittelbaren Umgebung von Broga sind im Laufe der Jahrhunderte fast komplett abgeholzt worden, die Hügel um die Stadt sind heute kahl und öde. Das Holz wurde hauptsächlich für das Abstützen der Minenschächte verwendet, was die Größe des Tunnelnetzes unterhalb der Stadt erahnen lässt. Es wird behauptet, dass ein Tunnel mehrere Meilen nach Westen führt, dessen genaue Position jedoch nur dem Handelsrat bekannt ist.


Die Erzhändler von Broga gehören zu den reichsten Personen des Leeren Landes, da sie das in anderen Siedlungen begehrte und lebensnotwendige Erz sowie Waffen und Werkzeuge verkaufen. Trotz eigener Minen besteht dort somit eine gewisse Abhängigkeit von Broga, da das eigene Erz alleine oft nicht ausreicht.
[[Datei:Leeres_Land_Grenzsiedlung.png|mini|links|400px|In den Grenzsiedlungen hängt das Überleben stärker von Können und Verlässlichkeit als von der Herkunft ab]]


Aufgrund der ertragreichen Erzadern haben sich zahlreiche [[Halblinge aus Olbar]] in der Stadt angesiedelt und erschöpfte Stollen in Behausungen umgewandelt. Heute sind die Halblinge fast alleine verantwortlich für das Betreiben der Minen und Stollen, einige Familien haben es zu schier unglaublichem Reichtum gebracht. Gut ein Fünftel der Bevölkerung Brogas sind mittlerweile Halblinge, die fast alle unterirdisch leben. Aus diesem Grund wirkt die Stadt Broga von der Fläche her besonders klein, was viele Feinde bereits unterschätzt haben.
[[:Kategorie:Mischvölker|Mischvölker]] sind im Leeren Land zahlreicher als in vielen anderen Regionen. [[Halboger]], [[Halbgoblins]] und andere Menschen gemischter Abstammung erfahren hier häufig weniger Benachteiligung. Körperkraft, handwerkliches Geschick, Ortskenntnis und Jagderfahrung besitzen in kleinen Siedlungen unmittelbaren Wert.
Die drei reichsten und mächtigsten Familien, die Spatenstichs, Bergmanns und Schwarzhands, sind allesamt Halblingsfamilien und stellen seit langem die drei Vorsitzenden des Handelsrates, der die Geschäfte der Stadt lenkt und in wichtigen Fällen Recht spricht. Die übrigen Mitglieder werden von den Vorsitzenden für drei Jahre ernannt und können allen gesellschaftlichen Schichten entspringen. Diese Regierungsform hat zu einer jahrhundertealten Tradition der Korruption geführt und die Position der drei Vorsitzenden umso mehr gestärkt.


Es ist wenig verwunderlich, dass die drei vorsitzenden Familien untereinander verfeindet sind und ständig versuchen, sich mit allen Mitteln zu schaden. Dies geschieht oft durch Intrigen, in die einzelne Familienmitglieder verstrickt werden, Erpressung, oder offene Angriffe auf Handelskarawanen. Zur Durchführung der Angriffe sowie zur Verteidigung der Karawanen haben die Vorsitzenden eigene kleine Armeen geschaffen, die sie auf eigene Kosten trainieren oder anheuern und mit Waffen aus eigener Produktion ausrüsten. Broga ist die einzige Stadt des Leeren Landes, die sogar berittene Einheiten – ähnlich den Rittern der Mittellande, doch ohne vergleichbaren Kodex – besitzt.
Das bedeutet nicht, dass Vorurteile verschwunden wären. Sie treten jedoch oft hinter praktische Abhängigkeiten zurück: Wer eine Palisade ausbessert, Nahrung findet oder einen Wagen durch den Winter bringt, wird gebraucht.


Aufgrund seines Reichtums hat Broga viele Feinde, und einige andere Städte sähen die Erzproduktion gerne in ihren Händen. Die Zerstrittenheit der Anführer schien vielen Angreifern schon immer eine Schwäche, die es auszunutzen galt. In Zeiten des Krieges legten die Familien jedoch sofort ihre Streitigkeiten bei und schafften es bislang immer, auf diese Weise jegliche Angreifer abzuwehren.
=== Die Orks von Uluk'a'torl ===


