Zum Inhalt springen

Karpulsar: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Meister der Magie Wiki
Robert (Diskussion | Beiträge)
K Inkonsistenz zur Beschreibung von Valoria aufgelöst
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 3: Zeile 3:
[[Kategorie:Mittelreich]]
[[Kategorie:Mittelreich]]


Karpulsar liegt im Norden des [[Mittelreich]]es, kaum eine halbe Tagesstrecke westlich von der [[Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]] entfernt. Die Stadt wurde an einen gewaltigen Felsen erbaut, dem so genannten [[Zwergenberg]].
[[Datei:Karpulsar_Stadtansicht.png|mini|hochkant=1.8|Die über mehrere Felsstufen verteilte Festungsstadt Karpulsar am Zwergenberg]]


==Beschreibung==
'''Karpulsar''' ist eine befestigte Bergstadt im Norden des [[Mittelreich]]s. Sie liegt an der Ostseite des [[Zwergenberg]]s, kaum eine halbe Tagesreise westlich der [[Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]], und ist über eine kurze Nebenstraße mit ihr verbunden. Rund 5.000 Menschen und Zwerge leben auf den zahlreichen Felsplattformen der Stadt. Die menschliche Bevölkerung bildet die große Mehrheit; bei den Zwergen handelt es sich überwiegend um [[Grauzwerge]] aus der seit langer Zeit am Zwergenberg ansässigen Sippe.
Die Stadt gleicht infolge ihrer kriegerischen Geschichte mehr einer rohen Bergfestung als einer Siedlung und zeigt sich erst in jüngster Zeit auch von ihrer künstlerischen Seite. Der Ringwall, der sie umgibt, ist zwergischen Ursprungs und konnte in der Geschichte der Stadt noch nie erstürmt werden.


Durch zwergische Architekten wurde hier innerhalb von Jahrhunderten eine Festungsanlage erschaffen, die im gesamten menschlichen Reich ihresgleichen sucht. Die Stadt wurde auf mehreren Ebenen geplant, die durch Tore und Zugbrücken miteinander verbunden werden können. Dabei ist weder die nächste Ebene noch der direkte Weg dorthin für einen Angreifer ersichtlich. Die Stadt beherbergt rund 5000 Seelen, neben einer kleinen Sippe [[Zwerge]] fast ausschließlich Menschen. Auf den einzelnen Ebenen dominieren große Statuen, Brunnen und Mosaiksäulen, allesamt zwergischen Ursprungs. Meist trägt die Ebene den Namen des Kunstwerkes und gibt so einem Fremden zumindest einen Anhaltspunkt für die Orientierung.  
Karpulsar ist zugleich Festung, Handelsplatz und Zugangsort zum Zwergenberg. Seine Ringmauer, Tore, Brücken und verborgenen Wege wurden größtenteils von grauzwergischen Baumeistern geschaffen. Zugleich prägen das kaiserliche Heer und der [[Kult des Ignatus|Ignatus-Kult]] das öffentliche Leben stärker als im nahe gelegenen [[Valoria]]. Waren aus dem Zwergenberg werden in Karpulsar geprüft, gehandelt und anschließend nach Valoria oder über die Große Handelsstraße in das übrige Kaiserreich weitergeleitet.


<blockquote>"Die Botenstation suchst du, Menschlein? Lass es mich dir erklären! Du stehst jetzt am Drachenbrunnen (die Ebene auf der der Brunnen steht). Die führt rechter Hand zur Schlachtsäule des Gidrosch, hoja da hat´s gekracht kann ich dir sagen!, dann rechts über die Zugbrücke zum Hahnendrachen. Dort ist die Botenstation zu finden! Alles klar?"</blockquote>
== Geschichte ==


Zu den herausragendsten Bauwerken der Stadt zählt sicherlich der Hauptturm der Festung, der so genannte Drachenzahn, die herrliche Kathedrale des Lichts und ein schwer befestigter Zugang zum Reich der Zwerge des Zwergenberges.
Karpulsar entstand zunächst als kleine menschliche Siedlung am Fuß des Zwergenbergs. Die Lage war gefährlich: Trolle aus dem Norden, Orks aus dem Westen und Drachen bedrohten die ersten Höfe. Nach einer Überlieferung des Zwergenbergs erschien in dieser Not eine verbannte grauzwergische Sippe. Ihre Krieger schlugen die Angreifer zurück und schlossen nach dreitägigen Verhandlungen mit dem Dorfältesten ein Bündnis.


===Das Kanalsystem der Stadt===
Die Grauzwerge errichteten Wehrtürme, einen mächtigen Ringwall und die ersten befestigten Ebenen. Im Gegenzug lieferten die Menschen Holz, Korn, Ziegen und Schafe an die Bewohner des Berges. Aus dem Dorf entwickelte sich eine Festungsstadt, während sich die Zwerge auf einem bergnahen Plateau und in den dahinterliegenden Stollen niederließen. Als Zeichen des Bündnisses hinterließen sie ein silbernes Drachenhorn, mit dem bei einem erneuten Angriff Hilfe gerufen werden sollte.
Auf den allermeisten Ebene sind immer wieder schwere Steinquader auf den Wegen eingelassen, die mit Löchern versehen wurden. Mit speziellen Stangen und einer Apparatur können diese Steine angehoben werden und machen den Weg frei in die weitläufige Kanalisation von Karpulsar. Die Rohre und Gänge werden regelmäßig von einem Trupp Zwerge instand gehalten. Über verschiedene Wege kann man so zu den meisten Ebenen Karpulsar kommen ohne auch nur ein mal die Sonne zu erblicken.


===Drachenbrunnen===
In den folgenden Jahrhunderten wurde Karpulsar immer weiter in den Fels gebaut. Neue Plattformen, Toranlagen, Zugbrücken, Wasserläufe und unterirdische Verbindungen kamen hinzu. Menschen setzten an vielen Stellen eigene Häuser auf die älteren Steinbauten oder veränderten vorhandene Räume. Das Ergebnis ist keine einheitlich geplante Stadt, sondern ein Geflecht aus grauzwergischer Festungsarchitektur und späteren menschlichen Erweiterungen.
Die unterste Ebene ist gleichzeitig auch die größte von allen. Die gewaltige zwergische Stadtmauer umschließt diesen Bereich, der seinerseits schon gut 50 Schritt über der Ebene von Karpulsar auf einem Felsvorsprung errichtet wurde.


Das eiserne Tor, das einzige Stadttor Karpulsar führt über eine breite Steinstraße zu dem größten Platz der Stadt. Hier werden die täglichen Geschäfte der Stadt, ihre Versorgung mit Nahrung und Baumaterial und das einträgliche Tauschgeschäft mit [[Valoria]], der gerade einmal zwei Tagesmärsche entfernten Handelsstadt, abgewickelt. An den Seiten der Hauptstraße sind nach zwergischer Baukunst die Häuser direkt in den Fels gehauen oder aber in den vorhandenen Fels integriert. Die Wohnbereiche sind derart groß, dass auf den Häusern Plätze oder weitere Häuer errichtet wurden. Daher wird hier auf der Ebene des Drachenbrunnens gerne von „unterhalb“ und „überhalb“ gesprochen. Mit „unterhalb“ ist die Ebene des Marktplatzes gemeint und mit „überhalb“ die Ebene auf der ersten.
Die alten Verteidigungsanlagen wurden in der Geschichte der Stadt nie vollständig überwunden. Dadurch gewann Karpulsar eine besondere Bedeutung für die Sicherung des nördlichen Mittelreichs. Heute schützt die Stadt nicht nur die Handelsverbindung nach Valoria, sondern überwacht auch den einzigen offen bekannten Zugang zum grauzwergischen Bereich des Zwergenbergs.


Neben dem herrlichen Marktplatz, den eine lebensgroße Statue eines Drachen schmückt, ist die Stadtmauer einer genaueren Betrachtung wert. Einige Quellen wurden von den Zwergen nach Karpulsar umgeleitet und versorgen die gesamte Stadt mit Frischwasser, einer Möglichkeit Schmutzwasser in einer Kanalisation verschwinden zu lassen und auch einen kleinen Fluss auf der gesamte Stadtmauer hinweg fließen zu lassen. Diese Idee erschien den Menschen als wenig sinnvoll, wurde jedoch von den zwergischen Drachenjägern der frühen Zeit Karpulsars als zwingen erforderlich eingestuft.
== Stadtbild und Befestigungen ==


Reisende sind in dieser Ebene am besten aufgehoben. Zahlreiche Tavernen haben bis tief in die Nacht geöffnet, die Herbergen sind von guter Qualität, nicht zu teuer und die Ebene „Drachenbrunnen“ ist eine hervorragende Ausgangsposition die gesamte Stadt zu erkunden, da drei weitere Zugänge von ihr abgehen.
Schon aus der Ferne wirkt Karpulsar eher wie eine gewaltige Bergfestung als wie eine gewöhnliche Stadt. Die unterste Ebene liegt auf einem Felsvorsprung etwa 50 Schritt über dem Umland. Darüber steigen weitere bebaute Plateaus unregelmäßig am Berg an. Manche liegen fast übereinander, andere sind durch Schluchten, steile Felspfade oder Brücken voneinander getrennt.


