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Uria: Unterschied zwischen den Versionen

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Erreicht man nach knapp zwei Wochen Marsch durch die brennend heiße Wüste die Stadt Uria, glaubt man seinen Augen nicht. Ein Ring aus zwölf haushohen Treppenstufen erstreckt sich um einen Kessel mit einem Innendurchmesser von einer Meile, zu dem an der Innenseite des Rings noch einmal ebenso viele Stufen hinabführen. Die einzelnen Stufen sind bis zu 30 Schritt tief, mit einfachen Lehm- und Sandsteingebäuden bebaut und an unzähligen Stellen durch kleine Treppen miteinander verbunden. In den oberen „Etagen“ entspringen an jeder noch so kleinen Fläche zwischen den Häusern Pflanzen, herrliche Blumen und schattige Bäume, so dass schon von weitem die Stufen als grün-gelb gesprenkelte Streifen zu erkennen sind. Insgesamt bieten drei tiefe Einschnitte in diesen ringförmigen Bau Handelsleuten die Möglichkeit, ihre Waren in das Zentrum der eigentlichen Stadt zu transportieren. Diese bis zu 90 Schritt tiefen und ca. 30 Schritt breiten Schluchten sind mit stabilen Brücken überbaut und bieten auf einer Länge von 100 bis 400 Schritt reichlich Schatten für Menschen und Tiere. Gewaltige Tore können diese Abschnitte vor jedem Feind sicher verschließen. Das Zentrum der Stadt gleicht einem riesigen Basar. Jede nur erdenkliche Ware wird hier feilgeboten. Weiterhin gibt es unzählige Zelte, in denen Zirkusattraktionen, Glücksspiele und Wettkämpfe geboten werden.
Seit einigen Jahrzehnten hat Uria ein neues Wahrzeichen, das von Gelehrten als eines der Wunder der Welt bezeichnet wird: Mächtige Taue sind in einem komplizierten Muster an großen Balken über die Stadt gespannt worden. Darüber wurden schwere Segeltuchplanen gelegt und befestigt. Das Muster der Taue wurde genau berechnet, so dass das gewaltige Gewicht der Planen mühelos getragen wird und die Konstruktion auch den gelegentlichen Sandstürmen aus der Wüste standhalten kann. Dieses Dach hat den Effekt, die Stadt sowohl vor der sengenden Sonne als auch vor unangenehmen Fallwinden zu schützen, was die Lebensqualität auf der Innenseite des Rings erheblich verbessert.
Die Wasserversorgung dieser Metropole mit 200.000 Einwohnern ist genauso simpel wie genial: Ein mächtiges Aquädukt leitet Unmengen an Wasser vom 55 Meilen entfernten Großen Rücken bis an die oberste Treppenstufe. Dort zieht sich ein teilweise überdachter Graben um die gesamte Stadt. Von diesem „Fluss“ aus werden durch zahlreiche Schleusen die einzelnen Ebenen mit Wasser versorgt. Eine eigens für die Sicherstellung der Versorgung gegründete „Gilde des Wassers“ kontrolliert den Verbrauch und greift mitunter zu härtesten Strafen, wenn Betrug oder Verschwendung von Wasser entdeckt wird.


==Geschichte==
[[Datei:Uria_Stadtansicht.png|mini|hochkant=1.7|Die terrassierte Ringstadt Uria am Rand der Faora]]
Von der Gründung Stadt berichtet eine Sage, die mündlich weitergegeben wurde und sicherlich nur einen kleinen Teil der Wahrheit bis in die heutige Zeit überliefert hat:
'''Uria''' ist mit rund 200.000 Einwohnern eine der größten Städte der [[:Kategorie:Südlande|Südlande]] und vermutlich deren älteste noch bestehende Metropole. Die Stadt wurde auf und in einem gewaltigen ringförmigen Erdwall errichtet, der einen Kessel von etwa einer Meile Durchmesser umschließt. Terrassen, Treppen, Rampen und Brücken lassen die Bebauung wie eine steinerne Landschaft aus dem Wüstenboden aufsteigen.
Überlebende des Meteoriteneinschlags kamen an jenen Ort, an dem der Wind eine große Mulde in den Boden geschliffen hatte. Die Weisen rieten, hier mit letzten Kräften nach Wasser zu graben, gefunden wurde jedoch nur hartes, matt glänzendes Gestein (Obsidian). Verzweifelt wurden die Zwerge um Hilfe ersucht, die jedoch mitleidslos allen die Hilfe verwehrten. Erst als einer der Verdurstenden seinen gesamten Besitz eintauschen wollte, wurden die Zwerge auf den kleinen schwarzen Steinsplitter aufmerksam, den der Mann als Halsschmuck bei sich trug. Die Zwerge lachten und tanzten wie im Wahn, sprachen vom "Blut Brindoschs" und halfen fortan den Menschen dieses Tales. Die Zwerge durften den schwarzen Stein inmitten des Tales abbauen und errichteten im Gegenzug den Menschen das mächtige Aquädukt. Weiter heißt es in der Sage, dass aufgrund der Wellenbewegungen in einem großen Wasserfass der Anführer der Menschen beschloss, die Stadt in dem Tal nach diesem Ideal zu errichten, und begann, gewaltige ringförmige Stufen auf beiden Seiten in den Hügel zu schlagen.
 
Die Höhe, auf der ein Mensch lebt, bestimmt in Uria seinen Rang und seine Lebensbedingungen. Auf den obersten Innenringen liegen Gärten und Paläste, während sich in den tieferen Ebenen Handwerker, Tagelöhner und Arme drängen. Das Wasser fließt von oben nach unten durch die Stadt und verliert dabei zunehmend an Qualität. Gesellschaftliche Stellung und Zugang zu sauberem Wasser sind deshalb untrennbar miteinander verbunden.
 
== Lage und Stadtanlage ==
 
Uria liegt im Osten der Südlande zwischen den Ausläufern des [[:Kategorie:Großer Rücken|Großen Rückens]] und der [[Faora]]. Wer von [[Gilgardor]] kommt, erreicht die Stadt nach einer fast zweiwöchigen Reise durch die Wüste. Schon aus großer Entfernung sind die grünen oberen Terrassen und das gewaltige Segeldach über dem inneren Kessel zu erkennen.
 
Der Ringwall ist auf beiden Seiten terrassiert. An seiner Außenseite liegen drei große Stufen; auf der Innenseite führen zwölf bebaute Terrassen zum Kesselgrund hinab. Zahlreiche kleine Treppen verbinden benachbarte Ebenen. Größere Rampen dienen Lasttieren, Wagen und dem Warentransport.
 
=== Die drei Eingangsschluchten ===
 
Drei tiefe Einschnitte durchbrechen den Ringwall und führen von außen bis zum Kesselgrund. Die Schluchten sind bis zu 90 Schritt tief, ungefähr 30 Schritt breit und zwischen 100 und 400 Schritt lang. Ihre hohen Wände spenden Reisenden und Tieren Schatten.
 
Stabile Brücken verbinden die voneinander getrennten Terrassen oberhalb der Einschnitte. Gewaltige Tore können jede Schlucht vollständig sperren. Unmittelbar an den Zugängen liegen große Karawansereien. Dort werden Tiere versorgt, Waren zwischengelagert und mit Kränen oder über Rampen auf die verschiedenen Ebenen verteilt.
 
Die Eingangsschluchten sind Urias wichtigste Handelswege und zugleich seine verwundbarsten Stellen. Wachen kontrollieren Reisende, Ladungen und Passierscheine. Im Verteidigungsfall verwandeln die Tore und darüberliegenden Brücken die schattigen Verkehrswege in schwer zu überwindende Festungsanlagen.
 
=== Das große Segeldach ===
 
Vor etwa 70 Jahren erhielt Uria sein jüngstes Wahrzeichen. Ein berechnetes Geflecht aus mächtigen Tauen und großen Balken trägt schwere Segeltuchplanen über dem Kessel und weiten Teilen der inneren Terrassen. Die Konstruktion schützt die Bewohner vor der sengenden Sonne und vor unangenehmen Fallwinden aus dem Gebirge. Selbst den gelegentlichen Sandstürmen hält sie stand.
 
