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[[Kategorie:Ganthor]]
[[Datei:Frajashafen_Hafenblick.png|mini|hochkant=1.8|Vom Hafen aus zeigt sich Frajashafen als dicht gewachsene Stadt aus Kais, Lagerhäusern, Märkten und unterschiedlichen Baustilen.]]
[[Kategorie:Borrograd]]
 
[[Kategorie:Siedlungen]]
'''Frajashafen''', das „Juwel des Nordens“, ist mit rund 10.000 Einwohnern die größte und wohlhabendste Stadt der [[Nordlande]]. Fast der gesamte überregionale Seehandel Borrograds berührt ihre Kais, Lagerhäuser oder Werften. Kein anderer Hafen des Nordens schlägt mehr Waren um, baut mehr Schiffe oder empfängt Reisende aus so vielen Teilen Ganthors.
Als "das Juwel des Nordens" bezeichnet, ist Frajashafen die wohl größte und bevölkerungsreichste Stadt von Borrograd was wohl größtenteils daran liegt dass es der Knotenpunkt ist über den nahezu sämtlicher Handel in den Nordlanden abgewickelt wird.
 
Die Stadt ist aus mehreren Siedlungen an der geschützten Frajasbucht zusammengewachsen. Ihre alten Grenzen sind noch in den Stadtvierteln, verwinkelten Straßen und politischen Institutionen erkennbar. Drei Häuser teilen sich die Herrschaft: das Unterhaus der Stadtviertel, das Zwischenhaus der Händler und das Oberhaus der Clans. Ihre gegenseitige Abhängigkeit hält Frajashafen zusammen; ihr Misstrauen sorgt zugleich für Intrigen, Bestechung und immer neue politische Krisen.
 
<blockquote>''„Jedes borrogradische Schiff kommt entweder von Frajashafen oder segelt dorthin!“''<br />– Greldik Hrolfson, Kapitän der ''Windsbraut''</blockquote>
 
== Lage und Stadtbild ==
 
Frajashafen liegt an der tiefen Frajasbucht, deren Lage Schiffe vor den stärksten Winden und dem schweren Seegang des Nordmeeres schützt. Der Hafen zieht sich heute um einen großen Teil der Bucht. Steinerne Kais, hölzerne Stege und dicht bebaute Lagerflächen folgen der unregelmäßigen Uferlinie. Lastkräne erleichtern das Löschen großer Frachten. Die ersten dieser Kräne wurden nach mittelländischen Vorbildern errichtet und vom Kult des [[Gwygat]] geplant.
 
Südlich der wichtigsten Kais liegt der große Markt. Seine Stände, Hallen und offenen Verkaufsflächen können sich mit den bedeutenden Märkten von [[Brandal]], [[Radgar]] und [[Gilgardor]] messen, auch wenn Frajashafen insgesamt kleiner als die großen Städte der Südlande bleibt. Zwischen Hafen und Markt erstreckt sich ein breiter Gürtel aus Lagerhäusern, Kontoren, Werkstätten, Gasthäusern und Methallen.
 
Dahinter gehen die Viertel ohne einheitlichen Plan ineinander über. Niedrige nordländische Langhäuser stehen neben mehrstöckigen Kontoren mittelländischer Handelshäuser. Südländische Innenhöfe, zwergische Werkstätten und kleine fremde Schreine prägen einzelne Straßenzüge. Viele Familien leben bereits seit Generationen in Frajashafen und verbinden unterschiedliche Herkünfte und Bräuche miteinander. Dennoch halten manche Handelsgemeinschaften an eigenen Vierteln, Dialekten und Einrichtungen fest.
 
Der Fluss '''Freiwasser''' mündet in der Frajasbucht. Auf ihm wird Holz aus den Wäldern im Hinterland zu den Sägemühlen und Werften geflößt. Die Uferwege verbinden die Hafenanlagen mit den Siedlungen südlich der Stadt und bilden neben dem Seeweg die wichtigste Verbindung ins Landesinnere.
 
Frajashafen wird von einer einfachen, mit Lehmfundamenten verstärkten Palisadenmauer umgeben. Da die Stadt beständig wächst, liegen jüngere Viertel häufig außerhalb der jeweils letzten Befestigungslinie. Mehrere Versuche, eine dauerhafte Steinmauer zu errichten, scheiterten an Kosten, politischen Streitigkeiten und der Weigerung Brokheimer Steinmetze, an einem Bauwerk mitzuwirken, das die Befestigungen ihrer Heimatstadt übertreffen könnte.
 
== Geschichte ==
 
Die Frajasbucht diente nordländischen Schiffen schon früh als geschützter Ankerplatz. Nach und nach entstanden feste Stege, Lager, Methallen und mehrere voneinander unabhängige Siedlungen. Jede wurde von einem eigenen Clan beherrscht und erhob eigene Zölle. Mit dem Wachstum des Handels rückten die Ortschaften immer enger zusammen, ohne dass ihre Herrscher eine gemeinsame Ordnung vereinbarten.
 
Vor etwa 400 Jahren eskalierten die Streitigkeiten. Widersprüchliche Gesetze, konkurrierende Zölle und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Clans brachten den Hafen zeitweise nahezu zum Erliegen. Die Händler verbündeten sich mit den Bewohnern mehrerer Viertel und warben schlagkräftige Söldner aus [[Brokheim]] an. Gemeinsam zwangen sie die Clanoberhäupter, einer neuen Regierung zuzustimmen.
 
Aus diesem Händleraufstand gingen die drei Häuser hervor. Das Unterhaus sollte die Stadtviertel vertreten, das Zwischenhaus Handel und Abgaben ordnen und das Oberhaus die militärischen Kräfte der Clans bündeln. Was zunächst als erzwungener Ausgleich gedacht war, erwies sich als erstaunlich beständig. Keine Gruppe war stark genug, die anderen dauerhaft zu unterwerfen.
 
Vor etwa 300 Jahren reiste der junge Schiffbauer '''Theifnir Schlangenschnitzer''' entlang der Küsten der Südlande. In Radgar studierte er deren fortschrittliche Werftanlagen und kehrte mit einem südländischen Baumeister zurück. Der von ihm begründete Ausbau der Werften verband diese Techniken mit der nordländischen Schiffbaukunst und machte Frajashafen zu einem der angesehensten Werftstandorte Ganthors.
 
In jüngerer Zeit öffnete sich die Stadt weiter für auswärtige Handelshäuser und Kulte. Der Gwygat-Kult wurde offiziell eingeladen, nachdem seine Kräne sich bereits in Valoria bewährt hatten. Seine technischen und wissenschaftlichen Angebote sind willkommen, doch sein wachsender Wunsch nach politischem Einfluss weckt Misstrauen.
 
== Bevölkerung und Alltag ==
 
In keiner anderen Stadt Borrograds leben so viele Menschen unterschiedlicher Herkunft. Nordländer stellen weiterhin die Mehrheit, daneben haben sich Mittelländer, Südländer, Zwerge und kleinere Gemeinschaften anderer Völker niedergelassen. Hafenarbeiterinnen, Handwerker, Seeleute, Wirte, Schreiberinnen, Händler und Tagelöhner prägen die Stadt stärker als die Kriegerideale anderer nordländischer Orte.
 