===Die Stadt Nokrossos===
Das Leere Land beherbergt die größte orkische Bevölkerung östlich des [[Zweistrom]]s. Ihre Vorfahren gehörten zu jenem Orkheer, das während des Orkkrieges der Jahre 576–577 in [[Cor]] einfiel und nach seiner Niederlage nach Norden auswich. Da der Heerzug von ganzen Sippen begleitet worden war, ließen sich nicht nur Krieger, sondern auch Familien im Leeren Land nieder.
Das Stadtbild von Nokrossos wird von drei Türmen beherrscht, errichtet aus schwarzem Basaltgestein. Die Türme bilden zusammen mit Festungswerk die dunkle Zitadelle, die früher als Fluchtburg und Ratssitz verwendet wurde. Heute werden die Türme von einem [[Todesmagie]]r bewohnt, der vor einigen hundert Jahren in die Stadt kam, die Anführer besiegte und sich zum neuen Herren erklärte. Die Bewohner der Stadt sind seine Leibeigenen und zu geringen Abgaben verpflichtet, und nach ihrem Tod müssen sie ihren Körper dem Magier zur Verfügung stellen, sofern er dies wünscht. Seine Anweisungen an seine Untertanen lässt der "Namenlose Nekromant", wie er genannt wird, durch seinen Diener überbringen: Dieser ist ein [[Ritter des Todes]], der auf einem [[Nachtmahr]] reitet. Er wird von den Leuten "der Seneschall" genannt und ist aufgrund seiner Grausamkeit in der ganzen Stadt gefürchtet. Wird ein Auftrag des Magiers nicht sofort und genauestens ausgeführt, so schlägt der Seneschall den Bestraften mit seiner Klinge, worauf der Betroffene meist drastisch altert. Viele Familien haben auf diese Weise schon ihre Existenzgrundlage verloren, da der Vater plötzlich zu alt und zu schwach zum Arbeiten war. Der Magier selbst lässt sich nur äußerst selten in der Stadt sehen. Niemand hat je sein Gesicht gesehen, es kursieren jedoch die verschiedensten Gerüchte: Die einen wollen wissen, dass er in Wahrheit ein Todesgeist ist, andere meinen, er sei ein [[Vampir]]. Fest steht nur, dass der Magier stets in eine weite schwarze Kutte mit überhängender Kapuze gehüllt ist, die Hinweise auf seinen Körperbau oder sein Gesicht verschleiert.


Für die Menschen bleibt Nokrossos jedoch ein vergleichsweise guter Ort zum Leben, da sie – solange sie nicht gegen die Herrschaft des Nekromanten aufbegehren – weitestgehend in Ruhe gelassen werden: Frondienste sind unbekannt, und die Abgaben sind im Vergleich zum [[:Kategorie:Mittelreich|Kaiserreich]] sehr gering. Die einzige Verpflichtung, die manchen Bürgern unangenehm ist, ist die Verehrung des Gottes [[Xzar]]. Der Magier begünstigt den [[Kult des Xzar]], andere Religionen sind in der Stadt verboten. Verbrecher, auffällige Fremde und Bürger, die sich gegen die Herrschaft des Magiers auflehnen, werden in regelmäßig durchgeführten Messen dem dunklen Gott geopfert, gewöhnliche Bürger der Stadt werden jedoch verschont. Der Tempel des Xzar in Nokrossos ist somit der einzige öffentliche Tempel dieses Gottes in den Mittellanden, der zudem zahlreiche Priester und Templer beherbergt.
Drei Stämme gründeten in einer gut zu verteidigenden Felsschlucht [[Uluk'a'torl]]. Von dort aus nutzen die Orks weite Teile der umgebenden Steppe als Jagdgebiet. Hungersnöte führen wiederholt zu Plünderzügen; zugleich dient die Stadt verstreuten Stämmen im Winter als Schutzort.


Die Macht des Namenlosen Nekromanten ist so groß, dass er eine ganze Armee von Untoten erschaffen und kontrollieren kann. Regelmäßig bedient er sich der Untoten, um Arbeiten in der Stadt durchführen zu lassen. Aus diesem Grund sind die Bürger der Stadt verpflichtet, ihren Körper auf dem zentralen Friedhof des Magiers bestatten oder aber einbalsamieren zu lassen. Auch das Militär der Stadt besteht vornehmlich aus Untoten, die die Wachdienste und im Notfall die Verteidigung der Stadt übernehmen. Nur wenn es zu einer größeren Schlacht oder einer Belagerung kommt, sind die Lebenden dazu verpflichtet, zu den Waffen zu greifen. Nichtsdestotrotz unterhält der Magier eine kleine Söldnertruppe, die Aufgaben übernimmt, für die Untote weniger geeignet sind. Die Gruppe nennt sich selbst die "Dornenfaust" und besteht ausschließlich aus erfahrenen Kämpfern und einigen Knappen. Die Söldner tragen geschwärzte [[Plattenrüstung]]en und [[Kettenzeug]], ihre Waffen variieren nach persönlichen Vorlieben. Aufgrund ihrer bedingungslosen Loyalität zum Namenlosen sowie ihrer Grausamkeit sind sie bei der Bevölkerung weit mehr gefürchtet als die zahlreichen Untoten, die zwar einen schrecklichen Anblick bieten, ohne weitere Befehle jedoch nur ihren Arbeiten nachgehen.
== Herrschaft, Recht und Schutz ==


Anhängern der dunklen [[Todesmagie]] ist die Stadt Nokrossos als Ort der Ausbildung und Forschung bekannt. Jedes Jahr nimmt der Namenlose Nekromant neun Magier als seine Lehrlinge  auf und lehrt sie die dunklen Geheimnisse des Todes anzuwenden und weiter zu erforschen. Viele der Todesmagier sind in Nokrossos oder in der Nähe der Stadt geblieben, um das Wissen der Zitadelle nutzen zu können. Im Gegenzug führen sie Aufträge für den Nekromanten aus, der stets versucht, seinen Einfluss zu erweitern.
Eine gemeinsame Herrschaft des Leeren Landes existiert nicht. Jede dauerhafte Stadt besitzt ihre eigene Ordnung, und viele Dörfer regeln Streitfälle durch Versammlungen, lokale Anführer oder die Macht eines Schutzgebers. Außerhalb der Siedlungen entscheidet häufig allein, wer einen Anspruch tatsächlich durchsetzen kann.


