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Kategorie:Borrograd

Aus Meister der Magie Wiki
Küste, Wälder und die schneebedeckten Frostzacken prägen die Landschaft der Nordlande.

Die Nordlande, von ihren Bewohnern Borrograd genannt, bilden den rauen Norden Ganthors. Zwischen dem kalten Nordmeer und den schneebedeckten Gipfeln der Frostzacken liegen windgepeitschte Küsten, ausgedehnte Nadelwälder, karge Tundren und nur wenige fruchtbare Täler. Lange Winter, gefährliche Seewege und die schwer zugänglichen Gebirge haben ein Land hervorgebracht, dessen Siedlungen weitgehend auf sich allein gestellt sind.

Die Nordlande bilden kein geeintes Reich. Vier unabhängige Küstenstädte – Boluk, Brokheim, Frajashafen und Stunhall – ringen um Handel, Einfluss und die Gefolgschaft der umliegenden Dörfer. Außerhalb ihrer Machtbereiche bestimmen örtliche Clans, Dorfgemeinschaften und alte Bräuche das Leben. Manche entlegenen Landstriche unterstehen überhaupt keiner dauerhaften Herrschaft.

Die vorherrschende Bevölkerung sind die Nordländer, die in alten Überlieferungen auch Bronnen genannt werden. Trotz aller regionalen Unterschiede verbinden sie ihre Sprache, die Seefahrt, die Verehrung der Titanen und ein reiches Erbe aus Sagen und Liedern. Gegenüber Fremden erscheinen viele Nordländer zunächst verschlossen, doch Gastfreundschaft und gegenseitige Hilfe gelten in einem Land, in dem niemand den Winter allein übersteht, als hohe Tugenden.

Geografie

Lage und Grenzen

Borrograd erstreckt sich entlang der nördlichen Küste Ganthors. Im Norden bildet das Nordmeer eine natürliche Grenze. Im Landesinneren erhebt sich das gewaltige Frostzackengebirge, das weite Teile des Nordens von den südlicheren Regionen trennt. Nur wenige Pässe und Täler erlauben eine Überquerung.

Südlich von Stunhall setzt sich die Küste als Steilküste fort. Der Abschnitt nördlich von Fergaborg ist ein weitgehend unbesiedeltes Niemandsland, in dem weder die Städte Borrograds noch die weiter südlich gelegenen Siedlungen eine dauerhafte Herrschaft ausüben. Erst südlich von Fergaborg geht die Steilküste allmählich in die Merrasebene über.

Südlich des Frostwurmwaldes grenzt das Weite Hügelland an Borrograd. Im Osten liegt zwischen Boluk und der Stadt Valoria das Land der Riesen, eine gefährliche und kaum besiedelte Grenzzone zwischen Mittelreich und den Nordlanden. Valoria gehört politisch und geografisch zum Mittelreich, ist aber der wichtigste Zugang zwischen diesem und den Nordlanden. Handel, Reisende und Nachrichten passieren in beiden Richtungen meist den Hafen der Stadt.

Die Grenzen Borrograds sind nur selten durch Befestigungen oder Grenzsteine gekennzeichnet. Sie verlaufen dort, wo die nordländische Besiedlung und der Einfluss der Küstenstädte enden. In entlegenen Wäldern und Gebirgstälern ist häufig nicht eindeutig zu sagen, welchem Land ein Ort zugerechnet wird.

Landschaft und Klima

Das Klima der Nordlande ist kalt und wechselhaft. Die Winter sind lang und schneereich, während Frühjahr und Sommer nur wenige Monate dauern. Vom Nordmeer ziehen feuchte Winde ins Land, die an den Frostzacken abregnen und im Winter schwere Schneefälle bringen. Stürme können die Schifffahrt tagelang zum Erliegen bringen und einzelne Siedlungen vollständig von ihrer Umgebung abschneiden.

An der Küste wechseln flache Tundren, felsige Strände, Fjorde und geschützte Buchten einander ab. Das Hinterland steigt zunächst in bewaldeten Hügeln und anschließend schroff zu den Frostzacken an. Zahlreiche Bäche und Flüsse führen Schmelzwasser aus dem Gebirge zum Meer. Sie bilden wichtige Verkehrswege für kleine Boote und für das Flößen von Holz.

