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Königsplatz: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie:Ganthor]]
'''Königsplatz''' ist eine Handelsstadt an der [[Große Handelsstraße|Großen Handelsstraße]], westlich der letzten Hügel des [[Halblingreich]]s. Gutshöfe, Scheunen und einfache Wohnhäuser umgeben einen fast kreisrunden Steinplatz von gewaltigen Ausmaßen. Dieser '''Platz des Königs''' folgt dem Grundriss der zerstörten Lichterfeste und bildet zugleich Mahnmal, Markt und Mittelpunkt der Stadt.
[[Kategorie:Mittelreich]]
 
[[Datei:Koenigsplatz_Stadtansicht.png|mini|hochkant=1.6|Der Markt auf dem Platz des Königs mit dem erhaltenen Turm der Lichterfeste]]
 
== Lage und Stadtbild ==
 
Königsplatz liegt am nördlichen Abschnitt der Großen Handelsstraße zwischen Cor, dem Halblingreich und dem [[Findlingsfeld]]. Wer sich der Stadt nähert, passiert zunächst Felder, Gutshöfe, Scheunen und Fuhrhöfe. Die eigentliche Bebauung ist niedrig und zweckmäßig. Lagerhäuser, Herbergen, Ställe und Werkstätten bestimmen das Bild stärker als repräsentative Gebäude.
 
Erst im Zentrum zeigt sich die Besonderheit des Ortes. Die Stadt umschließt einen beinahe kreisrunden Platz mit einem Durchmesser von gut 200 Schritt. Straßen und Häuser liegen wie ein unregelmäßiger Ring um die freie Steinfläche. Da nach kaiserlichem Erlass kein Haus auf dem Gelände der ehemaligen Festung errichtet werden darf, blieb der Platz selbst trotz des Wachstums der Stadt unbebaut.
 
Die Steine des Platzes unterscheiden sich deutlich in Farbe, Größe und Herkunft. Sie stammen aus den niedergelegten Mauern der Lichterfeste und wurden ohne ein einheitliches Muster verlegt. Nur ein schlanker runder Turm erhebt sich aus der weiten Fläche.
 
== Die Lichterfeste ==
 
Vor der Stadt stand an dieser Stelle die '''Lichterfeste'''. Rund 300 Jahre lang schützte die Festungsanlage das Mittelreich vor Angriffen aus dem [[Weites Hügelland|Weiten Hügelland]]. Sie verfügte über weitläufige unterirdische Anlagen, Ausfallpforten und Zisternen. Zwergische Ingenieure sollen an ihrem Ausbau beteiligt gewesen sein.
 
Im ersten Orkkrieg wurde die Lichterfeste überraschend überrannt und niedergebrannt. Die Orks nutzten die Ruine anschließend als eines ihrer Hauptlager. Der folgende Krieg dauerte Jahre und kostete Menschen wie Orks viele Tausend Leben. Erst nach einem teuer erkauften Frieden eroberten kaiserliche Truppen den Ort zurück und schleiften die Feste erneut.
 
Der Überlieferung nach sah der Kaiser im brennenden Gemäuer den noch stehenden Turm. Auf dessen Spitze soll ihm ein Engel erschienen sein und Worte verkündet haben, deren Bedeutung nur der Kaiser verstand. Kurz darauf wurden zwischen [[Tafelberg]] und Findlingsfeld drei große Heerlager zum Schutz vor weiteren Angriffen errichtet.
 
Die verbliebenen Mauern der Lichterfeste wurden bis auf den Turm abgetragen. Aus ihren Steinen ließ der Kaiser den heutigen Platz anlegen und bestimmte, dass das ehemalige Festungsgelände niemals wieder überbaut werden dürfe. Siedler verwendeten weitere Steine für Fundamente und Straßen rings um den Platz. Aus dieser Siedlung entstand Königsplatz.
 
== Der Platz des Königs ==
 
Der Platz ist zugleich Erinnerungsort und Handelsfläche. Seine Größe erlaubt es, zahlreiche Händler, Fuhrwerke und Gaukler aufzunehmen, ohne die Durchfahrt auf der Großen Handelsstraße vollständig zu blockieren. An gewöhnlichen Tagen gliedert sich das Marktgeschehen in lockere Reihen aus Ständen, Wagen und zeitweiligen Viehgehegen. Zu besonders geschäftigen Zeiten füllt sich fast die gesamte freie Fläche.
 