Das Leben folgt dem Rhythmus der Schiffe. Läuft eine große Flotte ein, füllen sich Kais, Herbergen und Märkte innerhalb weniger Stunden. Zwischen den Lagerhäusern werden Waren in vielen Sprachen angeboten, während Schreiber Zölle berechnen und Vermittler Streit über Preise, Maße und beschädigte Ladungen schlichten. Im Winter bleiben manche auswärtigen Mannschaften monatelang in der Stadt und beleben die Methallen ebenso wie die Schulen und Tempel.
 
Spannungen zwischen Alteingesessenen und Zugewanderten bestehen vor allem dort, wo neue Werkstätten mit etablierten Handwerkern konkurrieren oder einzelne Viertel bei städtischen Arbeiten benachteiligt werden. Sie bestimmen jedoch nicht das gesamte Zusammenleben. Händler beider Seiten bemühen sich gewöhnlich um Ausgleich, sobald Unruhen ihre Geschäfte gefährden.
 
== Herrschaft und Politik ==
 
[[Datei:Rat_von_Frajashafen.png|mini|hochkant=1.8|Ragna Falksdotter, Tedo Marbel und Haldor Ulfsson vertreten die drei Häuser Frajashafens.]]
 
Frajashafen wird von drei politischen Häusern regiert. Jedes besitzt einen eigenen Aufgabenbereich und wählt eine Person, die das Haus gegenüber den beiden anderen vertritt. Eigene Sitzungen finden wöchentlich statt. Viermal im Jahr treten alle Mitglieder zu einer großen Versammlung zusammen; in einer Krise kann jedes Haus eine zusätzliche gemeinsame Sitzung verlangen.
 
=== Das Unterhaus ===
 
Jedes Stadtviertel entsendet ein Ratsmitglied ins Unterhaus. Wie diese Person bestimmt wird, bleibt dem Viertel überlassen. Manche veranstalten eine Wahl, andere folgen einem Ältestenrat, entsenden eine Priesterin oder übertragen den Sitz der reichsten ansässigen Person. Entsprechend vielfältig ist das Unterhaus: Handwerkerinnen sitzen neben Wirten, Geistlichen, Hausbesitzern und ehemaligen Seeleuten.
 
Das Unterhaus organisiert die Stadtverwaltung. Es beaufsichtigt Wege, Wasserstellen, Abfallbeseitigung, Feuerwachen, Märkte und die Instandhaltung öffentlicher Gebäude. Für viele Aufgaben benötigt es jedoch Geld des Zwischenhauses oder bewaffnete Unterstützung des Oberhauses. Einzelne Ratsmitglieder lassen sich deshalb Dienstleistungen bezahlen, bevorzugen das eigene Viertel oder schließen geheime Absprachen mit Händlern und Clans.
 
Repräsentantin des Unterhauses ist '''Ragna Falksdotter''', Vorsteherin der Gerbergilde und Abgesandte eines dicht bewohnten Handwerkerviertels nahe dem Hafen. Sie tritt als tatkräftige Fürsprecherin der einfachen Bevölkerung auf und sorgt dafür, dass kleine Werkstätten Aufträge der Stadt erhalten. Zugleich weiß fast jeder politisch erfahrene Einwohner, dass die Gerbergilde als Deckmantel für die '''Grauen Hände''' dient, ein Netzwerk aus Dieben, Hehlern und Schmugglern. Ragna nutzt Kenntnisse über Kontrollen, Bauvorhaben und Wachpläne, um den Einfluss ihrer Organisation auszubauen. Ihre Beliebtheit in den ärmeren Vierteln macht offene Anschuldigungen gegen sie gefährlich.
 
=== Das Zwischenhaus ===
 
Das Zwischenhaus besteht aus dem Händlerrat. Dieser entscheidet selbst, wer aufgenommen wird, und hält die Zahl seiner Mitglieder weitgehend konstant. Scheidet ein Ratsmitglied aus, bestimmen die übrigen dessen Nachfolge. Hinter verschlossenen Türen werden Kandidaten durch Bündnisse, Schulden, Erpressung und wirtschaftlichen Druck durchgesetzt. Die Auseinandersetzungen bleiben für die Öffentlichkeit meist unsichtbar, werden innerhalb des Hauses aber mit äußerster Härte geführt.
 
Das Zwischenhaus erhebt Steuern und Zölle, finanziert städtische Aufgaben und beaufsichtigt große Handelsverträge. Es bevorzugt immer wieder wohlgesonnene Unternehmen und nutzt Zahlungen, um den Einfluss einzelner Clans oder Viertel zu begrenzen.
 
Sein Repräsentant ist der Halbling '''Tedo Marbel''', ein Großhändler für seltene Gewürze, Arzneien und hochwertige Tuche. Er ist der erste Nichtnordländer an der Spitze eines der drei Häuser. Tedo gelangte durch eine Folge sorgfältig vorbereiteter Bündnisse, ruinierter Konkurrenten und verschwundener Schuldbriefe an die Macht. Er spricht ruhig, zeigt selten offenen Zorn und erinnert sich an jede Kränkung. Obwohl er klein und körperlich wenig eindrucksvoll ist, fürchten viele Ratsmitglieder seine Fähigkeit, Vermögen, Ansehen und Handelsbeziehungen eines Gegners zu zerstören.
 
=== Das Oberhaus ===
 
Jeder der zwölf alten Clans Frajashafens entsendet ein Mitglied ins Oberhaus, gewöhnlich das Clanoberhaupt. Das Haus ist für die militärische Verteidigung, die Clantruppen und die Beziehungen zu anderen Städten zuständig. Seine Mitglieder wählen aus ihrer Mitte einen Repräsentanten. Wie im Zwischenhaus führen diese Wahlen zu Bündnissen und Machtkämpfen, doch werden sie häufiger durch offene Forderungen, Ehrenpflichten und die Stärke der jeweiligen Gefolgschaften bestimmt.
 
Repräsentant des Oberhauses ist '''Haldor Ulfsson''' vom Clan Wogenbrecher. Der alte Kapitän und Heerführer hat Frajashafen gegen Orks, Trolle und Piraten verteidigt. Er gilt als gerecht und hält sein Wort, betrachtet Macht jedoch als notwendiges Werkzeug, das niemals freiwillig aus der Hand gegeben werden sollte. Haldor bildet das stärkste Gegengewicht zu Tedo Marbel. Er misstraut dessen Methoden, erkennt aber an, dass die Stadt ohne das Geld des Zwischenhauses nicht verteidigt werden kann.
 
=== Gemeinsame Entscheidungen ===
 
Angelegenheiten, die mehrere Zuständigkeitsbereiche betreffen, werden von Ragna Falksdotter, Tedo Marbel und Haldor Ulfsson gemeinsam ausgehandelt. Ein Beschluss benötigt die Zustimmung aller drei. Scheitert die Einigung, kann eine gemeinsame Versammlung der Häuser entscheiden. Dieser Weg ist langsam und öffentlich, weshalb die Repräsentanten meist bis zuletzt nach einem Kompromiss suchen.
 
Bei einem unmittelbaren Angriff übernimmt der Repräsentant des Oberhauses vorübergehend die militärische Führung. Er kann Truppen und Schiffe einsetzen, aber weder neue Steuern noch dauerhafte Gesetze beschließen. Diese Regel verhindert Alleinherrschaft, führt jedoch regelmäßig zu Streit über die Frage, wann eine Gefahr tatsächlich als Angriff gelten darf.
 