Die Umgebung Stunhalls stellt eine auffällige Ausnahme dar. Vulkanischer Boden, heiße Quellen und Geysire erwärmen das Land und machen es zur fruchtbarsten Gegend Borrograds. Selbst dort bleiben Schneestürme und lange Winter eine Gefahr, doch die erwärmten Böden erlauben einen ertragreicheren Anbau als im übrigen Norden.

Regionen

Die Nordküste

Die Nordküste ist der am dichtesten besiedelte Teil Borrograds. Hier liegen die vier großen Städte sowie zahlreiche Fischerdörfer, befestigte Buchten und einzelne Gehöfte. Die meisten Siedlungen wurden an natürlichen Häfen oder Flussmündungen errichtet. Das Meer liefert Nahrung und bildet zugleich den wichtigsten Verkehrsweg des Landes.

Abseits der Städte prägen Tundra, niedrige Sträucher und windschiefe Baumgruppen die Küstenebenen. Rentiere, Wollnashörner und andere kälteresistente Tiere ziehen durch das Land; an den Stränden leben Robben und Seelöwen. Im Nordmeer kommen große Fischschwärme und Wale vor. Felsriffe, treibendes Eis und plötzlich aufziehende Stürme machen die Küste jedoch gefährlich.

Die Frostzacken

Die Frostzacken, auch Frostzackengebirge genannt, ziehen sich durch nahezu das gesamte Hinterland Borrograds. Ihre Nordhänge steigen vielerorts unvermittelt aus den bewaldeten Hügeln auf. Steilwände, Schluchten, Lawinen und Gletscher lassen nur wenige dauerhafte Wege zu. Manche Pässe können ausschließlich während der kurzen Sommermonate überquert werden.

In den Tälern und an den niedrigeren Hängen liegen Holzfällerdörfer, Bergbausiedlungen und alte Fluchtburgen. Weiter oben leben kaum noch Menschen. Dort hausen Bergtrolle und andere gefährliche Kreaturen. Auf den höchsten, von Eisstürmen umgebenen Gipfeln soll sich die sagenhafte Titanenfeste befinden.

Der Frostwurmwald

Südlich der Frostzacken erstreckt sich der Frostwurmwald, ein gewaltiger Nadelwald, der zum Hügelland hin allmählich lichter wird. Nur wenige Menschen haben sein Inneres erkundet. Frostwürmer, wilde Tiere und unwegsames Gelände machen Reisen gefährlich, während das Gebirge den Zugang von Norden erschwert.

Der Wald ist dennoch nicht unbewohnt. Halborkische und halbgoblinische Sippen ziehen zwischen Jagdgebieten und Winterlagern umher. Sie kennen verborgene Wege, heilige Plätze und die Spuren längst vergangener Bewohner. Die Ruinen der Alten Tempelstadt und der Versammlungsstein erinnern an Ereignisse, die außerhalb des Waldes beinahe vergessen sind.

Das Land der Riesen

Das Land der Riesen liegt zwischen Boluk und Valoria. Dichte Wälder, schwer zugängliche Täler, alte Ruinen und die Nachkommen gewaltiger Riesen machen die Region zu einem Niemandsland. Weder eine Stadt Borrograds noch das Mittelreich übt dort verlässlich Herrschaft aus.

Vor Jahrhunderten versuchten mittelländische Siedler, das Gebiet dauerhaft zu erschließen. Ihr Krieg gegen die Riesen endete mit dem Untergang ihrer Siedlungen und der Vergiftung eines Flusses. Heute zeugen überwachsene Mauern, Gräber und gewaltige Skelette von dieser Zeit. Reisende zwischen Boluk und Valoria meiden das Landesinnere und wählen nach Möglichkeit den Seeweg.

Gewässer und Verkehrswege

Straßen verbinden in Borrograd meist nur eine Stadt mit den Dörfern ihres unmittelbaren Umlands. Im Winter verschwinden viele Wege unter Schnee, im Frühjahr verwandeln Schmelzwasser und Schlamm sie in kaum passierbare Pfade. Im Gebirge können Lawinen innerhalb eines Augenblicks Wege zerstören, die über viele Jahre als sicher galten.