Die unterschiedliche Pflasterung lässt noch Teile des alten Festungsgrundrisses erahnen. Einzelne Maueransätze am Turm und ungewöhnlich breite Steinsetzungen markieren Stellen, an denen einst Gebäude oder Wehrgänge anschlossen. Für die Einwohner gehören diese Spuren zum Alltag; Fremde erkennen häufig erst auf den zweiten Blick, dass sie auf den Resten einer gewaltigen Festung handeln.
 
Der kaiserliche Erlass verhindert dauerhafte Bauten auf dem Platz. Marktstände, Zelte und abgestellte Wagen müssen deshalb beweglich bleiben. Lagerhäuser, Kontore und Herbergen drängen sich am äußeren Rand, wo sie den Platz wie ein bebauter Ring einfassen.
 
== Der Turm ==
 
Der erhaltene Turm ist gut 40 Schritt hoch, schlank und rund. Er besitzt weder sichtbare Fenster noch Türen. An seinen Außenwänden sind Ansätze der früheren Festungsmauern zu erkennen. Dunkle Verfärbungen werden häufig als Brandspuren gedeutet; manche Erzählungen behaupten, es handle sich um das Blut der Verteidiger und Angreifer.
 
Der Turm soll einem mächtigen menschlichen Magier gehört haben, der gemeinsam mit den Truppen der Lichterfeste das Reich verteidigte. Ein Schutzzauber habe den Bau unzerbrechlich gemacht und so seine Zerstörung verhindert. Wie viel davon historische Tatsache und wie viel spätere Legende ist, lässt sich nicht mehr feststellen.
 
Kein bekannter Zugang führt in das Innere. Es wird vermutet, dass ein geheimer Weg aus den Katakomben in den Turm mündet. Das Wissen darum soll der Magier mit ins Grab genommen haben. Andere Überlieferungen beschuldigen ihn, den bevorstehenden Angriff erkannt und die Festung vor dem Fall heimlich verlassen zu haben. Der unversehrte Turm gilt ihnen deshalb nicht als Zeichen heldenhafter Verteidigung, sondern als stumme Anklage gegen seinen früheren Besitzer.
 
== Die Katakomben ==
 
Unter dem Platz und den umliegenden Straßen liegen die Reste der Festungsanlagen. Dazu gehören Tunnel, Zisternen, Wehrgänge, Versorgungsräume und Ausfallpforten. Viele Zugänge wurden verschüttet oder zugemauert. Angeblich führen einzelne Fluchttunnel noch immer mehrere Meilen weit ins Umland.


Die Stadt Königsplatz liegt westlich der letzten Hügel des [[Halblingreiches]] auf der majestätisch dahin fließenden [[Großen Handelsstraße]].
Der Kaiser hat die Öffnung der Katakomben und die Störung der dort bestatteten Toten ausdrücklich verboten. Während der langen Geschichte der Lichterfeste wurden zahlreiche Ritter in den unterirdischen Gängen beigesetzt. Fallen und Irrwege sollten ihre Gräber schützen. Da alle Pläne beim Brand verloren gingen, ist unbekannt, welche Sicherungen noch funktionieren.


Erreicht man die ersten Gutshöfe und vorgelagerte Scheunen, lässt sich kaum vermuten, welch bedeutende geschichtliche Ereignisse sich auf diesem Feld einst ereigneten. Die Stadt ist außerdem wenig ansehnlich, wäre da nicht der riesige steinerne Platz inmitten der Stadt, der erahnen lässt, was hier einst erbaut war.
Eine umstrittene Überlieferung besagt, dass auch die Orks während ihrer Besetzung mächtige Schamanen und Magier in den Katakomben bestatteten. Ein Lebensmagier, der diese Behauptung öffentlich vertrat, wurde aus dem Kreis der Magier von Kalesch ausgeschlossen. Dass Lebensmagier und Templer des [[Ignatus]] an mehreren verschlossenen Eingängen Schutzzirkel anbrachten, nährt die Gerüchte. Offiziell sollen diese Maßnahmen lediglich Grabschänder abschrecken.