== Verteidigung und Konflikt mit Brokheim ==


"''Jedes borrogradische Schiff kommt entweder von Frajashafen oder segelt dorthin!''" -Greldik Hrolfson, Kapitän der "Windsbraut"
Die schwachen Landbefestigungen sind Frajashafens größte militärische Verwundbarkeit. Orks und Trolle aus dem Hinterland konnten wiederholt äußere Viertel plündern, ehe die Clantruppen sie zurückschlugen. Wohlhabende Bewohner verlangen seit Langem eine Steinmauer, während Händler die Kosten scheuen und außerhalb der Palisade lebende Menschen fürchten, erneut ungeschützt zu bleiben.


==Geschichte==
Auf dem Wasser ist die Stadt wesentlich stärker. Nordländische Handelsschiffe lassen sich rasch zu Truppentransportern umrüsten und mit Ballisten oder anderen Geschützen ausstatten. Kapitäne, Hafenarbeiter und Clantruppen üben das Beladen und Bewaffnen regelmäßig. Dadurch kann Frajashafen innerhalb kurzer Zeit Kämpfer entlang der Küste verlegen oder die Zufahrt zur Bucht verteidigen.
Die Frajasbucht, in der Frajashafen liegt war schon immer ein beliebter Anlegeplatz für nordische Schiffe da die Stelle zum einem durch natürliche Gegebenheiten vor Wind, Wetter und anderen Unbillen geschützt ist, zum anderen weil die tiefe Bucht einen natürlichen Hafen besitzt in dem Schiffe sicher einlaufen können. Alsbald wurden eine dauerhafte Siedlung und feste Hafenanlagen errichtet um die Gegenbenheiten besser nutzen zu können. Mit der Zeit wurden immer mehr Häuser, Methallen und Lager errichtet, um die Bedürfnisse der anlegenden Händlerzu befriedigen. Die Siedlung wuchs über die Jahrhunderte zu dem heran was heute Frajashafen ist, die größte, wohlhabendste und weltoffenste Stadt der Nordlande.


==Frajashafen heute==
Die Beziehungen zu Brokheim sind gegenwärtig angespannt. Brokheimer Söldner haben wiederholt kleinere Siedlungen im Einflussbereich Frajashafens geplündert und vor Kurzem eine Wachfeste im Umland besetzt. Brokheim erklärt, die Truppe habe sich selbstständig gemacht und handle nicht im Auftrag der Stadt. Haldor Ulfsson und große Teile des Oberhauses vermuten dagegen, dass Brokheim die Reaktionsfähigkeit Frajashafens prüft und einen späteren Vorstoß vorbereitet. Tedo Marbel drängt auf Verhandlungen, während Ragna Falksdotter vor allem verhindern will, dass zusätzliche Kontrollen den Schmuggel über die Landwege behindern.
Frajashafen ist das Herz des Seehandels in Borrograd und konkurriert mit [[Valoria]] um den Titel des größten Hafens auf [[:Kategorie:Ganthor|Ganthor]].


===Stadtbild und Stadtbewohner===
== Wirtschaft und Hafen ==
Der Hafen legt sich heute fast um die gesamte Frajasbucht: Steinerne Kaimauern ermöglichen ein schnelles Ab- und Beladen der Schiffe, sowie einen sicheren Abtransport in die Lagerhallen und seit einigen Jahren werden sogar hölzerne Lastkräne eingesetzt, die von mittelländischen Priestern des [[Gwygat]] ersonnen wurden. Nachdem die Kräne erfolgreich in Valoria eingesetzt wurden, verwarf der Rat die Bedenken gegen den mittelländischen Kult und lud die Priester nach Frajashafen ein.


Südlich des Hafens schließt sich der große Marktplatz an, der sich in seiner Größe durchaus mit gigantischen Basaren von [[Brandal]], [[Radgar]] und [[Gilgardor]] messen kann. Weiterhin umgibt den Hafen ein breiter Gürtel von Lagerhallen, dahinter wuchern die zahlreichen Viertel der Stadt mit ihren unzähligen Wohnhäusern und Werkstätten: Auffällig ist die Mischung aus Mittelländischer und Nordischer Baukunst, sowie -ungewöhnlich für das Nordland- zahlreiche mehrstöckige Gebäude. Dies liegt vor allem an den mitteländischen Handelshäusern, die nicht zum Zusammenschluss der kaiserlichen Handelsflotte in [[Valoria]] gehören und in Frajashafen ihre eigenen, unabhängigen Dependancen errichtet haben. Zahlreiche [[Mittelländer]] sind über den Handel in die Stadt gekommen und viele haben ihre Sitten und Gebräuche mitgebracht. Dasselbe gilt für eine weitaus kleinere aber auffällige Schar von [[Südländer]]n und Zwergen, die das neutrale Borrograd dazu nutzen, ihre Geschäfte mit dem Rest der Welt zu tätigen.
Frajashafen ist der wichtigste Umschlagplatz der Nordlande. Holz, Pelze, Tran, Erze, Metallwaren und Lebensmittel aus Borrograd werden hier gesammelt und weiter verschifft. Aus Valoria, dem Mittelreich und den Südlanden kommen Getreide, Wein, Branntwein, Tuche, Gewürze, Werkzeuge und Luxuswaren. Kleinere Küstenfahrer verteilen die Ladungen an Orte, die über Land nur schwer erreichbar sind.


Die Stadt selbst ist von einer recht einfachen Mauer aus mit Lehmfundamenten verstärkten Palisaden umgeben. Es gab schon mehrfach Versuche eine bessere Mauer zu errichten, was aber wegen des ständigen Wachstums der Stadt scheiterte. Weiterhin weigern sich die [[Brokheim|Brokheimer]] Steinmetze seit Jahrzehnten an einer Mauer zu arbeiten, die jene ihrer eigenen Stadt überflügeln könnte. Seit der Kult des Gwygat in der Stadt residiert, gibt es jedoch Bestrebungen den Kult mit der Planung und Zwerge aus [[Karpulsar]] mit der Umsetzung zu beauftragen.
Das Zwischenhaus erhebt die Hafenzölle und vergibt große Handelsrechte. Das Unterhaus stellt Schreiber, Feuerwachen und Arbeiter für die öffentlichen Kais. Das Oberhaus sorgt für bewaffnete Patrouillen und kann Schiffe für die Verteidigung einziehen. Die Überschneidung dieser Zuständigkeiten schafft zahlreiche Möglichkeiten für Bestechung und Schmuggel.


===Regierung===
=== Die Werften ===
Frajashafen bestand ursprünglich aus mehreren Ortschaften, mit jeweils einem regierenden Clan. Mit der Zeit wuchsen die Stadtteile zusammen und die Clans gründeten die Stadt Frajashafen, ohne jedoch vorher festzulegen, wer regieren sollte. Kämpfe zwischen Clanmitgliedern, Straßenschlachten und Aufruhr waren somit an der Tagesordnung, was ein großes Problem für die Stadt und ihre Bewohner wurde, ohne zentrale Regierung ein Wust von Gesetzen, Zöllen, und Verboten entstand, das niemand verstehen konnte.