Die Bewohner der übrigen Städte meiden Nokrossos, meist aus Angst, was zur Verbreitung vieler Gerüchte geführt hat: Die meisten Einwohner des Leeren Landes glauben, dass Nokrossos nur von Untoten bewohnt wird, die sich auf jeden Lebenden stürzen und ihm das Fleisch von den Knochen reißen. Die Liste der Grausamkeiten, die die Lebenden dort erwarten sollen, ist länger als das kaiserliche Melderegister. Aus diesem Grund finden nur äußerst wenige neue Siedler und noch weniger Händler ihren Weg in die Stadt, was Nokrossos mehr oder weniger zur Autarkie zwingt. Wer Reichtum und Macht zu erlangen sucht, ist in dieser Stadt definitiv fehl am Platze.
Fünf Städte bestehen seit mehreren Jahrhunderten: [[Borlov]], [[Lex]], [[Broga]], [[Nokrossos]] und Uluk'a'torl. Sie sind die wichtigsten politischen Zentren der Region und konkurrieren um Wege, Rohstoffe, Handel und Einfluss.


===Uluk'a'torl===
Viele neue Dörfer überstehen den ersten Winter nicht. Gelingt es ihnen, bieten nahe Städte im folgenden Frühjahr Schutz gegen Tribut in Waren oder Nahrung an. So entstehen lose Protektorate, deren Grenzen weder dauerhaft noch allgemein anerkannt sind. Vertreter mehrerer Städte werben nicht selten gleichzeitig um dasselbe Dorf oder versuchen, den Einfluss ihrer Konkurrenten mit Drohungen, Bestechung und Gewalt zurückzudrängen.
Obwohl diese Stadt auf keiner offiziellen kaiserlichen Landkarte auftaucht, ist ihre Existenz vielen im Leeren Land sehr wohl bekannt. Uluk'a'torl, die Stadt der [[Orks]], ist die einzige größere orkische Siedlung östlich des [[Zweistromtal|Zweistroms]]. Entstanden ist die Stadt nach dem letzten Orkkrieg: Teile des vertriebenen Orkheers flohen nach Norden und begannen nomadisch durch die spärlich besiedelten Leeren Lande zu streifen. Bald teilten sich die Orks in Gruppen auf, nachdem die Masse der Orks vom [[:Kategorie:Sichelgebirge|Sichelgebirge]] gegen die stärkeren, jedoch zahlenmäßig unterlegenen Schwarzorks rebelliert hatte. Da ein orkischer Feldzug stets mit Frauen, Kindern und Alten im Gefolge durchgeführt wird, bildeten sich schnell Stammesstrukturen. Die meisten Stämme streiften als Nomaden durchs Land, wurden jedoch oft von den Bewohnern des Leeren Landes angegriffen. Viele Orks starben, bis drei Stämme, die in einer Felsenschlucht eingekesselt worden waren, erfolgreich gegen ihre Widersacher ankämpften, indem sie die Verteidigungsvorteile der Schlucht ausnutzten. Die Häuptlinge der Stämme beschlossen daraufhin, in der Schlucht eine Siedlung zu gründen, die allen Orkstämmen zum Schutz dienen sollte: Uluk'a'torl, was soviel bedeutet wie "schützende Steine", war geboren. Auch nach einigen hundert Jahren ist Uluk'a'torl keine beständige Siedlung, sondern wird beherrscht vom Kommen und Gehen der Stämme. Einzig im Winter suchen viele Orks Zuflucht in der Stadt.


Die Siedlung liegt geschützt in einem Canyon, dessen steil aufragende Wände in einem karstigen Hochplateau enden. Der Eingang zur Schlucht wird von einer Palisade versperrt, hinter der eine festungsartige Ansammlung von Blockhäusern, Türmen und Mauern liegt. Erst nachdem man es durch dieses Labyrinth von Bollwerken geschafft hat, gelangt man in die eigentliche Siedlung, die aus einer einzigen breiten Straße besteht, die sich durch die Schlucht zieht. In der Schlucht entspringt ein kleiner Fluss, der sich neben der Straße entlang windet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, der von den Orks Narat'ftal ("Klarwasser") genannt wird, sind krude Gebäude aus Holz und Steinen errichtet worden, die den Orks als Wohnungen und Werkstätten dienen. Am Ende der Schlucht, direkt neben der Quelle des Narat'ftal, steht die große Versammlungshalle der Orks, in der die Häuptlinge im Winter zusammenleben und sich auch im Sommer einmal zur Beratschlagung treffen.
== Wirtschaft und Versorgung ==


Uluk'a'torl wird permanent von ca. 200 Orks, meist Kriegern und Handwerkern, bewohnt. Die jagenden Stämme versorgen die Bewohner mit Nahrung, die sie bei den Handwerkern gegen Ausrüstung eintauschen. Die Krieger sind Anführer in Zeiten des Krieges und genießen hohes Ansehen innerhalb der Stadt. Da die Jäger nicht immer für genügend Nahrung sorgen können, kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Hungersnöten. In diesen Zeiten verlassen die Krieger die Stadt, um zusammen mit den Jägern der Stämme plündernd durch das Leere Land zu ziehen. Die Orks greifen oft kleinere Siedlungen an und nehmen sich, was sie brauchen: Nahrung und vor allem Metall, über welches sie nur in geringen Mengen verfügen. Stehen die Orks vor einer Übermacht, so fliehen sie, bis die Verfolger ihre Spur verloren haben. Sollten die Orks ihre Verfolger wider Erwarten nicht abschütteln können, kehren sie in Gewaltmärschen nach Uluk'a'torl zurück, wo sie in der Überzahl zurückschlagen können.
Die Wirtschaft des Leeren Landes ist regional und stark von der jeweiligen Landschaft abhängig. In geschützten Flusstälern werden Getreide und Gemüse angebaut; auf den Steppen dominieren Viehhaltung, Jagd und das Sammeln haltbarer Vorräte. Holz stammt aus den Nadelwäldern der Hügel, doch unkontrollierter Einschlag hat manche Umgebung bereits entwaldet.


