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Wasserburg

Aus Meister der Magie Wiki


Wasserburg mit der befestigten Stadtinsel und der westlich gelegenen Wasserfestung

Wasserburg ist eine befestigte Kleinstadt im Nordwesten des Zweistromtals. Sie liegt auf mehreren Inseln in einem seeartig verbreiterten Geflecht von Nebenarmen des Argas. Etwa 5.500 Menschen leben innerhalb ihrer Mauern; Angehörige anderer Völker sind selten.

Bekannt ist Wasserburg vor allem für zwei Dinge: die prachtvolle Wasserfestung westlich der Stadt und ihre Musikanten. Kleine Wasserburger Ensembles ziehen durch das Mittelreich und darüber hinaus. Sie spielen sowohl fremde Volksweisen als auch eigene Stücke und genießen den Ruf, selbst einfache Melodien mit außergewöhnlichem Gefühl vorzutragen.

Lage und Stadtbild

Das Umland Wasserburgs wird von Nebenflüssen, natürlichen Wasserläufen und ausgebauten Kanälen durchzogen. Zwischen ihnen liegt fruchtbares Ackerland, das von Bauern aus den umliegenden Dörfern und Gehöften bewirtschaftet wird. In unmittelbarer Nähe der Stadt weiten sich die Wasserarme zu einem flachen See, aus dem die befestigten Inseln Wasserburgs aufragen.

Die eigentliche Stadt steht auf der größten Insel. Eine acht Schritt hohe Steinmauer umschließt die dicht bebaute Siedlung. Vor der Mauer verläuft zusätzlich ein etwa zehn Schritt breiter Wassergraben, der mit den umgebenden Wasserläufen verbunden ist. Zwei Zugbrücken führen nach Osten und Norden. Vor jeder Brücke liegt ein Wachhaus; zwei weitere Wachposten befinden sich innerhalb der Stadt. Fremde werden daher meist schon vor dem Betreten Wasserburgs bemerkt.

Das Herz der Stadt ist der große Marktplatz. Eine Ringstraße umläuft den Platz, von ihr zweigen die übrigen Straßen und Gassen ab. Straßenschilder und nummerierte Häuser erleichtern auch Ortsfremden die Orientierung. Für eine Stadt ihrer Größe gilt Wasserburg als auffallend sauber. Ein Netz aus Abflussrinnen und Kanälen leitet Unrat aus den Straßen in die Wasserläufe. Dass dies flussabwärts nicht überall auf Zustimmung stößt, kümmert die meisten Wasserburger wenig.

Vor den Toren stehen häufig die Wagen von Wanderhändlern, Gauklern und Spielleuten des Fahrenden Volkes. Manche verbringen hier die kalten Wintermonate und bleiben bis weit in den Frühling. Solange sie die Wege freihalten und keinen offenen Streit verursachen, werden ihre Lager geduldet.

Die Wasserfestung

Etwa fünfzig Schritt westlich der Stadt erhebt sich auf einer kleineren Insel die Burg, der Wasserburg seinen Namen verdankt. Ihre Mauern und Türme beherrschen die westliche Zufahrt und überragen die Dächer der Stadt.

Eine steinerne Brücke verbindet die Festung in sieben Schritt Höhe mit der Stadtmauer. Von den Straßen aus ist der Zugang kaum zu erkennen. Sichtbar ist lediglich ein halber Turm, der in die Stadt hineinragt. In seinem Inneren schützt ein schweres Fallgitter den Zugang zu einer Wendeltreppe, die hinauf zur Brücke führt. Fallgitter, Treppe und Brücke werden ebenso streng bewacht wie die beiden Stadttore.

Die Burg dient dem Schutz der Stadt und der umliegenden Wasserwege. Waffen und Rüstungsteile für ihre Besatzung werden zum Teil aus Nardel, der Schwarzen Burg des Fürsten Visma, bezogen. Über das Innere der Wasserfestung wissen gewöhnliche Stadtbewohner wenig; ohne Einladung oder dienstlichen Anlass gelangen nur wenige Besucher über die Hochbrücke.

Herrschaft und Bevölkerung

Wasserburg gehört zu den zehn Lehen des Zweistromtals und untersteht damit wie die übrigen Lehen unmittelbar dem Kaiser. Die Burgbesatzung überwacht die Zugänge zur Stadt und schützt die umliegenden Höfe sowie die Wasserwege.