==Der Platz des Königs==
== Handel und Alltag ==


Die Stadt umschließt diesen Patz, wie ein kleiner See von Binsen umsäumt wird. Fast kreisrund hat er einen Durchmesser von gut zweihundert Schritt. Selbst Gesteinsunkundigen fällt auf, dass der Platz aus zahllosen verschiedenen Gesteinsarten zusammengefügt ist, die scheinbar wahllos durcheinander gelegt wurden. Das einzige Gebäude, das auf diesem Platz steht, ist ein schlanker, sehr hoher runder Turm. An den Seitenwänden des Turmes sind Mauerreste erkennbar, so dass ersichtlich wird, dass es sich bei dem gesamten Platz um den Grundriss einer einstigen Festungsanlage handelt, die jedoch schon vor zahlreichen Jahren völlig zerstört wurde.  
Auf dem Platz werden täglich mehr Waren umgesetzt als in den meisten Städten Cors. Dazu tragen die Lage an der wichtigsten Verkehrsverbindung des Mittelreichs, die Nähe zum Halblingreich, niedrige Zölle und das Fehlen von Brückengebühren bei. Kaufleute aus Cor treffen hier auf halblingische Händler sowie auf Karawanen aus dem Norden und Süden.


===Das Mahnmahl des ersten Orkkrieges===
Lebensmittel können ohne den besonderen Marktanteil verkauft werden. Bei Waren, die nicht zum Verzehr bestimmt sind, beansprucht die Stadt dagegen den zehnten Teil. Diese Abgabe prägt den Handel: Waren müssen erfasst, geprüft und ihr Anteil für die Stadt ausgesondert werden. Um den Platz liegen deshalb Lagerhäuser und Höfe, in denen Ladungen vor oder nach dem Markt sortiert werden.
Der Kaiser soll bei der Nachricht, dass die Lichterfestung niedergebrannt worden sei, fast an einem kleinen Geflügelknochen erstickt sein. So kurzfristig und mit so viel roher Gewalt konnten nur die [[Orks]] agieren. Ein jahrelanger Krieg entbrannte und kostete tausenden Menschen und zig tausenden Orks das Leben. Am Ende konnte der Kaiser einen teuer bezahlten Frieden wiederherstellen. Die Lichterfeste, inzwischen zu einem der Hauptlager der Orks umfunktioniert, wurde schließlich abermals geschleift. Die Orks flohen zurück in ihre Heimat, das [[weite Hügelland]], und ließen die brennenden Ruinen zurück. Der Sage nach soll der Kaiser selbst in dem Flammenmeer die Spitze des Turmes erblickt haben. Ein Engel erschien auf der Spitze des Turms und donnernde Worte hallten dem Kaiser entgegen, die nur er zu deuten wusste. <br>
Kurze Zeit später wurden drei große Heerlager zwischen dem [[Tafelberg]] und dem [[Findlingsfeld]] errichtet, die das Reich vor künftigen Orküberfällen schützen sollten. Die Licherfeste wurde jedoch bis auf den Turm abgetragen und ein riesiger steinerner Platz aus den Mauerresten gefertigt. Junge lebensfrohe Menschen kamen und erbauten mit den restlichen Steinen ihre Fundamente und Straßen um den Platz herum. Laut kaiserlichem Erlass sollte nie wieder ein Haus auf diesem Gebiet stehen. Aus diesem Grund wurde der gesamte Platz zu einem der Hauptumschlagspunkte für die Händler und Gaukler entlang der [[Großen Handelstraße]] und schon bald erblühte die ganze Stadt durch den florierenden Handel.  


===Der Turm===
Fuhrleute, Händler und Gaukler bestimmen den Tagesrhythmus. Am frühen Morgen rollen Wagen auf den Platz, tagsüber wird gehandelt und am Abend ziehen viele Reisende in die umliegenden Herbergen. In den Tavernen vermischen sich Berichte von der Handelsstraße mit Geschichten über die Lichterfeste und angebliche Funde aus den Katakomben.
Der Turm gehörte einst einem mächtigen Magier der Menschen, der mit den Truppen der Lichterfeste, wie einst die Festung genannt wurde, das Reich vor den Orks verteidigte. Es heißt, der Turm sei mit einem Schutzzauber versehen worden, der ihn unzerbrechlich werden ließ. Als die Orks die Feste überrannten und alles schleiften, blieb eben nur dieser Turm übrig.
Er ist gut vierzig Schritt hoch und an allen Seiten fenster- und türlos. Es wird gemunkelt, dass es einen geheimen Weg gibt, in den Turm zu gelangen, dieses Geheimnis allerdings nahm der Magier mit in sein Grab. Noch heute ist der Turm an verschiedenen Stellen auffallend dunkel gefärbt - Gerüchten zufolge mit dem Blut von Menschen und Orks.<br>


