Urtha: Unterschied zwischen den Versionen
Maddin (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| (6 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Urtha | '''Urtha''' ist ein [[Fürstentümer|Fürstentum]] in den südlichen Ausläufern des [[Harratmassiv|Harratgebirges]]. Oberirdisch besteht es aus Felsformationen, Wald und wenigen befestigten Zugängen. Der größte Teil des Landes liegt jedoch unter Tage. Dort befinden sich Erz- und Goldvorkommen, weitläufige Höhlensysteme und die Hauptstadt [[Gebrosch]]. | ||
Fürst Tadrus, ein halbelfischer Magier, regiert Urtha mit großer Härte. Die unterirdische Lage, starke Befestigungen und seine Halbogergarde machen das Land trotz seiner geringen sichtbaren Ausdehnung zu einem gefürchteten Machtfaktor. | |||
Die | |||
== Das Drachenauge == | |||
Eine annähernd ovale Öffnung an der Südseite des Harratgebirges bildete den Ausgangspunkt der Besiedlung. In der Höhle fanden frühe Siedler Schutz, Quellen, Erzadern und Zugänge zu tieferen Hohlräumen. Sie verlegten ihre Behausungen unter die Erde und schufen eine weitgehend autarke Stadt. | |||
Die | Der Sage nach forderten Drachen über Jahrzehnte Tribut aus den Minen. Als sich die Bewohner widersetzten, kam es zu einem vernichtenden Kampf. Die Menschen brachten Teile des Höhlensystems zum Einsturz und nahmen sich damit selbst die offenen Angriffsflächen. Die Drachen verschwanden. | ||
Heute ist das Drachenauge vollständig befestigt. Zwei Tore liegen in hohen Bollwerken, schwere Geschütze sind vor allem gegen fliegende Angreifer gerichtet. Reisende werden streng kontrolliert, bevor ein langer, fackelbeleuchteter Tunnel nach Gebrosch führt. | |||
== Gebrosch == | |||
Nach den alten Einstürzen wurde ein neuer Tunnel zu den verbliebenen großen Höhlen getrieben. Die Stadt gliedert sich in drei sehr unterschiedliche Bereiche. | |||
=== | === Der Händlerturm === | ||
In der größten Höhle liegt ein tiefes rundes Loch mit einer mittleren Steinsäule. Kräne, Brücken, Rampen und zahllose Höhleneingänge bilden den sogenannten Händlerturm. Händler und Handwerker wohnen in ausgebauten Kammern; die reichsten haben ihre Räume mit Marmor und Schmuckstein verkleidet. | |||
Am Boden liegt ein lebhafter Markt, auf dem Güter aus vielen Teilen Ganthors gehandelt werden. Tavernen und Herbergen reichen weit in die angrenzenden Tunnel. Die unzähligen Stege, Flaschenzüge und verborgenen Durchgänge begünstigen allerdings Diebstahl und Schmuggel. | |||
=== Der Palastbezirk === | |||
Eine kristallreiche Höhle beherbergt Verwaltung, Tempel und den Palast. Tempel in der Form von Stalagmiten gehören teilweise den [[Kulte der Südlande|Kulten der Südlande]] an. Mosaike, farbige Kieswege und exotische Pilze verleihen dem Bezirk einen bewusst prachtvollen Charakter. | |||
Fürst Tadrus residiert in einem Palast, dessen sichtbare Front wie ein Schiffsbug aus der Felswand ragt. Der übrige Bau liegt im Berg. Ein geheimer Teil endet in einem abgeschiedenen Tal unter freiem Himmel, das Tadrus für Erholung und naturmagische Experimente nutzt. | |||
=== Das Labyrinth === | |||
Östlich des Händlerturms leben die ärmeren Bewohner in einem Gewirr niedriger Höhlen. Gemeinschaften aus mehreren Familien teilen Feuerstellen und Werkstätten. Rauch, Feuchtigkeit, Schimmel und Krankheiten bestimmen den Alltag. | |||
Tagelöhner, Handwerker, Sammler magischer Ingredienzien und Banden leben dicht nebeneinander. Die fürstliche Garde greift meist erst ein, wenn Konflikte reichere Viertel bedrohen. Durch unbedachte Erweiterungen gelangten [[Guluhren]], [[Schachtkriecher]] und riesige Tausendfüßler in bewohnte Bereiche. | |||