Das Meer ist deshalb die wichtigste Verbindung zwischen den Städten. Auch kleinere Siedlungen verfügen häufig über Anlegestellen und Boote. Flüsse wie das bei Frajashafen ins Meer mündende Freiwasser dienen der Holzflößerei und dem Transport von Waren aus dem Hinterland. Die wenigen Reisenden, die Borrograd auf dem Landweg erreichen, kommen meist über Valoria oder aus dem südlich gelegenen Hügelland.

Bevölkerung und Besiedlung

Nordländer in typischer Reise- und Kriegsausrüstung.

Die Nordländer

Die Nordländer stellen den größten Teil der Bevölkerung Borrograds. In alten Sagen und Namen werden sie auch als Bronnen bezeichnet. Der historische Begriff findet sich noch in den Bezeichnungen traditionsreicher Familien und wird von Skalden verwendet, wenn sie von den Vorfahren der heutigen Nordländer erzählen.

Die Bevölkerung der Nordlande bildet keine einheitliche Gemeinschaft. Eine Fischerfamilie an der Nordküste, ein Bergarbeiter in den Frostzacken und eine Händlerin aus Frajashafen teilen zwar Sprache und viele Bräuche, unterscheiden sich aber deutlich in Lebensweise und Weltsicht. Auch die Bewohner der vier Städte pflegen jeweils ein ausgeprägtes Selbstverständnis und betrachten die Eigenarten ihrer Nachbarn nicht selten mit Spott oder Misstrauen.

Weitere Bevölkerungsgruppen

Borrograd ist weniger abgeschottet, als sein Ruf vermuten lässt. In Stunhall lebt seit der Gründung der Stadt eine Gemeinschaft von Grauzwergen, die Bergbau und Metallverarbeitung betreibt. In jüngerer Zeit haben sich außerdem Rotbärte in der vulkanischen Region niedergelassen. Ihr Verhältnis zu den Grauzwergen ist angespannt.

Außerhalb Boluks besteht eine halborkische Gemeinde, deren Mitglieder eigene Handwerke und Gewerbe ausüben. Im Frostwurmwald leben Sippen mit halborkischen und halbgoblinischen Vorfahren. Auf abgelegenen Inseln vor der Küste sollen kleine Gemeinschaften von Eiselfen leben, die nur selten den Kontakt zu den Nordländern suchen.

In Frajashafen haben sich Händler, Handwerkerinnen und Seeleute aus dem Mittelreich, den Südlanden und den Zwergenreichen angesiedelt. Brokheim steht Fremden und besonders Magiern deutlich ablehnender gegenüber, heißt jedoch Halboger willkommen, deren Kraft im Steinbau, im Schmiedehandwerk und bei der Stadtwache geschätzt wird.

Siedlungsformen

Die meisten Nordländer leben in kleinen, weitgehend selbstständigen Dörfern. Eine Palisade oder ein niedriger Steinwall schützt Häuser und Vorräte vor Raubtieren, Plünderern und den schlimmsten Winterstürmen. Die Gebäude bestehen aus Holz und Feldstein, sind niedrig und lang gestreckt und besitzen steile Dächer. Häufig schließen Ställe unmittelbar an die Wohnräume an, damit die Wärme der Tiere im Winter genutzt werden kann.

Im Hinterland liegen Holzfäller- und Bergarbeitersiedlungen. An den Nordhängen der Frostzacken dienen alte Burgen mehreren Dörfern gemeinsam als Zuflucht. Während besonders harter Winter ziehen ganze Gemeinschaften hinter ihre Mauern. An der Küste bestimmen Fischerei, Werften und Lagerhäuser das Siedlungsbild. Die vier großen Städte sind gegenüber diesen kleinen Gemeinschaften außergewöhnliche Zentren von Handel, Handwerk und politischer Macht.

Herrschaft und Politik

Ein Land ohne gemeinsame Regierung

Borrograd besitzt weder eine Hauptstadt noch eine gemeinsame Herrschaft. Die vier großen Städte sind unabhängig und erkennen keine übergeordnete weltliche Macht an. Ihre Einflussgebiete entstehen aus Bündnissen mit Clans und Dörfern, aus Handelsbeziehungen und aus der Fähigkeit, Schutz zu gewähren. Sie besitzen deshalb keine unveränderlichen Grenzen.

Zwischen den Einflussbereichen liegen weite Gebiete, in denen örtliche Gemeinschaften ihre Angelegenheiten selbst regeln. Manche Dörfer leisten einer Stadt Abgaben, andere suchen nur in Zeiten großer Gefahr deren Schutz. Entlegene Siedlungen können über Jahre keinen Kontakt zu einer der großen Städte haben.