====Zugang zu den klagenden Säulen====
Die Ebenen können durch Tore und Zugbrücken gegeneinander abgeriegelt werden. Für Fremde ist häufig weder zu erkennen, welche Plattform als Nächstes folgt, noch welcher Weg tatsächlich dorthin führt. Engstellen, Schießscharten, hohe Mauern und scheinbar nutzlose Abzweigungen sind Teil eines Verteidigungssystems, das Angreifer verlangsamen und in kleine Gruppen aufteilen soll. Selbst innerhalb der Stadt benötigen Reisende oft genaue Wegbeschreibungen.
Die klagenden Säulen können nur durch einen einstündigen Aufstieg über nackten Fels erreicht werden. Ein Geländer, oder absichernde Maßnahmen sucht man hier vergebens. Einige Nischen wurden nachträglich in die Felswand gehauen, die Statuen sämtliche Götter der Menschen beinhalten. Vor den wichtigsten Götterstatuen stehen Wachen oder Anhänger der jeweiligen Gottheit.


====Zugang zur Drachenschlucht====
Die einzelnen Ebenen tragen meist den Namen eines auffälligen Kunstwerks. Statuen, Mosaike, Brunnen und Säulen dienten damit nicht nur der Zierde, sondern auch als Orientierungspunkte. Viele dieser Werke stammen von grauzwergischen Steinmetzen und erinnern an Schlachten, Handwerke oder alte Helden. Erst in jüngerer Zeit haben menschliche Künstler eigene Fassaden, Holzaufbauten und Bildwerke ergänzt.
Im hintersten Teil der Ebene erreicht man durch einen schmalen Spalt den Zugang zur Schlucht. Zur Zeit ist der Zugang durch einige Wachleute der Stadt versperrt. Menschen meiden diesen Bereich im allgemeinen, da die Zwerge nicht gerade bekannt dafür sind jeden dahergelaufenen zu empfangen.


====Zugang nach Gidrosch==== 
Die Stadt besitzt nur ein großes Außentor. Es führt auf die Ebene des Drachenbrunnens. Die Rückseite Karpulsars wird durch den bearbeiteten Steilhang des Zwergenbergs geschützt. Dort ist der Fels absichtlich so glatt und abweisend gestaltet, dass er kaum erklommen werden kann. Weit oberhalb der Wohnbereiche ragt der Wachturm Drachenzahn über das Umland.
Ein einfacher steinerner Torbogen weist zur Ebene des Gidrosch. Bevor man diese höher gelegene Ebene jedoch erreicht muss man durch eine ungewöhnliche Passage schreiten. Der steinerne Weg führt an schroffen Felsen vorbei, zum Teil auch mitten auf dem Weg, die allesamt unmöglich zu erklettern sind. Es ist aus taktischer Sicht genauso schlicht wie genial, dass hier eine ganze Armee anstürmen könnte und nur wenige Zwerge ausreichen würden den Vormarsch zu behindern. Gerade die Zwerge können hier mit Axt und Schild ohne weiteres kämpfen. Fast schon verwitterte Schießscharten bieten zusätzliche Möglichkeiten anstürmende Gegner ins Visier zu nehmen. Kurz vor der Ebene des Gidrosch steht eine Meisterleistung der zwergischen Handwerkskunst den Reisendne offen: Ein Zwergentor. Vier Schritt in der Höhe und drei Schritt in der Breite. Feste Eisenbänder halten das unnachgiebige Eisenholz in den Verankerungen. Die gewaltige Tür ist in regelmäßigen Quadraten reich bebildert und farbenfroh angemalt. Neben Szenen der Schmiede- und Steinmetzkunst sind auch Bereiche aus dem täglichen Leben unter dem Berg und Kämpfe gegen fürchterliche Drachen gezeigt.  


===Die Drachenschlucht===
== Herrschaft und Sicherheit ==


Durch eine unscheinbare Bergspalte erreicht man ein schmales Plateau, das sich im hintersten Teil etwas verbreitert. Die Sonne scheint hier nur wenige Stunden am Tag hinein, so dass die meiste Zeit über das Plateau in trügerischem Dämmerlicht liegt. Von der hintersten breiten Stelle aus starren dem Reisenden schwere Speerschleudern und hüfthohe Steinwälle entgegen. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man, dass diese Speerschleudern stets von zwergischen Kriegern besetzt sind. Ebenso sind hinter den Steinwällen Zugänge zu unterirdischen Wachräumen, die ebenfalls selten unbesetzt sind.
Die zivilen Angelegenheiten werden in einem Rat behandelt, der sich im Ratsgebäude auf der Ebene Gidrosch versammelt. Ihm gehören einflussreiche Bürger der Stadt an. Größere Handelsfragen, Vorratshaltung, Bauarbeiten und öffentliche Feste werden dort beraten. Das Gebäude dient zugleich als Wachhaus, Gefängnis und geschützter Vorratsspeicher.


Kurzum: Selbst eine Hundertschaft schwer gerüsteter Krieger könnte kaum bis zu dem reich geschmückten eisernen Tor vordringen, das hier nach zwergischer Manier vortrefflich bewacht wird. Ein [[Felsdrache]] verirrte sich einmal in die enge Schlucht und musste ganz nach Plan der Zwerge mit einem aufwändigen Manöver langsam im hinteren Teil der Schlucht landen. In dieser Zeit hatte die Speerschleuder schon dreimal ihr Ziel gefunden und gut ein dutzend Armbrustbolzen die Flügel des Felsdrachen durchlöchert. Der Drache ging daraufhin unsanft zu Boden und wurde von Kriegern aus den unterirdischen Wachräumen von allen Seiten gleichzeitig angegriffen. Gerade einmal vier Zwerge verloren an diesem Tag ihr Leben und durften stolz in [[Brindosch]]s Esse einziehen. Der Kopf des Drachen wurde zur Abschreckung über dem Tor angebracht. Ein guter Tag für die Zwerge des Zwergenberges!
Die militärische Bedeutung Karpulsars verleiht den kaiserlichen Soldaten und dem Stadtkommandanten erheblichen Einfluss. Die Wachen sichern vor allem das Haupttor, die Übergänge zwischen den Ebenen, die Drachenschlucht und die Speicher. Im Verteidigungsfall können einzelne Stadtteile voneinander getrennt werden, ohne dass die gesamte Stadt aufgegeben werden muss.


===Gidrosch===
Die Grauzwerge ordnen ihre inneren Angelegenheiten weitgehend selbst. Im Zwergenviertel und an der Drachenschlucht gelten ihre Wachen als letzte Instanz. Menschen erhalten dort nur Zugang, wenn sie ein nachvollziehbares Anliegen haben oder von einem bekannten Handelspartner begleitet werden. Wie weit die Wege hinter den sichtbaren Toren tatsächlich in den Zwergenberg und nach [[Mor`dra|Mor'dra]] führen, wissen nur wenige Außenstehende.
Gidrosch ist im Allgemeinen als das reiche, noble Viertel von Karpulsar bekannt. Die Häuser sind an allen Wänden reich geschmückt und bis ins kleinste Detail verziert. Im Verhältnis zu der Ebene des Drachenbrunnen ist dieser Bereich jedoch geradezu winzig. Kaum zwei Dutzend Häuser schmückt diese Ebene, wobei alleine durch die Größe der Anwesen unklar erscheint in welcher Ebene tatsächlich mehr Menschen leben.


Neben den besten Schänken, einem Badehaus und erlesenen Schmuckgeschäften gibt es hier auch das Ratsgebäude, das etwas abseits an einem Felsvorsprung errichtet wurde und wie eine kleine Burg über die gesamte Stadt zu wachen scheint. Neben den allwöchentlichen Ratsversammlungen der einflussreichsten Bürger von Kalesch, werden hier auch alle größeren Feste, die die Stadt betreffen, abgehalten.
== Handel und Versorgung ==


Gleichzeitig dient dieser Bau aber auch als Unterbringung der Stadtwachen, als Gefängnis und weitläufige Vorratsspeicher für besonders harte Winter oder gar Belagerungen.
Der größte Markt liegt auf der Ebene des Drachenbrunnens. Hier werden Lebensmittel und Baustoffe aus dem Umland angeliefert, Fuhrwerke zusammengestellt und Waren für die Reise nach Valoria oder zur Großen Handelsstraße umgeladen. Valoria ist zu Fuß in ungefähr zwei Tagesmärschen erreichbar und bildet den wichtigsten Abnehmer für Erzeugnisse aus dem Zwergenberg.


Ihren Namen trägt diese Ebene aufgrund einer zwergischen Siegessäule, die inmitten der Ebene auf einem steinernen Sockel in den Himmel aufragt. Die Säule ist gut zehn Schritt hoch und überragt die meisten Bauten um gut drei Schritt. In abwechselnder Schrift und Bebilderung sind zahlreiche ruhmreiche Taten festgehalten, die allesamt von der Schlacht des Gidrosch, einem erfahrenen Hauptmann der Hammerhände, handeln. Die Säule ging einst fließend in ein Bodenmosaik über, die sogar die angrenzenden Häuser mit einbezog. Von dem Bodenmosaik sind mittlerweile leider nur noch kleine Reste übrig. Sicherlich können die meisten älteren Zwerge auf der Grundlage dieser Siegessäule stundenlange Geschichten zum Besten geben, da aber in dieser Ebene fast nur Menschen leben wird ihr kaum Beachtung geschenkt. Insgesamt führen von hier zwei Zugänge zu noch höher gelegenen Plateaus.
Besonders begehrt sind Roherz, Waffen, Rüstungen und hochwertige Werkzeuge. Die Grauzwerge bestimmen, welche Waren und Mengen den Berg verlassen. Ein Teil wird unmittelbar in den Schmieden des Zwergenviertels verarbeitet; andere Lieferungen erreichen Karpulsar über streng bewachte Zugänge. Für menschliche Händler bleibt meist unklar, aus welchem Teil des weitläufigen Berges eine Lieferung stammt.