Vor fünf Jahren verschwanden etwa fünfzig Personen mit ihrer Habe. Manche glauben, sie seien dem Schmied Lobo Scharlthus zu einem sicheren Ort in den tieferen Höhlen gefolgt. | |||
== Herrschaft, Handel und Magie == | |||
Tadrus kontrolliert Zugänge, Bergwerke und Verwaltung. Urtha exportiert Erze, Metalle und Handwerkswaren und importiert Lebensmittel, Holz sowie Luxusgüter. Besonders mit [[Barden]] bestehen enge Beziehungen. Im Osten führt der urthanische Bedarf an Brennholz regelmäßig zu Spannungen mit [[Wolfrathen]]. | |||
Die | Magie ist Teil der fürstlichen Macht. Tadrus selbst betreibt naturmagische Experimente; zugleich wird ihm Todesmagie zugeschrieben. In den tieferen Höhlen suchen Sammler nach seltenen Pflanzen, Pilzen, Mineralien und Kreaturen, die für Zauber und Artefakte benötigt werden. | ||
== Die Garde der Halboger == | |||
Die Garde rekrutiert sich vor allem aus dem [[Leeres Land|Leeren Land]] und der Gladiatorenschule [[Gilgardor]]. Bewerber müssen eine brutale Prüfung bestehen, an die sich die Überlebenden nur undeutlich erinnern. Es wird vermutet, Tadrus raube ihnen mit Todesmagie Teile ihrer Erinnerung. | |||
Die Gardisten beherrschen verschiedene Waffen und den Umgang mit Reitechsen. Geschwärzte Plattenrüstung, silbriges Kettenzeug, überhoher Schulterschutz, schwarzer Vollhelm und dunkelgrüner Umhang machen sie unverwechselbar. Für viele Bewohner verkörpert die Garde trotz aller Furcht die Hoffnung, einen neuen Drachenangriff abwehren zu können. | |||
== Gerüchte und Abenteuerideen == | |||
* Ein neuer Stollen öffnet eine Höhle, deren Wände deutliche Spuren von Drachenklauen tragen. | |||
* Händler im Turm bezahlen für eine Karte, die einen unbewachten Weg aus Gebrosch zeigen soll. | |||
* Lobo Scharlthus schickt nach fünf Jahren eine Nachricht aus der Tiefe: Seine Siedlung brauche dringend Hilfe. | |||
* Mehrere Gardisten beginnen gleichzeitig, sich an dieselbe Szene ihrer Prüfung zu erinnern. | |||
[[Kategorie:Ganthor]] | [[Kategorie:Ganthor]] | ||
[[Kategorie:Mittelreich]] | [[Kategorie:Mittelreich]] | ||
Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 21:52 Uhr
Urtha ist ein Fürstentum in den südlichen Ausläufern des Harratgebirges. Oberirdisch besteht es aus Felsformationen, Wald und wenigen befestigten Zugängen. Der größte Teil des Landes liegt jedoch unter Tage. Dort befinden sich Erz- und Goldvorkommen, weitläufige Höhlensysteme und die Hauptstadt Gebrosch.
Fürst Tadrus, ein halbelfischer Magier, regiert Urtha mit großer Härte. Die unterirdische Lage, starke Befestigungen und seine Halbogergarde machen das Land trotz seiner geringen sichtbaren Ausdehnung zu einem gefürchteten Machtfaktor.
Das Drachenauge
Eine annähernd ovale Öffnung an der Südseite des Harratgebirges bildete den Ausgangspunkt der Besiedlung. In der Höhle fanden frühe Siedler Schutz, Quellen, Erzadern und Zugänge zu tieferen Hohlräumen. Sie verlegten ihre Behausungen unter die Erde und schufen eine weitgehend autarke Stadt.
Der Sage nach forderten Drachen über Jahrzehnte Tribut aus den Minen. Als sich die Bewohner widersetzten, kam es zu einem vernichtenden Kampf. Die Menschen brachten Teile des Höhlensystems zum Einsturz und nahmen sich damit selbst die offenen Angriffsflächen. Die Drachen verschwanden.
Heute ist das Drachenauge vollständig befestigt. Zwei Tore liegen in hohen Bollwerken, schwere Geschütze sind vor allem gegen fliegende Angreifer gerichtet. Reisende werden streng kontrolliert, bevor ein langer, fackelbeleuchteter Tunnel nach Gebrosch führt.
Gebrosch
Nach den alten Einstürzen wurde ein neuer Tunnel zu den verbliebenen großen Höhlen getrieben. Die Stadt gliedert sich in drei sehr unterschiedliche Bereiche.