Kein [[:Kategorie:Menschen|Mensch]], [[:Kategorie:Elfen|Elf]], [[:Kategorie:Zwerge|Zwerg]] oder [[:Kategorie:Halblinge|Halbling]] hat je das Innere der Orkstadt gesehen. Einige wenige [[Halborks]], [[Halbgoblins]] oder [[Halboger]], die das Land als Jäger durchstreifen, haben jedoch von der Orkstadt berichtet, in der sie in der Not aufgenommen wurden. Sollte die Stadt jemals von Kundschaftern des kaiserlichen Heeres entdeckt werden, so ist es sicher, dass der Kaiser sofort den Befehl zur Vernichtung der Stadt geben würde.
Broga liefert Erz, Kohle, Werkzeuge und Waffen an viele Siedlungen. Diese Güter sind lebenswichtig, wodurch selbst politisch feindliche Städte vom Handel mit Broga abhängig bleiben. Kaufleute und Karawanen müssen für Schutz sorgen, da befestigte Straßen und kaiserliche Patrouillen fehlen.
 
Zwischen den Städten werden Getreide, Vieh, Holz, Metall, Salz, Leder und handwerkliche Erzeugnisse gehandelt. Münzen sind gebräuchlich, doch in abgelegenen Orten besitzt der unmittelbare Tauschwert von Werkzeugen, Vorräten und Tieren oft größere Bedeutung.
 
== Magie und Religion ==
 
Im Leeren Land gibt es keine einheitliche religiöse oder magische Ordnung. Reisende Priester, Dorfkundige und einzelne Magier wirken dort, wo eine Gemeinschaft sie aufnehmen oder bezahlen kann. In jungen Siedlungen vermischen sich Schutzzeichen, überlieferte Bräuche und tatsächlich wirksame Magie.
 
Lex wird seit etwa 200 Jahren vom [[Kult des Jedek]] beherrscht. Die Stadt verdankt ihre Ordnung dem Priester Amis Donnerfaust und der von ihm geschaffenen Gesetzessammlung „Lex Donnerfaust“.
 
Nokrossos steht unter der Herrschaft des Namenlosen Nekromanten. Der [[Kult des Xzar]] ist dort die einzige zugelassene Religion, und die dunkle Zitadelle gilt Todesmagiern als Ort der Ausbildung und Forschung. Jedes Jahr nimmt der Nekromant neun Lehrlinge auf.
 
Außerhalb der Städte kann ein einzelner Magier eine ganze Siedlung schützen, beherrschen oder von sich abhängig machen. Umgekehrt fehlen meist jene Institutionen, die gefährliche Zauberer kontrollieren oder magische Vorfälle untersuchen könnten.
 
== Die fünf alten Städte ==
 
=== Borlov ===
 
[[Borlov]] ist die älteste und größte Stadt des Leeren Landes. Im Mittelreich wird sie als „Höllenschlund“ und „Stadt des Lasters“ bezeichnet. Geschriebene Gesetze gibt es nicht; wichtige Streitfälle entscheidet der Stadtfürst nach eigenem Ermessen.
 
Die Macht liegt bei vier aus alten Banden hervorgegangenen Clans: den Drachen, Schlangen, Äxten und Schwertern. Ihre Einflussgebiete wechseln häufig, während die Bevölkerung unabhängig vom Sieger Tribute entrichten muss. Der gegenwärtige Stadtfürst Jerlek Venos führt die Drachen und stützt sich auf erfahrene Kämpfer und Söldner.
 
Niedrige Holzhäuser bestimmen das Stadtbild. Außerhalb der Palisade liegen Felder am Fluss Brawe. Den Wachdienst versehen neutrale „Wächter“, die keinem Clan angehören. Dieses Amt entstand, nachdem verfeindete Clanwachen einander bekämpften und währenddessen Werwölfe in die Stadt eindrangen.
 
=== Lex ===
 
[[Lex]] hieß früher Fortol und war von wechselnden Tyrannen geprägt. Der Jedek-Priester Amis Donnerfaust besiegte den Herrscher Orbos, gewann zahlreiche Anhänger und errichtete einen Tempel. Seine Templer setzten die neue Gesetzessammlung „Lex Donnerfaust“ durch.
 
Seit Donnerfausts Tod regiert der Orden des Jedek die Stadt. Strenge, verlässliche Regeln und eine steinerne Stadtmauer machten Lex zu einem vergleichsweise sicheren und wohlhabenden Ort. Viele Neuankömmlinge meiden die Stadt dennoch, weil sie gerade staatlichen Zwängen entkommen wollen.
 