== Grabschänder und verbotener Handel ==


''Dies ist nach wie vor eine stumme Anklage des Magiers des Feste, der den gewaltigen Ansturm der Orkarmee voraussah und sich heimlich aus der Festungsanlage schlich. Die Truppen des Kaisers waren den mächtigen Chaosschamanen und Naturmagiern der Orks schutzlos ausgeliefert und wurden ohne Gnade bis auf den letzten Mann niedergemetzelt.''
Trotz des kaiserlichen Verbots suchen immer wieder Schatzgräber nach Zugängen in die Katakomben. In den Tavernen wird von Gruppen erzählt, die mit Waffen, Schmuck oder Münzen aus der alten Kaiserzeit zurückkehrten. Welche Berichte wahr sind und welche nur neue Auftraggeber oder Käufer anlocken sollen, ist kaum festzustellen.


===Die Katakomben===
Innerhalb der Stadt sollen Hehler und private Sammler hohe Summen für Fundstücke aus der Lichterfeste zahlen. Die Stadtwache verfolgt diesen Handel, konnte ihn jedoch bislang nicht beenden. Ein besonders düsteres Gerücht berichtet von einer Gruppe nichtmenschlicher Grabschänder, die bei ihrer Flucht einen Ignatustempler ermordet habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Erzählung ist unklar; in Königsplatz wird sie häufig genutzt, um Misstrauen gegen fremde Abenteurer zu schüren.
Die gesamte Festungsanlage wurde schon früh mit Tunneln, unterirdischen Zisternen, Wehrgängen, Versorgungs- und Ausfallpforten versehen. Auf diese Weise konnten selbst große Truppenbestände binnen weniger Minuten aus der Feste herausstürmen und so orkische Belagerungsversuche binnen einer Nacht vernichten. Die meisten Zugänge sind längst verschüttet oder wurden zugemauert, jedoch hält sich immer noch das Gerücht, dass verschieden Fluchtunnel, die mitunter mehrere Meilen weit von der Burg wegführen, immer noch intakt sind. <br>
Der Kaiser hat strikt verboten, die Katakomben zu öffnen und die Ruhe der Toten zu stören, denn in den dreihundert Jahren, in denen die Lichterfeste wie ein Fels den heranbrausenden Orkheeren widerstand, wurden die tapferen Ritter in den weitläufigen Tunneln zu ihrer letzen Ruhe gebettet. Ebenso wurden zahlreiche Fallen und Irrwege angelegt, um Grabschänder abzuhalten – leider sind sämtliche Pläne und Aufzeichnungen durch das Feuer verloren gegangen. Die enormen Kosten, nicht zuletzt aufgrund zwergischer Ingenieurkunst, lassen jedoch auf Fallen schließen, die selbst nach so vielen Jahren noch durchaus tödlich sein können. <br>
Eine ganz andere Befürchtung hatte ein Lebensmagier geäußert, der dafür direkt aus dem Kreise der Magier von Kalesch ausgeschlossen wurde: <br>
Die Orks verwendeten die Katakomben, um ihren mächtigsten Schamanen und Magiern ebenfalls ein Begräbnis zu bescheren. Die Mächte des Todes sollen dabei ebenso im Spiel gewesen sein. Die frevlerische Behauptung, dass orkische Gräber im Mittelreich geduldet sind, wird leider durch zahlreiche Schutzzirkel gestützt, die der Orden der Lebensmagier in Zusammenarbeit mit den Templern des Ignatus an den verschlossenen Eingängen anbrachte. Offiziell selbstverständlich nur um die Schatzräuber abzuschrecken… 