Es geschah zu diesem Zeitpunkt dass die Händler der Stadt sich gegen die Clans verschworen und mithilfe der Einwohner und einiger schlagkräftiger Söldnertrupps aus [[Brokheim]] die Clansführer zur Räson brachten. Die daraus resultierende und für die Clans anfangs aufgezwungene Regierung stellte sich als ein bemerkenswert erfolgreiches Projekt heraus: Es wurden drei Versammlungen gebildet, zuerst das Unterhaus bestehend aus Sprechern der einfachen Leute jeweils einem pro Stadtviertel. Als Zweites wurde das Zwischenhaus geschaffen, bestehend aus dem Händlerrat der Stadt und zuletzt das Oberhaus bestehend aus den Clanoberhäuptern der 12 Clans der Stadt. Das Unterhaus berät und entscheidet über die Belange der Stadtverwaltung der Stadt. Das Zwischenhaus ist für die Erhebung und das Eintreiben von Steuern zuständig, während das Oberhaus für die militärischen Belange zuständig ist und die Stadt nach außen repräsentiert. Da die Händler das Geld und die Clans die Soldaten kontrollieren, hält sich die Macht der Gruppen die Waage. Währenddessen ist die bürgerliche Versammlung bemüht, zwischen den sich mißtrauisch gegenüberstehenden oberen Häusern die Geschäfte der Stadt am Laufen zu halten. Neben ihren eigenen wöchentlichen Sitzungen, treffen sich die drei Häuser viermal im Jahr zu einer großen Versammlung, um offene Fragen zu diskutieren und abzustimmen, in Notfällen können Sondersitzungen einberufen werden.
Nahe der Mündung des Freiwassers liegen Sägemühlen, Holzlager und die großen Werften. Die Anlagen des Clans Schlangenschnitzer besitzen Trockendocks, Hebevorrichtungen und geräumige Hellingen. Hier entstehen schnelle Küstenfahrer, Handelsschiffe und die charakteristischen nordländischen Schiffe mit geschnitzten Titanenköpfen.


Keine Regierung ist perfekt und vor allem die Ratshäuser von Frajashafen sind mit der Zeit bestechlich und korrupt geworden: Da das Unterhaus oft nicht die benötigten Gelder vom Zwischenhaus erhält, nehmen viele Räte die Geschäfte selbst in die Hand und lassen sich die städtischen Dienstleistungen gut bezahlen. Das Zwischenhaus subventioniert wohlgesonnene Handelsbetriebe und bezahlt all diejenigen gut, die bereit sind, den Einfluss der Clans zu verringern. Das Oberhaus ist zwar gegen Bestechungsversuch von "unten" recht immun, da die Clans sich jedoch von den Zahlungen des Zwischenhauses unabhängiger machen wollen, betreiben die meisten der Clans Unternehmungen, die mit den Gesetzen der Stadt eigentlich in Konflikt stehen: Schmuggel und das Drangsalieren kleinerer Nachbarsiedlungen sind die moralisch verwerflichsten Geschäfte; viele Clans sind geradezu spezialisiert darauf, die Steuern und Zölle der Händler zu umgehen.
Die Werften verbinden südländische Bautechniken mit nordländischer Erfahrung in der rauen See. Sie reparieren auch fremde Schiffe und beschäftigen Zimmerleute, Segelmacherinnen, Schmiede, Schnitzerinnen und zahlreiche Tagelöhner. Der Clan Schlangenschnitzer gehört dadurch zu den reichsten Mitgliedern des Oberhauses, ist aber auf Kredite und Handelsaufträge des Zwischenhauses angewiesen.


===Spannungen mit Ausländern===
== Glaube und Wissen ==
In Frajashafen leben neben den einheimischen zahlreiche [[Mittelländer]] und [[Südländer]]. Oftmals leben die Zuwanderer in eigenen Vierteln, die sich auch im Baustil deutlich vom Rest der Stadt unterscheiden: Man findet dort zahlreiche kleine Schreine der Gottheiten und aus den Tavernen strömen fremdartige Gerüche.


Lange Zeit gab es nur wenige Probleme zwischen den Gruppen, doch seit vor einigen Jahren Mittelländer und Zwerge mit Erlaubnis des Zwischenhauses eigene Handwerksbetriebe eröffnet haben, ist das Ansehen der Fremden beim einfachen Volk gesunken: Viele sind der Ansicht, dass den Nordländern so Konkurrenz entstehe. Einheimische Handwerker machten ihren Einfluss im Unterhaus geltend, sodass die Stadtverwaltung die ausländischen Vierteln nun oft vernachlässigt. Dies wiederum führt zu einer weiteren Abschottung der Ausländer, die nun städtische Aufgaben selbst organisieren und sich fragen, warum sie noch steuern zahlen sollen. Nach mehreren Straßenschlachten und Unruhen, bemühten sich Händler auf beiden Seiten um Ausgleich, da sie ihre Geschäftsinteressen gefährdet sahen. Seit kurzem hört man, dass Söldner aus [[Brokheim]] sich im Einflussbereich der Stadt bereichert haben, was die Spannungen ebenfalls etwas verringerte, da die Bürger sich nun auf einen gemeinsamen Feind einigen konnten.
Der [[Großer Fraja-Tempel|Große Fraja-Tempel]] ist die bedeutendste den Titanen geweihte Anlage Frajashafens. Zum Tempelbezirk gehören Schulen, ein Kloster, eine öffentliche Bibliothek sowie eine Schule für Navigation, Kartenkunde und Astronomie. Geleitet wird er von '''Mutter Frajska''', deren Schiedsgerichte bei ungelösten Streitigkeiten angerufen werden. Ein Urteil wird nur übernommen, wenn die beteiligten Parteien zuvor zustimmen, sich daran zu binden. Selbst die drei Häuser bedienen sich dieser Möglichkeit, wenn eine politische Blockade die Stadt gefährdet.


===Der Große Fraja-Tempel===
Der Tempel der [[Titanen#Lesecha|Lesecha]] steht auf Pfählen in einem flachen Bereich nahe dem Ausgang der Frajasbucht. Seine Priester unterhalten das Leuchtfeuer, segnen Schiffe und beobachten Wind, Strömungen und Wetterzeichen. Ihre Warnungen genießen bei Seeleuten großes Vertrauen. Wasserrinnen durchziehen das Innere des Tempels; in ihrem warmen Meerwasser leben Krebse, junge Aale und andere kleine Tiere.
Die weitläufigen Anlagen, die als Großer Fraja-Tempel bezeichnet werden, bestehen nicht nur aus dem Tempel selbst, sondern aus mehreren Schulgebäuden für Kinder und Heranwachsende, einem Kloster, einer öffentlichen Bibliothek und einer Schule für Navigation, Kartenkunde und Astronomie. Der Tempel gilt als die größte den Titanen geweihte Anlage der Welt und ist mit seinen reich verzierten Holzgebäuden als eines der Wunder des Nordens.


Geleitet wird der Tempel von Mutter Frajska, deren Einfluss in Frajashafen seinesgleichen sucht: Das Auftreten der alten Dame mit den silbrigen kurzen Haaren und dem stechenden Blick ist respektseinflößend; ihre Neutralität ist unerschütterlich und niemand der Clanoberen würde es wagen, sie mit Geld oder Geschenken beeinflussen zu wollen.  
Ein kleiner Tempel des Xol liegt außerhalb der Mauern beim Friedhof. Daneben besitzt Frajashafen mehrere Schreine auswärtiger Kulte und einen Tempel der mittelreichischen Götter. Letzterer wurde außerhalb der Stadt errichtet und umfasst Kapellen für mehrere Gottheiten.