Das Dach wird von Gelehrten zu den Wundern Ganthors gezählt. Es bedeckt jedoch nicht die Außenseite des Ringwalls. Dort müssen die Bewohner mit kleineren Stoffbahnen, schmalen Gassen, überbauten Durchgängen, dicken Lehmwänden und geschützten Innenhöfen selbst für Schatten und Windschutz sorgen.
 
== Wasserversorgung ==
 
Ein mächtiges Aquädukt leitet Wasser aus dem 40 Meilen entfernten [[Eumoril]] nach Uria. Da der Fluss im Großen Rücken entspringt, besitzt das Wasser an der Ableitstelle genügend Gefälle, um bis zur obersten Terrasse zu gelangen.
 
Dort speist das Aquädukt einen teilweise überdachten Kanal, der den Ring der Stadt umläuft. Schleusen verteilen das Wasser auf die äußeren Terrassen und in die zwölf Innenringe. Von Ebene zu Ebene fließt es weiter nach unten. Brunnen, Gärten, Werkstätten und Haushalte nutzen es nacheinander, weshalb seine Qualität mit sinkender Höhe deutlich abnimmt.
 
=== Die Gilde des Wassers ===
 
Die Gilde des Wassers wartet Aquädukt, Ringkanal und Schleusen. Sie überwacht den Verbrauch und verfolgt Verschwendung, Diebstahl und unerlaubte Leitungen mit großer Härte. Anders als die Wassergilde Brandals regiert sie die Stadt jedoch nicht. Ihre Macht bleibt auf Versorgung und Verbrauchskontrolle konzentriert, auch wenn sie dadurch erheblichen Einfluss auf Rat, Häuser und Bevölkerung besitzt.
 
Die Gilde kann einzelne Ebenen oder Leitungsabschnitte sperren. Gemeinsam mit den Toren zwischen den Ringen wurde dies wiederholt genutzt, um Unruhen in den unteren Stadtteilen zu beenden. Wer eingeschlossen wird und kein Wasser mehr erhält, kann nur wenige Tage Widerstand leisten.
 
=== Versorgung der äußeren Terrassen ===
 
Auf der oberen Außenterrasse besitzen die Anwesen der Reichen eigene Anschlüsse oder gut gesicherte Zisternen. Die unteren äußeren Terrassen werden dagegen über öffentliche Ausgabestellen versorgt. Diese Anlagen sind so angelegt, dass Zugänge, Warteschlangen und ausgegebene Mengen leicht kontrolliert werden können. Wachen und Schreiber prüfen, wer Wasser erhält und welche Abgaben entrichtet wurden.
 
Neuankömmlinge ohne anerkanntes Bürgerrecht zahlen höhere Gebühren als alteingesessene Bewohner. Erst nach ihrer Registrierung und dauerhaften Aufnahme in die Stadt sinken die Abgaben. Wer die Gebühren nicht aufbringen kann, ist auf Arbeitgeber, Herbergen oder wohlhabende Gönner angewiesen. Wasser wird dadurch bereits vor dem Eintritt in die inneren Ringe zum wichtigsten Mittel sozialer Kontrolle.
 
=== Wasserqualität und Abwasser ===
 
Die oberen Ebenen erhalten sauberes, frisches Wasser. In den mittleren Ringen wurde die Versorgung vor etwa 20 Jahren verbessert, nachdem Handwerker und Händler mit einer gemeinsamen Arbeitsverweigerung drohten. Seitdem besitzen sie eigene Zuflüsse, bevor das Wasser durch die tieferen Viertel geleitet wird.


==Leben in Uria==
In den unteren Ringen ist das Wasser häufig bereits verunreinigt. Krankheiten sind verbreitet, und Betrüger verkaufen vermeintliche Heilmittel oder angeblich gereinigtes Wasser. Am Kesselgrund nehmen alte Minen und Höhlen einen Teil des Abwassers auf. Kanäle spülen Unrat weit aus der Stadt hinaus, wo er in der Wüste austrocknet und von Sand und Wind bedeckt wird.
Das Leben der Menschen in Uria und ihre soziale Gliederung können sehr bildhaft beschrieben werden. Die Stadt kann grob in drei Stadtviertel eingeteilt werden, die sich aus den Ringen bilden:
In den unteren Ringen der Stadt lebt auch die Unterschicht, einfache Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter, die gerade genug zum Leben haben. Das Wasser, das von oben die untersten Ebenen erreicht, ist kaum mehr als Abwasser, Krankheiten sind sehr häufig und die Zahl der Betrüger und „Wunderheiler“ ist groß.
Weiterhin hat die Gilde der Diebe von Uria ihre Quartiere auf dem untersten Ring in einem von Mauern umgebenen Häuserblock. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die findigen Diebe sauberes Wasser von einem der oberen Ringe nach unten leiten und innerhalb der Mauern ein recht angenehmes Leben unbehelligt von den Stadtwachen führen können. Gerissene Bewohner der unteren Schichten besorgen ihr Wasser in der Nähe der Diebesgilde, da das Wasser dort sauberer, weil unverbrauchter und frischer ist als an anderen Stellen.
Die mittleren Ringe werden von einfachen Händlern und Handwerkern bewohnt. Vor ca. 20 Jahren schaffte es ein Komitee dieser Leute, unter Androhung einer kollektiven Arbeitsverweigerung eine bessere Wasserversorgung zu erkämpfen. Seit dieser Zeit hat sich der Handel erhöht und die Qualität der Waren stark verbessert, da die produzierende und konsumierende Bevölkerung gesünder leben kann.
Die zwei obersten Ebenen Urias gleichen einem gewaltigen Garten: Mit großzügiger Bewässerung wurden Palmenanlagen und Blumenbeete angelegt, die die großen Häuser und Paläste der Adligen umgeben. Das Leben hier ist Luxus, und die Bewohner der oberen Ringe zeigen dies schamlos. Adelsfamilien, reiche Händler und manche Magier haben sich in diesen Ringen niedergelassen und kontrollieren die Geschicke der Stadt.
Die einzelnen Ringe sind mit versetzten Treppen und Rampen verbunden, die mit verschließbaren Toren versehen sind. Stadtwachen, derer es viele in Uria gibt, lassen nur jene in das mittlere oder obere Viertel passieren, die einen Passierschein besitzen. So benötigt ein Handwerker aus dem mittleren Viertel, der einem Bewohner des oberen Viertels etwa ein neues Möbelstück gezimmert hat, die Erlaubnis seines Auftraggebers, um ihm das Stück liefern zu können. Genauso benötigt ein Tagelöhner die Erlaubnis des Handwerksmeisters, um zur Werkstatt zu gelangen, in der er für den Meister einfache Aufgaben erfüllt.
Die Bewohner der unteren Viertel sind unzufrieden ob der Ungerechtigkeit und Unterdrückung, die sie erdulden müssen. Aufständen oder Unruhen konnten bisher jedoch immer effizient niedergeschlagen werden, indem einfach die Wasserversorgung unterbrochen wurde – bei gleichzeitiger Schließung aller Tore.
Die Stadtwachen, die in den unteren Ringen für Ordnung sorgen, sind eine spezielle Einheit, die aus Söldnern der Wüstlinge besteht. Diese werden vor allem für Arbeiten eingesetzt, die die regulären Wachen nicht übernehmen wollen, und die als verrucht und gefährlich geltenden unteren Ringe sind nicht die beliebtesten Patrouillenrouten. Aufgrund ihrer andersartigen und vom rauen Leben der Wüste bestimmten Sitten und Gebräuche sind Wüstlinge wenig zimperlich in der Anwendung von Gewalt und deshalb bei den einfachen Einwohnern der Ringe gefürchtet. Die Wüstlinge sind noch stark mit ihren Stämmen verbunden und arbeiten nur für die in ihren Augen „verweichlichten“ Städter, um dringend benötigtes Metall und Werkzeuge zu erhalten.
Die Ebene am unteren Punkt der Stadt ist zur Hälfte nutzbar gemacht worden und wird nur der „Arme Leute-Markt“ genannt. Hier handelt die Unterschicht Urias mit selbst hergestellten Waren, und die weniger vertrauenswürdigen Bürger, vor allem die Gilde der Diebe, tätigen hier ihre dunklen Geschäfte. Der andere Teil der Ebene ist ein unsicheres Gelände, da dieser Teil von großen Höhlen durchzogen ist und Spuren von längst vergessenem Bergbau aufweist. Das dunkle Obsidian wird an manchen Stellen tief in der Erde noch in kleinen Mengen gefördert. Für die Stadt haben die Höhlen allerdings einen weiteren wichtigen Zweck: Sie bilden ein gutes Abwassersystem, das allen Unrat weit aus der Stadt hinausschwemmt, bis er durch die Wüste austrocknet und von Sand und Wind fort getragen wird. In den Höhlen leben Minenarbeiter, Gerber und die ärmsten der Armen, die sich nicht einmal ein Haus in den Ringen leisten können.