Clans und örtliche Herrschaft

Clans sind Großfamilien und Gefolgschaften, die ihre Abstammung häufig auf eine berühmte Person oder ein sagenhaftes Ereignis zurückführen. Ein mächtiger Clan kann Land besitzen, Schiffe ausrüsten, Krieger unterhalten oder ein bestimmtes Handwerk beherrschen. Sein Oberhaupt wird nach den jeweiligen Traditionen bestimmt; Alter, Ansehen, Abstammung, Reichtum und persönliche Fähigkeiten spielen dabei eine unterschiedliche Rolle.

Clanoberhäupter herrschen selten uneingeschränkt. Ältestenräte, Versammlungen freier Bewohner und die Priesterschaft können ihre Entscheidungen begrenzen. Ein Clan, der seine Gefolgsleute nicht schützt oder untragbare Abgaben verlangt, verliert rasch Unterstützung. Streitigkeiten werden durch Verhandlungen, Wettkämpfe, Schiedsgerichte oder – wenn alle anderen Mittel versagen – offene Gewalt entschieden.

Die vier großen Städte

Frajashafen ist die größte und wohlhabendste Stadt Borrograds. Fast alle bedeutenden Handelsrouten der Nordlande führen durch seine Bucht. Die drei Häuser der Stadtregierung vertreten Stadtviertel, Handel und Clans, misstrauen einander jedoch beständig.

Brokheim ist die militärisch einflussreichste Stadt und Teil des borrogradischen Kernlands. Seine Kriegsakademie bildet Soldaten, Stadtwachen und Offiziere aus. Steinbrüche, Bergbau und die Herstellung hochwertiger Waffen sichern der Stadt zusätzlichen Wohlstand.

Boluk liegt in einer bewaldeten Region. Nebel, der nahe Dunkelforst und der geheimnisvolle Clan Wulfgar bestimmen den Ruf der Stadt. Fischerei, Forstwirtschaft und ein kleiner Handelshafen bilden ihre wirtschaftliche Grundlage.

Stunhall wurde auf einem ausgedehnten Geysirfeld zwischen einem erloschenen Vulkan und zerklüfteten Fjorden erbaut. Warme Böden ermöglichen Landwirtschaft, während Zwerge die mineralreichen Berge ausbeuten. Die Stadt beherbergt mit dem Verein der arkanen Kunst außerdem die einzige nordländische Magierakademie.


Beziehungen zu den Nachbarregionen

Valoria ist der wichtigste Handelspartner und Vermittler zwischen Borrograd und dem Mittelreich. Das Verhältnis ist von gegenseitigem Nutzen, aber auch von Misstrauen geprägt. Viele Nordländer fürchten eine politische Einmischung des Kaiserreichs, während mittelländische Händler die Unabhängigkeit der Städte und die wechselnden örtlichen Abgaben beklagen.

Zum Weiten Hügelland bestehen vor allem lokale Handelskontakte. Die Steilküste südlich Stunhalls und das Land der Riesen bilden dagegen kaum kontrollierte Grenzräume. Schmuggler, Verbannte und Räuber nutzen diese Gebiete ebenso wie Reisende, die den Herrschaftsbereichen der Städte ausweichen wollen.

Wirtschaft und Verkehr

Lebensgrundlagen

Fischfang, Jagd und Viehzucht sichern den größten Teil der Ernährung. Ackerbau ist wegen des Klimas nur eingeschränkt möglich. Widerstandsfähige Getreidesorten und die als Tarnk bekannte Rübe wachsen auch in kargen Böden, bleiben aber wenig ertragreich. Besonders fruchtbar ist allein das vulkanisch erwärmte Umland Stunhalls.

Die Wälder liefern Bauholz, Brennstoff, Harz, Pilze, Beeren und Wild. In den Frostzacken werden Eisen, Stein und andere Mineralien gewonnen. Pelze, Tran, Leder, Walbein, Holz und Metallwaren gehören zu den wichtigsten Ausfuhrgütern. Viele Gemeinschaften verbinden mehrere Tätigkeiten miteinander und wechseln ihre Arbeit mit den Jahreszeiten.