====Zugang zur Ebene der Kathedrale====
Im Gegenzug gelangen Korn, Holz, Kohle, Vieh, Tuch und weitere Güter des täglichen Bedarfs nach Karpulsar und zum Zwergenberg. Die Landwirtschaft in der näheren Umgebung ist nur mäßig ertragreich. Viele Wälder an der Ostseite des Berges wurden bereits vor langer Zeit gerodet, und die Stadt ist deshalb auf Bauerndörfer zwischen Karpulsar und Valoria angewiesen.
Zwischen zwei steinernen Häusern scheint für einen Augenblick, als wenn das Plateau hier abrupt aufhören würde. Tatsächlich führt eine steil abfallende Treppe direkt an der nackten Felswand zu einem tiefer gelegenen Vorsprung. Der waghalsige Abstieg ist bei widrigen Umständen äußerst gefährlich, so dass die Menschen in regelmäßigen Abständen Eisenringe in den Fels schlugen mussten, an dem lange Seile zur Sicherung durchgeführt wurden.


An dem tiefer gelegenen Vorsprung verstanden es die klugen Zwerge eine Bogenbrücke zu erbauen, von dem aus die gegenüber liegende Felswand erreicht werden kann. Die Brücke gilt als ein Wunderwerk der Technik unter den Menschen, da alleine ihre Länge von über siebzig Schritt als technisch nicht machbar gilt. Die Brücke überspannt den Pass in die Drachenschlucht und würde zu einer herrlichen Aussicht über die Ebene vor Karpulsar einladen, wäre die steinerne Balustrade nicht derart niedrig, dass einem menschengroßen Wesen die Furcht in die Füße getrieben würde.  
Die Verbindung zur Großen Handelsstraße wird wie ein Teil der Hauptroute behandelt, obwohl die Straße nicht unmittelbar durch die Stadt führt. Boten, Händler und Soldaten benötigen für den Abzweig nur eine halbe Tagesreise. Die Botenstation der [[Blaue Reiter|Blauen Reiter]] unterhält tägliche Verbindungen nach Valoria und [[Königsplatz]]; Nachrichten nach [[Kalesch]], in die [[Täler des Großen Rückens]], die [[Fürstentümer]] und das [[Zweistromtal]] werden von dort weitergeleitet.


====Zugang zur Ebene Hahnendrachen====
== Das Kanalsystem ==
Was den Zwergen an technischen und ästhetischen Meisterleistungen gelingt schaffen die Menschen nicht einmal im Ansatz, daher erscheint das große zweiflüglige Tor zur Ebene des Hahnendrachen als eher besseres Scheunentor im Vergleich zum zwergischen Baustil. Ein schlichter Weg führt ein wenig Bergauf zu dieser Ebene.


===Kathedrale des Lichts===
Unter Karpulsar liegt ein weitläufiges Netz aus Rohren, Wartungsgängen und Sammelbecken. Auf vielen Wegen sind schwere, mit Löchern versehene Steinquader eingelassen. Mit speziellen Stangen und einer Hebevorrichtung lassen sie sich anheben und geben Zugänge zu den unterirdischen Gängen frei.
Die Kathedrale des Lichts nimmt eine der höchsten Plattformen der Stadt Karpulsar ein. Der hintere Teil des imposanten Bauwerkes ist in den Fels hinein gebaut, architektonische Andeutungen lassen aber vermuten, dass sich das Bauwerk im Innern des Zwergenberges weiter verzweigt. Die Seitenwände des länglichen Kirchenschiffes wurden mit steinernen Stützstreben verstärkt, die ähnlich der Stadtmauern [[Kalesch]]s, den Abbildern von Engeln entsprechen. Feine Quellwasser entspringen oberhalb der Kathedrale und werden auf dem Dach in jede einzelne Stützstrebe weitergeleitet. Auf diese Weise ergießt sich aus jedem Mund der insgesamt 18 Engel ein feiner Wasserstrahl, der an der Basis des Kirchenschiffs in runden Steinschalen erneut aufgefangen wird. Die einzelnen Wasserläufe kommen in einem kaum einen Schritt tiefen Ziergraben zusammen und umfließen die Kathedrale, bis sie gemeinsam als Wasserfall in eine Seitenschlucht des Zwergenberges hinab fallen.


Die hohen Fensterbögen zwischen den stilisierten Engeln lassen den gesamten Bau dennoch leicht und elegant wirken. Die Hauptfront ist ebenfalls mit weiten Aussparungen, Fenstern und Öffnungen versehen, die das Gebäude eher wie ein kunstvoll geflochtenes Gerüst erscheinen lassen denn einen steinernen Bau.  
Grauzwergische Handwerker prüfen und reparieren das System regelmäßig. Über die Wartungswege lassen sich viele Ebenen erreichen, ohne das Tageslicht zu sehen. Die Zugänge sind jedoch nicht für den allgemeinen Verkehr bestimmt und werden bewacht oder verschlossen gehalten. Stadtwachen nutzen einzelne Strecken bei Bränden, Belagerungen und heimlichen Truppenbewegungen.


Im Innern der Kathedrale überwiegt eine schlichte Funktionalität und lässt den Bau streng und ruhig erscheinen. Akkurat aufgestellte hölzerne Bänke, mit weißem Tuch umhängte Tische und Stühle für die wöchentlichen Gebetsfeiern und schlichte Ölfackeln unterstreichen diesen ersten Eindruck. Der hinterste Teil ist mit weiten Vorhängen und Stoffbahnen vom Rest der Kirche abgetrennt und führt weit in den Zwergenberg hinein - in die Kammern der Priester und die weiteren Lehr- und Gebetsräume des Komplexes.
Mehrere Quellen wurden in früher Zeit zum Berg umgeleitet. Sie versorgen Brunnen und Haushalte mit Frischwasser und führen Schmutzwasser aus der Stadt. Ein schmaler Wasserlauf zieht sich außerdem über die Krone der äußeren Stadtmauer. Die frühen Drachenjäger bestanden auf dieser ungewöhnlichen Anlage, damit Löschwasser bei einem Angriff mit Drachenfeuer unmittelbar verfügbar wäre.


====Die Lehrmeister der Kathedrale des Lichts====
== Die Ebenen Karpulsars ==
Die obersten Priester der Kathedrale des Lichts verstehen sich ebenso als Heiler, Berater und Lehrmeister für die gesamte Stadt Karpulsar. Sie handeln eigenständig, sind aber den Templern des Lichts zu [[Kalesch]] zu Rechenschaft verpflichtet.


Seit gut hundert Wenden ist die Kathedrale auch Anlaufpunkt für die Ausbildung junger Frauen und Männer, die sich in den Dienst des Gottes Ignatus stellen wollen. Dabei wird nach eingehender Überprüfung der Fähigkeiten des Prüflings entschieden, ob er oder sie sich für die Ausbildung als Heiler oder gar Magier eignet. Die Befähigung zu einem Priester findet stets nach dem Studium des Heilers, oder Magiers statt.
=== Drachenbrunnen ===


Solche, die darauf brennen, dem Dunkel in dieser Welt mit roher Kraft und schweren Rüstungen entgegen zu treten, wird empfohlen, in [[Adar]] oder [[Kalesch]] eine Ausbildung als Soldat anzustreben.  
Der Drachenbrunnen ist die unterste und größte Ebene. Hinter dem einzigen Stadttor führt eine breite Steinstraße zum Hauptmarkt. Felswohnungen, Speicher, Werkhöfe, Tavernen und Herbergen säumen den Weg. Viele Bauten sind unmittelbar in den Stein gehauen; auf ihren flachen Dächern liegen weitere Plätze, Gärten oder jüngere Häuser. Die Bewohner unterscheiden deshalb zwischen dem Markt ''unterhalb'' und den darüberliegenden Wegen und Gebäuden ''oberhalb''.
=====Ausbildung zu einem Magier des Lichts=====
Vorrangig werden hier die Zauber der Lebensmagie unterrichtet. Schon bei Abschluss des Studiums werden nicht wenige Zauber des dritten Grades in dieser Magierichtung beherrscht. Das intensive Studium in der Hauptrichtung lässt jedoch die anderen Richtungen auf eher niedrigem Niveau. Meist sind es nur die nötigsten Zauber des ersten Grades der Naturmagie, der Hexermagie und selbstverständlich der Neutralen Magie.  