==Herrschaft und Politik==
== Die Stadtbereiche ==
Fünf Familien haben in grauer Vorzeit Uria gegründet, die Umstände sind heute unbekannt. Diese fünf Familien, auch Häuser genannt, bilden bis heute die Oberschicht und den Adel Urias und sind alle auf dem obersten Ring beheimatet. Die Häuser besitzen mehrere Residenzen, in denen die zahlreichen Familienmitglieder mit ihren eigenen Familien leben. Sie bilden einen Rat, der die Gesetze der Stadt erlässt und durchsetzt. Da die Häuser jedoch seit Jahrhunderten zerstritten sind, wurde nach einem versuchten Putsch seitens des Hauses Raid die Rechtsprechung und die Verwaltung der Stadt an den Kult des Jedek übergeben. Außerdem sitzt dem Rat stets ein Jedek-Priester vor, der die Gesetze des Rates absegnet.
Die Feindschaften der Häuser gehen auf unterschiedlichste Gründe zurück, zahlreiche Fehden haben die Stadt mehrere Male in ihrer Geschichte an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. Die Gründe für die Feindschaften sind längst vergessen, jedoch brechen durch Streitigkeiten im Rat und in der Stadt immer wieder alte Feindseligkeiten an die Oberfläche, so dass stets die Hälfte der Häuser untereinander verfeindet ist. Die übrigen Häuser halten sich in der Regel aus Streitigkeiten der anderen heraus, es kommt jedoch vor, dass andere Häuser oder auch Außenstehende in die Streitigkeiten hineingezogen werden.


==Die sieben Häuser von Uria==
=== Die äußeren Terrassen ===
*'''Haus Karim:''' Dieses Haus sieht sich als das älteste und edelste Haus von Uria, da sie einen lückenlosen Stammbaum vorweisen können, weiter als alle anderen Häuser. Das arrogante Verhalten von Haus Karim hat der Familie viele Feinde in Adel und Volk eingebracht, vor allem die Meinung Haus Karim solle alleine über Uria herrschen hat zu vielen Problemen geführt.
*'''Haus Mahir:''' Die Mitglieder von Haus Mahir entstammen einer Linie der begnadetsten Handwerker der Südlande: Jede Generation hat mindestens einen herausragenden wenn nicht gar genialen Handwerker, Ingenieur oder Künstler vorzuweisen. Haus Mahir verhält sich weitestgehend friedvoll und neutral gegenüber den anderen Häusern.
*'''Haus Mukthar:''' Diesem Haus entspringen besonders viele machtgierige und skrupellose Individuen, die immer wieder neue Pläne ersinnen, sich in wichtige und machtvolle Positionen zu bringen. Einer dieser Pläne bestand darin, Familienmitglieder zu Priestern und Templern ausbilden zu lassen, sodass sie innerhalb der mächtigen Orden die Interessen des Hauses durchsetzen konnten. Ein Plan der jedoch nur zum Teil aufging. Viele die sich in den Dienst der Tempel stellten, wurden durch die lange Ausbildung zu wahren Gläubigen bekehrt und haben sich von ihrem Haus abgewendet. Doch immer noch sitzen einige Mitglieder des Hauses in den Tempeln - mittlerweile sogar in Schlüsselpositionen – die ihre wahre Aufgabe nicht vergessen haben und sorgen dafür, dass ihr Haus weiter an Macht gewinnt.
*'''Haus Raid:''' Die Geschichte des Hauses Raid wird durch eine lange Feindschaft zu Haus Karim geprägt. Ein fast so großer Stammbaum steht dem des Hauses Karim gegenüber und soll ebenfalls Ansprüche zur Alleinherrschaft legitimieren. Eine Fehde mit Haus Karim führte vor langer Zeit sogar zu einem Putsch, indem Haus Karim versuchte den Rat der Fünf abzusetzen, was die jetzige politische Situation zur Folge hat.
*'''Haus Rushd''': Haus Rushd hält sich aus dem Machtgerangel der Häuser weitestgehend heraus. Das Haus hat viele Magier hervorgebracht, die sich durch eine etwas weltfremde Art auszeichnen. Politik und Intrigen sind nicht die Stärke dieses Hauses, doch ist die Macht der Magier beträchtlich und wird von den übrigen Häusern misstrauisch beäugt.


==Handel==
Die Außenseite Urias besteht aus drei breiten Terrassen. Die steilen Außenflanken der Terrassen bilden gemeinsam die eigentliche Stadtmauer. Wachwege, Tore und befestigte Abschnitte machen sie zu einem gewaltigen Verteidigungsbollwerk. Auf den begehbaren Flächen hinter den Mauerkanten entstehen zugleich immer neue Häuser, Werkstätten, Lager und Herbergen.
Die Händler der Stadt Uria vollziehen ihre Geschäfte in den meisten Fällen über Gilgador. Dort sind die Zölle niedriger als in den übrigen Städten, weiterhin wird die Wüstenoase nicht vom politischen Hin und Her der Stadtstaaten erfasst, was eine hohe Sicherheit für den Handel mit sich bringt, die Gefahren der Wüste sind für die Händler abwägbarer als plötzlich aufkommende Strafzölle und Blockaden, die oft den Bankrott vieler Händler mit sich ziehen.
 
Der zweite wichtige Pfeiler des Handels von Uria ist das Geschäft mit den Zwergen im großen Rücken. Das seltene Obsidian, das unter der Stadt gefördert wird ist von geringem Wert für die Menschen, für die Zwerge jedoch ein heiliger Schatz. „Das Blut Brindoschs“ hat den Menschen Tür und Tor der sonst so verschlossenen Zwerge geöffnet, sodass heute ein reger Handel auch mit anderen Waren herrscht. Neben Obsidian nehmen die Zwerge den Menschen auch Nahrung, erlesene Obstbrände und andere Luxuswaren ab. Die Zwerge zahlen zuverlässig mit Gold, Edelsteinen, oder seltener mit Waffen, Rüstungen, die teilweise auch magischer Natur sind.
Hier leben vor allem Menschen, die erst kürzlich nach Uria gekommen sind: Karawanenarbeiter, Lastenträger, Handwerker ohne eigene Werkstatt, Flüchtlinge, Händler ohne Bürgerrecht und Bedienstete der äußeren Anwesen. Die Bebauung wächst schnell und weitgehend ungeplant. Zwischen älteren Wachanlagen stehen einfache Lehmhäuser, Ställe, provisorische Unterkünfte und kleine Märkte.
 
Da das Segeldach die Außenterrassen nicht erreicht, überspannen die Bewohner einzelne Gassen mit kleineren Stoffbahnen. Arkaden, tiefe Hauseingänge und versetzte Mauern bieten Schutz vor Sonne und Wind. Die vielen unterschiedlichen Lösungen verleihen den neuen Vierteln ein unruhigeres, weniger einheitliches Bild als den alten Innenringen.
 