Da der Frajakult schon in Urzeiten Recht sprach, wird diese Tradition in Frajashafen besonders ernst genommen: Mutter Frajska ist die letzte Instanz, die bei ungeklärten Streitfragen angerufen wird. Ihre Schiedsgerichte sind der Stoff von Legenden: Stets heuert sie neutrale Unbeteiligte an, die für sie Fakten und Beweise zusammentragen, sodass sie sich ein eigenes Urteil über den Fall bilden kann. Dies dauert seine Zeit, es konnte sich jedoch nie jemand über die Qualität ihrer Urteile beschweren.
=== Der Gwygat-Kult ===


===Weitere Titanentempel===
Der Tempel des [[Gwygat]] ist ein 30 Schritt hoher Steinturm im mittelländisch geprägten Viertel. Werkstätten, eine Bibliothek, Geräte zur Wetterbeobachtung und das einzige Observatorium der Nordlande machen ihn zu einem Zentrum für Mechanik, Alchemie und Wissenschaft. Der Kult wurde eingeladen, nachdem seine technischen Lösungen den Hafenbetrieb verbessert hatten.
Neben dem großen Fraja-Tempel gibt es in Frajashafen noch einen kleinen Xol-Tempel außerhalb der Stadtmauern, nahe des Friedhofs, sowie einen Tempel der Lesecha: Dieser wurde auf Pfählen in einem versandeten Bereich des Hafens errichtet. Im Innern laufen zahlreiche kleine Rinnen mit Meerwasser am Boden entlang, die zusammen mit mehreren Kohlefeuern für eine feucht-warme Atmosphäre sorgen. Viele kleine Meeresbewohner wie Krebse und junge Aale wurden vom warmen Wasser angezogen und leben in den Wasserrinnen. Auf dem Dach wurde ein kleiner Turm errichtet, auf dem das Leuchtfeuer des Hafens installiert wurde. In den trockenen Räumen des Turms lagern die Priester außerdem ihre heiligen Schriften.


===Die Werften von Frajashafen===
Politische Mitbestimmung besitzt er bislang nicht. Je ein nicht stimmberechtigter Berater nimmt an Sitzungen des Unterhauses und des Oberhauses teil. Der Kult bietet an, die lang geplante steinerne Stadtmauer zu entwerfen. Vielen Ratsmitgliedern ist jedoch klar, dass er als Gegenleistung einen eigenen Repräsentanten außerhalb der drei Häuser verlangen wird. Dies würde die seit vier Jahrhunderten bestehende Machtordnung grundlegend verändern.
Der Fluss Freiwasser mündet aus den Frostzacken kommend in der Frajasbucht ins Nordmeer. Er wird vor allem dazu verwendet um Holz aus den Wäldern südlich der Stadt heranzuflözen. Neben einigen Sägemühlen liegen an der Mündung heute die Werften der Stadt. In früherer Zeit gab es hier nur einige offene Plätze auf denen die Schiffe mit einfachesten Mitteln zusammengezimmert wurden. Doch vor etwa 300 Jahren unternahm ein junger Schiffsbauer namens Theifnir Schlangenschnitzer eine ausgedehnte Schiffsreise an den Küsten der Südlande und untersuchte dabei die wesentlich moderneren Werften [[Radgar]]s. Es dauerte nicht lange bis er sich zusammenrechnete dass man die südländische Technik, kombiniert mit den überragenden Handwerkskünsten der Nordmänner, nutzen könnte um die Qualität der nordischen Schiffe um ein Vielfaches zu steigern. Zurückgekehrt mit einem Baumeister aus Radgar, fand Theifnir schnell Finanziers für sein Projekt eine Werft zu bauen und hatte überragenden Erfolg: Die fantastische Werftanlage des Clans der Schlangenschnitzer mit ihren Trockendocks, Hebeanlagen und vor allem ihren geschickten Bootsbauern, gilt heute als eine der besten Werften Ganthors.


===Der Gwygat Tempel===
Zwischen dem Gwygat-Observatorium und den Lesecha-Priestern besteht eine kleinere Rivalität. Beide sagen das Wetter für den Hafen voraus: Der Kult vertraut auf Messgeräte, Sternbeobachtung und Berechnungen, die Priester auf Erfahrung, Naturzeichen und religiöse Überlieferung. Kapitäne hören gewöhnlich beiden Seiten zu und folgen anschließend jener Warnung, die ihnen plausibler erscheint.
Der Tempel des [[Gwygat]] ist ein 30 Schritte hoher Turm aus Stein, der im Viertel der Mittelländer errichtet wurde. Mit seinem Observatorium (dem einzigen in den Nordlanden) auf der Spitze und seltsamen Apparaten zur Wetterbestimmung ist das Gebäude eines der auffälligsten der Stadt. Im Innern des Turmes befinden sich mehrere Werkstätten, eine Bibliothek und in der Spitze das besagte Observatorium, das ein Fernrohr, Sternkarten und andere astronomische Instrumente enthält. Dieser Ort ist das allerheiligste des Tempels, zu dem nur Angehörige des Ordens Zutritt haben. Im Erdgeschoss befindet sich eine kleine Kapelle, in der das einfache Volk Gwygat huldigen kann.  


Der Gwygatkult war der erste mittelländische Kult, der offiziell von den Clans der Stadt in Frajashafen eingeladen wurde, einen Tempel zu errichten. Im Gegenzug verpflichtete sich der Kult, den Hafen mit seinen Maschinen und Erfindungen zu verbessern. Der Fraja Tempel sieht die Aktivitäten des fremden Kultes sehr kritisch: Gwygat und Fraja sind beide für die Domäne des Wissens zuständig, sodass es zu zahlreichen theologischen Konflikten kommt. Zum anderen überragt der Turm den Fraja-Tempel, was von vielen als Affront gesehen wird. Und alles in allem steht der Tempel für die Religion eines anderen Staates, der die freien Nordlande seit jeher für sich beansprucht.
== Gerüchte und Abenteuerideen ==


===Der Tempel der Götter===
* In der besetzten Wachfeste wurden neue Brokheimer Feldzeichen gesehen. Das Oberhaus sucht unauffällige Kundschafter, bevor es Brokheim offen der Einmischung beschuldigt.
Dieses neue Gebäude wurde von Mittelländern außerhalb der Stadtmauern errichtet: Es ist in der Form einer runden bronnischen Versammlungshalle gehalten. Das Innere ist so unterteilt, das jede mittelländische Gottheit (außer Gwygat) einen Bereich hat, in dem Gläubige sich versammeln und beten können. Betreut wird das Gebäude von einem Priester des Ignatus, einem Priester des Mernat und einem Priester der Bantiala. Somit ist es möglich, sich durch den Bantialakult in Frajashafen nach mittelländischem Recht trauen zu lassen. Eine mittelländische, ignatusgefällige Bestattung ist ebenfalls möglich. Die restlichen Gottheiten werden von einem Templer vertreten, die kleinere Zeremonien durchführen dürfen.
* Ein Mitglied des Zwischenhauses ist verschwunden, kurz bevor über einen Nachfolger abgestimmt werden sollte. Tedo Marbel erklärt, der Händler sei mit unterschlagenem Geld geflohen; dessen Familie behauptet, er habe Beweise gegen den Repräsentanten gesammelt.
* Die Grauen Hände kennen angeblich einen unbewachten Weg durch die Palisade. Ragna Falksdotter bietet dem Unterhaus plötzlich an, genau an dieser Stelle eine neue Feuerwache errichten zu lassen.
* Der Gwygat-Kult hat fertige Pläne für die steinerne Stadtmauer vorgelegt, obwohl ihm der Auftrag nie erteilt wurde. In den Zeichnungen ist ein vierter Ratssaal vorgesehen.