Geschichtlich, kulturell und gesellschaftlich werden die jungen Lebensmagier auf den gepflegten Umgang bei Hofe vorbereitet; ein Umstand, der ihnen bei dem einfachen Volk schnell das Vorurteil des aufgesetzten stolzen Pfaus anhängen lässt.
Im Zentrum des Marktes steht ein lebensgroß dargestellter Drache, der dem Platz seinen Namen gab. Reisende finden auf dieser Ebene die größte Auswahl an Unterkünften und können von hier aus mehrere andere Stadtteile erreichen. Gleichzeitig macht die Nähe zum Haupttor den Drachenbrunnen zum lautesten und geschäftigsten Bereich Karpulsars.


=====Ausbildung zu einem Heiler des Lichts=====
Vom hinteren Teil der Ebene führt ein bewachter Felsspalt in die Drachenschlucht. Ein anderer Weg steigt durch eine eigens angelegte Verteidigungspassage nach Gidrosch auf. Der Zugang zu den Klagenden Säulen beginnt mit einem langen, ungesicherten Aufstieg über den nackten Fels.
Die Heiler verbringen einen guten Teil des Studiums in den Wäldern und Berghängen zwischen Karpulsar und [[Valoria]]. Neben dem eigentlichen Heilen von Verletzungen, Lindern von Krankheiten und Neutralisieren von Giften ist nämlich auch die Beschaffung der Kräuter, Farne und Moose Inhalt ihres Studiums.  
Die Heiler haben im Gegensatz zu den Magiern einen außerordentlich guten Ruf in der Stadt und gelten für gewöhnlich als weltoffen, redsam und gesellig.


===Heiligtum der Elfen===
=== Gidrosch ===
Die Gerüchte über ein Heiligtum der Elfen halten sich derart hartnäckig in den Gassen und Tavernen der Stadt, dass allgemein angenommen wird, dass sie tatsächlich wahr sind.


Von der herrlichen Ebene der Kathedrale aus soll ein versteckter Pfad weiter den Berg hinauf führen. Nach mehrstündigem riskantem Aufstieg erreicht man die Wurzeln eines uralten Baumes, der viele Dutzend Schritt höher an der nackten Felswand verwurzelt ist. Dort soll sich das Heiligtum befinden.
Gidrosch gilt als das wohlhabendste Viertel der Stadt. Nur wenige, dafür sehr große und reich verzierte Anwesen stehen auf der kleinen Plattform. Hier befinden sich erlesene Schänken, ein Badehaus, Schmuckhändler und das Ratsgebäude. Von dessen Felsvorsprung lassen sich große Teile Karpulsars überblicken.


''Spielleiterinformationen:''
Namensgeber ist eine etwa zehn Schritt hohe grauzwergische Siegessäule. In Bildern und Inschriften erzählt sie von Gidrosch, einem Hauptmann der Hammerhände, und seinen Kämpfen. Ursprünglich ging die Säule in ein weitläufiges Bodenmosaik über, das auch benachbarte Häuser einbezog. Davon sind nur noch Bruchstücke erhalten.
Alleine aufgrund der Beschreibung sollte klar werden, dass gewöhnliche Menschen diesen Ort noch nie zu Gesicht bekommen haben. Wesen, die nicht Experten auf dem Gebiet Klettern, Pfadfinden, Gewandtheit, Geschick und nicht zuletzt Mut sind, sollten von einem Aufstieg zurückschrecken. Ein Fehltritt ist in dem Bereich des Heiligtums tatsächlich tödlich und sollte nicht leichtsinnig versucht werden.


Glücklicherweise existiert in den detaillierten Reiseberichten des [[:Kategorie:Zwerge|Zwergen]] [[Radgar#Gimmlings_Schule_der_Mechanik|Gimmling]] eine Beschreibung des Heiligtums, da er bei einer Erkundungsfahrt mit seinem Luftschiff auch in Karpulsar Rast einlegte.
Von Gidrosch führt ein schlichtes menschliches Tor zur Ebene Hahnendrachen. Ein zweiter Weg steigt zunächst über eine steile Treppe ab und erreicht dann eine mehr als siebzig Schritt lange steinerne Bogenbrücke. Sie überspannt den Zugang zur Drachenschlucht und verbindet Gidrosch mit der hoch gelegenen Plattform der Kathedrale.
<blockquote>
Auszug aus dem XXVI Kapitel des Menschenreiches, „Region Valoria/Karpulsar“


"Gut dreihundert Schritt über der Ebene der Kathedrale wächst windgeschützt in einer Felsschlucht ein merkwürdiger Baum. Durch das Zwergenrohr, war es mir erlaubt all jene Kleinigkeiten zu beschreiben, die dem Betrachter aus der Ferne verborgen bleiben. Ein Aufstieg zu diesem Baum erscheint mir als Wahnsinn, wenngleich meine Neugier derart geweckt wurde, dass ich noch tagelang von diesem Ort in meinen Träumen verfolgt wurde.
=== Hahnendrachen ===


Der Baum misst insgesamt über 50 Schritt, wobei noch einmal so lang sich seine Wurzeln frei am Fels hängend nach unten winden. Genau genommen handelt es sich sogar um zwei Bäume, der eine von der Ostspalte her kommend, der andere von der Westseite her. Der im Osten erscheint modrig und von dunkler Färbung, als sei er schon vor langer Zeit bei einem Unwetter im innersten gebrochen. Der andere jedoch sprießt im herrlichsten Grün in alle Richtungen. Weiter oben verbinden sich die beiden Stämme und wetteifern gemeinsam wie zwei [[Wasserdrachen]] im Spiel vor einem schnellen Segelboot. Die Knoten und Windungen sind derart verworren, dass bald nicht mehr zu erkennen ist welcher Ast, welcher Zweig von welchem Baum her stammt. Die mächtige Krone nimmt im obersten Bereich die gesamte Felsspalte ein und bietet im Gesamten einen herrlichen Anblick."</blockquote>
Hahnendrachen zeigt die deutlichste Vermischung menschlicher und grauzwergischer Bauweisen. Windschiefe Holzgeschosse stehen auf älteren Felswohnungen, neue Durchbrüche verbinden Stein und Holz, und manche ursprüngliche Behausung wurde vollständig durch ein Menschenhaus ersetzt. Grauzwergische Baumeister betrachten viele dieser Veränderungen mit offener Missbilligung; menschliche Besucher empfinden gerade das unregelmäßige Gesamtbild als lebendig.


Dank der Regentschaft des Illiasan wurden auch den Menschen die Bibliotheken der Elfen zugänglich, so dass heute schon eine Abschrift über den Magier Lech´ma´Gwen in der Bibliothek zu Kalesch existiert, die diesen Baum noch näher beschreibt:
Hier wohnen vor allem Arbeiter, Handwerker und einfache Stadtbürger. Kleine Läden, günstige Tavernen und Gasthäuser bestimmen die Straßen. Die Botenstation der Blauen Reiter macht Hahnendrachen zugleich zu einem wichtigen Nachrichtenknoten. An der Westseite befindet sich eine geheime Ausfallpforte, die im Kriegsfall oder für besonders vertrauliche Botschaften genutzt werden kann.
<blockquote>
„Wie im Traum wandelte ich den Pfad hinauf, bis ich an den Wurzeln meines Ziels angekommen war. In tiefer Dankbarkeit versetzte ich mich in Meditation und vergaß Raum und Zeit.


Die Wurzeln schlossen sich um meinen Körper und es schien mir als würden Wenden wie Augenblicke verstreichen. Die Wurzeln reichten mich nach oben und als ich meine Augen wieder öffnete sah ich direkt in das Heiligtum hinein.
=== Klagende Säulen ===


Eine bezaubernde Schönheit aus dem Holz der beiden Stämme gewachsen blickte auf mich mit bernsteinfarbenen Augen herab. Ihr Haar verband sich mit den feinsten Masserungen der Rinde und ihr bloßer Oberkörper war von derart graziler Gestalt, dass mein Herz aufhören wollte zu schlagen. Anstelle der Beine verdickte sich ihr Unterleib, bis er fließend zu beiden Seiten hin sich mit den beiden Bäumen verband.
Ein schmaler, in den Hang getriebener Steinpfad führt durch eine Reihe baumdicker Felssäulen. Der kalte Wind aus Richtung des [[Frostwurmwald]]s pfeift unablässig durch die Zwischenräume. Grauzwergische Windspiele aus schweren Eisenröhren verstärken das Heulen mit tiefen und hellen Tönen und gaben der Ebene ihren Namen.


Arme, so schlank und schön, wie sie kein Künstler hätte herstellen können, bildeten mit einer schöpfenden Handhaltung ein Gefäß für eine Opfergabe. Hätte in diesem Augenblick die Schönheit verlangt mein Herz zu opfern – ich hätte keinen Augenblick gezögert.
Bis zum frühen Nachmittag stehen hier fahrende Händler und Krämer mit Bauchläden. Auch Kriegsversehrte und Bettler suchen an den geschützteren Stellen der Säulen nach Almosen. Am Ende des Ganges öffnet sich eine unscheinbare, an einen verlassenen Steinbruch erinnernde Plattform. Dort beginnt der kontrollierte Zugang zum Zwergenviertel.