=== Broga ===
 
[[Broga]] ist die kleinste, aber wirtschaftlich eine der bedeutendsten alten Städte. Erzadern und Kohleflöze durchziehen die Hügel und den Untergrund. Fördertürme, Gießereien und Schmieden prägen das Stadtbild; unter der Oberfläche erstreckt sich ein gewaltiges Stollennetz.
 
Etwa ein Fünftel der Bevölkerung besteht aus Halblingen aus Olbar. Die Familien Spatenstich, Bergmann und Schwarzhand beherrschen Bergbau, Handel und den dreiköpfigen Vorsitz des Handelsrates. Sie sind untereinander verfeindet und unterhalten eigene Truppen, schließen sich gegen äußere Feinde jedoch zuverlässig zusammen.
 
Broga besitzt als einzige Stadt des Leeren Landes berittene Einheiten. Ein angeblich mehrere Meilen langer Westtunnel wird vom Handelsrat geheim gehalten.
 
=== Nokrossos ===
 
Über [[Nokrossos]] erhebt sich eine dunkle Zitadelle aus drei schwarzen Basalttürmen. Vor Jahrhunderten unterwarf ein Todesmagier die Stadt und herrscht seither als Namenloser Nekromant. Sein Seneschall, ein Ritter des Todes auf einem Nachtmahr, überbringt Befehle und vollstreckt Strafen.
 
Die Bewohner entrichten geringe Abgaben und müssen ihre Körper nach dem Tod dem Nekromanten überlassen, falls er sie beansprucht. Untote verrichten Arbeiten und bilden den größten Teil des Militärs. Für Aufgaben, die Lebende erfordern, unterhält der Herrscher die Söldner der Dornenfaust.
 
Solange die Bürger gehorchen, greift der Nekromant nur wenig in ihren Alltag ein. Widerspruch, auffällige Fremde und Verbrechen können jedoch mit Opferung an Xzar enden. Die Abgeschiedenheit und der schlechte Ruf zwingen Nokrossos weitgehend zur Selbstversorgung.
 
=== Uluk'a'torl ===
 
[[Uluk'a'torl]] bedeutet „schützende Steine“ und liegt verborgen in einer Felsschlucht. Palisaden, Blockhäuser, Türme und Mauern bilden am Eingang ein gestaffeltes Bollwerk. Dahinter folgt eine breite Straße dem Fluss Narat'ftal bis zur Quelle und zur großen Versammlungshalle.
 
Rund 200 Orks, überwiegend Krieger und Handwerker, leben dauerhaft in der Stadt. Im Winter kommen zahlreiche wandernde Stämme hinzu. Jäger versorgen die Bewohner mit Nahrung und tauschen ihre Beute gegen Ausrüstung. Metallmangel und wiederkehrende Hungersnöte sind die wichtigsten Ursachen orkischer Plünderzüge.
 
Menschen, Elfen, Zwerge und Halblinge haben das Innere der Stadt bislang nicht gesehen. Einzelne Halborks, Halbgoblins und Halboger berichten jedoch, dort in Not aufgenommen worden zu sein.
 
== Reisen und Gefahren ==
 
Wer durch das Leere Land reist, muss mit langen Strecken ohne sichere Unterkunft rechnen. Karten verzeichnen vor allem die fünf alten Städte; Dörfer, Wege und Flussübergänge können schon nach wenigen Jahren verschwunden oder verlegt sein.
 
Zu den häufigsten Gefahren zählen:
 
* Stürme, Überschwemmungen und früher Schneefall
* Hunger, Wassermangel und zerstörte Vorräte
* Räuber, plündernde Gruppen und konkurrierende Stadttruppen
* Orks auf Jagd- oder Beutezügen
* Oger, Hügelriesen, Werwölfe und andere gefährliche Wesen
* magische Bedrohungen aus Nokrossos oder unkontrollierten Zufluchtsorten
* Streit um Schutzverträge, Tribute und Grenzansprüche
 
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
 
* Ein junges Dorf erhält gleichzeitig Schutzangebote aus Lex und Borlov. Beide Gesandtschaften verlangen eine Entscheidung, bevor der erste Schnee fällt.
* Nach einem Wirbelsturm steht eine seit Jahrzehnten verlassene Siedlung unbeschädigt in der Steppe. In jedem Haus brennt Licht, doch niemand antwortet.
* Der Handelsrat Brogas sucht unauffällige Begleiter für eine Expedition in den geheimen Westtunnel. Eine der drei führenden Familien will verhindern, dass sie zurückkehrt.
* Ein orkischer Jäger bittet um Hilfe gegen einen Häuptling, der eine Hungersnot bewusst verschärft, um einen großen Plünderzug durchzusetzen.
* Aus Nokrossos flieht einer der neun Lehrlinge des Namenlosen Nekromanten mit einem versiegelten Buch. Die Dornenfaust verfolgt ihn.
* Kaiserliche Kundschafter haben Hinweise auf Uluk'a'torl gefunden. Mehrere Städte müssen entscheiden, ob sie die Orkstadt verraten, warnen oder die Information gegeneinander ausspielen.
* Am Gerwol entsteht eine neue Zollstation des Mittelreichs. Ihre Besatzung erklärt plötzlich alle Bewohner östlich des Flusses zu steuerpflichtigen Untertanen.
 