Die obere Außenterrasse wurde größtenteils von den fünf Häusern, reichen Händlern und anderen einflussreichen Familien übernommen. Ihre Anwesen besitzen Gärten, ummauerte Höfe und private Wasserzugänge. Manche Grundstücke reichen über den Scheitel des Ringwalls bis auf die begrünten oberen Innenringe.
 
=== Die oberen Innenringe ===
 
[[Datei:Uria_Innere_Ringe.png|mini|hochkant=1.4|Die begrünten oberen und dicht bebauten unteren Innenringe]]
Die beiden obersten Innenringe gleichen einem ausgedehnten Garten. Palmen, Blumenbeete und schattige Höfe umgeben die großen Häuser und Paläste des Adels. Reiche Händler und einflussreiche Magier leben ebenfalls hier. Sauberes Wasser steht in großer Menge zur Verfügung und wird nicht nur zum Trinken, sondern auch für Ziergärten und Becken verwendet.
 
Die Bewohner zeigen ihren Wohlstand offen. Dienerschaft, private Wachen und aufwendige Gebäude prägen das Straßenbild. Die fünf Häuser besitzen mehrere Residenzen, in denen ihre weit verzweigten Familien leben. Von hier aus kontrollieren sie Rat, Handel und einen großen Teil des gesellschaftlichen Lebens.
 
=== Die mittleren Innenringe ===
 
In den mittleren Ringen wohnen Handwerker, Ladenbesitzer und etablierte Händler. Werkstätten, Kontore und kleinere Märkte füllen die Terrassen. Die Verbesserung der Wasserversorgung vor 20 Jahren brachte gesündere Lebensbedingungen und erhöhte zugleich Menge und Qualität der hergestellten Waren.
 
Viele Bewohner der mittleren Ringe beschäftigen Tagelöhner aus den unteren Ebenen oder den äußeren Vierteln. Diese benötigen Passierscheine und häufig die schriftliche Bestätigung ihres Auftraggebers, um die Tore zu passieren. Auch Warenlieferungen zwischen den Ebenen werden kontrolliert.
 
=== Die unteren Innenringe ===
 
Die unteren Ringe sind dicht bebaut und werden von Tagelöhnern, Gelegenheitsarbeitern und armen Familien bewohnt. Das Wasser ist von den oberen Ebenen bereits mehrfach genutzt worden und oft kaum mehr als Brauchwasser. Krankheiten, schlechte Ernährung und beengte Häuser bestimmen den Alltag.
 
Die Stadtwache kontrolliert die Tore zu den höheren Ebenen. Nur wer einen gültigen Passierschein besitzt, darf sie durchqueren. Bei Unruhen werden die Tore geschlossen und die Wasserzufuhr gesperrt. Auf diese Weise konnten bislang alle größeren Aufstände niedergeschlagen werden.
 
In den unteren Ringen befindet sich das '''Haus der Diebe'''. Der ummauerte Häuserblock dient der Diebesgilde als Hauptquartier. Vermutlich leitet die Gilde heimlich frisches Wasser aus einem höheren Ring in ihr Viertel. Bewohner der Umgebung schöpfen deshalb bevorzugt an Leitungen in seiner Nähe, wo das Wasser auffällig sauber ist.
 
=== Der Kesselgrund ===
 
Die erschlossene Hälfte des Kesselgrunds wird vom '''Arme-Leute-Markt''' beherrscht. Zwischen Baracken und Zelten verkaufen Bewohner selbst gefertigte Waren, gebrauchte Gegenstände und einfache Lebensmittel. Schausteller bieten Zirkusattraktionen, Glücksspiele und Wettkämpfe an. Die Diebesgilde und andere zwielichtige Händler nutzen das Gedränge für ihre Geschäfte.
 
Die andere Hälfte ist von Höhlen und Spuren längst vergangenen Bergbaus durchzogen. In einigen Stollen wird noch immer Obsidian gewonnen. Gerber, Minenarbeiter und die Ärmsten der Armen leben in den zugänglichen Höhlen und Kammern. Einstürze, Abwasser und unbekannte alte Gänge machen diesen Teil des Kessels gefährlich.
 
== Herrschaft und Politik ==
 
Uria wird vom '''Rat der fünf Häuser''' regiert. Diese Familien betrachten sich als Nachkommen der Gründer und bilden seit alters her den Adel der Stadt. Der Rat erlässt Gesetze und entscheidet über die politische Ausrichtung Urias.
 
Nach einem versuchten Umsturz des Hauses Raid wurden Verwaltung und Rechtsprechung dem Orden des [[Götter der Südlande#Jedek|Jedek]] übertragen. Ein Jedek-Priester führt den Vorsitz im Rat und muss dessen Gesetze bestätigen. Damit begrenzt der Orden die Macht der Häuser, ohne sie vollständig zu ersetzen.
 
Die Häuser sind seit Jahrhunderten zerstritten. Alte Fehden, Ansprüche und persönliche Kränkungen führen zu ständig wechselnden Bündnissen. Wiederholt stand Uria am Rand eines Bürgerkriegs. Außenstehende, Tempel und Gilden werden regelmäßig in die Intrigen hineingezogen.
 
=== Die fünf Häuser von Uria ===
 
* '''Haus Karim''' betrachtet sich als ältestes und edelstes Haus Urias. Sein Stammbaum reicht weiter zurück als die Aufzeichnungen der übrigen Familien. Der Anspruch, allein zur Herrschaft berechtigt zu sein, hat Karim zahlreiche Feinde eingebracht.
* '''Haus Mahir''' ist für herausragende Handwerker, Ingenieure und Künstler bekannt. In fast jeder Generation bringt es mindestens ein außergewöhnliches Talent hervor. Das Haus bemüht sich, in den Fehden der übrigen Familien neutral zu bleiben.
* '''Haus Mukthar''' strebt mit großer Beharrlichkeit nach Ämtern und Einfluss. Familienmitglieder wurden gezielt in Tempel und Orden entsandt. Manche blieben ihrem Haus treu, andere wandten sich während ihrer Ausbildung vollständig dem jeweiligen Kult zu.
* '''Haus Raid''' ist der wichtigste Rivale Karims und begründet seinen eigenen Herrschaftsanspruch mit einem beinahe ebenso weit zurückreichenden Stammbaum. Ein früherer Versuch, den Rat abzusetzen, führte zur heutigen Machtstellung des Jedek-Ordens.
* '''Haus Rushd''' hält sich meist aus dem offenen Machtkampf heraus. Die Familie hat zahlreiche Magier hervorgebracht. Deren beträchtliche Kräfte und ihre häufig weltfremde Haltung werden von den übrigen Häusern gleichermaßen unterschätzt und misstrauisch beobachtet.
 
=== Uria und die Allianz ===
 
Uria spielte eine zentrale Rolle bei der Entstehung der [[Südlande Geschichte#Die Allianz von Uria|Allianz von Uria]]. Ein schwerer Wasserstreit mit Brandal schwächte beide Städte und ermöglichte einen Vorstoß mittelländischer Truppen bis kurz vor Uria. Erst das Eingreifen des Jedek-Ordens beendete den Konflikt und vereinte die Stadtstaaten gegen den gemeinsamen Gegner.
 
Heute gehört Uria neben [[Brandal]], [[Amal]] und [[Radgar]] zu den vier Mitgliedern der Allianz. Das Verhältnis zu Brandal bleibt besonders schlecht. Nach der Enttarnung brandalischer Agenten wurden die offiziellen Beziehungen und der direkte Handel abgebrochen. Waren werden jedoch weiterhin über Gilgardor ausgetauscht.
 
== Geschichte ==
 
=== Die Gründungssage ===
 
Uria soll ungefähr 2.000 Jahre alt sein. Von seiner Gründung berichtet eine mündlich überlieferte Sage, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt.
 
Nach dem Meteoriteneinschlag erreichten Überlebende eine vom Wind ausgeschliffene Mulde. Bei der Suche nach Wasser fanden sie nur hartes, matt glänzendes Obsidian. Die Zwerge des Großen Rückens verweigerten zunächst jede Hilfe. Erst als sie einen Splitter des schwarzen Gesteins sahen, erkannten sie darin das „Blut [[Demographie Großer Rücken#Gottheiten|Brindoschs]]“.
 