Die meisten Einwohner sind Handwerker, Händler, Fuhrleute oder Angehörige der Burgbesatzung. Ein erheblicher Teil des täglichen Handels hängt vom landwirtschaftlich geprägten Umland ab. Bauern bringen Fleisch, Käse, Getreide und andere Erzeugnisse auf den Markt und erwerben dafür Werkzeuge, Haushaltswaren und Dinge, die in den Dörfern nur schwer erhältlich sind.

Trotz der Mauern ist Wasserburg keine abweisende Garnisonsstadt. Durchreisende Händler und das Fahrende Volk prägen das Straßenbild. In Tavernen, auf Plätzen und vor den Toren treffen Bauern, Wachen, Handwerker und Musiker aufeinander. Die häufigen Darbietungen haben der Stadt innerhalb des Zweistromtals den Ruf eines ungewöhnlich lebendigen Ortes eingebracht.

Die Musikanten von Wasserburg

Wasserburger Musikanten spielen auf dem Marktplatz

Wasserburgs bekanntester Beitrag zur Kultur des Mittelreichs sind seine Musikanten. Der Überlieferung zufolge begann die besondere musikalische Blüte mit dem Besuch eines Priesters der Alinata. Dieser soll die Stadt oder ihre Musiker gesegnet haben. Ob damals tatsächlich ein Wunder geschah, ist umstritten. Für die Wasserburger steht jedoch fest, dass ihre Musik seither unter dem Wohlwollen der Göttin der Künste und der Freude steht.

Die Musikanten treten meist in kleinen Gruppen auf. Ihr Repertoire umfasst Volksweisen aus vielen Teilen der bekannten Welt, daneben selbst komponierte Tänze, Trinklieder und Balladen. Die Melodien sind häufig einfach und dem Publikum bereits bekannt. Berühmt ist vielmehr die einfühlsame Spielweise, mit der die Ensembles selbst abgegriffenen Liedern neue Wirkung verleihen.

Viele Gruppen verlassen Wasserburg im Frühjahr und ziehen während der warmen Monate über Märkte, Jahrfeste und Adelshöfe. Im Herbst kehren sie mit neuen Melodien und Geschichten zurück. Dadurch gelangen Lieder aus fernen Regionen in die Stadt und werden hier verändert, miteinander verbunden oder in die örtliche Spielweise übertragen.

Auf dem Marktplatz, in den Tavernen und in den Lagern vor den Toren können junge Musiker erfahrenen Spielleuten zuhören. Eine förmliche Musikakademie gibt es nicht; die Kunst wird innerhalb von Familien, festen Ensembles und losen Lehrverhältnissen weitergegeben.

Der Marktplatz

Der große Marktplatz ist zugleich Handelsplatz, Treffpunkt und Bühne. An gewöhnlichen Tagen sind mindestens ein Fleisch- und Wurststand, ein Brot- und Käsestand sowie ein Krämerstand geöffnet. An Markttagen kommen Bauern und Wanderhändler aus dem Umland hinzu. Mit etwas Geduld und Glück lassen sich dann auch seltene Waren finden.

Die beiden vornehmsten Schankhäuser stehen am Platz, während kleinere Läden und Werkstätten in den angrenzenden Straßen liegen. Musikanten spielen häufig am Rand des Marktes. Die Stadtwache achtet darauf, dass sie Händler und Verkehr nicht behindern.

Gasthäuser und Tavernen

Taverne „Zum Marktplatz“

Die nördlichere der beiden Tavernen am Marktplatz trägt einen ebenso schlichten Namen wie ihre Einrichtung. Die Schankstube ist sauber, aber schmucklos; Speisen und Getränke sind von durchschnittlicher Qualität und preiswert. Meist finden sich hier nur wenige Gäste ein.

Hinter dem unscheinbaren Betrieb verbirgt sich eine Verbindung zur örtlichen Diebesgilde: Die Taverne gehört einem ihrer Mitglieder. Ob die Schenke lediglich als Einnahmequelle, als Treffpunkt oder als Ort zur Beobachtung des Marktes dient, ist Außenstehenden nicht bekannt.

  • Preise: normal
  • Betrieb: meist gering
  • Besonderheit: Verbindung zur Diebesgilde

Taverne „Schreiers Glück“

Der Name geht auf einen Marktschreier zurück, der sich an einem heißen und geschäftigen Tag die Stimme völlig ruiniert hatte. Erst nach dem ersten Schluck Bier brachte er wieder einen Satz hervor und erklärte die Schenke zum „Schreiers Glück“.