Aus den flankierenden Bäumen, die sich über der Gestalt wie kunstvolles Flechtwerk miteinander verbanden, ragten je vier armdicke Äste, die das Wesen wie ein schützendes Gitter umschließen.
=== Zwergenviertel ===


Die Gestalt erschien, obwohl fest mit den Stämmen verwachsen, in Bewegung. Der Oberkörper  bebte im Spiel von Licht und Schatten, als ich festen Glaubens in den innersten Bereich eintrat. Die zu einer Schale geformten Hände erschienen  gütig, bittend, aber auch bestimmt.
Das Zwergenviertel wird überwiegend von Grauzwergen bewohnt. Seine wenigen sichtbaren Häuser stehen so dicht beieinander, dass ein Eselskarren kaum durch die Gassen passt. Steinplatten überdecken viele Zwischenräume und verwandeln sie in schummrige Stollen. Die Bauweise schützt vor Schnee und eisigem Wind, zwingt größere Besucher jedoch häufig zum gebückten Gehen.


Mit sanfter doppelter Stimme begann darauf das Wesen mit mir zu sprechen. Ein Klang, dessen bloße Erinnerung mich noch bis ans Ende der Tage zu Tränen rühren wird:
Hinter den einzelnen Türen liegt kein gewöhnliches Häusergeviert, sondern ein zusammenhängender Komplex aus Werkstätten, Lagern und Wohnräumen. Im größten Gemeinschaftsraum brennt ein gewaltiger Schmiedeofen mit mehreren Öffnungen. Gold-, Silber- und Eisenschmiede arbeiten hier neben Waffen-, Rüstungs- und Grobschmieden. Ihre Erzeugnisse gelten als außerordentlich zuverlässig und entsprechend teuer. Fürsten und Könige haben bereits Aufträge erteilt; gewöhnliche Preisverhandlungen beeindrucken die Meister kaum.
„Wir wissen über das Ende der Zeit und tragen die Sorgen der Welt im Herzen. Versuch die Stimme der Welt mit deiner Gabe zu wecken und wir sprechen sie aus.  


"Reiche was wir wollen eines und doch beides: Tod und Leben, in einem vereint."...
Das Viertel ist zugleich Umschlagplatz für Waren aus tieferen Bereichen des Zwergenbergs. Besucher dürfen jedoch weder die rückwärtigen Tore noch die anschließenden Stollen ohne ausdrückliche Erlaubnis betreten. Die Grauzwerge sprechen selten darüber, welche Verbindungen noch genutzt werden und welche Teile des Berges aufgegeben oder gefährlich sind.
"</blockquote>
Der Elf Lech´ma´Gwen konnte das Rätsel lösen und wurde reich beschenkt. In den Jahrhunderten, die folgten wurde er einer der bedeutendsten Elfenfürsten im gesamten Elfenreich und kämpfte in den legendären Drachenkriegen.  
Die Legende besagt, dass er schließlich seinen Geist mit einem goldenen Drachen verband, um für alle Zeit das Elfenreich vor den schwarzen Drachen zu beschützen.  


===Hahnendrachen===  
== Drachenschlucht und Zugang zum Zwergenberg ==
Dieser Teil der Stadt wird von den Zwergen gemieden. Zu eindrücklich sind die tölpelhaften Versuche die Baukunst der Zwerge mit denen der Menschen zu vermischen. Windschiefe Holzbauten wurden auf die in den Fels gehauenen Wohnungen aufgesetzt. Durchbrüche, an Stellen, die ein Zwerg niemals geduldet hätte verbinden Holz mit Stein. Ebenso wurden sogar einige der zwergischen Behausungen abgetragen und völlig neue Menschenhäuser an ihrer Stelle errichtet. In dem durcheinander der beiden Kulturen liegt jedoch für das menschliche Auge genau der Reiz. Die einfachen Arbeiter und viele Städter leben hier. Eine Botenstation der [[Blaue Reiter]] sendet täglich Nachrichten nach Valoria, Königsplatz und sogar nach Kalesch. Für das passende Geld können hier Briefe aufgegeben werden, die bis in die [[Täler des Großen Rückens]], die [[Fürstentümer]] des Reiches oder ins [[Zweistromtal]] geschickt werden.


Die Preise in den Tavernen und Gasthäusern sind moderat und die Ebene bietet mit ihren zahlreichen kleinen Läden fast alles was man sich wünschen kann.
Die Drachenschlucht ist ein schmales, meist dämmriges Plateau hinter einem unscheinbaren Felsspalt. Am breiteren Ende sichern schwere Speerschleudern, hüfthohe Steinwälle und unterirdische Wachräume ein reich geschmücktes eisernes Tor. Die Stellungen sind fast ständig mit grauzwergischen Kriegern besetzt.


''Spielleiterinformation:
Die Anlage wurde eigens zur Abwehr von Drachen geschaffen. Ein überlieferter Angriff eines [[Felsdrache]]n zeigt ihre Wirkung: Das Tier musste in der engen Schlucht langsam landen, wurde von Speerschleudern und Armbrüsten getroffen und anschließend von mehreren Seiten angegriffen. Sein Schädel wurde über dem Tor angebracht. Die Grauzwerge erinnern bis heute an die vier gefallenen Verteidiger, die nach ihrem Glauben in [[Brindosch]]s Esse einzogen.
Es gibt an der Westseite der Ebene einen geheimen Zugang, der in Zeiten des Krieges als Ausfallpforte dient. Geheime Botschaften werden heute noch auf diesem Weg aus der Stadt geschickt.''


===Klagende Säulen===
Für Menschen endet der Weg gewöhnlich vor den ersten Stellungen. Das eiserne Tor gilt als Zugang zum Zwergenberg, doch sein genauer Verlauf und seine Verbindung nach Mor'dra werden nicht öffentlich erklärt.
Nach dem anstrengenden Aufstieg erreicht man einen schlichten Steinpfad, der gut drei Schritt in den Fels getrieben wurde. Um die Felsmassen am abrutschen zu hindern wurden baumdicke Säulen an der Hangseite belassen. Zu jeder Zeit pfeift hier der eiskalte Nordwind aus dem entfernten [[Frostwurmwald]] durch und gibt so dem Säulengang seinen Namen. Zwischen den Säulen wurden schon vor langer Zeit zwergische Windspiele aufgehängt um angeblich die Geister zu vertreiben. Die eisernen Röhren untermalen das Heulen des Windes mit mal dumpfen mal hellen Klängen und tragen für menschliche Ohren nicht gerade dazu bei die Furcht vor Geistern zu verjagen.


Bis in die späte Mittagszeit sind hier auch fahrende Händler, Krämer mit Bauchläden und einige kriegsversehrte Bettler zu finden.
== Drachenzahn ==


====Zugang zum Zwergenviertel====
Weit über der Stadt ragt ein etwa drei Dutzend Schritt langer Felsvorsprung aus dem Zwergenberg. Auf seiner nur ungefähr zehn Schritt breiten Plattform steht der Wehr- und Wachturm Drachenzahn. Versteckte, in den Fels gehauene Treppen führen von Karpulsar hinauf; ein sichererer Weg soll durch innere Bereiche des Berges verlaufen.
Von dem Säulengang aus öffnet sich eine kleine Ebene, die eher unscheinbar wie ein verlassener Stollen oder ein kleiner Steinbruch aussieht. Grund hierfür ist die Abkehr der Zwerge vor dem Prunk und Protz – eh meist Auftragsarbeiten für die Menschen – und hin zu dem wesentlichen: Dem Schürfen, Veredeln und Horten von Metall, Stein und Kristall. Eine von Zwergen gestellte Wache fragt jeden nach seinem Begehr und führt ihn meist direkt zu seinem Ziel.


===Zwergenviertel===
Uralte Speerschleudern, lange Schäfte und weitere Waffen erinnern an die Zeit der Drachenangriffe. Sie sind heute mit Wachstüchern und Fellen geschützt, könnten bei Gefahr jedoch wieder hergerichtet werden. In der Mitte des Turms steht das silberne Drachenhorn des alten Bündnisses. Es ist als sich zum Himmel windender Drache gearbeitet. Eine Inschrift setzt den letzten großen Drachenangriff auf Karpulsar in die vorkaiserliche Zeit.
Die wenigen Häuser, die zwischen den schroffen Steinen hervorstechen wurden derart eng beieinander gebaut, dass kaum ein Eselskarren hindurch passt. Noch dazu sind Steinplatten über die engen Häuserschluchten gelegt worden, die die Gassen fast nahtlos abdichten und so zu schummrigen Stollen werden lassen.


Grund sollen die harten Wintereinbrüche und der viele Schneefall sein, der den Zwergen gar nicht gefällt, jedoch ist es nicht zu übersehen, dass die Zwerge ihren Spaß daran haben, die hochgewachsenen Menschen tief gebückt in ihre Behausungen zu führen.
== Kathedrale und elfisches Heiligtum ==


Im Innern einer Behausung wird deutlich dass es sich hierbei nicht um mehrere einzelne Häuser handelt, sondern vielmehr um voneinander abgetrennte Räume, die allesamt zu einem gemeinsamen Raum an der Felswand des Zwergenberges führen. Hier ist ein gewaltiger Schmiedeofen, den Stunde um Stunde zwei Zwerge mit Steinkohlebrocken anheizen. Der Ofen ist derart riesig, dass er von mehreren Öffnungen aus gleichzeitig benutzt werden kann. Die größte Öffnung ist sicherlich für die Herstellung von schwerem Kriegsgerät gedacht, da ein ganzer Ochse bequem durch passen würde.
Auf einer der höchsten Plattformen steht die [[Kathedrale des Lichts zu Karpulsar]]. Das weithin sichtbare Heiligtum des Ignatus beherbergt zugleich die Akademie des Lichts, die wichtigste Ausbildungsstätte der Lebensmagier des Kultes. Auch Heiler werden dort ausgebildet. Wasserläufe auf dem Dach speisen achtzehn engelförmige Stützstreben und umfließen anschließend das Gebäude.