Die Zwerge erhielten das Recht, den Stein abzubauen, und errichteten dafür den Menschen das große Aquädukt. Der Anführer der Überlebenden soll die ringförmige Stadt nach den Wellen in einem Wasserfass entworfen haben. Daraufhin begannen Menschen und Zwerge, die gewaltigen Terrassen aus dem Wall und in den Kessel zu schlagen.
 
=== Spätere Geschichte ===
 
Über viele Jahrhunderte führte Uria Kriege und Fehden gegen Brandal und Amal. Besonders Streit um Oasen, Handelswege und Wasser aus dem Großen Rücken belastete die Beziehungen. Nach dem Aufstieg Gilgardors wuchs der Wohlstand der Stadt, zugleich geriet sie stärker in den Blick des Mittelreichs.
 
Uria verbündete sich mit Brandal und Amal gegen das Expeditionsheer Kaiser Samons VII. und erklärte im Jahr 290 v. Ill. seine Unabhängigkeit. Der spätere Wasserkrieg mit Brandal und der erneute Vorstoß des Mittelreichs führten im Jahr 275 v. Ill. zur Gründung der Allianz von Uria. Eine ausführliche Chronologie enthält der Artikel [[Südlande Geschichte|Geschichte der Südlande]].
 
== Gesellschaft und Ordnung ==
 
Die soziale Trennung Urias wird durch die Stadtanlage täglich sichtbar. Tore, Treppen und Rampen verbinden die Ebenen, können sie aber ebenso voneinander abschneiden. Ein Bewohner der unteren Ringe benötigt die Erlaubnis eines Auftraggebers, um in einer höheren Ebene zu arbeiten. Neuankömmlinge müssen zunächst auf den äußeren Terrassen leben und höhere Wassergebühren entrichten.
 
Die reguläre Stadtwache bewacht Tore, Brücken, Märkte und die Übergänge der wohlhabenderen Ebenen. In den unteren Ringen setzt Uria zusätzlich Söldner aus den Stämmen der [[Wüstlinge]] ein. Sie übernehmen gefährliche und bei den regulären Wachen unbeliebte Patrouillen. Für viele von ihnen bietet der Dienst Zugang zu Metall, Werkzeugen und anderen Gütern, die ihre Stämme in der Faora benötigen.
 
Bei der einfachen Bevölkerung sind diese Söldner gefürchtet. Ihre Härte beruht sowohl auf ihrer Ausbildung für das Leben in der Wüste als auch auf dem Auftrag, Unruhen in den ärmsten Vierteln rasch und gewaltsam zu beenden.
 
== Wirtschaft und Handel ==
 
=== Handel über Gilgardor ===
 
Die meisten Händler Urias wickeln ihre Geschäfte über [[Gilgardor]] ab. Die Zölle sind dort niedriger als in den großen Stadtstaaten, und die unabhängige Karawanenstadt ist weniger von deren politischen Auseinandersetzungen betroffen. Für Kaufleute sind die Gefahren der Wüste oft berechenbarer als plötzlich verhängte Strafzölle oder Handelsblockaden.
 
Karawanen erreichen Uria durch die drei Eingangsschluchten. In den dortigen Karawansereien werden Waren auf kleinere Wagen, Lasttiere oder Träger verteilt. Kräne und Rampen ermöglichen den Transport auf die Terrassen. Die mittleren Ringe sind das wichtigste Ziel für Rohstoffe und Handelswaren, während hochwertige Güter unmittelbar zu den Anwesen der oberen Ebenen gelangen.
 
=== Handel mit den Zwergen ===
 
Unter Uria wird noch immer seltenes Obsidian gefördert. Für die Menschen besitzt es nur begrenzten Wert, für manche Zwerge gilt es dagegen als heiliges „Blut Brindoschs“. Dieser Rohstoff öffnete Uria den Zugang zu ansonsten verschlossenen Zwergensippen des Großen Rückens.
 
Neben Obsidian liefern die Menschen Nahrungsmittel, erlesene Obstbrände und andere Luxuswaren. Die Zwerge bezahlen mit Gold und Edelsteinen, gelegentlich auch mit hochwertigen Waffen und Rüstungen, von denen manche magischer Natur sind.
 
=== Handwerk und Märkte ===
 
Die mittleren Innenringe bilden das Zentrum des Handwerks. Haus Mahir, die Gilde von Gwygat und zahlreiche unabhängige Werkstätten tragen zum Ruf urianischer Ingenieure, Künstler und Handwerker bei. Einfache Waren und Reparaturen werden auch auf den äußeren Terrassen angeboten, während der Arme-Leute-Markt vor allem die Bedürfnisse der unteren Bevölkerung bedient.
 
== Religion und Magie ==
 
Der Jedek-Orden ist die wichtigste religiöse und staatstragende Kraft Urias. Seine Priester verwalten die Stadt, sprechen Recht und beaufsichtigen den Rat. Zugleich vertreten sie die gemeinsamen Gesetze der Allianz und entscheiden bei Streitigkeiten um Wasser aus dem Großen Rücken.
 
Die übrigen Kulte der Südlande besitzen ebenfalls Tempel und Anhänger in der Stadt, sind jedoch politisch weniger einflussreich. Haus Mukthar versucht seit Langem, über Familienmitglieder in Priesterämtern Einfluss auf die Kulte zu gewinnen.
 
Das '''Kolleg der Macht''' ist die bekannteste magische Lehrstätte Urias. Daneben stehen einzelne Magier im Dienst der Häuser, wohlhabender Händler oder der Stadtverwaltung. Besonders Haus Rushd hat zahlreiche mächtige Magiebegabte hervorgebracht.
 
== Bedeutende Orte und Organisationen ==
 
* Die '''drei Karawansereien''' an den Eingangsschluchten sind die wichtigsten Umschlagplätze des Fernhandels.
* Der '''Arme-Leute-Markt''' beherrscht die erschlossene Hälfte des Kesselgrunds.
* Das '''Haus der Diebe''' ist ein ummauerter Häuserblock in den unteren Innenringen und Hauptsitz der Diebesgilde.
* Das '''Kolleg der Macht''' ist die wichtigste magische Lehrstätte der Stadt.
* Die '''Gilde von Gwygat''' gehört zu den bedeutenden Gilden des urianischen Handwerks.
* Die '''Gilde des Wassers''' kontrolliert Aquädukt, Ringkanal, Schleusen und Ausgabestellen.
* Die '''alten Minen''' unter dem Kessel dienen dem Obsidianabbau, als Abwassersystem und als Wohnort der ärmsten Bevölkerung.
 
== Gerüchte und Abenteuerideen ==
 
* An einer Ausgabestelle der äußeren Terrassen werden Neuankömmlinge für Wasser registriert, die niemals nach Uria gelangt sind. Jemand nutzt ihre Namen und Abgabenbescheide.
* Unter einem neu errichteten Haus bricht eine Terrasse ein und legt einen alten zwergischen Gang frei. Haus Karim, die Gilde des Wassers und mehrere Bergleute beanspruchen den Zugang.
* Ein Teil des Segeldachs beginnt sich bei Wind ungewöhnlich zu senken. Die zuständigen Arbeiter sind verschwunden, und an mehreren Tragseilen wurden saubere Schnitte entdeckt.
* Ein Mitglied des Hauses Raid besitzt angeblich Beweise dafür, dass die Gründungssage Urias absichtlich verändert wurde und ein sechstes Haus aus den Aufzeichnungen entfernt worden ist.
* In der Nähe des Hauses der Diebe fließt plötzlich kein sauberes Wasser mehr. Kurz darauf erkranken mehrere Verwalter der Gilde des Wassers.
* Ein Jedek-Richter verweigert die Bestätigung eines neuen Gesetzes des Rates. Noch in derselben Nacht schließen die fünf Häuser ein unerwartetes Bündnis gegen ihn.
 