Handel

Die Städte führen Getreide, Wein, Branntwein, feine Stoffe und andere Waren ein, die in Borrograd kaum hergestellt werden können. Im Gegenzug verlassen Holz, Pelze, Tran, Erze, Werkzeuge und Schiffe die nordländischen Häfen. Frajashafen ist der wichtigste Umschlagplatz, während Valoria einen großen Teil des Handels mit dem Mittelreich vermittelt.

Auch zwischen den Städten herrscht reger Austausch. Stunhaller Lebensmittel und Metalle gelangen auf dem Seeweg nach Brokheim, Boluk und Frajashafen; Bauholz aus den Wäldern wird zu den Werften geflößt; Brokheimer Werkzeuge und Waffen finden sich in fast jeder größeren Siedlung. Kleinere Küstenfahrer verbinden Dörfer, die auf dem Landweg nur schwer erreichbar wären.

Schiffbau und Seefahrt

Schiffbau und Seefahrt verbinden die weit auseinanderliegenden Siedlungen Borrograds.

Die Nordländer gelten als hervorragende Schiffbauer und Seeleute. Ihre Schiffe sind schnell, widerstandsfähig und an die raue Küste angepasst. Viele besitzen einen verlängerten Bug, den Schnitzmeister in die Gestalt eines Titanen formen. Besonders häufig ist der Kopf der Seeschlange Lesecha zu sehen.

Vor dem ersten Auslaufen werden neue Schiffe gesegnet und mit Runen oder Schutzzeichen versehen. Ob diese Zeichen tatsächlich magische Wirkung besitzen, wird von auswärtigen Gelehrten bestritten. Nordländische Kapitäninnen und Kapitäne vertrauen dennoch auf sie – nicht zuletzt, weil manche Schiffe selbst Stürme überstanden haben, in denen jedes gewöhnliche Fahrzeug hätte untergehen müssen.

Die größten Werften liegen in Frajashafen, doch auch Brokheim, Stunhall und zahlreiche Flussmündungen besitzen Schiffbauplätze. Dort arbeiten Holzfäller, Flößerinnen, Segelmacher, Schmiedinnen, Schnitzer und Priester gemeinsam an Schiffen, von denen häufig das Überleben einer ganzen Siedlung abhängt.

Glaube und Kultur

Der Glaube an die Titanen

Die Religion der Nordländer ist von der Verehrung der Titanen geprägt. Diese gewaltigen Wesen gelten nicht als ferne, körperlose Gottheiten, sondern als wirkliche Mächte, die auf den höchsten Gipfeln der Frostzacken leben. Nur selten sollen sie ihre Feste verlassen und unmittelbar in die Geschicke Borrograds eingreifen.

Zu den bedeutendsten Titanen gehören Ioragor, Anror, Lesecha, Trorlk, Xol und Fraja. Ihre Zeichen finden sich an Häusern, Werkzeugen, Waffen und Schiffen. Priesterinnen und Priester reisen zwischen den Siedlungen, leiten Feste, sprechen Recht und bringen den Menschen in langen Wintern geistlichen Beistand. Größere Orte besitzen eigene Tempel, während abgelegene Gemeinschaften einfache Schreine unterhalten.

Jeder bedeutende Titan besitzt ein Heiligtum, das als Mittelpunkt seiner Verehrung gilt. Manche dieser Orte sind nur unter großen Gefahren erreichbar. Pilgerfahrten dorthin dienen daher nicht allein der Frömmigkeit, sondern auch dem Beweis von Mut, Ausdauer oder besonderer Hingabe.

Sagen, Skalden und Erinnerung

Geschichte wird in Borrograd nicht nur in Chroniken, sondern vor allem in Liedern und Sagen bewahrt. Wandernde Skalden ziehen während der wärmeren Monate von Siedlung zu Siedlung. Sie tragen alte Heldengeschichten vor, berichten von fernen Städten und nehmen neue Ereignisse in ihr Repertoire auf.

Die Sagen erzählen von den alten Bronnen, von untergegangenen Königreichen, Titanen, Riesen, Geisterschiffen und außergewöhnlichen Reisen. Dabei verändern sich Einzelheiten mit jeder Generation. Für viele Nordländer liegt die Wahrheit einer Erzählung weniger in einem genauen Ablauf als in der Erinnerung an Mut, Treue, Verrat oder ein großes Opfer.