Der Tempel wurde außerhalb der Stadt errichtet, da dies der einzige Ort war, den die Clans für den Bau eines solchen Tempels anboten. Nach jahrelangen Verhandlungen und mehreren Bestechungsversuchen  mussten die ansässigen Mittelländer erkennen, dass dies tatsächlich die einzige Möglichkeit war, einen offiziellen Tempel bauen zu können.
[[Kategorie:Ganthor]]
[[Kategorie:Borrograd]]
[[Kategorie:Siedlungen]]

Aktuelle Version vom 9. September 2026, 21:21 Uhr

Vom Hafen aus zeigt sich Frajashafen als dicht gewachsene Stadt aus Kais, Lagerhäusern, Märkten und unterschiedlichen Baustilen.

Frajashafen, das „Juwel des Nordens“, ist mit rund 10.000 Einwohnern die größte und wohlhabendste Stadt der Nordlande. Fast der gesamte überregionale Seehandel Borrograds berührt ihre Kais, Lagerhäuser oder Werften. Kein anderer Hafen des Nordens schlägt mehr Waren um, baut mehr Schiffe oder empfängt Reisende aus so vielen Teilen Ganthors.

Die Stadt ist aus mehreren Siedlungen an der geschützten Frajasbucht zusammengewachsen. Ihre alten Grenzen sind noch in den Stadtvierteln, verwinkelten Straßen und politischen Institutionen erkennbar. Drei Häuser teilen sich die Herrschaft: das Unterhaus der Stadtviertel, das Zwischenhaus der Händler und das Oberhaus der Clans. Ihre gegenseitige Abhängigkeit hält Frajashafen zusammen; ihr Misstrauen sorgt zugleich für Intrigen, Bestechung und immer neue politische Krisen.

„Jedes borrogradische Schiff kommt entweder von Frajashafen oder segelt dorthin!“
– Greldik Hrolfson, Kapitän der Windsbraut

Lage und Stadtbild

Frajashafen liegt an der tiefen Frajasbucht, deren Lage Schiffe vor den stärksten Winden und dem schweren Seegang des Nordmeeres schützt. Der Hafen zieht sich heute um einen großen Teil der Bucht. Steinerne Kais, hölzerne Stege und dicht bebaute Lagerflächen folgen der unregelmäßigen Uferlinie. Lastkräne erleichtern das Löschen großer Frachten. Die ersten dieser Kräne wurden nach mittelländischen Vorbildern errichtet und vom Kult des Gwygat geplant.

Südlich der wichtigsten Kais liegt der große Markt. Seine Stände, Hallen und offenen Verkaufsflächen können sich mit den bedeutenden Märkten von Brandal, Radgar und Gilgardor messen, auch wenn Frajashafen insgesamt kleiner als die großen Städte der Südlande bleibt. Zwischen Hafen und Markt erstreckt sich ein breiter Gürtel aus Lagerhäusern, Kontoren, Werkstätten, Gasthäusern und Methallen.

Dahinter gehen die Viertel ohne einheitlichen Plan ineinander über. Niedrige nordländische Langhäuser stehen neben mehrstöckigen Kontoren mittelländischer Handelshäuser. Südländische Innenhöfe, zwergische Werkstätten und kleine fremde Schreine prägen einzelne Straßenzüge. Viele Familien leben bereits seit Generationen in Frajashafen und verbinden unterschiedliche Herkünfte und Bräuche miteinander. Dennoch halten manche Handelsgemeinschaften an eigenen Vierteln, Dialekten und Einrichtungen fest.

Der Fluss Freiwasser mündet in der Frajasbucht. Auf ihm wird Holz aus den Wäldern im Hinterland zu den Sägemühlen und Werften geflößt. Die Uferwege verbinden die Hafenanlagen mit den Siedlungen südlich der Stadt und bilden neben dem Seeweg die wichtigste Verbindung ins Landesinnere.

Frajashafen wird von einer einfachen, mit Lehmfundamenten verstärkten Palisadenmauer umgeben. Da die Stadt beständig wächst, liegen jüngere Viertel häufig außerhalb der jeweils letzten Befestigungslinie. Mehrere Versuche, eine dauerhafte Steinmauer zu errichten, scheiterten an Kosten, politischen Streitigkeiten und der Weigerung Brokheimer Steinmetze, an einem Bauwerk mitzuwirken, das die Befestigungen ihrer Heimatstadt übertreffen könnte.

Geschichte

Die Frajasbucht diente nordländischen Schiffen schon früh als geschützter Ankerplatz. Nach und nach entstanden feste Stege, Lager, Methallen und mehrere voneinander unabhängige Siedlungen. Jede wurde von einem eigenen Clan beherrscht und erhob eigene Zölle. Mit dem Wachstum des Handels rückten die Ortschaften immer enger zusammen, ohne dass ihre Herrscher eine gemeinsame Ordnung vereinbarten.

Vor etwa 400 Jahren eskalierten die Streitigkeiten. Widersprüchliche Gesetze, konkurrierende Zölle und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Clans brachten den Hafen zeitweise nahezu zum Erliegen. Die Händler verbündeten sich mit den Bewohnern mehrerer Viertel und warben schlagkräftige Söldner aus Brokheim an. Gemeinsam zwangen sie die Clanoberhäupter, einer neuen Regierung zuzustimmen.

Aus diesem Händleraufstand gingen die drei Häuser hervor. Das Unterhaus sollte die Stadtviertel vertreten, das Zwischenhaus Handel und Abgaben ordnen und das Oberhaus die militärischen Kräfte der Clans bündeln. Was zunächst als erzwungener Ausgleich gedacht war, erwies sich als erstaunlich beständig. Keine Gruppe war stark genug, die anderen dauerhaft zu unterwerfen.

Vor etwa 300 Jahren reiste der junge Schiffbauer Theifnir Schlangenschnitzer entlang der Küsten der Südlande. In Radgar studierte er deren fortschrittliche Werftanlagen und kehrte mit einem südländischen Baumeister zurück. Der von ihm begründete Ausbau der Werften verband diese Techniken mit der nordländischen Schiffbaukunst und machte Frajashafen zu einem der angesehensten Werftstandorte Ganthors.

In jüngerer Zeit öffnete sich die Stadt weiter für auswärtige Handelshäuser und Kulte. Der Gwygat-Kult wurde offiziell eingeladen, nachdem seine Kräne sich bereits in Valoria bewährt hatten. Seine technischen und wissenschaftlichen Angebote sind willkommen, doch sein wachsender Wunsch nach politischem Einfluss weckt Misstrauen.

Bevölkerung und Alltag

In keiner anderen Stadt Borrograds leben so viele Menschen unterschiedlicher Herkunft. Nordländer stellen weiterhin die Mehrheit, daneben haben sich Mittelländer, Südländer, Zwerge und kleinere Gemeinschaften anderer Völker niedergelassen. Hafenarbeiterinnen, Handwerker, Seeleute, Wirte, Schreiberinnen, Händler und Tagelöhner prägen die Stadt stärker als die Kriegerideale anderer nordländischer Orte.