[[Kategorie:Ganthor]]
[[Kategorie:Südlande]]
[[Kategorie:Siedlungen]]

Aktuelle Version vom 15. August 2026, 15:10 Uhr

Daten und Fakten
Lage: Südlande, Osten
Einwohnerzahl: 200.000
Regierung: Rat der fünf Häuser unter Aufsicht des Jedek-Ordens
Stadteinteilung: äußere Terrassen,
obere Innenringe,
mittlere Innenringe,
untere Innenringe,
Kesselgrund
Gilden und Schulen: Gilde des Wassers,
Kolleg der Macht,
Gilde von Gwygat,
Haus der Diebe
Die terrassierte Ringstadt Uria am Rand der Faora

Uria ist mit rund 200.000 Einwohnern eine der größten Städte der Südlande und vermutlich deren älteste noch bestehende Metropole. Die Stadt wurde auf und in einem gewaltigen ringförmigen Erdwall errichtet, der einen Kessel von etwa einer Meile Durchmesser umschließt. Terrassen, Treppen, Rampen und Brücken lassen die Bebauung wie eine steinerne Landschaft aus dem Wüstenboden aufsteigen.

Die Höhe, auf der ein Mensch lebt, bestimmt in Uria seinen Rang und seine Lebensbedingungen. Auf den obersten Innenringen liegen Gärten und Paläste, während sich in den tieferen Ebenen Handwerker, Tagelöhner und Arme drängen. Das Wasser fließt von oben nach unten durch die Stadt und verliert dabei zunehmend an Qualität. Gesellschaftliche Stellung und Zugang zu sauberem Wasser sind deshalb untrennbar miteinander verbunden.

Lage und Stadtanlage

Uria liegt im Osten der Südlande zwischen den Ausläufern des Großen Rückens und der Faora. Wer von Gilgardor kommt, erreicht die Stadt nach einer fast zweiwöchigen Reise durch die Wüste. Schon aus großer Entfernung sind die grünen oberen Terrassen und das gewaltige Segeldach über dem inneren Kessel zu erkennen.

Der Ringwall ist auf beiden Seiten terrassiert. An seiner Außenseite liegen drei große Stufen; auf der Innenseite führen zwölf bebaute Terrassen zum Kesselgrund hinab. Zahlreiche kleine Treppen verbinden benachbarte Ebenen. Größere Rampen dienen Lasttieren, Wagen und dem Warentransport.

Die drei Eingangsschluchten

Drei tiefe Einschnitte durchbrechen den Ringwall und führen von außen bis zum Kesselgrund. Die Schluchten sind bis zu 90 Schritt tief, ungefähr 30 Schritt breit und zwischen 100 und 400 Schritt lang. Ihre hohen Wände spenden Reisenden und Tieren Schatten.

Stabile Brücken verbinden die voneinander getrennten Terrassen oberhalb der Einschnitte. Gewaltige Tore können jede Schlucht vollständig sperren. Unmittelbar an den Zugängen liegen große Karawansereien. Dort werden Tiere versorgt, Waren zwischengelagert und mit Kränen oder über Rampen auf die verschiedenen Ebenen verteilt.

Die Eingangsschluchten sind Urias wichtigste Handelswege und zugleich seine verwundbarsten Stellen. Wachen kontrollieren Reisende, Ladungen und Passierscheine. Im Verteidigungsfall verwandeln die Tore und darüberliegenden Brücken die schattigen Verkehrswege in schwer zu überwindende Festungsanlagen.

Das große Segeldach

Vor etwa 70 Jahren erhielt Uria sein jüngstes Wahrzeichen. Ein berechnetes Geflecht aus mächtigen Tauen und großen Balken trägt schwere Segeltuchplanen über dem Kessel und weiten Teilen der inneren Terrassen. Die Konstruktion schützt die Bewohner vor der sengenden Sonne und vor unangenehmen Fallwinden aus dem Gebirge. Selbst den gelegentlichen Sandstürmen hält sie stand.

Das Dach wird von Gelehrten zu den Wundern Ganthors gezählt. Es bedeckt jedoch nicht die Außenseite des Ringwalls. Dort müssen die Bewohner mit kleineren Stoffbahnen, schmalen Gassen, überbauten Durchgängen, dicken Lehmwänden und geschützten Innenhöfen selbst für Schatten und Windschutz sorgen.

Wasserversorgung

Ein mächtiges Aquädukt leitet Wasser aus dem 40 Meilen entfernten Eumoril nach Uria. Da der Fluss im Großen Rücken entspringt, besitzt das Wasser an der Ableitstelle genügend Gefälle, um bis zur obersten Terrasse zu gelangen.

Dort speist das Aquädukt einen teilweise überdachten Kanal, der den Ring der Stadt umläuft. Schleusen verteilen das Wasser auf die äußeren Terrassen und in die zwölf Innenringe. Von Ebene zu Ebene fließt es weiter nach unten. Brunnen, Gärten, Werkstätten und Haushalte nutzen es nacheinander, weshalb seine Qualität mit sinkender Höhe deutlich abnimmt.

Die Gilde des Wassers

Die Gilde des Wassers wartet Aquädukt, Ringkanal und Schleusen. Sie überwacht den Verbrauch und verfolgt Verschwendung, Diebstahl und unerlaubte Leitungen mit großer Härte. Anders als die Wassergilde Brandals regiert sie die Stadt jedoch nicht. Ihre Macht bleibt auf Versorgung und Verbrauchskontrolle konzentriert, auch wenn sie dadurch erheblichen Einfluss auf Rat, Häuser und Bevölkerung besitzt.

Die Gilde kann einzelne Ebenen oder Leitungsabschnitte sperren. Gemeinsam mit den Toren zwischen den Ringen wurde dies wiederholt genutzt, um Unruhen in den unteren Stadtteilen zu beenden. Wer eingeschlossen wird und kein Wasser mehr erhält, kann nur wenige Tage Widerstand leisten.

Versorgung der äußeren Terrassen

Auf der oberen Außenterrasse besitzen die Anwesen der Reichen eigene Anschlüsse oder gut gesicherte Zisternen. Die unteren äußeren Terrassen werden dagegen über öffentliche Ausgabestellen versorgt. Diese Anlagen sind so angelegt, dass Zugänge, Warteschlangen und ausgegebene Mengen leicht kontrolliert werden können. Wachen und Schreiber prüfen, wer Wasser erhält und welche Abgaben entrichtet wurden.

Neuankömmlinge ohne anerkanntes Bürgerrecht zahlen höhere Gebühren als alteingesessene Bewohner. Erst nach ihrer Registrierung und dauerhaften Aufnahme in die Stadt sinken die Abgaben. Wer die Gebühren nicht aufbringen kann, ist auf Arbeitgeber, Herbergen oder wohlhabende Gönner angewiesen. Wasser wird dadurch bereits vor dem Eintritt in die inneren Ringe zum wichtigsten Mittel sozialer Kontrolle.

Wasserqualität und Abwasser

Die oberen Ebenen erhalten sauberes, frisches Wasser. In den mittleren Ringen wurde die Versorgung vor etwa 20 Jahren verbessert, nachdem Handwerker und Händler mit einer gemeinsamen Arbeitsverweigerung drohten. Seitdem besitzen sie eigene Zuflüsse, bevor das Wasser durch die tieferen Viertel geleitet wird.

In den unteren Ringen ist das Wasser häufig bereits verunreinigt. Krankheiten sind verbreitet, und Betrüger verkaufen vermeintliche Heilmittel oder angeblich gereinigtes Wasser. Am Kesselgrund nehmen alte Minen und Höhlen einen Teil des Abwassers auf. Kanäle spülen Unrat weit aus der Stadt hinaus, wo er in der Wüste austrocknet und von Sand und Wind bedeckt wird.

Die Stadtbereiche

Die äußeren Terrassen

Die Außenseite Urias besteht aus drei breiten Terrassen. Die steilen Außenflanken der Terrassen bilden gemeinsam die eigentliche Stadtmauer. Wachwege, Tore und befestigte Abschnitte machen sie zu einem gewaltigen Verteidigungsbollwerk. Auf den begehbaren Flächen hinter den Mauerkanten entstehen zugleich immer neue Häuser, Werkstätten, Lager und Herbergen.