Der Händlerturm
In der größten Höhle liegt ein tiefes rundes Loch mit einer mittleren Steinsäule. Kräne, Brücken, Rampen und zahllose Höhleneingänge bilden den sogenannten Händlerturm. Händler und Handwerker wohnen in ausgebauten Kammern; die reichsten haben ihre Räume mit Marmor und Schmuckstein verkleidet.
Am Boden liegt ein lebhafter Markt, auf dem Güter aus vielen Teilen Ganthors gehandelt werden. Tavernen und Herbergen reichen weit in die angrenzenden Tunnel. Die unzähligen Stege, Flaschenzüge und verborgenen Durchgänge begünstigen allerdings Diebstahl und Schmuggel.
Der Palastbezirk
Eine kristallreiche Höhle beherbergt Verwaltung, Tempel und den Palast. Tempel in der Form von Stalagmiten gehören teilweise den Kulten der Südlande an. Mosaike, farbige Kieswege und exotische Pilze verleihen dem Bezirk einen bewusst prachtvollen Charakter.
Fürst Tadrus residiert in einem Palast, dessen sichtbare Front wie ein Schiffsbug aus der Felswand ragt. Der übrige Bau liegt im Berg. Ein geheimer Teil endet in einem abgeschiedenen Tal unter freiem Himmel, das Tadrus für Erholung und naturmagische Experimente nutzt.
Das Labyrinth
Östlich des Händlerturms leben die ärmeren Bewohner in einem Gewirr niedriger Höhlen. Gemeinschaften aus mehreren Familien teilen Feuerstellen und Werkstätten. Rauch, Feuchtigkeit, Schimmel und Krankheiten bestimmen den Alltag.
Tagelöhner, Handwerker, Sammler magischer Ingredienzien und Banden leben dicht nebeneinander. Die fürstliche Garde greift meist erst ein, wenn Konflikte reichere Viertel bedrohen. Durch unbedachte Erweiterungen gelangten Guluhren, Schachtkriecher und riesige Tausendfüßler in bewohnte Bereiche.
Vor fünf Jahren verschwanden etwa fünfzig Personen mit ihrer Habe. Manche glauben, sie seien dem Schmied Lobo Scharlthus zu einem sicheren Ort in den tieferen Höhlen gefolgt.
Herrschaft, Handel und Magie
Tadrus kontrolliert Zugänge, Bergwerke und Verwaltung. Urtha exportiert Erze, Metalle und Handwerkswaren und importiert Lebensmittel, Holz sowie Luxusgüter. Besonders mit Barden bestehen enge Beziehungen. Im Osten führt der urthanische Bedarf an Brennholz regelmäßig zu Spannungen mit Wolfrathen.
Magie ist Teil der fürstlichen Macht. Tadrus selbst betreibt naturmagische Experimente; zugleich wird ihm Todesmagie zugeschrieben. In den tieferen Höhlen suchen Sammler nach seltenen Pflanzen, Pilzen, Mineralien und Kreaturen, die für Zauber und Artefakte benötigt werden.
Die Garde der Halboger
Die Garde rekrutiert sich vor allem aus dem Leeren Land und der Gladiatorenschule Gilgardor. Bewerber müssen eine brutale Prüfung bestehen, an die sich die Überlebenden nur undeutlich erinnern. Es wird vermutet, Tadrus raube ihnen mit Todesmagie Teile ihrer Erinnerung.
Die Gardisten beherrschen verschiedene Waffen und den Umgang mit Reitechsen. Geschwärzte Plattenrüstung, silbriges Kettenzeug, überhoher Schulterschutz, schwarzer Vollhelm und dunkelgrüner Umhang machen sie unverwechselbar. Für viele Bewohner verkörpert die Garde trotz aller Furcht die Hoffnung, einen neuen Drachenangriff abwehren zu können.
Gerüchte und Abenteuerideen
- Ein neuer Stollen öffnet eine Höhle, deren Wände deutliche Spuren von Drachenklauen tragen.
- Händler im Turm bezahlen für eine Karte, die einen unbewachten Weg aus Gebrosch zeigen soll.
- Lobo Scharlthus schickt nach fünf Jahren eine Nachricht aus der Tiefe: Seine Siedlung brauche dringend Hilfe.
- Mehrere Gardisten beginnen gleichzeitig, sich an dieselbe Szene ihrer Prüfung zu erinnern.