Aus dem einfachen Gasthaus ist inzwischen die vornehmste Taverne Wasserburgs geworden. Schwere Teppiche, Tabakduft und eine umfangreiche Auswahl an Weinen bestimmen das Bild. Die höheren Preise sollen unerwünschte Gäste abschrecken. Am Eingang wacht Brig, ein außergewöhnlich elegant gekleideter Halboger. Er ist außerhalb seines Dienstes freundlich, setzt die Hausregeln jedoch zuverlässig durch.

  • Preise: etwa 80 Prozent über dem Üblichen
  • Einlass: gepflegte Kleidung und angemessenes Benehmen werden erwartet

Taverne „Klangschmiede“

Die Klangschmiede liegt gegenüber der Werkstatt von Michael Markial. Das fast ununterbrochene Hämmern des Schmieds gab der Taverne ihren Namen. Die Gäste behaupten, spätestens nach dem vierten Bier störe das Geräusch niemanden mehr.

Die Schankstube ist bäuerlich und ungezwungen, das Essen gilt als ausgezeichnet. Nur hier wird das berüchtigte Burgwasser ausgeschenkt, ein außergewöhnlich starker, mit Minze versetzter Zuckerrohrschnaps.

  • Preise: etwa 20 Prozent unter dem Üblichen
  • Burgwasser: 6 Heller

Taverne „Zum Bullen“

Die kreisrunde Schankstube ist um eine freie Fläche angeordnet. Einmal in der Woche wird dort der „Bulle der Woche“ ermittelt. Die Teilnehmer kämpfen mit stoffumwickelten Fäusten, bis nur noch ein Kämpfer steht.

Der Sieger erhält den Einsatz seines Gegners und eine etwa 35 Stein schwere, hohle Stierkopfstatue aus Eisen. Für den Abend wird sie zusätzlich mit ungefähr fünfzehn Litern Bier gefüllt. Da kaum jemand die Statue allein forttragen kann, endet der Wettbewerb gewöhnlich mit einer gemeinsamen Feier.

  • Preise: normal
  • Kampfzulassung: 1 D
  • Gewinn: Einsatz des Gegners, Stierkopf und Bier

Herberge „Am Eck“

Die dreistöckige Herberge verfügt über 25 Betten und ist damit die größte Unterkunft der Stadt. Ein sechs mal vier Schritt großes Bad sowie die Dienste von Masseuren können zusätzlich gemietet werden. Küche und Frühstück genießen einen guten Ruf. Trotz wiederkehrender Gerüchte handelt es sich nicht um ein Bordell.

  • Einzelzimmer: 5 S
  • Doppelzimmer: 8 S
  • Bad: 2 S
  • Massage: 1 S

Herberge „Zum stolzen Hahn“

Der Name der Herberge bezieht sich weder auf ihren Wirt noch auf ihre Gäste, sondern auf einen echten Hahn, der im Hinterhof über seine Hennen wacht. Die Küche ist entsprechend auf Eier- und Hühnergerichte spezialisiert. Mit zwölf Betten ist das Haus deutlich kleiner als „Am Eck“. Zum Frühstück wird stets Rührei gereicht.

  • Preise: etwa 20 Prozent über dem Üblichen
  • Einzelzimmer: 3 S
  • Doppelzimmer: 4,5 S
  • Halbes Hähnchen mit Beilagen: 6 K
  • Ganzes Hähnchen mit Beilagen: 1 S

Händler und Handwerker

Schmiede „Markials Eisen“

Michael Markial ist der einzige Schmied Wasserburgs. Da die Burgbesatzung einen Großteil ihrer Waffen aus Nardel bezieht, erhält er nur wenige umfangreiche Rüstungsaufträge. Markial hat sich daher auf Dolche und alltägliche Metallarbeiten spezialisiert.

Er ist ein geschickter und hartnäckiger Verkäufer. Kaum ein Kunde verlässt die Werkstatt, ohne zumindest einen seiner Dolche ausführlich begutachtet zu haben. Neben den eigenen Arbeiten lagert er einige ältere Waffen, die er bei Gelegenheit veräußert.