Hier leben vor allem Menschen, die erst kürzlich nach Uria gekommen sind: Karawanenarbeiter, Lastenträger, Handwerker ohne eigene Werkstatt, Flüchtlinge, Händler ohne Bürgerrecht und Bedienstete der äußeren Anwesen. Die Bebauung wächst schnell und weitgehend ungeplant. Zwischen älteren Wachanlagen stehen einfache Lehmhäuser, Ställe, provisorische Unterkünfte und kleine Märkte.

Da das Segeldach die Außenterrassen nicht erreicht, überspannen die Bewohner einzelne Gassen mit kleineren Stoffbahnen. Arkaden, tiefe Hauseingänge und versetzte Mauern bieten Schutz vor Sonne und Wind. Die vielen unterschiedlichen Lösungen verleihen den neuen Vierteln ein unruhigeres, weniger einheitliches Bild als den alten Innenringen.

Die obere Außenterrasse wurde größtenteils von den fünf Häusern, reichen Händlern und anderen einflussreichen Familien übernommen. Ihre Anwesen besitzen Gärten, ummauerte Höfe und private Wasserzugänge. Manche Grundstücke reichen über den Scheitel des Ringwalls bis auf die begrünten oberen Innenringe.

Die oberen Innenringe

Die begrünten oberen und dicht bebauten unteren Innenringe

Die beiden obersten Innenringe gleichen einem ausgedehnten Garten. Palmen, Blumenbeete und schattige Höfe umgeben die großen Häuser und Paläste des Adels. Reiche Händler und einflussreiche Magier leben ebenfalls hier. Sauberes Wasser steht in großer Menge zur Verfügung und wird nicht nur zum Trinken, sondern auch für Ziergärten und Becken verwendet.

Die Bewohner zeigen ihren Wohlstand offen. Dienerschaft, private Wachen und aufwendige Gebäude prägen das Straßenbild. Die fünf Häuser besitzen mehrere Residenzen, in denen ihre weit verzweigten Familien leben. Von hier aus kontrollieren sie Rat, Handel und einen großen Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Die mittleren Innenringe

In den mittleren Ringen wohnen Handwerker, Ladenbesitzer und etablierte Händler. Werkstätten, Kontore und kleinere Märkte füllen die Terrassen. Die Verbesserung der Wasserversorgung vor 20 Jahren brachte gesündere Lebensbedingungen und erhöhte zugleich Menge und Qualität der hergestellten Waren.

Viele Bewohner der mittleren Ringe beschäftigen Tagelöhner aus den unteren Ebenen oder den äußeren Vierteln. Diese benötigen Passierscheine und häufig die schriftliche Bestätigung ihres Auftraggebers, um die Tore zu passieren. Auch Warenlieferungen zwischen den Ebenen werden kontrolliert.

Die unteren Innenringe

Die unteren Ringe sind dicht bebaut und werden von Tagelöhnern, Gelegenheitsarbeitern und armen Familien bewohnt. Das Wasser ist von den oberen Ebenen bereits mehrfach genutzt worden und oft kaum mehr als Brauchwasser. Krankheiten, schlechte Ernährung und beengte Häuser bestimmen den Alltag.

Die Stadtwache kontrolliert die Tore zu den höheren Ebenen. Nur wer einen gültigen Passierschein besitzt, darf sie durchqueren. Bei Unruhen werden die Tore geschlossen und die Wasserzufuhr gesperrt. Auf diese Weise konnten bislang alle größeren Aufstände niedergeschlagen werden.

In den unteren Ringen befindet sich das Haus der Diebe. Der ummauerte Häuserblock dient der Diebesgilde als Hauptquartier. Vermutlich leitet die Gilde heimlich frisches Wasser aus einem höheren Ring in ihr Viertel. Bewohner der Umgebung schöpfen deshalb bevorzugt an Leitungen in seiner Nähe, wo das Wasser auffällig sauber ist.

Der Kesselgrund

Die erschlossene Hälfte des Kesselgrunds wird vom Arme-Leute-Markt beherrscht. Zwischen Baracken und Zelten verkaufen Bewohner selbst gefertigte Waren, gebrauchte Gegenstände und einfache Lebensmittel. Schausteller bieten Zirkusattraktionen, Glücksspiele und Wettkämpfe an. Die Diebesgilde und andere zwielichtige Händler nutzen das Gedränge für ihre Geschäfte.

Die andere Hälfte ist von Höhlen und Spuren längst vergangenen Bergbaus durchzogen. In einigen Stollen wird noch immer Obsidian gewonnen. Gerber, Minenarbeiter und die Ärmsten der Armen leben in den zugänglichen Höhlen und Kammern. Einstürze, Abwasser und unbekannte alte Gänge machen diesen Teil des Kessels gefährlich.

Herrschaft und Politik

Uria wird vom Rat der fünf Häuser regiert. Diese Familien betrachten sich als Nachkommen der Gründer und bilden seit alters her den Adel der Stadt. Der Rat erlässt Gesetze und entscheidet über die politische Ausrichtung Urias.

Nach einem versuchten Umsturz des Hauses Raid wurden Verwaltung und Rechtsprechung dem Orden des Jedek übertragen. Ein Jedek-Priester führt den Vorsitz im Rat und muss dessen Gesetze bestätigen. Damit begrenzt der Orden die Macht der Häuser, ohne sie vollständig zu ersetzen.

Die Häuser sind seit Jahrhunderten zerstritten. Alte Fehden, Ansprüche und persönliche Kränkungen führen zu ständig wechselnden Bündnissen. Wiederholt stand Uria am Rand eines Bürgerkriegs. Außenstehende, Tempel und Gilden werden regelmäßig in die Intrigen hineingezogen.

Die fünf Häuser von Uria

  • Haus Karim betrachtet sich als ältestes und edelstes Haus Urias. Sein Stammbaum reicht weiter zurück als die Aufzeichnungen der übrigen Familien. Der Anspruch, allein zur Herrschaft berechtigt zu sein, hat Karim zahlreiche Feinde eingebracht.
  • Haus Mahir ist für herausragende Handwerker, Ingenieure und Künstler bekannt. In fast jeder Generation bringt es mindestens ein außergewöhnliches Talent hervor. Das Haus bemüht sich, in den Fehden der übrigen Familien neutral zu bleiben.
  • Haus Mukthar strebt mit großer Beharrlichkeit nach Ämtern und Einfluss. Familienmitglieder wurden gezielt in Tempel und Orden entsandt. Manche blieben ihrem Haus treu, andere wandten sich während ihrer Ausbildung vollständig dem jeweiligen Kult zu.
  • Haus Raid ist der wichtigste Rivale Karims und begründet seinen eigenen Herrschaftsanspruch mit einem beinahe ebenso weit zurückreichenden Stammbaum. Ein früherer Versuch, den Rat abzusetzen, führte zur heutigen Machtstellung des Jedek-Ordens.
  • Haus Rushd hält sich meist aus dem offenen Machtkampf heraus. Die Familie hat zahlreiche Magier hervorgebracht. Deren beträchtliche Kräfte und ihre häufig weltfremde Haltung werden von den übrigen Häusern gleichermaßen unterschätzt und misstrauisch beobachtet.

Uria und die Allianz

Uria spielte eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Allianz von Uria. Ein schwerer Wasserstreit mit Brandal schwächte beide Städte und ermöglichte einen Vorstoß mittelländischer Truppen bis kurz vor Uria. Erst das Eingreifen des Jedek-Ordens beendete den Konflikt und vereinte die Stadtstaaten gegen den gemeinsamen Gegner.

Heute gehört Uria neben Brandal, Amal und Radgar zu den vier Mitgliedern der Allianz. Das Verhältnis zu Brandal bleibt besonders schlecht. Nach der Enttarnung brandalischer Agenten wurden die offiziellen Beziehungen und der direkte Handel abgebrochen. Waren werden jedoch weiterhin über Gilgardor ausgetauscht.