== Gerüchte und Abenteuerideen ==


==Handel in Königsplatz==
* Unter dem Gewicht einer schwer beladenen Händlerkarawane bricht ein Teil des Platzes ein. Der entstandene Zugang führt in einen bislang unbekannten Abschnitt der Katakomben, doch Stadtwache, Händler und Tempelvertreter verlangen jeweils die Kontrolle über die Fundstelle.
* Ein angebliches Stück der alten Festungsmauer wird auf dem Markt angeboten. Kurz darauf tauchen mehrere Käufer auf, die ungewöhnlich hohe Summen zahlen wollen und einander beschuldigen, mit Grabschändern zusammenzuarbeiten.
* In einer nebligen Nacht erscheint Licht an der Spitze des fensterlosen Turmes. Am folgenden Morgen fehlt ein Marktaufseher, der zuvor Nachforschungen über einen geheimen Zugang angestellt hatte.
* Bei der Erhebung des Zehnten verschwindet regelmäßig ein Teil besonders wertvoller Waren. Die Spur führt zu mehreren Lagerhäusern am Platzrand und könnte sowohl städtische Bedienstete als auch angesehene Handelshäuser belasten.
* Ein neu entdeckter Tunnel endet nicht unter der Stadt, sondern mehrere Meilen entfernt nahe dem Rand des Findlingsfeldes. Dort scheinen die alten Sicherungen der Lichterfeste erst kürzlich von innen geöffnet worden zu sein.


Tatsächlich werden auf dem Platz täglich mehr Waren umgesetzt, als in der gesamten Stadt [[Kalesch]]. Grund hierfür sind die etwas niedrigeren Zölle, die wegfallenden Brückengebühren bis nach Kalesch und die Nähe zum Reich der Halblinge. Die Stadt Königsplatz lässt es sich jedoch nicht nehmen, bei allen Wahren, die nicht verspeist werden können, den zehnten Teil einzufordern.
[[Kategorie:Ganthor]]
[[Kategorie:Mittelreich]]
[[Kategorie:Siedlungen]]

Aktuelle Version vom 4. August 2026, 21:21 Uhr

Königsplatz ist eine Handelsstadt an der Großen Handelsstraße, westlich der letzten Hügel des Halblingreichs. Gutshöfe, Scheunen und einfache Wohnhäuser umgeben einen fast kreisrunden Steinplatz von gewaltigen Ausmaßen. Dieser Platz des Königs folgt dem Grundriss der zerstörten Lichterfeste und bildet zugleich Mahnmal, Markt und Mittelpunkt der Stadt.

Der Markt auf dem Platz des Königs mit dem erhaltenen Turm der Lichterfeste

Lage und Stadtbild

Königsplatz liegt am nördlichen Abschnitt der Großen Handelsstraße zwischen Cor, dem Halblingreich und dem Findlingsfeld. Wer sich der Stadt nähert, passiert zunächst Felder, Gutshöfe, Scheunen und Fuhrhöfe. Die eigentliche Bebauung ist niedrig und zweckmäßig. Lagerhäuser, Herbergen, Ställe und Werkstätten bestimmen das Bild stärker als repräsentative Gebäude.

Erst im Zentrum zeigt sich die Besonderheit des Ortes. Die Stadt umschließt einen beinahe kreisrunden Platz mit einem Durchmesser von gut 200 Schritt. Straßen und Häuser liegen wie ein unregelmäßiger Ring um die freie Steinfläche. Da nach kaiserlichem Erlass kein Haus auf dem Gelände der ehemaligen Festung errichtet werden darf, blieb der Platz selbst trotz des Wachstums der Stadt unbebaut.

Die Steine des Platzes unterscheiden sich deutlich in Farbe, Größe und Herkunft. Sie stammen aus den niedergelegten Mauern der Lichterfeste und wurden ohne ein einheitliches Muster verlegt. Nur ein schlanker runder Turm erhebt sich aus der weiten Fläche.

Die Lichterfeste

Vor der Stadt stand an dieser Stelle die Lichterfeste. Rund 300 Jahre lang schützte die Festungsanlage das Mittelreich vor Angriffen aus dem Weiten Hügelland. Sie verfügte über weitläufige unterirdische Anlagen, Ausfallpforten und Zisternen. Zwergische Ingenieure sollen an ihrem Ausbau beteiligt gewesen sein.

Im ersten Orkkrieg wurde die Lichterfeste überraschend überrannt und niedergebrannt. Die Orks nutzten die Ruine anschließend als eines ihrer Hauptlager. Der folgende Krieg dauerte Jahre und kostete Menschen wie Orks viele Tausend Leben. Erst nach einem teuer erkauften Frieden eroberten kaiserliche Truppen den Ort zurück und schleiften die Feste erneut.