Handwerk und Alltagskultur

Die Schnitzkunst ist das sichtbarste Kunsthandwerk Borrograds. Balken, Tore, Schiffe, Möbel und Waffen werden mit verschlungenen Mustern, Tiergestalten und den Zeichen der Titanen verziert. Gute Schnitzerinnen und Schnitzer genießen hohes Ansehen, da ihre Arbeit Schönheit, Erinnerung und Schutz miteinander verbindet.

Im Winter verlagert sich ein großer Teil des Lebens in gemeinschaftliche Hallen und Wohnhäuser. Vorräte werden geteilt, Ausrüstung ausgebessert, Geschichten erzählt und Feste gefeiert. Methallen dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern auch als Versammlungsorte und Herbergen. Saunen sind weit verbreitet; in Stunhall hat sich durch die heißen Quellen zusätzlich eine ausgeprägte Badekultur entwickelt.

Magie und Aberglaube

Das Verhältnis der Nordländer zur Magie ist widersprüchlich. Offen auftretende Magier werden vielerorts mit Misstrauen betrachtet, während Seherinnen, Schamanen, Wunderheiler und weise Leute großen Einfluss besitzen können. Schutzzeichen, Flüche, Vorzeichen und die Macht alter Orte werden im Alltag sehr ernst genommen.

Die Haltung unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Stunhall heißt auswärtige Gelehrte und Magier willkommen, und auch Boluk ist für seine Seher und ungewöhnlichen Heiler bekannt. Brokheim überwacht Magier dagegen streng und verbietet ihnen, sich ohne Begleitung der Stadtwache frei in der Stadt zu bewegen. Frajashafen begegnet fremder Magie meist pragmatisch, solange sie Handel und öffentliche Ordnung nicht gefährdet.

Geschichte

Die alten Königreiche

Über die Frühgeschichte Borrograds ist nur wenig bekannt. Ruinen großer Burgen an den Hängen der Frostzacken belegen, dass dort einst mächtige Herrschaften bestanden. Ob diese alten Königreiche miteinander verbündet waren, sich bekämpften oder zeitweise einem gemeinsamen Herrscher folgten, ist nicht überliefert.

Einige der Burgen dienen heute als Fluchtstätten, andere wurden über Jahrhunderte als Steinbrüche genutzt. Heiligtümer und unverständliche Inschriften deuten darauf hin, dass die Titanen bereits damals verehrt wurden. Die Skalden führen manche alte Familie auf die Herrscher und Kämpen dieser Zeit zurück, doch lassen sich solche Ansprüche kaum überprüfen.


Kontakte zum Mittelreich

Seit der Gründung und dem Aufstieg Valorias haben Handel und Austausch mit dem Mittelreich stetig zugenommen. Mittelländische Waren, Bauweisen und technische Entwicklungen gelangten in die Hafenstädte, während nordländische Schiffe und Rohstoffe im Süden begehrt wurden.

Missionare der mittelreichischen Kirchen versuchten wiederholt, die Nordländer zu ihren Göttern zu bekehren. Der Titanenglaube blieb jedoch vorherrschend. Vielerorts wurden fremde Vorstellungen aufgenommen und mit den eigenen Überlieferungen verbunden, ohne dass die Menschen deshalb aufhörten, sich als Anhänger der Titanen zu verstehen.

Trotz des Handels haben die Städte Borrograds ihre politische Unabhängigkeit bewahrt. Keine von ihnen erkennt die Herrschaft des Kaisers an, und Versuche äußerer Mächte, dauerhaften Einfluss zu gewinnen, stoßen selbst bei miteinander verfeindeten Clans häufig auf gemeinsamen Widerstand.

Bedeutende Orte

In den Frostzacken

An der Nordküste

  • Das Heiligtum der Lesecha besteht aus einem überfluteten Ring aus schwarzem Basalt im Meer vor Boluk.
  • Im verborgenen Walfriedhof unter einem Gletscher sollen alte und verletzte Wale ihre letzte Ruhestätte finden.

Im Frostwurmwald

  • In der Alten Tempelstadt steht noch immer der schwarze Tempel eines längst vertriebenen Kultes.
  • Der Versammlungsstein war einst der Ort, an dem die Sippen des Waldes in Zeiten großer Gefahr gemeinsam berieten.