== Siehe auch ==
 
* [[Borlov]]
* [[Lex]]
* [[Broga]]
* [[Nokrossos]]
* [[Uluk'a'torl]]
* [[Halblingreich]]
* [[Cor]]
* [[:Kategorie:Mittelreich|Mittelreich]]

Version vom 29. Juli 2026, 07:12 Uhr


Die kalten Steppen und bewaldeten Hügel des Leeren Landes unter einem aufziehenden Sturm

Das Leere Land ist ein weitläufiger, nur dem Anspruch nach zum Mittelreich gehörender Grenzraum zwischen dem Halblingreich, dem Elfenreich und den Drachenlanden. Östlich des Gerwol beginnen kalte Steppen, bewaldete Hügelketten und sturmgefährdete Flusstäler. Der Kaiser erhebt Anspruch auf das Gebiet, verzichtet jedoch weitgehend auf Erschließung, Schutz und Verwaltung.

Der Name täuscht: Das Land ist dünn besiedelt, aber keineswegs leer. Menschen, Mischvölker, Orks und andere Bewohner haben hier Städte, Dörfer, Bergwerke und Jagdgebiete geschaffen. Viele suchen Freiheit, einen Neuanfang oder Schutz vor Verfolgung; andere entziehen sich bewusst dem Gesetz. Zwischen ihnen liegen weite Räume, in denen weder eine zentrale Herrschaft noch verlässliche Straßen bestehen.

Lage und Grenzen

Das Leere Land beginnt östlich des Gerwol, der nahe dem Halblingreich entspringt. Es erstreckt sich südlich des Elfenreichs bis an die Ausläufer des Halblingkraters. Im Norden liegt der elfische Geisterwald, im Osten zeichnen sich die verdorrten Drachenlande ab.

Das Gebiet wird den Mittellanden zugerechnet, doch diese Einordnung besitzt vor Ort kaum Bedeutung. Es gibt keine flächendeckende kaiserliche Verwaltung, keine Lehensordnung und kein einheitliches Recht. Die wenigen dauerhaften Städte üben nur in ihrem unmittelbaren Umfeld Macht aus.

Landschaft und Klima

Das Leere Land ist kälter, trockener und weniger fruchtbar als die südlicheren Mittellande. Weite Grassteppen werden von niedrigen Sträuchern und einzelnen, vom Wind geformten Bäumen durchzogen. Auf den zahlreichen Hügelketten wachsen vor allem Nadelwälder.

Die Winter sind härter als im übrigen Mittelreich, erreichen aber nicht die Strenge der Nordlande. Im Frühjahr und Herbst treffen Winde vom Meer und vom Großen Rücken aufeinander. Schwere Stürme und Wirbelwinde können Dächer abdecken, Palisaden einreißen und ganze junge Siedlungen vernichten. Überschwemmungen und Schneestürme bilden weitere wiederkehrende Gefahren.

Im Süden leben Hügelriesen und Oger. Wilde Tiere, Monster und die großen Entfernungen zwischen sicheren Orten erschweren Reisen und Besiedlung zusätzlich.

Bevölkerung und Lebensweise

Siedler und Ausgestoßene

Die größte Bevölkerungsgruppe bilden Menschen, überwiegend Mittelländer. Viele verließen das Kaiserreich, weil sie Steuern und Abgaben nicht mehr tragen konnten, der Abhängigkeit als Tagelöhner entkommen wollten oder einen Neuanfang suchten. Hinzu kommen einzelne Nordländer und Menschen, die vor dem Gesetz, persönlicher Rache oder der Verfolgung durch einen Kult geflohen sind.

Im Mittelreich gilt das Leere Land daher oft pauschal als Zuflucht von Räubern und Verbrechern. Tatsächlich leben hier ebenso Bauern, Hirten, Handwerker, Händler und Jäger, die außerhalb der kaiserlichen Ordnung ein selbstbestimmtes Leben suchen. Herkunft und Vergangenheit zählen vielerorts weniger als die Fähigkeit, zum Überleben einer Gemeinschaft beizutragen.

Mischvölker

In den Grenzsiedlungen hängt das Überleben stärker von Können und Verlässlichkeit als von der Herkunft ab

Mischvölker sind im Leeren Land zahlreicher als in vielen anderen Regionen. Halboger, Halbgoblins und andere Menschen gemischter Abstammung erfahren hier häufig weniger Benachteiligung. Körperkraft, handwerkliches Geschick, Ortskenntnis und Jagderfahrung besitzen in kleinen Siedlungen unmittelbaren Wert.

Das bedeutet nicht, dass Vorurteile verschwunden wären. Sie treten jedoch oft hinter praktische Abhängigkeiten zurück: Wer eine Palisade ausbessert, Nahrung findet oder einen Wagen durch den Winter bringt, wird gebraucht.

Die Orks von Uluk'a'torl

Das Leere Land beherbergt die größte orkische Bevölkerung östlich des Zweistroms. Ihre Vorfahren gehörten zu jenem Orkheer, das während des Orkkrieges der Jahre 576–577 in Cor einfiel und nach seiner Niederlage nach Norden auswich. Da der Heerzug von ganzen Sippen begleitet worden war, ließen sich nicht nur Krieger, sondern auch Familien im Leeren Land nieder.

Drei Stämme gründeten in einer gut zu verteidigenden Felsschlucht Uluk'a'torl. Von dort aus nutzen die Orks weite Teile der umgebenden Steppe als Jagdgebiet. Hungersnöte führen wiederholt zu Plünderzügen; zugleich dient die Stadt verstreuten Stämmen im Winter als Schutzort.