Der Überlieferung nach sah der Kaiser im brennenden Gemäuer den noch stehenden Turm. Auf dessen Spitze soll ihm ein Engel erschienen sein und Worte verkündet haben, deren Bedeutung nur der Kaiser verstand. Kurz darauf wurden zwischen Tafelberg und Findlingsfeld drei große Heerlager zum Schutz vor weiteren Angriffen errichtet.

Die verbliebenen Mauern der Lichterfeste wurden bis auf den Turm abgetragen. Aus ihren Steinen ließ der Kaiser den heutigen Platz anlegen und bestimmte, dass das ehemalige Festungsgelände niemals wieder überbaut werden dürfe. Siedler verwendeten weitere Steine für Fundamente und Straßen rings um den Platz. Aus dieser Siedlung entstand Königsplatz.

Der Platz des Königs

Der Platz ist zugleich Erinnerungsort und Handelsfläche. Seine Größe erlaubt es, zahlreiche Händler, Fuhrwerke und Gaukler aufzunehmen, ohne die Durchfahrt auf der Großen Handelsstraße vollständig zu blockieren. An gewöhnlichen Tagen gliedert sich das Marktgeschehen in lockere Reihen aus Ständen, Wagen und zeitweiligen Viehgehegen. Zu besonders geschäftigen Zeiten füllt sich fast die gesamte freie Fläche.

Die unterschiedliche Pflasterung lässt noch Teile des alten Festungsgrundrisses erahnen. Einzelne Maueransätze am Turm und ungewöhnlich breite Steinsetzungen markieren Stellen, an denen einst Gebäude oder Wehrgänge anschlossen. Für die Einwohner gehören diese Spuren zum Alltag; Fremde erkennen häufig erst auf den zweiten Blick, dass sie auf den Resten einer gewaltigen Festung handeln.

Der kaiserliche Erlass verhindert dauerhafte Bauten auf dem Platz. Marktstände, Zelte und abgestellte Wagen müssen deshalb beweglich bleiben. Lagerhäuser, Kontore und Herbergen drängen sich am äußeren Rand, wo sie den Platz wie ein bebauter Ring einfassen.

Der Turm

Der erhaltene Turm ist gut 40 Schritt hoch, schlank und rund. Er besitzt weder sichtbare Fenster noch Türen. An seinen Außenwänden sind Ansätze der früheren Festungsmauern zu erkennen. Dunkle Verfärbungen werden häufig als Brandspuren gedeutet; manche Erzählungen behaupten, es handle sich um das Blut der Verteidiger und Angreifer.

Der Turm soll einem mächtigen menschlichen Magier gehört haben, der gemeinsam mit den Truppen der Lichterfeste das Reich verteidigte. Ein Schutzzauber habe den Bau unzerbrechlich gemacht und so seine Zerstörung verhindert. Wie viel davon historische Tatsache und wie viel spätere Legende ist, lässt sich nicht mehr feststellen.

Kein bekannter Zugang führt in das Innere. Es wird vermutet, dass ein geheimer Weg aus den Katakomben in den Turm mündet. Das Wissen darum soll der Magier mit ins Grab genommen haben. Andere Überlieferungen beschuldigen ihn, den bevorstehenden Angriff erkannt und die Festung vor dem Fall heimlich verlassen zu haben. Der unversehrte Turm gilt ihnen deshalb nicht als Zeichen heldenhafter Verteidigung, sondern als stumme Anklage gegen seinen früheren Besitzer.

Die Katakomben

Unter dem Platz und den umliegenden Straßen liegen die Reste der Festungsanlagen. Dazu gehören Tunnel, Zisternen, Wehrgänge, Versorgungsräume und Ausfallpforten. Viele Zugänge wurden verschüttet oder zugemauert. Angeblich führen einzelne Fluchttunnel noch immer mehrere Meilen weit ins Umland.

Der Kaiser hat die Öffnung der Katakomben und die Störung der dort bestatteten Toten ausdrücklich verboten. Während der langen Geschichte der Lichterfeste wurden zahlreiche Ritter in den unterirdischen Gängen beigesetzt. Fallen und Irrwege sollten ihre Gräber schützen. Da alle Pläne beim Brand verloren gingen, ist unbekannt, welche Sicherungen noch funktionieren.