Alle Spielarten des Schmiedehandwerks sind hier zu finden: Feinschmiede für Gold, Silber und Eisen sowie Waffen-, Rüstungs- und Grobschmiede. Weiterhin gibt es Spezialisten, die auch auf die abwegigsten Wünsche ihrer Kunden eingehen können.
Noch höher am Zwergenberg soll das [[Elfisches Heiligtum am Zwergenberg|Elfische Heiligtum am Zwergenberg]] liegen. Der verborgene Ort wird mit zwei ineinander verwachsenen Bäumen und einem rätselhaften Wesen aus lebendem Holz in Verbindung gebracht. Der Aufstieg gilt als lebensgefährlich, und die meisten Einwohner kennen das Heiligtum nur aus Erzählungen.
Die Gegenstände sind allesamt von höchster Qualität, die auch selbstverständlich ihren Preis haben. Da hier schon Fürsten und Könige vorstellig wurden, ist nicht anzunehmen, das die Preise in irgend einer Form verhandelbar sind.


===Der Drachenzahn===
== Alltag und Fremde ==
Weit über der eigentlichen Stadt Karpulsar ragt ein Felsvorsprung gut drei Dutzend Schritt aus dem Felsmassiv des Zwergenberges heraus. Auf diesem kleinen Plateau verstanden es die Zwerge, einen stattlichen Wehr- und Wachturm zu errichten, der einen guten Überblick über die gesamte Ebene Karpulsars und weite Teile des Zwergenberges bietet. In den Fels gehauene, versteckte Treppen ermöglichen einen gefährlichen Aufstieg von der Stadt zum Turm. Wer die Erlaubnis erlangt hat, die alte Zwergenstadt betreten zu dürfen (was jedoch höchst unwahrscheinlich ist), kann jedoch das Plateau durch die unterirdische Stadt sicher und komfortabel erreichen.


Auf der gut 10 Schritt breiten Plattform zeugen uralte Waffen von den eigentlichen Gefahren, die hier einst bestanden: Eisenbeschlagene Speerschleudern und überlange Speerschäfte ragen heute noch weit über die Brüstung des Wachturmes hinaus. Die Speerschleudern sind zwar mit dicken Wachstüchern und Fellen umschnürt und Speerschäfte ragen ohne ihre fürchterlichen Spitzen zu allen Seiten, jedoch vermitteln die Waffen immer noch ein unheimliches Gefühl von Hilflosigkeit gegenüber der Urgewalt von den sagenumwobenen [[Drachen]]. Inmitten des Wachturmes steht ein silbernes zwergisches Kunstwerk in Form eines sich zum Himmel windenden Drachens. Es dient als Signalhorn für einen erneuten Drachenangriff; eine Inschrift betitelt den letzten Drachenangriff auf die Stadt auf [[Geschichte Mittelreich|vorkaiserliche Zeit]].
Das tägliche Leben richtet sich nach den Höhenunterschieden der Stadt. Lasten werden auf Karren bis zum Drachenbrunnen gebracht und von dort mit kleineren Wagen, Tragtieren, Flaschenzügen und menschlichen Trägern weiterbefördert. Bei Schnee oder Eis können einzelne Wege tagelang gesperrt sein. Vorratshaltung besitzt deshalb einen hohen Stellenwert.
 
Zwischen Menschen und Grauzwergen herrscht ein altes, überwiegend nüchternes Bündnis. Man handelt miteinander, verteidigt dieselben Mauern und streitet über Umbauten, Preise und Zugangsrechte. Menschen bewundern die Beständigkeit der zwergischen Werke, während viele Grauzwerge die menschlichen Aufbauten für leichtfertig halten. Offene Feindschaft ist selten, doch Vertraulichkeit entsteht meist erst nach jahrelanger Zusammenarbeit.
 
Fremde sollten sich an die benannten Kunstwerke halten, keine verschlossenen Wartungswege öffnen und an zwergischen Toren geduldig auf eine Wache warten. Wer versucht, heimlich in das Kanalsystem oder den Zwergenberg einzudringen, wird nicht als neugieriger Reisender, sondern als möglicher Spion behandelt.
 
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
 
* In der Nacht hallt ein einzelner Ton aus dem silbernen Drachenhorn, obwohl der Drachenzahn verschlossen und unbesetzt sein soll.
* Mehrere Händler aus Valoria warten vergeblich auf eine grauzwergische Lieferung. Die Wachen des Zwergenviertels verweigern jede Auskunft, während aus einem verschlossenen Stollen Rauch dringt.
* Im Kanalsystem wurde eine steinerne Tür gefunden, die auf keinem Wartungsplan verzeichnet ist. Ihr Relief zeigt Karpulsar ohne menschliche Häuser.
* Teile des alten Mosaiks um die Säule des Gidrosch beginnen nach starkem Regen zu leuchten. Ein grauzwergischer Geschichtenerzähler behauptet, die fehlenden Bilder seien keine Zierde, sondern eine Warnung.
* Ein Bote der Blauen Reiter verschwindet mit einer Nachricht für Kalesch. Seine Tasche wird wenig später nahe der geheimen Ausfallpforte gefunden.
* Die Wasserführung auf der Stadtmauer versiegt an mehreren Stellen. Während menschliche Baumeister Frostschäden vermuten, sprechen die Grauzwerge von Spuren großer Krallen im Zuflussstollen.
* Ein einflussreicher Bürger möchte die niedrige Brüstung der Bogenbrücke erhöhen lassen. Die Grauzwerge erklären, jede Veränderung würde die Statik gefährden, und beide Seiten verdächtigen einander, den Streit für andere Zwecke zu nutzen.
 
== Siehe auch ==
 
* [[Kathedrale des Lichts zu Karpulsar]]
* [[Elfisches Heiligtum am Zwergenberg]]
* [[Zwergenberg]]
* [[Mor`dra|Mor'dra]]
* [[Valoria]]
* [[Große Handelsstraße]]

Aktuelle Version vom 8. August 2026, 15:28 Uhr


Die über mehrere Felsstufen verteilte Festungsstadt Karpulsar am Zwergenberg

Karpulsar ist eine befestigte Bergstadt im Norden des Mittelreichs. Sie liegt an der Ostseite des Zwergenbergs, kaum eine halbe Tagesreise westlich der Großen Handelsstraße, und ist über eine kurze Nebenstraße mit ihr verbunden. Rund 5.000 Menschen und Zwerge leben auf den zahlreichen Felsplattformen der Stadt. Die menschliche Bevölkerung bildet die große Mehrheit; bei den Zwergen handelt es sich überwiegend um Grauzwerge aus der seit langer Zeit am Zwergenberg ansässigen Sippe.

Karpulsar ist zugleich Festung, Handelsplatz und Zugangsort zum Zwergenberg. Seine Ringmauer, Tore, Brücken und verborgenen Wege wurden größtenteils von grauzwergischen Baumeistern geschaffen. Zugleich prägen das kaiserliche Heer und der Ignatus-Kult das öffentliche Leben stärker als im nahe gelegenen Valoria. Waren aus dem Zwergenberg werden in Karpulsar geprüft, gehandelt und anschließend nach Valoria oder über die Große Handelsstraße in das übrige Kaiserreich weitergeleitet.

Geschichte

Karpulsar entstand zunächst als kleine menschliche Siedlung am Fuß des Zwergenbergs. Die Lage war gefährlich: Trolle aus dem Norden, Orks aus dem Westen und Drachen bedrohten die ersten Höfe. Nach einer Überlieferung des Zwergenbergs erschien in dieser Not eine verbannte grauzwergische Sippe. Ihre Krieger schlugen die Angreifer zurück und schlossen nach dreitägigen Verhandlungen mit dem Dorfältesten ein Bündnis.

Die Grauzwerge errichteten Wehrtürme, einen mächtigen Ringwall und die ersten befestigten Ebenen. Im Gegenzug lieferten die Menschen Holz, Korn, Ziegen und Schafe an die Bewohner des Berges. Aus dem Dorf entwickelte sich eine Festungsstadt, während sich die Zwerge auf einem bergnahen Plateau und in den dahinterliegenden Stollen niederließen. Als Zeichen des Bündnisses hinterließen sie ein silbernes Drachenhorn, mit dem bei einem erneuten Angriff Hilfe gerufen werden sollte.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Karpulsar immer weiter in den Fels gebaut. Neue Plattformen, Toranlagen, Zugbrücken, Wasserläufe und unterirdische Verbindungen kamen hinzu. Menschen setzten an vielen Stellen eigene Häuser auf die älteren Steinbauten oder veränderten vorhandene Räume. Das Ergebnis ist keine einheitlich geplante Stadt, sondern ein Geflecht aus grauzwergischer Festungsarchitektur und späteren menschlichen Erweiterungen.