Herrschaft, Recht und Schutz

Eine gemeinsame Herrschaft des Leeren Landes existiert nicht. Jede dauerhafte Stadt besitzt ihre eigene Ordnung, und viele Dörfer regeln Streitfälle durch Versammlungen, lokale Anführer oder die Macht eines Schutzgebers. Außerhalb der Siedlungen entscheidet häufig allein, wer einen Anspruch tatsächlich durchsetzen kann.

Fünf Städte bestehen seit mehreren Jahrhunderten: Borlov, Lex, Broga, Nokrossos und Uluk'a'torl. Sie sind die wichtigsten politischen Zentren der Region und konkurrieren um Wege, Rohstoffe, Handel und Einfluss.

Viele neue Dörfer überstehen den ersten Winter nicht. Gelingt es ihnen, bieten nahe Städte im folgenden Frühjahr Schutz gegen Tribut in Waren oder Nahrung an. So entstehen lose Protektorate, deren Grenzen weder dauerhaft noch allgemein anerkannt sind. Vertreter mehrerer Städte werben nicht selten gleichzeitig um dasselbe Dorf oder versuchen, den Einfluss ihrer Konkurrenten mit Drohungen, Bestechung und Gewalt zurückzudrängen.

Wirtschaft und Versorgung

Die Wirtschaft des Leeren Landes ist regional und stark von der jeweiligen Landschaft abhängig. In geschützten Flusstälern werden Getreide und Gemüse angebaut; auf den Steppen dominieren Viehhaltung, Jagd und das Sammeln haltbarer Vorräte. Holz stammt aus den Nadelwäldern der Hügel, doch unkontrollierter Einschlag hat manche Umgebung bereits entwaldet.

Broga liefert Erz, Kohle, Werkzeuge und Waffen an viele Siedlungen. Diese Güter sind lebenswichtig, wodurch selbst politisch feindliche Städte vom Handel mit Broga abhängig bleiben. Kaufleute und Karawanen müssen für Schutz sorgen, da befestigte Straßen und kaiserliche Patrouillen fehlen.

Zwischen den Städten werden Getreide, Vieh, Holz, Metall, Salz, Leder und handwerkliche Erzeugnisse gehandelt. Münzen sind gebräuchlich, doch in abgelegenen Orten besitzt der unmittelbare Tauschwert von Werkzeugen, Vorräten und Tieren oft größere Bedeutung.

Magie und Religion

Im Leeren Land gibt es keine einheitliche religiöse oder magische Ordnung. Reisende Priester, Dorfkundige und einzelne Magier wirken dort, wo eine Gemeinschaft sie aufnehmen oder bezahlen kann. In jungen Siedlungen vermischen sich Schutzzeichen, überlieferte Bräuche und tatsächlich wirksame Magie.

Lex wird seit etwa 200 Jahren vom Kult des Jedek beherrscht. Die Stadt verdankt ihre Ordnung dem Priester Amis Donnerfaust und der von ihm geschaffenen Gesetzessammlung „Lex Donnerfaust“.

Nokrossos steht unter der Herrschaft des Namenlosen Nekromanten. Der Kult des Xzar ist dort die einzige zugelassene Religion, und die dunkle Zitadelle gilt Todesmagiern als Ort der Ausbildung und Forschung. Jedes Jahr nimmt der Nekromant neun Lehrlinge auf.

Außerhalb der Städte kann ein einzelner Magier eine ganze Siedlung schützen, beherrschen oder von sich abhängig machen. Umgekehrt fehlen meist jene Institutionen, die gefährliche Zauberer kontrollieren oder magische Vorfälle untersuchen könnten.

Die fünf alten Städte

Borlov

Borlov ist die älteste und größte Stadt des Leeren Landes. Im Mittelreich wird sie als „Höllenschlund“ und „Stadt des Lasters“ bezeichnet. Geschriebene Gesetze gibt es nicht; wichtige Streitfälle entscheidet der Stadtfürst nach eigenem Ermessen.

Die Macht liegt bei vier aus alten Banden hervorgegangenen Clans: den Drachen, Schlangen, Äxten und Schwertern. Ihre Einflussgebiete wechseln häufig, während die Bevölkerung unabhängig vom Sieger Tribute entrichten muss. Der gegenwärtige Stadtfürst Jerlek Venos führt die Drachen und stützt sich auf erfahrene Kämpfer und Söldner.

Niedrige Holzhäuser bestimmen das Stadtbild. Außerhalb der Palisade liegen Felder am Fluss Brawe. Den Wachdienst versehen neutrale „Wächter“, die keinem Clan angehören. Dieses Amt entstand, nachdem verfeindete Clanwachen einander bekämpften und währenddessen Werwölfe in die Stadt eindrangen.

Lex

Lex hieß früher Fortol und war von wechselnden Tyrannen geprägt. Der Jedek-Priester Amis Donnerfaust besiegte den Herrscher Orbos, gewann zahlreiche Anhänger und errichtete einen Tempel. Seine Templer setzten die neue Gesetzessammlung „Lex Donnerfaust“ durch.

Seit Donnerfausts Tod regiert der Orden des Jedek die Stadt. Strenge, verlässliche Regeln und eine steinerne Stadtmauer machten Lex zu einem vergleichsweise sicheren und wohlhabenden Ort. Viele Neuankömmlinge meiden die Stadt dennoch, weil sie gerade staatlichen Zwängen entkommen wollen.