Krämerladen „Lysiras Laden“

Lysira ist eine kleine, stattliche Frau von ungefähr fünfzig Jahren. Ihre Nickelbrille und ihr bedächtiges Auftreten lassen sie harmloser erscheinen, als sie ist. Sie prüft jede Rechnung mehrfach und lässt sich weder beim Preis noch beim Wechselgeld übervorteilen.

Der Laden öffnet nur am Vormittag. Während dieser Zeit hilft Brig, der Türsteher aus „Schreiers Glück“, bei der Bewachung. Er spart auf ein eigenes kleines Haus in Wasserburg und nimmt diese zusätzliche Arbeit daher sehr ernst.

  • Preise: normal
  • Öffnung: nur am Vormittag

Waffenhändler „Eberiks HS&K“

Die Abkürzung im Namen steht für „Hämmer, Schwerter und Keulen“. Eberik ist der einzige eigentliche Waffenhändler der Stadt. Er bezieht seine Waren von Michael Markial oder von durchreisenden Händlern.

Der gut gefüllte Laden täuscht allerdings: Eberik versteht wenig von Waffen und hat das Geschäft lediglich geerbt. Viele Stücke werden schlecht gepflegt und beginnen bereits zu rosten. Erfahrene Käufer prüfen seine Ware daher besonders gründlich.

  • Preise: etwa 30 Prozent über dem Üblichen
  • Qualität: häufig schlecht erhalten

Bogenbauer „Branns Erlen-Bögen“

Brann beruft sich gern auf seinen Ururgroßvater, der die Bogenbaukunst angeblich von einem Elfen erlernte. Von dessen Können ist in der heutigen Werkstatt jedoch wenig geblieben. Brann verkauft sämtliche Bögen zum gleichen Preis, ohne große Unterschiede in Verarbeitung und Zugkraft zu erkennen.

Für unerfahrene Käufer ist der Einkauf ein Glücksspiel. Ein geübter Waldläufer oder Elf kann zwischen der durchschnittlichen Ware mitunter einen außerordentlich guten Bogen entdecken.

  • Preise: normal
  • Spielleiterhinweis: Unter den Bögen besteht eine Chance von 5 Prozent, einen Elfenbogen zu finden.

Kräuterhändler „Schimmel-Bain“

Der Laden hieß ursprünglich „Zum Schlierenpilz“. Da sich die Wasserburger den Namen nicht merken konnten, wurde daraus zunächst „Schimmelpilz“ und wegen der Gerüche des Ladens schließlich „Schimmel-Bain“.

Herr Bain ist ein älterer Mann mit zerzaustem Haar und fahrigem Blick. Hinter seinem sonderbaren Auftreten verbirgt sich ein begabter Alchemist. Für außergewöhnliche Mixturen zeigt er große Sorgfalt und Erfindungsgabe. Gewöhnliche Heil- und Zaubertränke behandelt er dagegen bisweilen nachlässig.

Bain beauftragt Reisende häufig damit, seltene Kräuter aus dem Umland zu beschaffen. Beim Abrechnen unterlaufen ihm erstaunlich oft Fehler zugunsten seiner Kunden.

  • Preise: normal
  • Besonderheit: Aufträge zur Beschaffung von Kräutern und alchemistischen Zutaten

Gerüchte und Abenteuerideen

  • Ein berühmtes Musikantenensemble ist nicht von seiner letzten Reise zurückgekehrt. Nur eines seiner Instrumente wurde auf einem führerlosen Floß gefunden.
  • In „Zum Marktplatz“ belauscht die Diebesgilde Gespräche über eine wertvolle Lieferung, die über eine der Zugbrücken in die Burg gebracht werden soll.
  • Herr Bain benötigt eine Wasserpflanze, die ausschließlich an den Fundamenten der westlichen Hochbrücke wächst. Seit einigen Nächten wird dort jedoch etwas Großes im Wasser beobachtet.
  • Einer der angeblich minderwertigen Bögen in Branns Werkstatt trägt Zeichen einer elfischen Meisterwerkstatt. Mehrere Käufer interessieren sich plötzlich für dasselbe Stück.
  • Während des Wettbewerbs im „Bullen“ verschwindet die eiserne Stierkopfstatue. Wegen ihres Gewichts kann sie kaum unbemerkt fortgetragen worden sein.
  • Ein junger Musikant behauptet, die alte Segnung Alinatas erneuern zu können. Der örtliche Kult hält seine nächtlichen Rituale jedoch für gefährlichen Betrug.