Die alten Verteidigungsanlagen wurden in der Geschichte der Stadt nie vollständig überwunden. Dadurch gewann Karpulsar eine besondere Bedeutung für die Sicherung des nördlichen Mittelreichs. Heute schützt die Stadt nicht nur die Handelsverbindung nach Valoria, sondern überwacht auch den einzigen offen bekannten Zugang zum grauzwergischen Bereich des Zwergenbergs.

Stadtbild und Befestigungen

Schon aus der Ferne wirkt Karpulsar eher wie eine gewaltige Bergfestung als wie eine gewöhnliche Stadt. Die unterste Ebene liegt auf einem Felsvorsprung etwa 50 Schritt über dem Umland. Darüber steigen weitere bebaute Plateaus unregelmäßig am Berg an. Manche liegen fast übereinander, andere sind durch Schluchten, steile Felspfade oder Brücken voneinander getrennt.

Die Ebenen können durch Tore und Zugbrücken gegeneinander abgeriegelt werden. Für Fremde ist häufig weder zu erkennen, welche Plattform als Nächstes folgt, noch welcher Weg tatsächlich dorthin führt. Engstellen, Schießscharten, hohe Mauern und scheinbar nutzlose Abzweigungen sind Teil eines Verteidigungssystems, das Angreifer verlangsamen und in kleine Gruppen aufteilen soll. Selbst innerhalb der Stadt benötigen Reisende oft genaue Wegbeschreibungen.

Die einzelnen Ebenen tragen meist den Namen eines auffälligen Kunstwerks. Statuen, Mosaike, Brunnen und Säulen dienten damit nicht nur der Zierde, sondern auch als Orientierungspunkte. Viele dieser Werke stammen von grauzwergischen Steinmetzen und erinnern an Schlachten, Handwerke oder alte Helden. Erst in jüngerer Zeit haben menschliche Künstler eigene Fassaden, Holzaufbauten und Bildwerke ergänzt.

Die Stadt besitzt nur ein großes Außentor. Es führt auf die Ebene des Drachenbrunnens. Die Rückseite Karpulsars wird durch den bearbeiteten Steilhang des Zwergenbergs geschützt. Dort ist der Fels absichtlich so glatt und abweisend gestaltet, dass er kaum erklommen werden kann. Weit oberhalb der Wohnbereiche ragt der Wachturm Drachenzahn über das Umland.

Herrschaft und Sicherheit

Die zivilen Angelegenheiten werden in einem Rat behandelt, der sich im Ratsgebäude auf der Ebene Gidrosch versammelt. Ihm gehören einflussreiche Bürger der Stadt an. Größere Handelsfragen, Vorratshaltung, Bauarbeiten und öffentliche Feste werden dort beraten. Das Gebäude dient zugleich als Wachhaus, Gefängnis und geschützter Vorratsspeicher.

Die militärische Bedeutung Karpulsars verleiht den kaiserlichen Soldaten und dem Stadtkommandanten erheblichen Einfluss. Die Wachen sichern vor allem das Haupttor, die Übergänge zwischen den Ebenen, die Drachenschlucht und die Speicher. Im Verteidigungsfall können einzelne Stadtteile voneinander getrennt werden, ohne dass die gesamte Stadt aufgegeben werden muss.

Die Grauzwerge ordnen ihre inneren Angelegenheiten weitgehend selbst. Im Zwergenviertel und an der Drachenschlucht gelten ihre Wachen als letzte Instanz. Menschen erhalten dort nur Zugang, wenn sie ein nachvollziehbares Anliegen haben oder von einem bekannten Handelspartner begleitet werden. Wie weit die Wege hinter den sichtbaren Toren tatsächlich in den Zwergenberg und nach Mor'dra führen, wissen nur wenige Außenstehende.

Handel und Versorgung

Der größte Markt liegt auf der Ebene des Drachenbrunnens. Hier werden Lebensmittel und Baustoffe aus dem Umland angeliefert, Fuhrwerke zusammengestellt und Waren für die Reise nach Valoria oder zur Großen Handelsstraße umgeladen. Valoria ist zu Fuß in ungefähr zwei Tagesmärschen erreichbar und bildet den wichtigsten Abnehmer für Erzeugnisse aus dem Zwergenberg.

Besonders begehrt sind Roherz, Waffen, Rüstungen und hochwertige Werkzeuge. Die Grauzwerge bestimmen, welche Waren und Mengen den Berg verlassen. Ein Teil wird unmittelbar in den Schmieden des Zwergenviertels verarbeitet; andere Lieferungen erreichen Karpulsar über streng bewachte Zugänge. Für menschliche Händler bleibt meist unklar, aus welchem Teil des weitläufigen Berges eine Lieferung stammt.

Im Gegenzug gelangen Korn, Holz, Kohle, Vieh, Tuch und weitere Güter des täglichen Bedarfs nach Karpulsar und zum Zwergenberg. Die Landwirtschaft in der näheren Umgebung ist nur mäßig ertragreich. Viele Wälder an der Ostseite des Berges wurden bereits vor langer Zeit gerodet, und die Stadt ist deshalb auf Bauerndörfer zwischen Karpulsar und Valoria angewiesen.

Die Verbindung zur Großen Handelsstraße wird wie ein Teil der Hauptroute behandelt, obwohl die Straße nicht unmittelbar durch die Stadt führt. Boten, Händler und Soldaten benötigen für den Abzweig nur eine halbe Tagesreise. Die Botenstation der Blauen Reiter unterhält tägliche Verbindungen nach Valoria und Königsplatz; Nachrichten nach Kalesch, in die Täler des Großen Rückens, die Fürstentümer und das Zweistromtal werden von dort weitergeleitet.

Das Kanalsystem

Unter Karpulsar liegt ein weitläufiges Netz aus Rohren, Wartungsgängen und Sammelbecken. Auf vielen Wegen sind schwere, mit Löchern versehene Steinquader eingelassen. Mit speziellen Stangen und einer Hebevorrichtung lassen sie sich anheben und geben Zugänge zu den unterirdischen Gängen frei.

Grauzwergische Handwerker prüfen und reparieren das System regelmäßig. Über die Wartungswege lassen sich viele Ebenen erreichen, ohne das Tageslicht zu sehen. Die Zugänge sind jedoch nicht für den allgemeinen Verkehr bestimmt und werden bewacht oder verschlossen gehalten. Stadtwachen nutzen einzelne Strecken bei Bränden, Belagerungen und heimlichen Truppenbewegungen.

Mehrere Quellen wurden in früher Zeit zum Berg umgeleitet. Sie versorgen Brunnen und Haushalte mit Frischwasser und führen Schmutzwasser aus der Stadt. Ein schmaler Wasserlauf zieht sich außerdem über die Krone der äußeren Stadtmauer. Die frühen Drachenjäger bestanden auf dieser ungewöhnlichen Anlage, damit Löschwasser bei einem Angriff mit Drachenfeuer unmittelbar verfügbar wäre.

Die Ebenen Karpulsars

Drachenbrunnen

Der Drachenbrunnen ist die unterste und größte Ebene. Hinter dem einzigen Stadttor führt eine breite Steinstraße zum Hauptmarkt. Felswohnungen, Speicher, Werkhöfe, Tavernen und Herbergen säumen den Weg. Viele Bauten sind unmittelbar in den Stein gehauen; auf ihren flachen Dächern liegen weitere Plätze, Gärten oder jüngere Häuser. Die Bewohner unterscheiden deshalb zwischen dem Markt unterhalb und den darüberliegenden Wegen und Gebäuden oberhalb.

Im Zentrum des Marktes steht ein lebensgroß dargestellter Drache, der dem Platz seinen Namen gab. Reisende finden auf dieser Ebene die größte Auswahl an Unterkünften und können von hier aus mehrere andere Stadtteile erreichen. Gleichzeitig macht die Nähe zum Haupttor den Drachenbrunnen zum lautesten und geschäftigsten Bereich Karpulsars.

Vom hinteren Teil der Ebene führt ein bewachter Felsspalt in die Drachenschlucht. Ein anderer Weg steigt durch eine eigens angelegte Verteidigungspassage nach Gidrosch auf. Der Zugang zu den Klagenden Säulen beginnt mit einem langen, ungesicherten Aufstieg über den nackten Fels.

Gidrosch

Gidrosch gilt als das wohlhabendste Viertel der Stadt. Nur wenige, dafür sehr große und reich verzierte Anwesen stehen auf der kleinen Plattform. Hier befinden sich erlesene Schänken, ein Badehaus, Schmuckhändler und das Ratsgebäude. Von dessen Felsvorsprung lassen sich große Teile Karpulsars überblicken.

Namensgeber ist eine etwa zehn Schritt hohe grauzwergische Siegessäule. In Bildern und Inschriften erzählt sie von Gidrosch, einem Hauptmann der Hammerhände, und seinen Kämpfen. Ursprünglich ging die Säule in ein weitläufiges Bodenmosaik über, das auch benachbarte Häuser einbezog. Davon sind nur noch Bruchstücke erhalten.

Von Gidrosch führt ein schlichtes menschliches Tor zur Ebene Hahnendrachen. Ein zweiter Weg steigt zunächst über eine steile Treppe ab und erreicht dann eine mehr als siebzig Schritt lange steinerne Bogenbrücke. Sie überspannt den Zugang zur Drachenschlucht und verbindet Gidrosch mit der hoch gelegenen Plattform der Kathedrale.