Das Leben folgt dem Rhythmus der Schiffe. Läuft eine große Flotte ein, füllen sich Kais, Herbergen und Märkte innerhalb weniger Stunden. Zwischen den Lagerhäusern werden Waren in vielen Sprachen angeboten, während Schreiber Zölle berechnen und Vermittler Streit über Preise, Maße und beschädigte Ladungen schlichten. Im Winter bleiben manche auswärtigen Mannschaften monatelang in der Stadt und beleben die Methallen ebenso wie die Schulen und Tempel.

Spannungen zwischen Alteingesessenen und Zugewanderten bestehen vor allem dort, wo neue Werkstätten mit etablierten Handwerkern konkurrieren oder einzelne Viertel bei städtischen Arbeiten benachteiligt werden. Sie bestimmen jedoch nicht das gesamte Zusammenleben. Händler beider Seiten bemühen sich gewöhnlich um Ausgleich, sobald Unruhen ihre Geschäfte gefährden.

Herrschaft und Politik

Ragna Falksdotter, Tedo Marbel und Haldor Ulfsson vertreten die drei Häuser Frajashafens.

Frajashafen wird von drei politischen Häusern regiert. Jedes besitzt einen eigenen Aufgabenbereich und wählt eine Person, die das Haus gegenüber den beiden anderen vertritt. Eigene Sitzungen finden wöchentlich statt. Viermal im Jahr treten alle Mitglieder zu einer großen Versammlung zusammen; in einer Krise kann jedes Haus eine zusätzliche gemeinsame Sitzung verlangen.

Das Unterhaus

Jedes Stadtviertel entsendet ein Ratsmitglied ins Unterhaus. Wie diese Person bestimmt wird, bleibt dem Viertel überlassen. Manche veranstalten eine Wahl, andere folgen einem Ältestenrat, entsenden eine Priesterin oder übertragen den Sitz der reichsten ansässigen Person. Entsprechend vielfältig ist das Unterhaus: Handwerkerinnen sitzen neben Wirten, Geistlichen, Hausbesitzern und ehemaligen Seeleuten.

Das Unterhaus organisiert die Stadtverwaltung. Es beaufsichtigt Wege, Wasserstellen, Abfallbeseitigung, Feuerwachen, Märkte und die Instandhaltung öffentlicher Gebäude. Für viele Aufgaben benötigt es jedoch Geld des Zwischenhauses oder bewaffnete Unterstützung des Oberhauses. Einzelne Ratsmitglieder lassen sich deshalb Dienstleistungen bezahlen, bevorzugen das eigene Viertel oder schließen geheime Absprachen mit Händlern und Clans.

Repräsentantin des Unterhauses ist Ragna Falksdotter, Vorsteherin der Gerbergilde und Abgesandte eines dicht bewohnten Handwerkerviertels nahe dem Hafen. Sie tritt als tatkräftige Fürsprecherin der einfachen Bevölkerung auf und sorgt dafür, dass kleine Werkstätten Aufträge der Stadt erhalten. Zugleich weiß fast jeder politisch erfahrene Einwohner, dass die Gerbergilde als Deckmantel für die Grauen Hände dient, ein Netzwerk aus Dieben, Hehlern und Schmugglern. Ragna nutzt Kenntnisse über Kontrollen, Bauvorhaben und Wachpläne, um den Einfluss ihrer Organisation auszubauen. Ihre Beliebtheit in den ärmeren Vierteln macht offene Anschuldigungen gegen sie gefährlich.

Das Zwischenhaus

Das Zwischenhaus besteht aus dem Händlerrat. Dieser entscheidet selbst, wer aufgenommen wird, und hält die Zahl seiner Mitglieder weitgehend konstant. Scheidet ein Ratsmitglied aus, bestimmen die übrigen dessen Nachfolge. Hinter verschlossenen Türen werden Kandidaten durch Bündnisse, Schulden, Erpressung und wirtschaftlichen Druck durchgesetzt. Die Auseinandersetzungen bleiben für die Öffentlichkeit meist unsichtbar, werden innerhalb des Hauses aber mit äußerster Härte geführt.

Das Zwischenhaus erhebt Steuern und Zölle, finanziert städtische Aufgaben und beaufsichtigt große Handelsverträge. Es bevorzugt immer wieder wohlgesonnene Unternehmen und nutzt Zahlungen, um den Einfluss einzelner Clans oder Viertel zu begrenzen.

Sein Repräsentant ist der Halbling Tedo Marbel, ein Großhändler für seltene Gewürze, Arzneien und hochwertige Tuche. Er ist der erste Nichtnordländer an der Spitze eines der drei Häuser. Tedo gelangte durch eine Folge sorgfältig vorbereiteter Bündnisse, ruinierter Konkurrenten und verschwundener Schuldbriefe an die Macht. Er spricht ruhig, zeigt selten offenen Zorn und erinnert sich an jede Kränkung. Obwohl er klein und körperlich wenig eindrucksvoll ist, fürchten viele Ratsmitglieder seine Fähigkeit, Vermögen, Ansehen und Handelsbeziehungen eines Gegners zu zerstören.

Das Oberhaus

Jeder der zwölf alten Clans Frajashafens entsendet ein Mitglied ins Oberhaus, gewöhnlich das Clanoberhaupt. Das Haus ist für die militärische Verteidigung, die Clantruppen und die Beziehungen zu anderen Städten zuständig. Seine Mitglieder wählen aus ihrer Mitte einen Repräsentanten. Wie im Zwischenhaus führen diese Wahlen zu Bündnissen und Machtkämpfen, doch werden sie häufiger durch offene Forderungen, Ehrenpflichten und die Stärke der jeweiligen Gefolgschaften bestimmt.

Repräsentant des Oberhauses ist Haldor Ulfsson vom Clan Wogenbrecher. Der alte Kapitän und Heerführer hat Frajashafen gegen Orks, Trolle und Piraten verteidigt. Er gilt als gerecht und hält sein Wort, betrachtet Macht jedoch als notwendiges Werkzeug, das niemals freiwillig aus der Hand gegeben werden sollte. Haldor bildet das stärkste Gegengewicht zu Tedo Marbel. Er misstraut dessen Methoden, erkennt aber an, dass die Stadt ohne das Geld des Zwischenhauses nicht verteidigt werden kann.

Gemeinsame Entscheidungen

Angelegenheiten, die mehrere Zuständigkeitsbereiche betreffen, werden von Ragna Falksdotter, Tedo Marbel und Haldor Ulfsson gemeinsam ausgehandelt. Ein Beschluss benötigt die Zustimmung aller drei. Scheitert die Einigung, kann eine gemeinsame Versammlung der Häuser entscheiden. Dieser Weg ist langsam und öffentlich, weshalb die Repräsentanten meist bis zuletzt nach einem Kompromiss suchen.

Bei einem unmittelbaren Angriff übernimmt der Repräsentant des Oberhauses vorübergehend die militärische Führung. Er kann Truppen und Schiffe einsetzen, aber weder neue Steuern noch dauerhafte Gesetze beschließen. Diese Regel verhindert Alleinherrschaft, führt jedoch regelmäßig zu Streit über die Frage, wann eine Gefahr tatsächlich als Angriff gelten darf.