Eine umstrittene Überlieferung besagt, dass auch die Orks während ihrer Besetzung mächtige Schamanen und Magier in den Katakomben bestatteten. Ein Lebensmagier, der diese Behauptung öffentlich vertrat, wurde aus dem Kreis der Magier von Kalesch ausgeschlossen. Dass Lebensmagier und Templer des Ignatus an mehreren verschlossenen Eingängen Schutzzirkel anbrachten, nährt die Gerüchte. Offiziell sollen diese Maßnahmen lediglich Grabschänder abschrecken.

Handel und Alltag

Auf dem Platz werden täglich mehr Waren umgesetzt als in den meisten Städten Cors. Dazu tragen die Lage an der wichtigsten Verkehrsverbindung des Mittelreichs, die Nähe zum Halblingreich, niedrige Zölle und das Fehlen von Brückengebühren bei. Kaufleute aus Cor treffen hier auf halblingische Händler sowie auf Karawanen aus dem Norden und Süden.

Lebensmittel können ohne den besonderen Marktanteil verkauft werden. Bei Waren, die nicht zum Verzehr bestimmt sind, beansprucht die Stadt dagegen den zehnten Teil. Diese Abgabe prägt den Handel: Waren müssen erfasst, geprüft und ihr Anteil für die Stadt ausgesondert werden. Um den Platz liegen deshalb Lagerhäuser und Höfe, in denen Ladungen vor oder nach dem Markt sortiert werden.

Fuhrleute, Händler und Gaukler bestimmen den Tagesrhythmus. Am frühen Morgen rollen Wagen auf den Platz, tagsüber wird gehandelt und am Abend ziehen viele Reisende in die umliegenden Herbergen. In den Tavernen vermischen sich Berichte von der Handelsstraße mit Geschichten über die Lichterfeste und angebliche Funde aus den Katakomben.

Grabschänder und verbotener Handel

Trotz des kaiserlichen Verbots suchen immer wieder Schatzgräber nach Zugängen in die Katakomben. In den Tavernen wird von Gruppen erzählt, die mit Waffen, Schmuck oder Münzen aus der alten Kaiserzeit zurückkehrten. Welche Berichte wahr sind und welche nur neue Auftraggeber oder Käufer anlocken sollen, ist kaum festzustellen.

Innerhalb der Stadt sollen Hehler und private Sammler hohe Summen für Fundstücke aus der Lichterfeste zahlen. Die Stadtwache verfolgt diesen Handel, konnte ihn jedoch bislang nicht beenden. Ein besonders düsteres Gerücht berichtet von einer Gruppe nichtmenschlicher Grabschänder, die bei ihrer Flucht einen Ignatustempler ermordet habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Erzählung ist unklar; in Königsplatz wird sie häufig genutzt, um Misstrauen gegen fremde Abenteurer zu schüren.

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Unter dem Gewicht einer schwer beladenen Händlerkarawane bricht ein Teil des Platzes ein. Der entstandene Zugang führt in einen bislang unbekannten Abschnitt der Katakomben, doch Stadtwache, Händler und Tempelvertreter verlangen jeweils die Kontrolle über die Fundstelle.
  • Ein angebliches Stück der alten Festungsmauer wird auf dem Markt angeboten. Kurz darauf tauchen mehrere Käufer auf, die ungewöhnlich hohe Summen zahlen wollen und einander beschuldigen, mit Grabschändern zusammenzuarbeiten.
  • In einer nebligen Nacht erscheint Licht an der Spitze des fensterlosen Turmes. Am folgenden Morgen fehlt ein Marktaufseher, der zuvor Nachforschungen über einen geheimen Zugang angestellt hatte.
  • Bei der Erhebung des Zehnten verschwindet regelmäßig ein Teil besonders wertvoller Waren. Die Spur führt zu mehreren Lagerhäusern am Platzrand und könnte sowohl städtische Bedienstete als auch angesehene Handelshäuser belasten.
  • Ein neu entdeckter Tunnel endet nicht unter der Stadt, sondern mehrere Meilen entfernt nahe dem Rand des Findlingsfeldes. Dort scheinen die alten Sicherungen der Lichterfeste erst kürzlich von innen geöffnet worden zu sein.