Geschichte

Die Gründungssage

Uria soll ungefähr 2.000 Jahre alt sein. Von seiner Gründung berichtet eine mündlich überlieferte Sage, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt.

Nach dem Meteoriteneinschlag erreichten Überlebende eine vom Wind ausgeschliffene Mulde. Bei der Suche nach Wasser fanden sie nur hartes, matt glänzendes Obsidian. Die Zwerge des Großen Rückens verweigerten zunächst jede Hilfe. Erst als sie einen Splitter des schwarzen Gesteins sahen, erkannten sie darin das „Blut Brindoschs“.

Die Zwerge erhielten das Recht, den Stein abzubauen, und errichteten dafür den Menschen das große Aquädukt. Der Anführer der Überlebenden soll die ringförmige Stadt nach den Wellen in einem Wasserfass entworfen haben. Daraufhin begannen Menschen und Zwerge, die gewaltigen Terrassen aus dem Wall und in den Kessel zu schlagen.

Spätere Geschichte

Über viele Jahrhunderte führte Uria Kriege und Fehden gegen Brandal und Amal. Besonders Streit um Oasen, Handelswege und Wasser aus dem Großen Rücken belastete die Beziehungen. Nach dem Aufstieg Gilgardors wuchs der Wohlstand der Stadt, zugleich geriet sie stärker in den Blick des Mittelreichs.

Uria verbündete sich mit Brandal und Amal gegen das Expeditionsheer Kaiser Samons VII. und erklärte im Jahr 290 v. Ill. seine Unabhängigkeit. Der spätere Wasserkrieg mit Brandal und der erneute Vorstoß des Mittelreichs führten im Jahr 275 v. Ill. zur Gründung der Allianz von Uria. Eine ausführliche Chronologie enthält der Artikel Geschichte der Südlande.

Gesellschaft und Ordnung

Die soziale Trennung Urias wird durch die Stadtanlage täglich sichtbar. Tore, Treppen und Rampen verbinden die Ebenen, können sie aber ebenso voneinander abschneiden. Ein Bewohner der unteren Ringe benötigt die Erlaubnis eines Auftraggebers, um in einer höheren Ebene zu arbeiten. Neuankömmlinge müssen zunächst auf den äußeren Terrassen leben und höhere Wassergebühren entrichten.

Die reguläre Stadtwache bewacht Tore, Brücken, Märkte und die Übergänge der wohlhabenderen Ebenen. In den unteren Ringen setzt Uria zusätzlich Söldner aus den Stämmen der Wüstlinge ein. Sie übernehmen gefährliche und bei den regulären Wachen unbeliebte Patrouillen. Für viele von ihnen bietet der Dienst Zugang zu Metall, Werkzeugen und anderen Gütern, die ihre Stämme in der Faora benötigen.

Bei der einfachen Bevölkerung sind diese Söldner gefürchtet. Ihre Härte beruht sowohl auf ihrer Ausbildung für das Leben in der Wüste als auch auf dem Auftrag, Unruhen in den ärmsten Vierteln rasch und gewaltsam zu beenden.

Wirtschaft und Handel

Handel über Gilgardor

Die meisten Händler Urias wickeln ihre Geschäfte über Gilgardor ab. Die Zölle sind dort niedriger als in den großen Stadtstaaten, und die unabhängige Karawanenstadt ist weniger von deren politischen Auseinandersetzungen betroffen. Für Kaufleute sind die Gefahren der Wüste oft berechenbarer als plötzlich verhängte Strafzölle oder Handelsblockaden.

Karawanen erreichen Uria durch die drei Eingangsschluchten. In den dortigen Karawansereien werden Waren auf kleinere Wagen, Lasttiere oder Träger verteilt. Kräne und Rampen ermöglichen den Transport auf die Terrassen. Die mittleren Ringe sind das wichtigste Ziel für Rohstoffe und Handelswaren, während hochwertige Güter unmittelbar zu den Anwesen der oberen Ebenen gelangen.

Handel mit den Zwergen

Unter Uria wird noch immer seltenes Obsidian gefördert. Für die Menschen besitzt es nur begrenzten Wert, für manche Zwerge gilt es dagegen als heiliges „Blut Brindoschs“. Dieser Rohstoff öffnete Uria den Zugang zu ansonsten verschlossenen Zwergensippen des Großen Rückens.

Neben Obsidian liefern die Menschen Nahrungsmittel, erlesene Obstbrände und andere Luxuswaren. Die Zwerge bezahlen mit Gold und Edelsteinen, gelegentlich auch mit hochwertigen Waffen und Rüstungen, von denen manche magischer Natur sind.

Handwerk und Märkte

Die mittleren Innenringe bilden das Zentrum des Handwerks. Haus Mahir, die Gilde von Gwygat und zahlreiche unabhängige Werkstätten tragen zum Ruf urianischer Ingenieure, Künstler und Handwerker bei. Einfache Waren und Reparaturen werden auch auf den äußeren Terrassen angeboten, während der Arme-Leute-Markt vor allem die Bedürfnisse der unteren Bevölkerung bedient.

Religion und Magie

Der Jedek-Orden ist die wichtigste religiöse und staatstragende Kraft Urias. Seine Priester verwalten die Stadt, sprechen Recht und beaufsichtigen den Rat. Zugleich vertreten sie die gemeinsamen Gesetze der Allianz und entscheiden bei Streitigkeiten um Wasser aus dem Großen Rücken.

Die übrigen Kulte der Südlande besitzen ebenfalls Tempel und Anhänger in der Stadt, sind jedoch politisch weniger einflussreich. Haus Mukthar versucht seit Langem, über Familienmitglieder in Priesterämtern Einfluss auf die Kulte zu gewinnen.

Das Kolleg der Macht ist die bekannteste magische Lehrstätte Urias. Daneben stehen einzelne Magier im Dienst der Häuser, wohlhabender Händler oder der Stadtverwaltung. Besonders Haus Rushd hat zahlreiche mächtige Magiebegabte hervorgebracht.

Bedeutende Orte und Organisationen

  • Die drei Karawansereien an den Eingangsschluchten sind die wichtigsten Umschlagplätze des Fernhandels.
  • Der Arme-Leute-Markt beherrscht die erschlossene Hälfte des Kesselgrunds.
  • Das Haus der Diebe ist ein ummauerter Häuserblock in den unteren Innenringen und Hauptsitz der Diebesgilde.
  • Das Kolleg der Macht ist die wichtigste magische Lehrstätte der Stadt.
  • Die Gilde von Gwygat gehört zu den bedeutenden Gilden des urianischen Handwerks.
  • Die Gilde des Wassers kontrolliert Aquädukt, Ringkanal, Schleusen und Ausgabestellen.
  • Die alten Minen unter dem Kessel dienen dem Obsidianabbau, als Abwassersystem und als Wohnort der ärmsten Bevölkerung.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • An einer Ausgabestelle der äußeren Terrassen werden Neuankömmlinge für Wasser registriert, die niemals nach Uria gelangt sind. Jemand nutzt ihre Namen und Abgabenbescheide.
  • Unter einem neu errichteten Haus bricht eine Terrasse ein und legt einen alten zwergischen Gang frei. Haus Karim, die Gilde des Wassers und mehrere Bergleute beanspruchen den Zugang.
  • Ein Teil des Segeldachs beginnt sich bei Wind ungewöhnlich zu senken. Die zuständigen Arbeiter sind verschwunden, und an mehreren Tragseilen wurden saubere Schnitte entdeckt.
  • Ein Mitglied des Hauses Raid besitzt angeblich Beweise dafür, dass die Gründungssage Urias absichtlich verändert wurde und ein sechstes Haus aus den Aufzeichnungen entfernt worden ist.
  • In der Nähe des Hauses der Diebe fließt plötzlich kein sauberes Wasser mehr. Kurz darauf erkranken mehrere Verwalter der Gilde des Wassers.
  • Ein Jedek-Richter verweigert die Bestätigung eines neuen Gesetzes des Rates. Noch in derselben Nacht schließen die fünf Häuser ein unerwartetes Bündnis gegen ihn.