Hahnendrachen

Hahnendrachen zeigt die deutlichste Vermischung menschlicher und grauzwergischer Bauweisen. Windschiefe Holzgeschosse stehen auf älteren Felswohnungen, neue Durchbrüche verbinden Stein und Holz, und manche ursprüngliche Behausung wurde vollständig durch ein Menschenhaus ersetzt. Grauzwergische Baumeister betrachten viele dieser Veränderungen mit offener Missbilligung; menschliche Besucher empfinden gerade das unregelmäßige Gesamtbild als lebendig.

Hier wohnen vor allem Arbeiter, Handwerker und einfache Stadtbürger. Kleine Läden, günstige Tavernen und Gasthäuser bestimmen die Straßen. Die Botenstation der Blauen Reiter macht Hahnendrachen zugleich zu einem wichtigen Nachrichtenknoten. An der Westseite befindet sich eine geheime Ausfallpforte, die im Kriegsfall oder für besonders vertrauliche Botschaften genutzt werden kann.

Klagende Säulen

Ein schmaler, in den Hang getriebener Steinpfad führt durch eine Reihe baumdicker Felssäulen. Der kalte Wind aus Richtung des Frostwurmwalds pfeift unablässig durch die Zwischenräume. Grauzwergische Windspiele aus schweren Eisenröhren verstärken das Heulen mit tiefen und hellen Tönen und gaben der Ebene ihren Namen.

Bis zum frühen Nachmittag stehen hier fahrende Händler und Krämer mit Bauchläden. Auch Kriegsversehrte und Bettler suchen an den geschützteren Stellen der Säulen nach Almosen. Am Ende des Ganges öffnet sich eine unscheinbare, an einen verlassenen Steinbruch erinnernde Plattform. Dort beginnt der kontrollierte Zugang zum Zwergenviertel.

Zwergenviertel

Das Zwergenviertel wird überwiegend von Grauzwergen bewohnt. Seine wenigen sichtbaren Häuser stehen so dicht beieinander, dass ein Eselskarren kaum durch die Gassen passt. Steinplatten überdecken viele Zwischenräume und verwandeln sie in schummrige Stollen. Die Bauweise schützt vor Schnee und eisigem Wind, zwingt größere Besucher jedoch häufig zum gebückten Gehen.

Hinter den einzelnen Türen liegt kein gewöhnliches Häusergeviert, sondern ein zusammenhängender Komplex aus Werkstätten, Lagern und Wohnräumen. Im größten Gemeinschaftsraum brennt ein gewaltiger Schmiedeofen mit mehreren Öffnungen. Gold-, Silber- und Eisenschmiede arbeiten hier neben Waffen-, Rüstungs- und Grobschmieden. Ihre Erzeugnisse gelten als außerordentlich zuverlässig und entsprechend teuer. Fürsten und Könige haben bereits Aufträge erteilt; gewöhnliche Preisverhandlungen beeindrucken die Meister kaum.

Das Viertel ist zugleich Umschlagplatz für Waren aus tieferen Bereichen des Zwergenbergs. Besucher dürfen jedoch weder die rückwärtigen Tore noch die anschließenden Stollen ohne ausdrückliche Erlaubnis betreten. Die Grauzwerge sprechen selten darüber, welche Verbindungen noch genutzt werden und welche Teile des Berges aufgegeben oder gefährlich sind.

Drachenschlucht und Zugang zum Zwergenberg

Die Drachenschlucht ist ein schmales, meist dämmriges Plateau hinter einem unscheinbaren Felsspalt. Am breiteren Ende sichern schwere Speerschleudern, hüfthohe Steinwälle und unterirdische Wachräume ein reich geschmücktes eisernes Tor. Die Stellungen sind fast ständig mit grauzwergischen Kriegern besetzt.

Die Anlage wurde eigens zur Abwehr von Drachen geschaffen. Ein überlieferter Angriff eines Felsdrachen zeigt ihre Wirkung: Das Tier musste in der engen Schlucht langsam landen, wurde von Speerschleudern und Armbrüsten getroffen und anschließend von mehreren Seiten angegriffen. Sein Schädel wurde über dem Tor angebracht. Die Grauzwerge erinnern bis heute an die vier gefallenen Verteidiger, die nach ihrem Glauben in Brindoschs Esse einzogen.

Für Menschen endet der Weg gewöhnlich vor den ersten Stellungen. Das eiserne Tor gilt als Zugang zum Zwergenberg, doch sein genauer Verlauf und seine Verbindung nach Mor'dra werden nicht öffentlich erklärt.

Drachenzahn

Weit über der Stadt ragt ein etwa drei Dutzend Schritt langer Felsvorsprung aus dem Zwergenberg. Auf seiner nur ungefähr zehn Schritt breiten Plattform steht der Wehr- und Wachturm Drachenzahn. Versteckte, in den Fels gehauene Treppen führen von Karpulsar hinauf; ein sichererer Weg soll durch innere Bereiche des Berges verlaufen.

Uralte Speerschleudern, lange Schäfte und weitere Waffen erinnern an die Zeit der Drachenangriffe. Sie sind heute mit Wachstüchern und Fellen geschützt, könnten bei Gefahr jedoch wieder hergerichtet werden. In der Mitte des Turms steht das silberne Drachenhorn des alten Bündnisses. Es ist als sich zum Himmel windender Drache gearbeitet. Eine Inschrift setzt den letzten großen Drachenangriff auf Karpulsar in die vorkaiserliche Zeit.

Kathedrale und elfisches Heiligtum

Auf einer der höchsten Plattformen steht die Kathedrale des Lichts zu Karpulsar. Das weithin sichtbare Heiligtum des Ignatus beherbergt zugleich die Akademie des Lichts, die wichtigste Ausbildungsstätte der Lebensmagier des Kultes. Auch Heiler werden dort ausgebildet. Wasserläufe auf dem Dach speisen achtzehn engelförmige Stützstreben und umfließen anschließend das Gebäude.

Noch höher am Zwergenberg soll das Elfische Heiligtum am Zwergenberg liegen. Der verborgene Ort wird mit zwei ineinander verwachsenen Bäumen und einem rätselhaften Wesen aus lebendem Holz in Verbindung gebracht. Der Aufstieg gilt als lebensgefährlich, und die meisten Einwohner kennen das Heiligtum nur aus Erzählungen.

Alltag und Fremde

Das tägliche Leben richtet sich nach den Höhenunterschieden der Stadt. Lasten werden auf Karren bis zum Drachenbrunnen gebracht und von dort mit kleineren Wagen, Tragtieren, Flaschenzügen und menschlichen Trägern weiterbefördert. Bei Schnee oder Eis können einzelne Wege tagelang gesperrt sein. Vorratshaltung besitzt deshalb einen hohen Stellenwert.

Zwischen Menschen und Grauzwergen herrscht ein altes, überwiegend nüchternes Bündnis. Man handelt miteinander, verteidigt dieselben Mauern und streitet über Umbauten, Preise und Zugangsrechte. Menschen bewundern die Beständigkeit der zwergischen Werke, während viele Grauzwerge die menschlichen Aufbauten für leichtfertig halten. Offene Feindschaft ist selten, doch Vertraulichkeit entsteht meist erst nach jahrelanger Zusammenarbeit.

Fremde sollten sich an die benannten Kunstwerke halten, keine verschlossenen Wartungswege öffnen und an zwergischen Toren geduldig auf eine Wache warten. Wer versucht, heimlich in das Kanalsystem oder den Zwergenberg einzudringen, wird nicht als neugieriger Reisender, sondern als möglicher Spion behandelt.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • In der Nacht hallt ein einzelner Ton aus dem silbernen Drachenhorn, obwohl der Drachenzahn verschlossen und unbesetzt sein soll.
  • Mehrere Händler aus Valoria warten vergeblich auf eine grauzwergische Lieferung. Die Wachen des Zwergenviertels verweigern jede Auskunft, während aus einem verschlossenen Stollen Rauch dringt.
  • Im Kanalsystem wurde eine steinerne Tür gefunden, die auf keinem Wartungsplan verzeichnet ist. Ihr Relief zeigt Karpulsar ohne menschliche Häuser.
  • Teile des alten Mosaiks um die Säule des Gidrosch beginnen nach starkem Regen zu leuchten. Ein grauzwergischer Geschichtenerzähler behauptet, die fehlenden Bilder seien keine Zierde, sondern eine Warnung.
  • Ein Bote der Blauen Reiter verschwindet mit einer Nachricht für Kalesch. Seine Tasche wird wenig später nahe der geheimen Ausfallpforte gefunden.
  • Die Wasserführung auf der Stadtmauer versiegt an mehreren Stellen. Während menschliche Baumeister Frostschäden vermuten, sprechen die Grauzwerge von Spuren großer Krallen im Zuflussstollen.
  • Ein einflussreicher Bürger möchte die niedrige Brüstung der Bogenbrücke erhöhen lassen. Die Grauzwerge erklären, jede Veränderung würde die Statik gefährden, und beide Seiten verdächtigen einander, den Streit für andere Zwecke zu nutzen.

Siehe auch