Broga

Broga ist die kleinste, aber wirtschaftlich eine der bedeutendsten alten Städte. Erzadern und Kohleflöze durchziehen die Hügel und den Untergrund. Fördertürme, Gießereien und Schmieden prägen das Stadtbild; unter der Oberfläche erstreckt sich ein gewaltiges Stollennetz.

Etwa ein Fünftel der Bevölkerung besteht aus Halblingen aus Olbar. Die Familien Spatenstich, Bergmann und Schwarzhand beherrschen Bergbau, Handel und den dreiköpfigen Vorsitz des Handelsrates. Sie sind untereinander verfeindet und unterhalten eigene Truppen, schließen sich gegen äußere Feinde jedoch zuverlässig zusammen.

Broga besitzt als einzige Stadt des Leeren Landes berittene Einheiten. Ein angeblich mehrere Meilen langer Westtunnel wird vom Handelsrat geheim gehalten.

Nokrossos

Über Nokrossos erhebt sich eine dunkle Zitadelle aus drei schwarzen Basalttürmen. Vor Jahrhunderten unterwarf ein Todesmagier die Stadt und herrscht seither als Namenloser Nekromant. Sein Seneschall, ein Ritter des Todes auf einem Nachtmahr, überbringt Befehle und vollstreckt Strafen.

Die Bewohner entrichten geringe Abgaben und müssen ihre Körper nach dem Tod dem Nekromanten überlassen, falls er sie beansprucht. Untote verrichten Arbeiten und bilden den größten Teil des Militärs. Für Aufgaben, die Lebende erfordern, unterhält der Herrscher die Söldner der Dornenfaust.

Solange die Bürger gehorchen, greift der Nekromant nur wenig in ihren Alltag ein. Widerspruch, auffällige Fremde und Verbrechen können jedoch mit Opferung an Xzar enden. Die Abgeschiedenheit und der schlechte Ruf zwingen Nokrossos weitgehend zur Selbstversorgung.

Uluk'a'torl

Uluk'a'torl bedeutet „schützende Steine“ und liegt verborgen in einer Felsschlucht. Palisaden, Blockhäuser, Türme und Mauern bilden am Eingang ein gestaffeltes Bollwerk. Dahinter folgt eine breite Straße dem Fluss Narat'ftal bis zur Quelle und zur großen Versammlungshalle.

Rund 200 Orks, überwiegend Krieger und Handwerker, leben dauerhaft in der Stadt. Im Winter kommen zahlreiche wandernde Stämme hinzu. Jäger versorgen die Bewohner mit Nahrung und tauschen ihre Beute gegen Ausrüstung. Metallmangel und wiederkehrende Hungersnöte sind die wichtigsten Ursachen orkischer Plünderzüge.

Menschen, Elfen, Zwerge und Halblinge haben das Innere der Stadt bislang nicht gesehen. Einzelne Halborks, Halbgoblins und Halboger berichten jedoch, dort in Not aufgenommen worden zu sein.

Reisen und Gefahren

Wer durch das Leere Land reist, muss mit langen Strecken ohne sichere Unterkunft rechnen. Karten verzeichnen vor allem die fünf alten Städte; Dörfer, Wege und Flussübergänge können schon nach wenigen Jahren verschwunden oder verlegt sein.

Zu den häufigsten Gefahren zählen:

  • Stürme, Überschwemmungen und früher Schneefall
  • Hunger, Wassermangel und zerstörte Vorräte
  • Räuber, plündernde Gruppen und konkurrierende Stadttruppen
  • Orks auf Jagd- oder Beutezügen
  • Oger, Hügelriesen, Werwölfe und andere gefährliche Wesen
  • magische Bedrohungen aus Nokrossos oder unkontrollierten Zufluchtsorten
  • Streit um Schutzverträge, Tribute und Grenzansprüche

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Ein junges Dorf erhält gleichzeitig Schutzangebote aus Lex und Borlov. Beide Gesandtschaften verlangen eine Entscheidung, bevor der erste Schnee fällt.
  • Nach einem Wirbelsturm steht eine seit Jahrzehnten verlassene Siedlung unbeschädigt in der Steppe. In jedem Haus brennt Licht, doch niemand antwortet.
  • Der Handelsrat Brogas sucht unauffällige Begleiter für eine Expedition in den geheimen Westtunnel. Eine der drei führenden Familien will verhindern, dass sie zurückkehrt.
  • Ein orkischer Jäger bittet um Hilfe gegen einen Häuptling, der eine Hungersnot bewusst verschärft, um einen großen Plünderzug durchzusetzen.
  • Aus Nokrossos flieht einer der neun Lehrlinge des Namenlosen Nekromanten mit einem versiegelten Buch. Die Dornenfaust verfolgt ihn.
  • Kaiserliche Kundschafter haben Hinweise auf Uluk'a'torl gefunden. Mehrere Städte müssen entscheiden, ob sie die Orkstadt verraten, warnen oder die Information gegeneinander ausspielen.
  • Am Gerwol entsteht eine neue Zollstation des Mittelreichs. Ihre Besatzung erklärt plötzlich alle Bewohner östlich des Flusses zu steuerpflichtigen Untertanen.

Siehe auch