Verteidigung und Konflikt mit Brokheim

Die schwachen Landbefestigungen sind Frajashafens größte militärische Verwundbarkeit. Orks und Trolle aus dem Hinterland konnten wiederholt äußere Viertel plündern, ehe die Clantruppen sie zurückschlugen. Wohlhabende Bewohner verlangen seit Langem eine Steinmauer, während Händler die Kosten scheuen und außerhalb der Palisade lebende Menschen fürchten, erneut ungeschützt zu bleiben.

Auf dem Wasser ist die Stadt wesentlich stärker. Nordländische Handelsschiffe lassen sich rasch zu Truppentransportern umrüsten und mit Ballisten oder anderen Geschützen ausstatten. Kapitäne, Hafenarbeiter und Clantruppen üben das Beladen und Bewaffnen regelmäßig. Dadurch kann Frajashafen innerhalb kurzer Zeit Kämpfer entlang der Küste verlegen oder die Zufahrt zur Bucht verteidigen.

Die Beziehungen zu Brokheim sind gegenwärtig angespannt. Brokheimer Söldner haben wiederholt kleinere Siedlungen im Einflussbereich Frajashafens geplündert und vor Kurzem eine Wachfeste im Umland besetzt. Brokheim erklärt, die Truppe habe sich selbstständig gemacht und handle nicht im Auftrag der Stadt. Haldor Ulfsson und große Teile des Oberhauses vermuten dagegen, dass Brokheim die Reaktionsfähigkeit Frajashafens prüft und einen späteren Vorstoß vorbereitet. Tedo Marbel drängt auf Verhandlungen, während Ragna Falksdotter vor allem verhindern will, dass zusätzliche Kontrollen den Schmuggel über die Landwege behindern.

Wirtschaft und Hafen

Frajashafen ist der wichtigste Umschlagplatz der Nordlande. Holz, Pelze, Tran, Erze, Metallwaren und Lebensmittel aus Borrograd werden hier gesammelt und weiter verschifft. Aus Valoria, dem Mittelreich und den Südlanden kommen Getreide, Wein, Branntwein, Tuche, Gewürze, Werkzeuge und Luxuswaren. Kleinere Küstenfahrer verteilen die Ladungen an Orte, die über Land nur schwer erreichbar sind.

Das Zwischenhaus erhebt die Hafenzölle und vergibt große Handelsrechte. Das Unterhaus stellt Schreiber, Feuerwachen und Arbeiter für die öffentlichen Kais. Das Oberhaus sorgt für bewaffnete Patrouillen und kann Schiffe für die Verteidigung einziehen. Die Überschneidung dieser Zuständigkeiten schafft zahlreiche Möglichkeiten für Bestechung und Schmuggel.

Die Werften

Nahe der Mündung des Freiwassers liegen Sägemühlen, Holzlager und die großen Werften. Die Anlagen des Clans Schlangenschnitzer besitzen Trockendocks, Hebevorrichtungen und geräumige Hellingen. Hier entstehen schnelle Küstenfahrer, Handelsschiffe und die charakteristischen nordländischen Schiffe mit geschnitzten Titanenköpfen.

Die Werften verbinden südländische Bautechniken mit nordländischer Erfahrung in der rauen See. Sie reparieren auch fremde Schiffe und beschäftigen Zimmerleute, Segelmacherinnen, Schmiede, Schnitzerinnen und zahlreiche Tagelöhner. Der Clan Schlangenschnitzer gehört dadurch zu den reichsten Mitgliedern des Oberhauses, ist aber auf Kredite und Handelsaufträge des Zwischenhauses angewiesen.

Glaube und Wissen

Der Große Fraja-Tempel ist die bedeutendste den Titanen geweihte Anlage Frajashafens. Zum Tempelbezirk gehören Schulen, ein Kloster, eine öffentliche Bibliothek sowie eine Schule für Navigation, Kartenkunde und Astronomie. Geleitet wird er von Mutter Frajska, deren Schiedsgerichte bei ungelösten Streitigkeiten angerufen werden. Ein Urteil wird nur übernommen, wenn die beteiligten Parteien zuvor zustimmen, sich daran zu binden. Selbst die drei Häuser bedienen sich dieser Möglichkeit, wenn eine politische Blockade die Stadt gefährdet.

Der Tempel der Lesecha steht auf Pfählen in einem flachen Bereich nahe dem Ausgang der Frajasbucht. Seine Priester unterhalten das Leuchtfeuer, segnen Schiffe und beobachten Wind, Strömungen und Wetterzeichen. Ihre Warnungen genießen bei Seeleuten großes Vertrauen. Wasserrinnen durchziehen das Innere des Tempels; in ihrem warmen Meerwasser leben Krebse, junge Aale und andere kleine Tiere.

Ein kleiner Tempel des Xol liegt außerhalb der Mauern beim Friedhof. Daneben besitzt Frajashafen mehrere Schreine auswärtiger Kulte und einen Tempel der mittelreichischen Götter. Letzterer wurde außerhalb der Stadt errichtet und umfasst Kapellen für mehrere Gottheiten.

Der Gwygat-Kult

Der Tempel des Gwygat ist ein 30 Schritt hoher Steinturm im mittelländisch geprägten Viertel. Werkstätten, eine Bibliothek, Geräte zur Wetterbeobachtung und das einzige Observatorium der Nordlande machen ihn zu einem Zentrum für Mechanik, Alchemie und Wissenschaft. Der Kult wurde eingeladen, nachdem seine technischen Lösungen den Hafenbetrieb verbessert hatten.

Politische Mitbestimmung besitzt er bislang nicht. Je ein nicht stimmberechtigter Berater nimmt an Sitzungen des Unterhauses und des Oberhauses teil. Der Kult bietet an, die lang geplante steinerne Stadtmauer zu entwerfen. Vielen Ratsmitgliedern ist jedoch klar, dass er als Gegenleistung einen eigenen Repräsentanten außerhalb der drei Häuser verlangen wird. Dies würde die seit vier Jahrhunderten bestehende Machtordnung grundlegend verändern.

Zwischen dem Gwygat-Observatorium und den Lesecha-Priestern besteht eine kleinere Rivalität. Beide sagen das Wetter für den Hafen voraus: Der Kult vertraut auf Messgeräte, Sternbeobachtung und Berechnungen, die Priester auf Erfahrung, Naturzeichen und religiöse Überlieferung. Kapitäne hören gewöhnlich beiden Seiten zu und folgen anschließend jener Warnung, die ihnen plausibler erscheint.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • In der besetzten Wachfeste wurden neue Brokheimer Feldzeichen gesehen. Das Oberhaus sucht unauffällige Kundschafter, bevor es Brokheim offen der Einmischung beschuldigt.
  • Ein Mitglied des Zwischenhauses ist verschwunden, kurz bevor über einen Nachfolger abgestimmt werden sollte. Tedo Marbel erklärt, der Händler sei mit unterschlagenem Geld geflohen; dessen Familie behauptet, er habe Beweise gegen den Repräsentanten gesammelt.
  • Die Grauen Hände kennen angeblich einen unbewachten Weg durch die Palisade. Ragna Falksdotter bietet dem Unterhaus plötzlich an, genau an dieser Stelle eine neue Feuerwache errichten zu lassen.
  • Der Gwygat-Kult hat fertige Pläne für die steinerne Stadtmauer vorgelegt, obwohl ihm der Auftrag nie erteilt wurde. In den Zeichnungen ist ein vierter Ratssaal vorgesehen.